Was bei einer verstopften Nase passiert
Die Nasenscheidewand teilt die Nase in eine rechte und eine linke Nasenhaupthöhle. Beim Einatmen strömt die Luft durch beide Hälften und wird dabei befeuchtet, erwärmt und gefiltert. Ist eine oder sind beide Nasenhöhlen verengt, gelangt nach dem IQWiG weniger Luft durch die Nase und in die Nasennebenhöhlen.
Verengt wird die Nase vor allem auf zwei Wegen: Die Schleimhaut schwillt an, etwa bei einer Erkältung oder einem allergischen Schnupfen, und die Nasenmuscheln vergrößern sich. Oder die Nase ist anatomisch verengt, zum Beispiel durch eine verkrümmte Nasenscheidewand oder durch Nasenpolypen, kleine Wucherungen der Nasenschleimhaut. Beides kann auch zusammenkommen.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil schleimhautbedingte Schwellungen oft vorübergehen, während eine anatomische Enge bestehen bleibt. Welche Ursache vorliegt, lässt sich von außen nicht sicher sagen.
Häufige Ursachen im Überblick
- Erkältung: Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase ist nach dem IQWiG ein typisches Erkältungssymptom. Erwachsene haben im Durchschnitt zwei- bis viermal im Jahr eine Erkältung; sie klingt normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
- Allergischer Schnupfen: Betroffene müssen häufig niesen, die Nase läuft oder ist verstopft. Beim Heuschnupfen treten die Beschwerden nur während des Pollenflugs auf; bei einer Hausstauballergie bestehen sie das ganze Jahr. In Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen.
- Verkrümmte Nasenscheidewand: Bei bis zu 80 % der Menschen ist sie verkrümmt, doch nur ein kleiner Teil fühlt sich dadurch beeinträchtigt. Mehr dazu im Ratgeber zur verkrümmten Nasenscheidewand.
- Vergrößerte Nasenmuscheln und Nasenpolypen: Sie können die Nasenatmung zusätzlich erschweren; siehe Nasenmuscheln und Nasenpolypen.
- Erkrankungen der Nasennebenhöhlen: Auch sie können nach dem IQWiG zu Schwellungen führen und die Nasenatmung beeinträchtigen; siehe Sinusitis.
Verstopfte Nase ohne Erkältung oder dauerhaft
Ist die Nase verstopft, ohne dass eine Erkältung vorausging, oder bleibt sie über Wochen zu, liegt eine andere Ursache nahe. Typisch für einen allergischen Schnupfen sind Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase und oft tränende, juckende Augen. Ein allergischer Schnupfen macht die Schleimhaut der Atemwege nach dem IQWiG zudem oft überempfindlich, sodass auch Reize wie Zigarettenrauch oder trockene Heizungsluft Beschwerden auslösen können.
Eine dauerhaft verstopfte Nase kann außerdem selbst verursacht sein: Wer abschwellende Nasensprays über längere Zeit verwendet, riskiert nach dem IQWiG einen Dauerschnupfen, weil die Schleimhaut bereits wenige Stunden nach der Anwendung wieder anschwillt. Dieser Effekt wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt.
Auch eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln oder Nasenpolypen können zu einer anhaltend eingeschränkten Nasenatmung führen. Eine anhaltende Verstopfung bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Operation nötig ist. Sie ist zunächst ein Grund für eine Untersuchung. Wie sich ein länger dauernder Infekt der Nebenhöhlen äußert, beschreibt der Ratgeber zur chronischen Sinusitis.
Einseitig verstopft oder vor allem nachts
Einseitig: Die Nasenscheidewand liegt normalerweise etwa in der Mitte. Ist sie verbogen oder verschoben, kann nach dem IQWiG eine oder beide Nasenhöhlen verengt sein. Wie stark die Beschwerden sind, hängt vor allem davon ab, wie stark die Verkrümmung ist und wo sie liegt; im Bereich der Naseneingänge und der vorderen Nase verursacht sie eher Beschwerden. Eine dauerhaft einseitig verstopfte Nase sollte daher ärztlich angesehen werden.
Nachts: Wer durch die Nase schlecht Luft bekommt, atmet automatisch mehr durch den Mund. Die Luft wird dann nicht befeuchtet und erwärmt; manchmal führt die Mundatmung zu Schnarchen, und der Schlaf kann weniger erholsam sein. Mund und Rachen trocknen aus. Bei Pollenallergie empfiehlt das IQWiG, in Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen zu halten und vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen.
Bei starkem Schnarchen kann eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt mit einer Messung im Schlaf (Polygrafie) prüfen, ob nachts Atemaussetzer auftreten (siehe Schlafapnoe).
Was lindern kann und was nicht belegt ist
Bei einer Erkältung können nach dem IQWiG abschwellende Nasensprays oder -tropfen eine laufende oder verstopfte Nase lindern und das Atmen erleichtern. Sie verbessern die Nasenatmung allerdings nur für wenige Stunden und sind nur für eine kurze Anwendung gedacht. Mögliche Nebenwirkungen sind eine trockene Nasenschleimhaut, allergische Reaktionen oder Kopfschmerzen.
Bei allergischem Schnupfen nennt das IQWiG neben Medikamenten auch salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen. Sie können Beschwerden lindern, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzen. Kortisonhaltige Nasensprays kommen in bestimmten Situationen infrage, etwa bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder bei vergrößerten Nasenmuscheln; sie sind etwas anderes als abschwellende Sprays und werden ärztlich verordnet oder empfohlen.
Nicht eindeutig belegt ist dagegen manches, was oft empfohlen wird:
- Wasserdampf inhalieren: Viele empfinden Wärme und Feuchtigkeit als angenehm, eine eindeutige Wirkung auf Erkältungsbeschwerden hat das Inhalieren nach dem IQWiG aber nicht.
- Viel trinken: Dass es hilft, ist wissenschaftlich nicht belegt; es gibt keinen Grund, mehr zu trinken, als man möchte.
- Schmerzmittel: Sie lindern Kopf- oder Halsschmerzen und senken Fieber, helfen aber nicht gegen Schnupfen.
- Antibiotika: Gegen virusbedingte Erkältungen sind sie wirkungslos.

Abschwellende Nasensprays richtig einsetzen
Abschwellende Nasensprays sind das Mittel, das eine verstopfte Nase am schnellsten frei macht, aber auch das, das bei falscher Anwendung die Verstopfung verlängern kann. Das IQWiG rät davon ab, sie länger als eine Woche durchgehend anzuwenden. Im Artikel zur verkrümmten Nasenscheidewand heißt es noch enger, sie sollten nur wenige Tage lang eingesetzt werden, weil eine längere Anwendung zu einem Gewöhnungseffekt führen kann.
Praktisch bedeutet das:
- nur so lange und so oft anwenden, wie es die Packungsbeilage angibt
- die Tage der Anwendung im Blick behalten, besonders wenn die Nase nach dem Absetzen sofort wieder zugeht
- bei Bedarf über mehrere Wochen nicht einfach weitersprühen, sondern die Ursache abklären lassen
- abschwellende Sprays nicht mit kortisonhaltigen Sprays verwechseln, die anders wirken und anders angewendet werden
Für Kinder gelten eigene Regeln, die mit der Kinderarztpraxis besprochen werden sollten; dieser Ratgeber richtet sich an Erwachsene.
Wann zum Arzt?
Die meisten Erkältungen brauchen keine ärztliche Behandlung. Das IQWiG nennt aber Beschwerden, die vor allem zusammen mit Fieber auf eine bakterielle Entzündung hinweisen können und ärztlich abgeklärt werden sollten:
- über mehrere Tage grünlich verfärbter Nasenschleim oder Auswurf
- hartnäckig verstopfte Nase und starke Kopfschmerzen im Bereich der Stirnhöhle
- anhaltend starke Halsschmerzen und eitrige Gaumenmandeln
- starke Ohrenschmerzen und schlechtes Hören
- Brustschmerzen und Probleme beim Luftholen
Unabhängig davon ist eine Untersuchung sinnvoll, wenn die Nase ohne Erkältung über Wochen verstopft bleibt, immer auf derselben Seite zu ist, Sie abschwellende Sprays nicht mehr absetzen können oder starkes Schnarchen den Schlaf stört. Ein Ohrdruck, der sich nach einer Erkältung nicht löst, ist im Ratgeber Ohr verstopft beschrieben.
HNO-Untersuchung und Notizblatt für den Termin
In der HNO-Praxis wird nach dem IQWiG zunächst nach Beschwerden, anderen Erkrankungen, Allergien und Verletzungen gefragt. Dann folgt eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie), bei der die Ärztin oder der Arzt mit einem beleuchteten Instrument ins Innere der Nase schaut. Je nach Befund kommen weitere Untersuchungen hinzu: die Messung des Luftstroms (Rhinomanometrie), ein Riechtest, ein Allergietest oder in manchen Fällen eine Bildgebung der Nasennebenhöhlen.
Damit die Ärztin oder der Arzt Ihre Beschwerden gut einordnen kann, hilft es, vorher kurz zu notieren:
- Seite: links, rechts, wechselnd oder beidseitig
- Dauer: seit wann, durchgehend oder in Phasen
- Zeitpunkt: eher nachts, morgens, in der Pollensaison oder ganzjährig
- Begleitbeschwerden: Niesen, juckende Augen, Riechstörung, Kopf- oder Gesichtsdruck, Nasenbluten, Schnarchen
- Bisherige Mittel: welche Sprays, wie viele Tage am Stück und ob die Nase nach dem Absetzen sofort wieder zugeht
- Vorgeschichte: Verletzungen der Nase, bekannte Allergien, frühere Operationen
Die Notiz ersetzt keine Diagnose, macht das Gespräch aber konkreter. Wenn Sie als Erwachsene oder Erwachsener seit längerer Zeit schlecht durch die Nase atmen, können Sie die Beschwerden in unserer Praxis für HNO-Heilkunde in Bilbao abklären lassen (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wo sich die Quellen unterscheiden
Wie lange abschwellende Sprays? Die IQWiG-Information zu Erkältungen rät davon ab, sie länger als eine Woche durchgehend zu verwenden. Die IQWiG-Information zur verkrümmten Nasenscheidewand formuliert strenger: nur wenige Tage, weil sie die Atmung nur für wenige Stunden verbessern und eine längere Anwendung zu einem Gewöhnungseffekt führen kann. Im Zweifel gilt die kürzere Dauer und die Packungsbeilage.
Salzwasser: In der Erkältungsinformation des IQWiG werden Salzsprays nicht als belegte Maßnahme aufgeführt; die Information zu Heuschnupfen nennt salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen als nicht medikamentöse Möglichkeit, die Beschwerden lindern kann, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzt.
Verkrümmte Nasenscheidewand: Sie betrifft bis zu 80 % der Menschen, beeinträchtigt aber nur einen kleinen Teil. Eine Operation kommt bei starken Beschwerden infrage; Studien zeigen, dass sie Beschwerden lindern kann, ob sie langfristig hilft, ist nach dem IQWiG aber nicht ausreichend untersucht.
Zusammenfassung
- Bei einer Erkältung ist eine verstopfte Nase meist harmlos und klingt mit dem Infekt innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
- Ohne Erkältung oder dauerhaft kommen unter anderem allergischer Schnupfen, eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln, Polypen oder Nebenhöhlenerkrankungen infrage.
- Abschwellende Sprays wirken nur für Stunden und sollten nur wenige Tage, höchstens eine Woche am Stück verwendet werden.
- Inhalieren und viel trinken haben keinen eindeutig belegten Effekt; Antibiotika helfen bei Erkältungen nicht.
- Grünlicher Schleim über Tage mit Fieber, Stirnhöhlenschmerz, Ohrenschmerzen oder Atemprobleme ärztlich abklären lassen.
- Eine Notiz zu Seite, Dauer, Zeitpunkt und bisherigen Sprays erleichtert die HNO-Untersuchung.
Häufige Fragen zur verstopften Nase
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was hilft sofort bei verstopfter Nase?
Abschwellende Nasensprays oder -tropfen können eine verstopfte Nase nach dem IQWiG lindern und das Atmen erleichtern, allerdings nur für wenige Stunden. Sie sollten nur wenige Tage und nicht länger als eine Woche durchgehend verwendet werden, weil sonst ein Dauerschnupfen entstehen kann.
Wo drücken, damit die Nase frei wird?
Die ausgewerteten Quellen beschreiben keine Druckpunkte, die eine verstopfte Nase nachweislich frei machen. Eine Massage kann daher nicht als Behandlung empfohlen werden und ersetzt keine Abklärung, wenn die Nase dauerhaft zu ist.
Warum geht meine verstopfte Nase nicht weg?
Häufige Gründe für eine anhaltende Verstopfung sind ein allergischer Schnupfen, ein Dauerschnupfen durch zu lange verwendete abschwellende Sprays, eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln, Nasenpolypen oder eine Erkrankung der Nasennebenhöhlen. Welche Ursache vorliegt, klärt eine HNO-Untersuchung.
Was tun, wenn man keine Luft durch die Nase bekommt?
Bei einer Erkältung können abschwellende Sprays kurzfristig helfen. Kommen Brustschmerzen oder Probleme beim Luftholen hinzu, braucht es ärztliche Hilfe, nicht nur Nasenmittel. Ist die Nase ohne Infekt dauerhaft zu, sollte die Ursache in einer HNO-Praxis untersucht werden.
Können Nasensprays die Verstopfung verstärken?
Ja, abschwellende Sprays können das. Nach dem IQWiG schwillt die Schleimhaut bei zu langer Anwendung bereits wenige Stunden nach dem Sprühen wieder an, und dieser Effekt wird umso stärker, je häufiger man sie einsetzt. Kortisonhaltige Sprays wirken anders und werden ärztlich verordnet oder empfohlen.
Wann kann die Nasenscheidewand eine Rolle spielen?
Vor allem, wenn die Nasenatmung dauerhaft und oft einseitig eingeschränkt ist, eventuell mit Schnarchen, Kopfschmerzen oder Nasenbluten. Bei bis zu 80 % der Menschen ist die Scheidewand verkrümmt, aber nur ein kleiner Teil hat Beschwerden. Eine Operation kommt nur bei starken Beschwerden infrage.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Verkrümmte Nasenscheidewand (Nasenseptumdeviation)
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Heuschnupfen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.

