Für wen ist die Nasenscheidewand-OP sinnvoll?
Die Operation kommt in Frage, wenn eine verkrümmte Nasenscheidewand die Nasenatmung dauerhaft und deutlich behindert und die Lebensqualität einschränkt – etwa durch ständige Mundatmung, schlechten Schlaf, Schnarchen oder wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen. Vorher sollte geklärt sein, dass andere Ursachen wie Allergien oder Schleimhautschwellungen behandelt sind.
Manchmal ist die Septumplastik auch Teil anderer Eingriffe, etwa einer Nasennebenhöhlenoperation, um den Zugang zu verbessern, oder einer Nasenkorrektur (Septorhinoplastik), wenn zusätzlich die äußere Form der Nase verändert werden soll.
Vorbereitung auf die Operation
- HNO-ärztliche Untersuchung mit Endoskopie, gegebenenfalls Messung des Luftstroms und CT.
- Aufklärungsgespräch über Nutzen, Risiken und Alternativen.
- Blutverdünnende Medikamente wie Acetylsalicylsäure nach ärztlicher Absprache rechtzeitig pausieren.
- Bei Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung den Termin gegebenenfalls verschieben.
- Rauchen möglichst einstellen, um die Wundheilung zu verbessern.
- Für die ersten Tage nach der Operation Hilfe und Arbeitsbefreiung organisieren.
Wie läuft die Septumplastik ab?
Die Operation erfolgt meist in Vollnarkose, seltener in örtlicher Betäubung. Die Chirurgin oder der Chirurg setzt einen kleinen Schnitt an der Schleimhaut im Naseninneren und löst die Schleimhaut von Knorpel und Knochen. Verkrümmte Anteile werden begradigt, gekürzt oder entnommen, gerade gerichtet und wieder eingesetzt. Dann wird die Schleimhaut zurückgelegt und mit feinen Nähten fixiert.
Sind die Nasenmuscheln vergrößert, werden sie oft im selben Eingriff verkleinert, zum Beispiel mit Hochfrequenzstrom oder durch teilweises Entfernen. Abschließend werden häufig weiche Silikonschienen oder eine Tamponade eingelegt, die die Scheidewand stabilisieren und Blutungen verhindern. Der Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Die ersten Tage nach der OP
- Die Nase ist durch Schienen, Tamponade und Schwellung zunächst verstopft; Sie atmen durch den Mund.
- Leichtes Nasenbluten und blutiges Sekret sind in den ersten Tagen normal.
- Schmerzen sind meist mäßig und gut mit Schmerzmitteln zu behandeln.
- Tamponaden werden meist nach ein bis zwei Tagen, Silikonschienen nach etwa einer Woche entfernt.
- Den Oberkörper nachts erhöht lagern und kühlen hilft gegen Schwellung.
- Nicht schnäuzen, mit offenem Mund niesen, nicht pressen und nicht schwer heben.
Wie lange dauert die Heilung?
Nach dem Entfernen der Schienen bessert sich die Nasenatmung oft deutlich, die Schleimhaut ist aber noch geschwollen und bildet Krusten. In dieser Phase sind Nasenspülungen und pflegende Salben wichtig. Die meisten Menschen können nach ein bis zwei Wochen wieder arbeiten, bei körperlich schwerer Arbeit etwas später. Sport und Saunabesuche sollten etwa drei bis vier Wochen pausieren.
Bis die Schleimhaut vollständig abgeheilt ist und sich das endgültige Ergebnis zeigt, vergehen meist sechs bis acht Wochen, manchmal etwas länger. Kontrolltermine bei der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt helfen, Krusten zu entfernen und die Heilung zu überwachen.
Risiken und mögliche Komplikationen
- Nachblutungen, meist in den ersten Tagen.
- Bluterguss oder Infektion an der Nasenscheidewand.
- Verklebungen zwischen Scheidewand und Nasenmuscheln.
- Ein Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation), das Krusten, Pfeifgeräusche oder Nasenbluten verursachen kann.
- Taubheitsgefühl an den oberen Schneidezähnen oder der Nasenspitze, meist vorübergehend.
- Sehr selten Veränderungen der äußeren Nasenform.
- Unzureichende Besserung, wenn andere Ursachen der Nasenatmungsbehinderung bestehen.
Welche Ergebnisse sind zu erwarten?
Die meisten Patientinnen und Patienten atmen nach der Operation deutlich besser durch die Nase. In der Lancet-Studie mit über 200 Erwachsenen hatten Operierte nach zwei Jahren eine deutlich bessere Nasenatmung und Lebensqualität als Teilnehmende, die nicht operiert wurden, und viele aus der nicht operierten Gruppe wünschten sich im Verlauf doch noch einen Eingriff.
Schnarchen, Kopfschmerzen oder häufige Nebenhöhlenentzündungen bessern sich nicht bei allen. Wichtig ist eine realistische Erwartung: Die Operation verbessert die Luftpassage, behandelt aber keine Allergie und keine Schleimhautentzündung.
Kosten und Krankenkasse
Ist die Septumplastik medizinisch notwendig, um eine behinderte Nasenatmung zu verbessern, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen in der Regel die Kosten. Rein ästhetische Veränderungen der äußeren Nase sind dagegen Selbstzahlerleistungen. Kombiniert man beides, werden die Kosten meist aufgeteilt.
Tipps für eine gute Heilung
- Nasenspülungen nach ärztlicher Anweisung regelmäßig durchführen.
- Pflegende Nasensalbe gegen Krusten verwenden.
- Zwei bis drei Wochen auf Rauchen und Alkohol verzichten.
- Keine Brille mit schwerem Gestell auf der Nase tragen, wenn zusätzlich die äußere Nase operiert wurde.
- Kontrolltermine wahrnehmen.
Gibt es Alternativen zur Operation?
Wer nicht operiert werden möchte oder nur leichte Beschwerden hat, kann mit Nasenspülungen, kortisonhaltigen Nasensprays bei begleitender Schleimhautschwellung und Nasendilatatoren die Atmung verbessern. Diese Maßnahmen begradigen die Scheidewand jedoch nicht. Sie lindern vor allem Beschwerden, die durch eine zusätzliche Schwellung der Schleimhaut entstehen.
Die Entscheidung für oder gegen eine Operation sollte gemeinsam mit der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt fallen und sich am Leidensdruck orientieren. Hilfreich ist es, vorher zu notieren, wie oft die Nase verstopft ist, wie der Schlaf ist und welche Behandlungen bereits versucht wurden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Septumplastik begradigt eine verkrümmte Nasenscheidewand durch die Nase, ohne äußere Narben.
- Sie ist sinnvoll bei dauerhaft deutlich behinderter Nasenatmung.
- Arbeitsfähigkeit besteht meist nach ein bis zwei Wochen, die vollständige Heilung dauert sechs bis acht Wochen.
- Die Nasenatmung verbessert sich bei den meisten Betroffenen deutlich.
- Starkes Nasenbluten oder Fieber nach der OP sofort ärztlich abklären.
Häufige Fragen zur Nasenscheidewand-OP
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Ist die Nasenscheidewand-OP schmerzhaft?
Die Schmerzen sind meist mäßig und gut mit Schmerzmitteln behandelbar. Am unangenehmsten empfinden viele die verstopfte Nase durch Schienen und Schwellung.
Wie lange bin ich nach der Septumplastik krankgeschrieben?
Meist ein bis zwei Wochen, bei körperlich anstrengender Arbeit etwas länger.
Wann kann ich nach der OP wieder Sport machen?
Leichte Bewegung ist nach wenigen Tagen möglich, intensiver Sport meist nach drei bis vier Wochen.
Verändert sich das Aussehen der Nase?
Bei einer reinen Septumplastik in der Regel nicht.
Bekomme ich nach der Operation Tamponaden?
Häufig werden für einige Tage weiche Silikonschienen oder Tamponaden eingelegt. Moderne Varianten erlauben teils eine Atmung durch kleine Röhrchen.
Kann sich die Nasenscheidewand nach der OP wieder verbiegen?
Das ist selten, kann aber vorkommen, zum Beispiel nach einer erneuten Verletzung.
Quellen
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) · Schiefe Nasenscheidewand
- van Egmond MMHT, et al. Septoplasty with or without concurrent turbinate surgery versus non-surgical management for nasal obstruction in adults with a deviated septum: a pragmatic, randomised controlled trial. Lancet. 2019
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.