Was ist Morbus Menière?
Morbus Menière ist nach der Deutschen Stiftung Tinnitus und Hören Charité eine chronische Erkrankung des Innenohrs, die durch eine Störung des Flüssigkeitshaushalts entsteht. Beschrieben wurde sie zuerst von dem französischen Arzt Prosper Menière; „Morbus“ bedeutet Krankheit.
Neurologen und Psychiater im Netz zählt Morbus Menière zum Anfalls- oder Attackenschwindel, also zu Schwindel, der plötzlich einsetzt und nach einer gewissen Zeit wieder abklingt. Morbus Menière gilt dort als Beispiel für eine schwere Form dieses Attackenschwindels. Die Lebensqualität der Betroffenen wird nach der Charité-Stiftung meist sehr stark beeinträchtigt.
Was passiert im Innenohr?
Im Innenohr befindet sich eine Flüssigkeit, die Endolymphe. Bei Morbus Menière ist nach Neurologen und Psychiater im Netz ihre Produktion gestört. Es entsteht ein Überdruck, der zu einem wiederholten Einreißen feiner Membranen führt, die die Endolymphe von den anderen Flüssigkeiten im Ohr trennen. Dadurch kommt es zu plötzlichen Flüssigkeitsverschiebungen, dem sogenannten Hydrops.
Das Gleichgewichtsorgan sendet dann gewissermaßen falsche Messwerte, die das Gehirn als echte Information verarbeitet. So entsteht der heftige Drehschwindel.
Wie äußert sich Morbus Menière?
Typische Symptome sind nach beiden Quellen:
- Attacken mit heftigem Drehschwindel und Fallneigung
- Hörminderung auf dem betroffenen Ohr, oft gleichzeitig mit dem Schwindel
- einseitige, meist tief klingende Ohrgeräusche (Tinnitus)
- ein Druckgefühl oder das Gefühl eines verstopften Ohrs
- Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüche
- Augenrucken (Nystagmus) während der Attacke
Die Attacken können nach Neurologen und Psychiater im Netz mehrmals pro Woche oder nur einige Male im Jahr auftreten. Die Schwerhörigkeit während einer Attacke hält Minuten bis Stunden an. Besteht die Krankheit länger, kann sich auch zwischen den Anfällen eine bleibende Innenohrschwerhörigkeit und manchmal eine Schädigung des Gleichgewichtsorgans entwickeln. Im späteren Verlauf können Angst, Misstrauen und Reizbarkeit hinzukommen.
Mehr zu Ohrgeräuschen lesen Sie im Ratgeber Tinnitus.
Wer bekommt Morbus Menière und warum?
Die Menière-Krankheit ist selten. Nach der Charité-Stiftung betrifft sie etwa 0,01 % der Bevölkerung, meist zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr. Neurologen und Psychiater im Netz nennt als häufigste Zeit das 50. bis 60. Lebensjahr.
Die genaue Ursache ist nach beiden Quellen unbekannt. Diskutiert werden:
- eine Überproduktion oder zu geringe Aufnahme der Innenohrflüssigkeit
- Veränderungen im Immunsystem und ein entzündlicher Prozess
- genetische Faktoren
- Durchblutungsstörungen im Innenohr
Wie wird Morbus Menière festgestellt?
Die Diagnose erfolgt nach der Charité-Stiftung in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und Hörtests. Auch das Gleichgewichtsorgan kann untersucht werden, um den Schwindel einzuordnen und andere Ursachen auszuschließen. Hilfreich ist nach Neurologen und Psychiater im Netz, wenn eine typische Attacke mit den Augenbewegungsstörungen beobachtet werden kann.
Die Hörprüfung ist wichtig, weil die Hörminderung zu den Kernzeichen gehört und sich im Verlauf verändern kann. Schwierig ist die Diagnose, weil sich die Krankheit oft nicht gleich vollständig zeigt: Nach Neurologen und Psychiater im Netz haben nur etwa 20 % der Betroffenen von Anfang an alle typischen Beschwerden. Etwa 40 % beginnen mit einem Hörsturz, die übrigen 40 % mit reinen Gleichgewichtsbeschwerden.
Andere Schwindelformen können ähnlich beginnen. Auch andere Schwindelformen wie der Lagerungsschwindel oder die vestibuläre Migräne können Attacken verursachen; deshalb sollen die Untersuchungen nach der Charité-Stiftung auch andere Ursachen ausschließen.
Wie wird Morbus Menière behandelt?
Es gibt nach der Charité-Stiftung verschiedene Therapien, die die Beschwerden lindern und den Verlauf verlangsamen sollen. Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt:
- In der Attacke: Medikamente, die den Schwindel dämpfen (Antivertiginosa) und Übelkeit und Erbrechen verringern.
- Zur Vorbeugung: Medikamente, die neuen Anfällen vorbeugen sollen. Welches Mittel in welcher Dosis infrage kommt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt; nicht jedes Mittel hilft allen gleich.
- Psychische Begleitung: Sie ist wichtig, weil viele Betroffene unter den ständigen Ohrgeräuschen und der Angst vor dem nächsten Schwindel leiden.
Die Charité-Stiftung verweist außerdem auf eine Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zu Behandlungen, bei denen Medikamente direkt ins Mittelohr gegeben werden (intratympanale Therapie). Ob eine solche oder eine andere Behandlung für Sie infrage kommt, klärt die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt.
Bei wiederkehrenden Schwindelattacken mit Hörproblemen können Sie sich als Erwachsene oder Erwachsener in Bilbao an unsere HNO-Sprechstunde wenden; dort werden Gehör und Gleichgewicht untersucht und das weitere Vorgehen besprochen (die Beratung findet auf Spanisch statt). Plötzliche neurologische Ausfälle gehören dagegen sofort in die Notaufnahme.
Ein Anfallstagebuch für Ohr und Gehör
Weil sich Morbus Menière oft nicht gleich mit allen Zeichen zeigt und die Beobachtung einer Attacke bei der Diagnose hilft, lohnt es sich, jede Attacke kurz festzuhalten. Getrennt nach drei Zeitpunkten:
- Vorher: Gab es Druck im Ohr, verändertes Hören oder lauter werdende Ohrgeräusche? Auf welchem Ohr?
- Während: Uhrzeit von Beginn und Ende, Drehschwindel ja oder nein, Übelkeit oder Erbrechen, gedämpftes Hören, Ohrgeräusch. Wenn jemand dabei ist, kann er auf Augenrucken achten.
- Danach: Wie lange dauerte es, bis Hören und Gleichgewicht wieder wie vorher waren? Blieb etwas zurück?
- Zwischen den Attacken: Hören Sie auf einem Ohr dauerhaft schlechter?
- Medikamente: Was wurde wann eingenommen, und was hat sich verändert?
Für den Alltag gilt: Wer mit plötzlichen Drehschwindelattacken und Fallneigung rechnen muss, sollte Tätigkeiten, bei denen ein plötzlicher Sturz oder Kontrollverlust gefährlich wäre, etwa das Autofahren, mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Kann man Morbus Menière heilen?
Die Quellen beschreiben Morbus Menière als chronische Erkrankung, deren genaue Ursache unbekannt ist. Die Behandlung zielt darauf, die Beschwerden zu lindern, neuen Attacken vorzubeugen und den Verlauf zu verlangsamen. Eine Heilungsquote nennen die Quellen nicht.
Zur Lebenserwartung machen die Quellen keine Angaben. Sie betonen aber, wie stark die Lebensqualität durch Schwindel, Ohrgeräusche und Hörverlust beeinträchtigt sein kann, und dass psychische Begleitung dazugehört.
Wo sich die Quellen unterscheiden
Wer häufiger betroffen ist: Neurologen und Psychiater im Netz schreibt, dass Männer öfter erkranken. Die Charité-Stiftung gibt an, dass Frauen häufiger betroffen sind.
Alter: Die Charité-Stiftung nennt das 45. bis 60. Lebensjahr, Neurologen und Psychiater im Netz das 50. bis 60.
Dauer der Attacken: Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt Attackenschwindel allgemein als meist etwa 30 Minuten, selten Stunden dauernd. Die Charité-Stiftung schreibt, dass Schwindelattacken bei Morbus Menière mehrere Stunden bis Tage anhalten können.
Ursache: Neurologen und Psychiater im Netz beschreibt eine gestörte Produktion der Endolymphe und vermutet einen entzündlichen Prozess. Die Charité-Stiftung nennt zusätzlich Immunsystem, Gene und Durchblutung. Einig sind sich beide, dass die genaue Ursache unbekannt ist.
Zusammenfassung
- Morbus Menière ist eine seltene, chronische Erkrankung des Innenohrs mit gestörtem Flüssigkeitshaushalt.
- Typisch sind Drehschwindelattacken mit Hörminderung, tiefem Ohrgeräusch, Ohrdruck, Übelkeit und Erbrechen.
- Am Anfang zeigen sich oft nicht alle Zeichen, was die Diagnose erschwert.
- Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, Untersuchung, Hörtests und Gleichgewichtsprüfung.
- Medikamente dämpfen die Attacke und sollen neuen Anfällen vorbeugen; psychische Begleitung gehört dazu.
- Ein Anfallstagebuch mit Hören, Ohrgeräusch und Dauer hilft beim Arztgespräch; neurologische Ausfälle sind ein Notfall.
Häufige Fragen zu Morbus Menière
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Wie äußert sich Morbus Menière?
Durch Attacken mit heftigem Drehschwindel, Hörminderung, meist tiefem Ohrgeräusch und Druckgefühl im Ohr, oft mit Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen.
Kann man Morbus Menière heilen?
Die Quellen beschreiben Morbus Menière als chronische Erkrankung mit unbekannter Ursache. Die Behandlung soll Beschwerden lindern, Attacken vorbeugen und den Verlauf verlangsamen; eine Heilungsquote nennen sie nicht.
Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Morbus Menière?
Dazu machen die Quellen keine Angaben. Sie betonen vor allem die starke Einschränkung der Lebensqualität durch Schwindel, Ohrgeräusche und Hörverlust.
In welchem Alter tritt Morbus Menière am häufigsten auf?
Meist zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr; Neurologen und Psychiater im Netz nennt vor allem das 50. bis 60. Lebensjahr.
Warum ist eine Hörprüfung wichtig?
Hörminderung gehört zu den Kernzeichen und kann sich im Verlauf zu einer bleibenden Innenohrschwerhörigkeit entwickeln. Hörtests helfen bei der Diagnose und bei der Verlaufskontrolle.
Welche Warnzeichen sprechen gegen eine Selbstdiagnose?
Schwindel mit Lähmungen, Taubheit einer Körperseite, Sprach- oder Sehstörungen, Doppelbildern oder starken Kopfschmerzen ist ein Notfall. Auch ein plötzlicher Hörverlust gehört zeitnah ärztlich untersucht.
Quellen
- Neurologen und Psychiater im Netz: Menière-Krankheit
- Deutsche Stiftung Tinnitus und Hören Charité: Morbus Menière
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
