Zum Inhalt springen

Nase und Nebenhöhlen MediBilbao Salud

Heuschnupfen: Symptome und Behandlung

Niesen, laufende Nase, juckende Augen, und das jedes Jahr zur selben Zeit: In Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de und des Bundesgesundheitsministeriums auf gesund.bund.de, woran man Heuschnupfen erkennt, welche Pflanzen ihn auslösen, wie er festgestellt wird, welche Behandlungen es gibt und wie Sie Ihre Beschwerden für das Arztgespräch festhalten können.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen in der Luft. Fachleute sprechen von allergischem Schnupfen oder allergischer Rhinitis; „Pollenallergie“ und „Pollinosis“ meinen im Alltag dasselbe. Wenn im Frühjahr und Sommer alles grünt und blüht, haben viele Kinder und Erwachsene damit zu tun, vor allem an trockenen, warmen Tagen.

In Industrieländern wie Deutschland hat nach IQWiG und gesund.bund.de etwa ein Viertel der Bevölkerung einen allergischen Schnupfen. Die meisten Menschen haben erstmals vor dem 20. Lebensjahr Beschwerden; meist, aber nicht immer, beginnt Heuschnupfen also in jungen Jahren.

Nicht jede laufende Nase ist eine Pollenallergie. Typisch für Heuschnupfen ist, dass die Beschwerden nur in den Zeiten des Pollenflugs auftreten. Eine Hausstauballergie dagegen kann das ganze Jahr über Symptome auslösen, die meist schwächer ausfallen.

Was sind die Symptome bei Heuschnupfen?

Menschen mit allergischem Schnupfen müssen häufig niesen, ihre Nase läuft oder ist verstopft. Weitere mögliche Beschwerden sind:

  • tränende, juckende Augen und geschwollene Augenlider; Fachleute sprechen dann von allergischer Rhinokonjunktivitis, einem Schnupfen mit Bindehautentzündung
  • Juckreiz
  • asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit
  • bei starken Beschwerden Schlappheit und Müdigkeit

Heuschnupfen kann sich also durchaus wie eine Krankheit anfühlen und müde machen. Menschen mit Allergien und Asthma haben während der Pollensaison zudem häufiger Asthma-Anfälle als sonst. Wer in dieser Zeit Atembeschwerden bemerkt, sollte das deshalb nicht als „nur Heuschnupfen“ abtun.

Wie entsteht eine Pollenallergie?

Allergische Beschwerden entstehen, wenn der Körper auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen überempfindlich reagiert. Das Immunsystem bildet zunächst Antikörper gegen das Allergen, die sich an bestimmte Zellen binden. Bei erneutem Kontakt setzen diese Zellen chemische Stoffe wie Histamin frei, die Niesen oder Augenjucken auslösen.

Ein erhöhtes Allergierisiko ist manchmal familiär bedingt. Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien wahrscheinlicher machen. Fachleute vermuten außerdem, dass hohe Hygienestandards und seltenere Infektionen im Kindesalter dazu beigetragen haben, dass Allergien heute so verbreitet sind, weil das Abwehrsystem weniger „trainiert“ ist.

Auch das Klima spielt eine Rolle: Durch wärmere Temperaturen infolge des Klimawandels blühen einige Pflanzen nach IQWiG und gesund.bund.de früher, länger und stärker. Das verlängert und erhöht die Pollenbelastung.

Welche Pflanzen lösen Heuschnupfen aus, und wann?

Das IQWiG nennt Pflanzen, die häufig Beschwerden auslösen, mit ihren ungefähren Pollenflugmonaten:

  • Hasel: Februar
  • Erle: März
  • Birke: April
  • Buche, Eiche, Esche: Mitte April bis Mitte Mai
  • Gräser: Mitte Mai bis Mitte August
  • Beifuß: Mitte Juli bis Ende August
  • Ambrosia: September

Diese Zeiten sind eine grobe Orientierung, kein fester Kalender. Weil viele Pflanzen inzwischen früher und länger blühen, lohnt sich ein Blick auf die tagesaktuellen Daten: Pollenflug-Vorhersagen stellt zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst bereit.

Asthma, Kreuzallergie und Nebenhöhlen

Heuschnupfen ist nicht nur lästig. Nach IQWiG und gesund.bund.de kann sich aus einem allergischen Schnupfen nach einigen Jahren ein allergisches Asthma entwickeln. Das geschieht in manchen Fällen, nicht zwangsläufig.

Eine Pollenallergie kann sich im Lauf der Zeit auch auf bestimmte Nahrungsmittel ausweiten; man spricht von einer Kreuzallergie. Starke Beschwerden können Folgeerkrankungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung nach sich ziehen.

Außerdem macht ein allergischer Schnupfen die Schleimhaut der Atemwege oft überempfindlich. Dann reagieren Betroffene auch auf Reize wie Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft stärker mit Schnupfenbeschwerden als andere Menschen.

Was zeigt ein Allergietest?

Im ärztlichen Gespräch wird zunächst nach Beschwerden, Lebensumständen und Krankengeschichte gefragt. Mit einem Prick-Test lässt sich dann herausfinden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert: Mögliche Allergene werden in Abstand voneinander auf den Unterarm aufgetragen, und die Haut wird an diesen Stellen leicht eingeritzt. Wird sie rot und schwillt ähnlich wie bei einem großen Mückenstich an, liegt eine Reaktion gegen diesen Stoff vor.

Zusätzlich können eine Blutuntersuchung oder ein Provokationstest nötig sein. Beim Provokationstest werden Allergen-Extrakte als Spray oder Tropfen auf die Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut gegeben. Schwillt die Schleimhaut an, muss man niesen und läuft die Nase, spricht das für einen allergischen Schnupfen.

Wichtig ist das Zusammenspiel: Die Testergebnisse werden zusammen mit den Beschwerden und deren zeitlichem Auftreten bewertet. Deshalb ist es hilfreich, die eigenen Beobachtungen mitzubringen.

Was hilft bei Heuschnupfen?

Zur Linderung stehen nach IQWiG und gesund.bund.de verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Antihistaminika
  • Kortikosteroide
  • Chromone (Cromone)
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten
  • abschwellende Nasentropfen und -sprays

Salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen können Beschwerden ebenfalls lindern, Medikamente aber meist nicht ganz ersetzen. Welches Mittel passt, besprechen Sie am besten in der Arzt- oder Apothekenpraxis; für Kinder und in der Schwangerschaft gelten eigene Empfehlungen.

Um langfristig unempfindlicher gegen die Allergene zu werden, gibt es die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Ähnlich wie bei einer Impfung werden regelmäßig niedrige Dosen des Allergens unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben. Die Behandlung dauert mindestens drei bis fünf Jahre und kann Beschwerden langfristig abschwächen. In unserer Praxis in Bilbao können sich Erwachsene mit wiederkehrenden Nasenbeschwerden in der HNO-Sprechstunde untersuchen lassen (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Pollen meiden und Beschwerden festhalten

Vor Pollen kann man sich kaum schützen, außer durch Reisen in Gegenden ohne aktuellen Pollenflug. Die Belastung lässt sich aber verringern, wenn man in Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen hält und vor dem Schlafengehen die Haare wäscht.

Um mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, wie gut die Beschwerden kontrolliert sind, hilft eine einfache Übersicht über einige Wochen. Sie dient nur als Gedächtnisstütze, nicht als Punktesystem:

  • Beschwerden: Niesen, laufende oder verstopfte Nase, Augenjucken, Husten oder pfeifende Atmung, jeweils mit Datum
  • Umgebung: Aufenthalt im Freien, Wetter (trocken, warm), Pollenflug laut Vorhersage, Rauch oder trockene Heizungsluft
  • Auswirkungen: Schlaf, Müdigkeit tagsüber, Arbeit, Sport und andere Aktivitäten
  • Behandlung: welche Mittel Sie genommen haben, wann und mit welchem Effekt

So lässt sich erkennen, ob die Beschwerden zu den Pollenflugzeiten passen und ob die Behandlung ausreicht.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Die beiden Quellen sind keine unabhängigen Prüfungen: Der Text auf gesund.bund.de entstand in Zusammenarbeit mit dem IQWiG. Entsprechend stimmen sie bei Häufigkeit, Symptomen, Ursachen, Diagnose und Behandlung überein.

Unterschiede gibt es im Detail. Nur das IQWiG listet die wichtigsten Pflanzen mit ihren ungefähren Pollenflugmonaten auf und hebt hervor, dass eine Hyposensibilisierung Beschwerden langfristig abschwächen kann. Gesund.bund.de betont dagegen ausdrücklich, dass ein erhöhtes Allergierisiko vererbt werden kann, und verweist für weitere Informationen auf den Allergieinformationsdienst.

Beide nennen dieselben Medikamentengruppen und bewerten salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen gleich: hilfreich, aber meist kein vollständiger Ersatz für Medikamente.

Zusammenfassung

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pflanzenpollen mit Niesen, laufender oder verstopfter Nase und oft juckenden, tränenden Augen, die nur während des Pollenflugs auftritt. Etwa jeder Vierte in Deutschland ist betroffen; die Beschwerden beginnen meist vor dem 20. Lebensjahr.

Prick-Test, Blutuntersuchung oder Provokationstest helfen bei der Diagnose, immer zusammen mit den Beschwerden. Antihistaminika, Kortikosteroide und weitere Mittel lindern die Symptome, eine Hyposensibilisierung kann langfristig helfen. Fenster bei starkem Pollenflug schließen und abends Haare waschen verringert die Belastung. Atembeschwerden gehören ärztlich abgeklärt, denn aus Heuschnupfen kann Asthma werden.

Häufige Fragen zu Heuschnupfen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was hilft schnell bei Heuschnupfen?

Zur Linderung gibt es verschiedene Medikamente, etwa Antihistaminika, Kortikosteroide oder abschwellende Nasensprays. Salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen können ergänzend helfen. Welches Mittel passt, klären Sie am besten in Arztpraxis oder Apotheke.

Was ist der Unterschied zwischen Heuschnupfen und Pollenallergie?

Im Alltag meinen beide Begriffe dasselbe: eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen. Fachleute sprechen von allergischem Schnupfen oder allergischer Rhinitis.

Kann man sich bei Heuschnupfen auch krank fühlen?

Ja. Bei starken Beschwerden fühlen sich viele schlapp und müde. Auch Husten, pfeifende Atmung oder Kurzatmigkeit können hinzukommen.

Kann Heuschnupfen erst im Erwachsenenalter beginnen?

Die meisten Menschen haben erstmals vor dem 20. Lebensjahr Beschwerden. Das heißt aber nicht, dass ein späterer Beginn ausgeschlossen ist; neue Beschwerden sollten ärztlich eingeordnet werden.

Welche Rolle spielt der aktuelle Pollenflug?

Eine große: Beschwerden treten nur während des Pollenflugs auf, besonders an trockenen, warmen Tagen. Tagesaktuelle Vorhersagen bietet etwa der Deutsche Wetterdienst.

Wann brauchen Atembeschwerden sofort Hilfe?

Pfeifende Atmung, Husten oder Kurzatmigkeit sollten ärztlich abgeklärt werden, denn aus Heuschnupfen kann Asthma werden. Bei schwerer Atemnot wählen Sie den Notruf 112.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Heuschnupfen
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Heuschnupfen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.