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Schleim im Hals: woher er kommt und wie Sie ihn loswerden

Zäher Schleim im Hals, der sich nicht abhusten lässt und ständig zum Räuspern zwingt, ist ein sehr häufiges Problem. Oft tritt er nach einer Erkältung auf, viele Menschen haben ihn aber auch ohne Infekt über Wochen. Meist steckt eine harmlose Ursache dahinter, etwa Sekret aus Nase und Nebenhöhlen, das den Rachen hinunterläuft, oder ein Rückfluss von Magensäure. Hier erfahren Sie, woher der Schleim kommt, was ihn löst und wann eine Untersuchung sinnvoll ist.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
5 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 48/4809228

Woher kommt der Schleim im Hals?

Die Schleimhäute von Nase, Nebenhöhlen, Rachen und Bronchien produzieren ständig Schleim. Er befeuchtet die Atemwege und fängt Staub und Krankheitserreger ab. Normalerweise wird er von feinen Flimmerhärchen in Richtung Rachen transportiert und unbemerkt geschluckt.

Spürbar wird der Schleim, wenn er mehr oder zäher wird, wenn er langsamer abtransportiert wird oder wenn die Schleimhaut im Rachen gereizt und dadurch empfindlicher ist. Dann entsteht das Gefühl, ständig etwas im Hals zu haben, das man abhusten oder herunterschlucken möchte.

Häufige Ursachen

  • Erkältung und Nachwirkungen: Nach einem Infekt bleibt der Schleim oft noch zwei bis drei Wochen.
  • Sekret aus Nase und Nebenhöhlen: bei chronischer Sinusitis, Nasenpolypen oder nichtallergischem Schnupfen.
  • Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstauballergie.
  • Reflux: Magensäure, die bis in Rachen und Kehlkopf aufsteigt, reizt die Schleimhaut, oft ohne Sodbrennen.
  • Trockene Luft, Heizungsluft und zu wenig Trinken machen den Schleim zäh.
  • Rauchen und Schadstoffe reizen die Schleimhaut und verstärken die Schleimbildung.
  • Bronchien: Asthma, chronische Bronchitis oder COPD.
  • Medikamente, etwa bestimmte Blutdrucksenker, können Husten und Räuspern auslösen.

Zäher Schleim im Hals ohne Erkältung

Haben Sie seit Wochen zähen Schleim, aber keinen Schnupfen und kein Fieber, liegen oft eine unbemerkte Entzündung der Nase oder Nebenhöhlen, eine Allergie oder ein stiller Reflux zugrunde. Beim sogenannten laryngopharyngealen Reflux gelangt Magensäure in den Rachen, ohne dass klassisches Sodbrennen auftritt. Typisch sind dann ein Kloßgefühl, Räuspern, Heiserkeit am Morgen und Schleim, der sich nicht abhusten lässt.

Auch die Gewohnheit, ständig zu räuspern, hält das Problem aufrecht: Räuspern reizt die Stimmlippen und die Schleimhaut, die daraufhin noch mehr Schleim bildet. Mehr dazu lesen Sie unter ständiges Räuspern.

Was hilft, Schleim im Hals zu lösen?

  • Über den Tag verteilt ausreichend trinken, etwa Wasser oder ungesüßten Kräutertee.
  • Mit Wasserdampf oder Kochsalzlösung inhalieren.
  • Die Nase mit Salzwasser spülen, wenn der Schleim aus der Nase kommt.
  • Für feuchte Raumluft sorgen, besonders im Winter.
  • Lutschpastillen mit Isländisch Moos oder Salbei befeuchten den Rachen.
  • Statt zu räuspern kräftig schlucken oder einen Schluck Wasser trinken.
  • Nicht rauchen und Rauch meiden.
  • Schleimlösende Medikamente helfen nur begrenzt und sollten nicht dauerhaft genommen werden.

Wenn Reflux die Ursache ist

Bei Verdacht auf Reflux helfen zunächst Änderungen der Lebensgewohnheiten: abends spät und üppig essen vermeiden, drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen, das Kopfende des Bettes erhöhen, Übergewicht abbauen und Kaffee, Alkohol, scharfe und fettige Speisen reduzieren. Laut gesund.bund.de lindern diese Maßnahmen bei vielen Betroffenen die Beschwerden. Reicht das nicht, kann die Ärztin oder der Arzt für einige Wochen säurehemmende Medikamente verordnen.

Untersuchung in der HNO-Praxis

Die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt untersucht Nase, Rachen und Kehlkopf, meist mit einem dünnen Endoskop. So lassen sich Entzündungen der Nebenhöhlen, Nasenpolypen, Zeichen eines Refluxes am Kehlkopf oder Veränderungen an den Stimmlippen erkennen. Je nach Befund folgen ein Allergietest, eine Bildgebung der Nebenhöhlen oder eine Untersuchung der Lunge.

Wichtig ist: Hält der Schleim trotz Behandlung an oder kommen Warnzeichen wie Blut, Gewichtsverlust oder Schluckbeschwerden hinzu, sollte die Ursache gezielt gesucht werden.

Behandlung je nach Ursache

  • Nase und Nebenhöhlen: Salzwasserspülungen und kortisonhaltige Nasensprays.
  • Allergie: Allergene meiden, antiallergische Medikamente, gegebenenfalls eine Hyposensibilisierung.
  • Reflux: Ernährung und Gewohnheiten ändern, bei Bedarf säurehemmende Medikamente.
  • Bronchien: Behandlung von Asthma oder COPD in der hausärztlichen oder lungenfachärztlichen Praxis.
  • Gewohnheitsräuspern: Atem- und Stimmübungen mit einer Logopädin oder einem Logopäden.

Wie die Logopädie helfen kann

Ist das ständige Räuspern zur Gewohnheit geworden, kann eine logopädische Therapie den Kreislauf aus Reizung und Räuspern durchbrechen. Sie lernen, das Räusperbedürfnis wahrzunehmen und durch sanfte Alternativen wie Schlucken, Summen oder leises Ausatmen zu ersetzen. Zusätzlich helfen Übungen für eine entspannte Atmung und Stimme.

Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung

Viele Betroffene merken, dass der Schleim morgens und nach dem Essen am stärksten ist. Morgens sammelt sich über Nacht Sekret im Rachen, besonders bei Mundatmung oder trockener Luft im Schlafzimmer. Nach dem Essen kann Reflux eine Rolle spielen. Ein kleines Tagebuch darüber, wann der Schleim auftritt und was Sie vorher gegessen oder getan haben, hilft bei der Suche nach der Ursache.

Auch Milchprodukte werden oft verdächtigt. Dass sie die Schleimbildung tatsächlich steigern, ist wissenschaftlich nicht belegt; manche Menschen empfinden den Speichel danach aber als dicker. Wer das Gefühl hat, dass bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken, kann sie probeweise weglassen, ohne dabei einseitig zu essen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schleim im Hals stammt meist aus Nase und Nebenhöhlen oder entsteht durch Reflux.
  • Viel trinken, inhalieren und die Nase spülen lösen den Schleim.
  • Ständiges Räuspern verstärkt die Reizung; besser schlucken oder trinken.
  • Hält der Schleim länger als drei Wochen an, sollte die Ursache geklärt werden.
  • Blut, Schluckbeschwerden oder Gewichtsverlust bald ärztlich abklären lassen.

Häufige Fragen zu Schleim im Hals

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Warum habe ich ständig Schleim im Hals?

Häufige Ursachen sind Sekret aus Nase und Nebenhöhlen, Allergien, Reflux, trockene Luft und Rauchen.

Was löst festsitzenden Schleim am Kehlkopf?

Ausreichend trinken, Inhalieren mit Wasserdampf oder Kochsalzlösung und befeuchtete Raumluft machen den Schleim flüssiger.

Kann Schleim im Hals vom Magen kommen?

Ja. Aufsteigende Magensäure kann die Schleimhaut im Rachen reizen und Schleim, Räuspern und ein Kloßgefühl verursachen.

Soll ich den Schleim ausspucken oder schlucken?

Beides ist unbedenklich. Geschluckter Schleim wird im Magen problemlos verdaut.

Welche Hausmittel helfen gegen Schleim im Hals?

Warme Getränke, Inhalieren, Salzwasser zum Gurgeln oder zur Nasenspülung und Lutschpastillen helfen vielen Betroffenen.

Wann sollte ich wegen Schleim im Hals zum Arzt?

Wenn er länger als drei Wochen anhält, blutig ist oder mit Atemnot, Fieber, Schluckbeschwerden oder Gewichtsverlust einhergeht.

Quellen

  1. MSD Manual (Ausgabe für Patienten) · Verstopfung der Nase und Austreten von Nasensekret
  2. Pratter MR. Chronic upper airway cough syndrome secondary to rhinosinus diseases (previously referred to as postnasal drip syndrome): ACCP evidence-based clinical practice guidelines. Chest. 2006
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Sodbrennen und Refluxkrankheit

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.