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Hausstauballergie: Symptome, Diagnose und Behandlung

Morgens niesen, eine verstopfte oder laufende Nase, juckende Augen, und das das ganze Jahr über: Das kann eine Hausstauballergie sein. Auslöser ist nicht der Staub selbst, sondern Stoffe aus dem Kot von Hausstaubmilben. Dieser Ratgeber erklärt nach den Gesundheitsinformationen des IQWiG und des Bundesgesundheitsministeriums, wie sich die Allergie äußert, warum sie nachts und morgens am stärksten ist, wie sie festgestellt wird, wie man die Milbenbelastung senkt und welche Behandlungen es gibt. Er richtet sich an Erwachsene.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
5 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Ist Staub selbst das Allergen?

Nein. Die Beschwerden verursachen nach dem IQWiG bestimmte Stoffe, die sich vor allem im Kot von Hausstaubmilben befinden. Die winzigen Kotpartikel werden mit dem Hausstaub verbreitet. Wird Staub aufgewirbelt, etwa durch Luftzug oder das Ausschütteln der Bettdecke, verteilt er sich in der Luft und wird mit den Allergenen eingeatmet.

Keine Wohnung ist frei von Hausstaubmilben. Sie leben im Bett, in Teppichböden, Polstermöbeln und Vorhängen. Milben gibt es also auch in gepflegten Wohnungen, und die Beschwerden bestehen das ganze Jahr über.

Welche Symptome treten bei einer Hausstauballergie auf?

Die Hausstauballergie führt zu einem allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis). Typisch sind:

  • häufiges Niesen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • tränende, juckende Augen und geschwollene Augenlider
  • bei starken Beschwerden Müdigkeit und Schlappheit
  • manchmal asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit

Im Vergleich zur Pollenallergie sind die Beschwerden meist geringer, treten dafür aber ganzjährig auf. Allergisch reagiert der Körper, wenn das Immunsystem gegen eigentlich harmlose Stoffe Antikörper bildet; bei erneutem Kontakt setzen Zellen Stoffe wie Histamin frei, die Niesen oder Augenjucken auslösen.

Wann ist eine Hausstauballergie am schlimmsten?

Warum ist es nachts schlimmer? Nachts und morgens sind die Beschwerden meist am stärksten, weil sich in Matratzen, Kissen, Decken und Bettbezügen besonders viele Hausstaubmilben befinden.

Milben überleben länger bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Ein allergischer Schnupfen macht außerdem die Schleimhaut oft überempfindlich, sodass auch Zigarettenrauch oder trockene Heizungsluft Beschwerden auslösen können.

Was passiert, wenn man eine Hausstauballergie ignoriert?

Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält oft ein Leben lang an. Ein allergischer Schnupfen über viele Jahre kann nach beiden Quellen zu einem Etagenwechsel führen: Die Beschwerden gehen von den oberen auf die unteren Atemwege über, und es entwickelt sich Asthma. Das ist möglich, aber nicht unausweichlich.

Starke Beschwerden können zudem das Risiko für Folgeerkrankungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung erhöhen; mehr dazu im Ratgeber Sinusitis. Seltener als bei Heuschnupfen kann es zu Kreuzallergien kommen, etwa gegen Muscheln, Krebse oder Schnecken.

Wie wird eine Hausstauballergie festgestellt? Beweist ein positiver Test die Ursache?

Zuerst fragt die Ärztin oder der Arzt nach Beschwerden, Lebensumständen und Krankengeschichte. Beim Prick-Test werden mögliche Allergene auf den Unterarm aufgetragen und die Haut leicht eingeritzt; rötet sich die Stelle und schwillt wie ein großer Mückenstich an, spricht das für eine allergische Reaktion. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung oder ein Provokationstest nötig sein, bei dem Allergen-Extrakte auf die Nasen- oder Augenschleimhaut gebracht werden.

Ein positiver Test allein beweist nicht, dass die Milben Ihre Beschwerden verursachen. Deshalb gehören Gespräch und Testergebnis zusammen: Das Ergebnis muss zu den Beschwerden passen, etwa zu ganzjährigen Symptomen, die nachts und morgens stärker sind.

Was kann ich gegen eine Hausstauballergie tun? Hilft Putzen allein?

Der wirksamste Schutz ist, Allergieauslöser zu meiden. Hausstaubmilben lassen sich nicht ganz vermeiden, ihre Belastung aber verringern. Besonders im Schlafzimmer kann es helfen, mehrere Maßnahmen zu kombinieren, statt sich auf eine einzelne zu verlassen:

  • milbendichten Matratzenbezug („Encasing“) verwenden
  • Bettwäsche regelmäßig bei mehr als 60 Grad waschen
  • den Boden feucht wischen
  • Staubfänger wie Polstermöbel oder Vorhänge entfernen
  • die Temperatur bei etwa 18 bis 20 Grad halten und regelmäßig lüften
  • keine Luftbefeuchter und Pflanzen im Schlafzimmer

Anti-Milben-Sprays mit Akariziden (Insektengift gegen Milben) können die Beschwerden ebenfalls verringern; ob sie für Sie sinnvoll sind, besprechen Sie am besten ärztlich. Der Nutzen spezieller Luftfilter ist unklar.

Was kann die Behandlung leisten?

Gegen die Beschwerden stehen nach beiden Quellen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Antihistaminika
  • Kortikosteroide, etwa als Nasenspray
  • Chromone
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten
  • abschwellende Nasentropfen und -sprays

Welches Mittel passt und wie lange es angewendet werden darf, klären Sie mit Ärztin, Arzt oder Apotheke; das gilt besonders für abschwellende Sprays. Salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen können Beschwerden lindern, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzen.

Langfristig unempfindlicher machen kann eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie): Dabei werden regelmäßig niedrige Dosen des Allergens unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben. Sie dauert mindestens drei bis fünf Jahre und soll die Beschwerden langfristig lindern, nicht sofort.

Protokoll: Was bringen Encasing und Co. wirklich?

Ob eine Maßnahme hilft, zeigt sich oft erst über Wochen. Ein einfaches Protokoll kann das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erleichtern:

  • Beschwerden: Niesen, Nase, Augen, Schlaf, Husten oder pfeifende Atmung, jeweils morgens und abends kurz einschätzen.
  • Umgebung: Wann wurde ein Encasing angeschafft, die Bettwäsche heiß gewaschen, das Schlafzimmer umgestaltet?
  • Behandlung: Welche Mittel nehmen Sie wann, und wie wirken sie?
  • Auffälligkeiten: Reisen, Besuch in anderen Wohnungen, Rauch, trockene Heizungsluft.

So lässt sich gemeinsam einschätzen, ob die Veränderungen zu Hause einen Unterschied machen und ob die Therapie angepasst werden sollte.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Gleiche Herkunft: Der Text auf gesund.bund.de entstand mit dem IQWiG; beide beruhen auf derselben Evidenz und sind keine unabhängigen Prüfungen.

Inhalt: Beide nennen dieselben Symptome, Maßnahmen und Medikamentengruppen. Das IQWiG ergänzt Häufigkeit, Kreuzallergien und Folgeerkrankungen ausführlicher. Die Angabe, dass etwa jeder Vierte in Industrieländern einen allergischen Schnupfen hat, bezieht sich auf alle Formen, nicht nur auf die Hausstauballergie.

Aktualität: Der IQWiG-Text wurde am 12.07.2023 aktualisiert, die Seite von gesund.bund.de hat den Stand 27.05.2024.

Zusammenfassung

  • Auslöser sind Stoffe im Kot von Hausstaubmilben, nicht der Staub selbst.
  • Typisch ist ein ganzjähriger allergischer Schnupfen, am stärksten nachts und morgens.
  • Diagnose aus Gespräch plus Test; ein positiver Test muss zu den Beschwerden passen.
  • Im Schlafzimmer Maßnahmen kombinieren: Encasing, heiße Wäsche, feucht wischen, kühl und gelüftet.
  • Medikamente lindern, eine Hyposensibilisierung wirkt langfristig.
  • Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot ärztlich abklären.

In unserer Praxis in Bilbao untersucht die HNO-Abteilung Erwachsene mit anhaltenden Nasenbeschwerden und bespricht die weiteren Schritte (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Häufige Fragen zur Hausstauballergie

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Welche Symptome treten bei einer Hausstauballergie auf?

Niesen, laufende oder verstopfte Nase, tränende und juckende Augen, geschwollene Lider, bei starken Beschwerden Müdigkeit, manchmal Husten oder pfeifende Atmung.

Was passiert, wenn man eine Hausstauballergie ignoriert?

Die Allergie hält oft lebenslang an. Über Jahre kann sich ein Asthma entwickeln (Etagenwechsel), und das Risiko für eine Nasennebenhöhlenentzündung kann steigen.

Was kann ich gegen eine Hausstauballergie tun?

Die Milbenbelastung im Schlafzimmer senken, Beschwerden mit Medikamenten behandeln und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierung ärztlich besprechen.

Wann ist eine Hausstauballergie am schlimmsten?

Meist nachts und morgens, weil sich in Matratzen, Kissen und Decken besonders viele Milben befinden.

Hilft Putzen allein?

Empfohlen wird eine Kombination aus Encasing, heißer Bettwäsche, feuchtem Wischen, weniger Staubfängern und einem kühlen, gelüfteten Schlafzimmer.

Wann muss Atemnot abgeklärt werden?

Immer, wenn Husten, pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit hinzukommen. Bei akuter, schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · IQWiG, gesundheitsinformation.de: Hausstauballergie
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · gesund.bund.de: Hausstauballergie

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.