Was ist eine Erkältung?
Erkältung ist der Oberbegriff für Beschwerden, die durch eine Virusinfektion der oberen Atemwege entstehen. Die Viren befallen die Schleimhäute von Nase und Rachen und lösen dort eine Entzündung aus, sind aber ansonsten harmlos. Weil es sehr viele verschiedene Erkältungsviren gibt, kann man in kurzer Zeit mehrmals erkranken; eine Impfung gibt es nicht.
Erkältungen sind sehr häufig. Erwachsene haben durchschnittlich zwei bis vier pro Jahr, meist in der kalten Jahreszeit. Kinder, die Schule oder Kindergarten besuchen, bekommen nicht selten sechs bis acht im Jahr. Auch wenn sie grippaler Infekt heißt, hat die Erkältung mit einer echten Grippe nichts zu tun.
Woran erkennt man eine Erkältung?
Eine Erkältung entwickelt sich in der Regel über einige Tage. Oft beginnt sie mit Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, bald danach läuft die Nase und schwillt zu. Typisch sind:
- Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase
- Niesen
- Husten
- Halsschmerzen
- manchmal Mattigkeit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen
Eine Untersuchung ist meist nicht nötig; die geschilderten Beschwerden und ein Blick in den Rachen reichen in der Regel aus. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie in den Ratgebern Halsschmerzen und Schleim im Hals.
Erkältung oder Grippe?
Erkältung und Grippe werden manchmal verwechselt, weil sich die Beschwerden ähneln können. Eine echte Grippe verursacht aber häufiger stärkere Beschwerden wie hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gliederschmerzen, und sie beginnt typischerweise plötzlich statt allmählich.
Grippeviren oder das Coronavirus können ebenfalls erkältungsähnlich und mild verlaufen, aber auch schwere Atemwegsinfektionen wie eine Lungenentzündung auslösen. Besteht der Verdacht auf eine Grippe oder eine andere ernstere Infektion, kann ein Nasen- und Rachenabstrich Klarheit schaffen; auch ein Corona-Test kann sinnvoll sein.
Wie viele Tage dauert eine Erkältung?
Meist ist das Schlimmste innerhalb einer Woche überstanden, und nach ein bis zwei Wochen klingt die Erkältung von selbst ab. Halsschmerzen und Schnupfen verschwinden oft schon nach wenigen Tagen.
Husten kann deutlich länger dauern: Bis er komplett ausgestanden ist, vergehen bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage, manchmal auch drei Wochen. Ein Husten, der nach den übrigen Beschwerden noch eine Weile bleibt, ist also für sich allein kein Alarmzeichen. Wird er aber stärker oder kommen Fieber oder Atemprobleme hinzu, sollte man ärztlichen Rat suchen.
Welche Komplikationen sind möglich?
Eine Erkältung heilt normalerweise ohne Folgen aus. Gelegentlich breiten sich nach der Virusinfektion Bakterien in den Atemwegen aus und verursachen stärkere Beschwerden, etwa in den Nasennebenhöhlen oder im Mittelohr. Entzündet sich der Kehlkopf, wird man heiser. Ernsthafte Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind sehr selten.
Ärztlichen Rat einzuholen ist sinnvoll bei:
- hohem Fieber
- starken oder sich verstärkenden Beschwerden
- Schmerzen in der Brust
- Luftnot oder Problemen beim Atmen
Das gilt besonders für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD. Mehr zur Entzündung der Nebenhöhlen lesen Sie im Ratgeber Sinusitis.
Was hilft am besten gegen Erkältung?
Ein Medikament, das Erkältungsviren gezielt bekämpft und die Dauer spürbar verkürzt, gibt es nicht, weil es so viele verschiedene Viren gibt. Medikamente sind meist nicht nötig. Einige Mittel können die Beschwerden etwas lindern:
- fiebersenkende Mittel und Schmerzmittel
- abschwellende Nasensprays, aber nur kurzfristig
- gegen Husten Honig oder pflanzliche Mittel, etwa mit Extrakten aus Thymian, Efeu, Primel- oder Pelargonienwurzel
Präparate mit Zink, Vitamin C oder Sonnenhut werden oft empfohlen; ihre Vor- und Nachteile lassen sich nach den Quellen nicht zuverlässig beurteilen. Vitamin D scheint zur Behandlung nicht zu wirken. Welches Mittel für Kinder geeignet ist, sollte man ärztlich oder in der Apotheke klären; Erwachsenen-Empfehlungen lassen sich nicht einfach übertragen.
Warum helfen Antibiotika bei einer einfachen Erkältung nicht?
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, Erkältungen werden aber durch Viren ausgelöst. Bei einer einfachen Erkältung sind sie deshalb nicht sinnvoll. Sie kommen nur infrage, wenn zusätzlich Bakterien zu Komplikationen geführt haben, etwa zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Zudem haben Antibiotika häufig Nebenwirkungen.
Ob eine bakterielle Komplikation vorliegt, beurteilt die Ärztin oder der Arzt anhand des Verlaufs und der Untersuchung. Die Höhe des Fiebers allein beweist keine bakterielle Infektion.
Was darf man bei einer Erkältung nicht tun?
Wer viel husten und niesen muss, sollte sich von anderen fernhalten und mit Erkältungsbeschwerden nicht zur Arbeit gehen. Gebrauchte Taschentücher gehören direkt in den Müll, Gläser und Tassen sollte man nicht teilen. Häufiges Händewaschen mit Seife und nicht ins Gesicht zu fassen, verringert das Ansteckungsrisiko. Abschwellende Nasensprays sind nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht.
Wenn Sie wegen der Erkältung ärztlichen Rat suchen, hilft eine kurze Verlaufsnotiz:
- Beginn der Beschwerden und Verlauf des Fiebers
- Atmung: Luftnot, Brustschmerzen, Pfeifen
- wie viel Sie trinken und essen können
- welche Mittel Sie bereits genommen haben
- was der Grund für die erneute Rücksprache ist
In unserer Praxis in Bilbao bieten wir Erwachsenen eine allgemeine Erstberatung an. Bei anhaltenden Beschwerden an Nase, Nebenhöhlen oder Ohren kann unsere HNO-Praxis weiterhelfen; für eine einfache Erkältung ist ein Facharztbesuch meist nicht nötig (die Beratung findet auf Spanisch statt).
Wo sich die Quellen unterscheiden
Die beiden Quellen sind nicht unabhängig voneinander: gesund.bund.de hat seinen Text in Zusammenarbeit mit dem IQWiG erstellt, die Aussagen stimmen daher weitgehend überein. Unterschiede gibt es in Details. gesund.bund.de nennt hohes Fieber ausdrücklich als Grund, ärztlichen Rat einzuholen, während die IQWiG-Seite starke oder zunehmende Beschwerden, Brustschmerzen und Atemprobleme aufzählt.
Bei der Vorbeugung beschreiben beide die Wirkung von Vitamin C und Sonnenhut als überwiegend begrenzt, nennen Hinweise, dass Probiotika helfen könnten, und eine mögliche Wirkung von Vitamin D bei einem Mangel. Eine pauschale Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel lässt sich daraus nicht ableiten.
Zusammenfassung
- Eine Erkältung ist eine meist harmlose Virusinfektion von Nase und Rachen.
- Sie entwickelt sich allmählich und klingt nach ein bis zwei Wochen ab.
- Husten kann bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage dauern.
- Medikamente lindern allenfalls, Antibiotika helfen nicht gegen Viren.
- Hohes Fieber, Brustschmerzen oder Luftnot gehören ärztlich abgeklärt.
- Hygiene und Abstand schützen andere vor Ansteckung.
Häufige Fragen zur Erkältung
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was hilft am besten gegen Erkältung?
Kein Mittel verkürzt eine Erkältung spürbar. Schmerz- und fiebersenkende Mittel, kurzfristig abschwellende Nasensprays sowie Honig oder pflanzliche Hustenmittel können Beschwerden etwas lindern.
Wie viele Tage dauert eine Erkältung?
Meist ist das Schlimmste nach einer Woche vorbei und die Erkältung nach ein bis zwei Wochen überstanden. Husten dauert bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage.
Was darf man bei einer Erkältung nicht tun?
Nicht krank zur Arbeit gehen, keine benutzten Taschentücher liegen lassen, abschwellende Nasensprays nicht dauerhaft verwenden und Antibiotika nicht ohne ärztlichen Grund nehmen.
Warum helfen Antibiotika bei einer einfachen Erkältung nicht?
Weil Erkältungen von Viren ausgelöst werden und Antibiotika nur gegen Bakterien wirken. Sie kommen nur bei bakteriellen Komplikationen infrage.
Kann Husten länger dauern als die übrigen Beschwerden?
Ja. Schnupfen und Halsschmerzen sind oft nach wenigen Tagen vorbei, Husten kann bis zu drei Wochen anhalten. Wird er stärker oder kommen Atemprobleme hinzu, sollte man ärztlichen Rat suchen.
Lassen sich Erkältungsviren allein an den Symptomen erkennen?
Nein. Viele verschiedene Viren lösen ähnliche Beschwerden aus. Bei Verdacht auf Grippe oder Corona kann ein Abstrich Klarheit schaffen.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Erkältung (IQWiG)
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Erkältung: Symptome und Behandlung
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
