Warum blutet die Nase so leicht?
Vorne in der Nase liegen nach gesundheitsinformation.de sehr viele feine Blutgefäße direkt unter der Schleimhaut. Sie können leicht verletzt werden. Nach dem Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte treffen im vorderen Nasenbereich, dem sogenannten Locus Kiesselbachi, mehrere Gefäße zusammen; hier entstehen rund 90 Prozent der Blutungen, und sie sind fast immer harmlos.
Selten blutet es weit hinten in der Nase. Dann fließt das Blut den Rachen hinunter, wird leicht verschluckt und kann Übelkeit und Erbrechen auslösen. Hinteres Nasenbluten ist schwerer zu stoppen, meist stärker, kommt fast nur bei Erwachsenen vor und muss schnellstmöglich behandelt werden.
Über die Hälfte der Bevölkerung hat nach gesundheitsinformation.de mindestens einmal im Leben Nasenbluten. Kinder unter zehn Jahren und Menschen ab etwa 70 Jahren sind besonders häufig betroffen. Der Fachbegriff lautet Epistaxis.
Was hilft bei Nasenbluten sofort?
Ruhe bewahren hilft, besonders bei Kindern. Nach gesundheitsinformation.de lässt sich Nasenbluten meist so stoppen:
- gerade hinsetzen und den Oberkörper leicht nach vorne beugen, damit kein Blut in Rachen oder Atemwege gelangt; Blut bei Bedarf ausspucken
- mit den Fingern die Nasenflügel zusammendrücken: das untere Drittel der Nase bei Erwachsenen 10 bis 15 Minuten ununterbrochen fest zuhalten, bei Kindern 10 Minuten
- durch den Mund weiteratmen
- den Nacken kühlen, etwa mit einem eingewickelten Kühlpack oder einem kalten, ausgewrungenen Waschlappen
Den Kopf nicht in den Nacken legen: Nach der AOK und dem HNO-Berufsverband kann dabei Blut in den Magen gelangen und Übelkeit auslösen oder sogar in die Atemwege geraten. Stecken Sie keine Gegenstände in die Nase, um die Blutung zu stillen; Tamponaden und Verödungen sind ärztliche Maßnahmen.
Ab wann ist Nasenbluten bedenklich?
Blutet die Nase trotz Zudrücken weiter, ist nach gesundheitsinformation.de ärztliche Hilfe nötig, am besten über den Rettungsdienst unter 112; bis er eintrifft, die Nasenflügel weiter zusammendrücken. Wer unsicher ist, kann zunächst den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anrufen. Sofort 112 rufen sollte man, wenn:
- die Blutung sehr stark ist
- das Blut auch in vorgebeugter Haltung den Rachen hinunterläuft
- die Nase sichtbar verletzt ist
- Nase, Nasennebenhöhlen oder der Kopf vor Kurzem operiert wurden
- Luftnot, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auftreten
Nach der AOK ist es außerdem ein Notfall, wenn nach einem Unfall neben Blut eine helle Flüssigkeit aus der Nase läuft, denn es könnte Hirnflüssigkeit sein. Die AOK nennt als Orientierung, dass Erwachsene nach etwa 20 Minuten und Kinder nach etwa 15 Minuten ohne Blutungsstopp ärztliche Hilfe brauchen.
Was sind Gründe für plötzliches Nasenbluten?
Oft lässt sich nach gesundheitsinformation.de nicht genau sagen, was das Nasenbluten ausgelöst hat. Häufige örtliche Ursachen sind:
- Nasebohren und kräftiges Schnäuzen
- eine trockene oder gereizte Schleimhaut durch Heizungsluft, Klimaanlage, Erkältung oder Allergie
- längere Anwendung von abschwellendem Nasenspray, auch von kortisonhaltigem Nasenspray
- ein Sturz oder Schlag auf die Nase
- Eingriffe im Nasen-Rachen-Bereich oder eine Magensonde durch die Nase
- Fremdkörper, die sich Kleinkinder in die Nase stecken
- Veränderungen der Nasenscheidewand wie Entzündungen, Risse oder Löcher
Mehr über Beschwerden rund um die Nasenscheidewand lesen Sie im Ratgeber zur verkrümmten Nasenscheidewand.
Erkrankungen und Lebensphasen
Nasenbluten kann auch mit dem ganzen Körper zusammenhängen. Genannt werden in den Quellen:
- Blutgerinnungsstörungen wie die Bluterkrankheit (Hämophilie) oder eine Funktionsstörung der Blutplättchen
- Erkrankungen der Leber oder der Nieren
- fieberhafte Infekte wie Grippe, bei denen die Schleimhaut stärker durchblutet ist
- Wachstumsschübe bei Kindern und Jugendlichen, meist ungefährlich
- die Schwangerschaft, in der die Nasenschleimhaut stärker durchblutet ist
Sehr selten stecken nach gesundheitsinformation.de eine Leukämie oder eine Gefäßfehlbildung wie beim Morbus Osler dahinter, bei männlichen Jugendlichen mit ständigem Nasenbluten manchmal ein gutartiger Tumor im Nasenrachen. Solche Ursachen sind die Ausnahme, aber ein Grund, häufiges, ungeklärtes Nasenbluten abklären zu lassen. Auch in der Schwangerschaft gilt: Starke, anhaltende oder sehr häufige Blutungen gehören ärztlich angesehen.
Nasenbluten bei Blutverdünnern und im Alter
Gerinnungshemmende Medikamente, umgangssprachlich Blutverdünner, erhöhen nach dem HNO-Berufsverband die Blutungsneigung und führen damit öfter zu Nasenbluten. Dazu gehören zum Beispiel Wirkstoffe zur Hemmung der Blutplättchen wie Acetylsalicylsäure und Vitamin-K-Gegenspieler (Cumarine). Ältere Menschen sind besonders häufig betroffen und nehmen solche Mittel oft ein.
Setzen Sie Blutverdünner wegen Nasenblutens nie eigenmächtig ab oder pausieren Sie sie nicht selbst. Sie werden meist aus wichtigen Gründen verordnet, etwa zum Schutz vor Schlaganfall oder Thrombose. Besprechen Sie wiederholte Blutungen mit der verordnenden Praxis; sie entscheidet, ob etwas angepasst wird.
Was in der Praxis passiert
Bei akutem Nasenbluten prüft die Ärztin oder der Arzt nach gesundheitsinformation.de zuerst, wie hoch der Blutverlust ist und ob Atmung und Kreislauf stabil sind, und fragt nach Erkrankungen und Medikamenten. Nach örtlicher Betäubung und einem abschwellenden Mittel wird das Naseninnere mit einem Nasenspekulum oder einem Endoskop untersucht, um die Blutungsstelle zu finden.
Je nach Befund kommen abschwellende und gefäßverengende Mittel, eine Verödung der Blutungsstelle oder eine Tamponade infrage. Sehr selten ist ein Klinikaufenthalt nötig, etwa bei hinterem Nasenbluten, bei dem das Gefäß operativ verschlossen werden kann.
Bei ständigem Nasenbluten wird zudem abgeklärt, ob eine ernste Ursache vorliegt: mit einer Untersuchung von Nase und Nasenrachen, gegebenenfalls CT oder MRT der Nebenhöhlen und einer Blutuntersuchung auf Gerinnungsstörungen. Bei Nasenbluten helfen nach gesundheitsinformation.de insbesondere HNO-Ärztinnen und -Ärzte weiter.
Vorbeugen und Episoden notieren
Um erneutem Nasenbluten vorzubeugen, empfehlen gesundheitsinformation.de und die AOK:
- die Nasenschleimhaut feucht halten, etwa mit Nasensalbe oder Kochsalz-Nasenspray
- die Raumluft anfeuchten, zum Beispiel mit Wasserschalen, feuchter Wäsche oder Luftbefeuchter
- die Nase vorsichtig putzen; in den ersten 7 bis 10 Tagen nach dem Nasenbluten möglichst gar nicht schnäuzen
- nicht in der Nase bohren und die Fingernägel kurz halten
- genug trinken
Bei wiederholten Blutungen hilft ein kurzes Protokoll für die Praxis: Datum, Seite (links, rechts, beide), Dauer trotz Zudrücken, Auslöser (Schnäuzen, Erkältung, Heizungsluft, Verletzung), eingenommene Medikamente und ob Blut in den Rachen lief.
In unserer HNO-Praxis in Bilbao untersuchen wir Erwachsene mit wiederholtem Nasenbluten, um die Blutungsquelle und mögliche Ursachen zu finden (die Beratung findet auf Spanisch statt). Bei starker oder anhaltender Blutung ist dagegen der Notruf 112 der richtige Weg.
Wo sich die Quellen unterscheiden
Bluthochdruck: Der HNO-Berufsverband und die AOK zählen Bluthochdruck zu den Ursachen oder Risikofaktoren. gesundheitsinformation.de schreibt dagegen, es sei nicht belegt, dass ein erhöhter Blutdruck Nasenbluten fördert.
Schwangerschaft: Alle Quellen nennen eine stärkere Durchblutung der Schleimhaut. Der HNO-Berufsverband bezeichnet Nasenbluten in der Schwangerschaft als völlig ungefährlich; gesundheitsinformation.de sagt nur, dass es häufiger vorkommt. Über die Dringlichkeit entscheiden Stärke und Begleitbeschwerden, nicht die Schwangerschaft allein.
Wann ärztliche Hilfe: gesundheitsinformation.de rät, bei anhaltender Blutung trotz Zudrücken den Rettungsdienst zu rufen. Die AOK nennt als Zeitgrenze etwa 20 Minuten bei Erwachsenen und 15 Minuten bei Kindern und verweist auf eine HNO-Praxis.
Zusammenfassung
- Nasenbluten ist meist harmlos und entsteht fast immer vorne in der Nase.
- Oberkörper vorbeugen, Nasenflügel bei Erwachsenen 10 bis 15 Minuten zudrücken, Nacken kühlen.
- Kopf nicht in den Nacken legen und nichts in die Nase stecken.
- Starke, anhaltende Blutungen, Blut im Rachen, Luftnot oder Schwindel: 112.
- Blutverdünner nie selbst absetzen; wiederholte Blutungen mit der Praxis besprechen.
- Häufiges, ungeklärtes Nasenbluten sollte HNO-ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Fragen zu Nasenbluten
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was sind Gründe für plötzliches Nasenbluten?
Meist kleine Verletzungen der Nasenschleimhaut, etwa durch Nasebohren, kräftiges Schnäuzen, Erkältung, Allergie oder trockene Heizungsluft. Seltener stecken Verletzungen, Blutverdünner, Gerinnungsstörungen oder andere Erkrankungen dahinter.
Ab wann ist Nasenbluten bedenklich?
Wenn die Blutung sehr stark ist oder trotz Zudrücken nicht aufhört, Blut in den Rachen läuft, die Nase sichtbar verletzt ist oder Luftnot, Schwindel oder Bewusstlosigkeit auftreten. Dann sofort 112.
Was hilft bei Nasenbluten sofort?
Aufrecht hinsetzen, den Oberkörper leicht vorbeugen, die Nasenflügel bei Erwachsenen 10 bis 15 Minuten ununterbrochen zudrücken, durch den Mund atmen und den Nacken kühlen. Den Kopf nicht in den Nacken legen.
Wann ist Nasenbluten nicht mehr normal?
Wenn es häufig und ohne erkennbaren Grund auftritt, sich schwer stoppen lässt oder Sie Blutverdünner einnehmen. Dann sollte die Ursache ärztlich, am besten HNO-ärztlich, abgeklärt werden.
Darf ich Blutverdünner selbst absetzen?
Nein. Gerinnungshemmende Medikamente schützen meist vor ernsten Erkrankungen. Besprechen Sie wiederholtes Nasenbluten mit der verordnenden Praxis, die über eine Anpassung entscheidet.
Was sollte ich bei wiederholten Blutungen notieren?
Datum, Seite, Dauer trotz Zudrücken, möglichen Auslöser, eingenommene Medikamente und ob Blut in den Rachen lief. Das hilft der Praxis, die Ursache zu finden.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Nasenbluten
- HNO-Ärzte-im-Netz (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte) · Nasenbluten: Ursachen und Risiken
- AOK · Nasenbluten stoppen: Ursachen und Tipps
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
