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Schulterschmerzen: Ursachen und wann Hilfe nötig ist

Schulterschmerzen gehören neben Rücken- und Nackenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparats. Meist steckt eine Reizung unter dem Schulterdach dahinter, die sich mit der Zeit bessert. Manchmal ist der Schmerz in der Schulter aber auch ein Warnzeichen, etwa für einen Herzinfarkt. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen von gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), welche Ursachen häufig sind, wann Sie sofort Hilfe brauchen, wie die Untersuchung abläuft, was ein auffälliges Bild bedeutet und was gegen die Schmerzen hilft.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Wann Schulterschmerzen ein Notfall sein können

Nicht jeder Schmerz in der Schulter kommt aus dem Gelenk. Bei einem Herzinfarkt beginnen die Beschwerden nach gesund.bund.de häufig mit Schmerzen in der Brust, die plötzlich auftreten oder sich langsam steigern. Sie dauern mehr als fünf Minuten, gehen in Ruhe nicht weg und können in einen Arm, den Rücken, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlen. Möglich sind auch Schmerzen oder Taubheit im Oberkörper, die in die Schulterblätter, den Nacken und den Kiefer ziehen.

Typisch sind außerdem Todesangst, ein blasses Gesicht und Schweißausbrüche; Luftnot, Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen. Bei Frauen können diese Beschwerden nach gesund.bund.de die einzigen Anzeichen sein, deshalb bleibt ein Infarkt bei ihnen häufiger unerkannt. In diesem Fall wählen Sie sofort die 112, auch nachts, und warten nicht bis zum Morgen. Das gilt unabhängig davon, ob der Schmerz links oder rechts sitzt.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Meist steckt hinter Schulterschmerzen nach gesundheitsinformation.de kein ernsthaftes Problem. Ärztlicher Rat ist aber sinnvoll, wenn:

  • die Schulter nach einem Unfall oder Sturz verletzt ist
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten
  • die Schmerzen stark sind
  • der Arm sehr schwach ist oder sich nicht mehr richtig bewegen lässt

Nach einem Unfall mit Fehlstellung, starker Schwellung oder Bluterguss sollte die Schulter zeitnah untersucht werden. Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf Schmerzen ohne Verletzung.

Was kann der Grund für Schulterschmerzen sein?

Schulterschmerzen entstehen nach gesund.bund.de meistens unterhalb des Knochens, der das Schulterdach bildet (Acromion). Der Raum dort kann sich durch Knochenwucherungen, Verschleiß oder kalkartige Ablagerungen in einer Sehne verengen. Auch ein entzündeter Schleimbeutel, ein hakenförmig gekrümmtes Schulterdach oder schwache, einseitig belastete Muskeln kommen infrage. Beim Anheben des Arms können dann Teile der Sehnen und des Schleimbeutels eingeklemmt werden.

Für diese Beschwerden gibt es verschiedene Begriffe, etwa Impingement-Syndrom, Rotatorenmanschetten-Syndrom oder Kalkschulter. Andere mögliche Ursachen sind nach gesund.bund.de eine Schultersteife oder eine Arthrose im Schultergelenk. Weitere Ratgeber behandeln die Sehnenentzündung der Schulter und die Schleimbeutelentzündung der Schulter.

Auch ausstrahlende Nackenschmerzen können sich in der Schulter bemerkbar machen; dazu passt unser Ratgeber zum Schulter-Arm-Syndrom.

Typische Beschwerden: Armheben, nachts, vorne oder seitlich

Schmerzen unter dem Schulterdach treten nach gesundheitsinformation.de häufig an der Außenseite der Schulter auf und machen sich vor allem beim seitlichen Anheben des Arms bemerkbar. Manchmal nehmen sie nachts zu, wenn man auf der betroffenen Schulter liegt; der Schmerz kann einen dann aus dem Schlaf holen.

Wo genau es wehtut, liefert der Ärztin oder dem Arzt Hinweise, ist aber allein kein Beweis für eine bestimmte Ursache. Schmerzen vorne an der Schulter, eine Ausstrahlung in den Oberarm oder ein Schmerz auf der linken oder rechten Seite lassen sich ohne Untersuchung nicht sicher zuordnen.

Wer ist besonders betroffen?

Ein erhöhtes Risiko für Schmerzen unter dem Schulterdach haben nach gesundheitsinformation.de Menschen, die viel über Kopf arbeiten, etwa in Maler- oder Elektrikerberufen, im Lager oder beim Regaleauffüllen. Auch Sportarten mit vielen Überkopfbewegungen wie Tennis, Basketball, andere Wurfsportarten oder Kraul- und Delphinschwimmen können bei intensivem Training zu Schulterschmerzen führen.

Schwache Schultermuskeln, Bänder und Sehnen spielen ebenfalls eine Rolle. Das Schultergelenk ist sehr beweglich und wird vor allem durch die Muskulatur stabil gehalten. Ist sie schwach, kann sich der Oberarmkopf in der Pfanne bewegen und auf das umliegende Gewebe drücken.

Untersuchung und Bildgebung

Die Ärztin oder der Arzt fragt nach gesund.bund.de, wann die Schmerzen auftreten, wie sie sich anfühlen, ob es eine Verletzung gab und ob Überkopfarbeit oder bestimmte Sportarten als Auslöser infrage kommen. Bei der körperlichen Untersuchung werden die Arme in verschiedene Richtungen bewegt und die Schulter abgetastet. Das reicht meist aus, um Schmerzen unter dem Schulterdach festzustellen und andere Ursachen wie ausstrahlende Nackenschmerzen oder eine Schultersteife auszuschließen.

Bildgebende Untersuchungen sind nicht immer nötig. Sie können nach gesund.bund.de sinnvoll sein, wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, ein Eingriff erwogen wird oder ein Verdacht auf eine andere Ursache besteht, etwa ein Röntgenbild bei Verdacht auf Arthrose.

Erklärt ein auffälliges MRT immer die Schmerzen?

Nein. Studien zeigen nach gesundheitsinformation.de keinen klaren Zusammenhang zwischen Beschwerden und Auffälligkeiten im Ultraschall, Röntgen oder MRT. Auch bei Menschen ohne Schulterschmerzen sind manchmal Kalkablagerungen, Risse oder Verschleißerscheinungen an der Rotatorenmanschette oder der Gelenklippe zu sehen.

Viele Fachleute sprechen deshalb statt von „Impingement“ lieber von „Schmerzen unter dem Schulterdach“ (subakromiales Schmerzsyndrom). Welche Rolle Einklemmungen tatsächlich spielen, ist nach gesundheitsinformation.de umstritten. Ein Befund sollte deshalb immer zusammen mit Beschwerden und Untersuchung besprochen werden.

Was kann man gegen Schulterschmerzen tun?

Bei akuten Schulterschmerzen empfiehlt gesund.bund.de, die Schulter zu schonen und keine Arbeiten oder Sportarten über Kopf auszuüben. Kühlung und entzündungshemmende Schmerzmittel können kurzfristig lindern; diese sollten nicht länger als ein bis zwei Wochen genommen werden. Bei starken Schmerzen kommen Kortisonspritzen infrage.

Schonen bedeutet nicht ruhigstellen. Durch angeleitete Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen kann die Schulter nach und nach beweglicher und stärker werden. Wer die erlernten Übungen zu Hause korrekt weiterführt, kann nach gesund.bund.de genauso profitieren wie mit therapeutischer Begleitung. Starke Schmerzen sollten Sie bei Übungen nicht „wegdehnen“.

In unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao untersuchen wir Schulterschmerzen ohne Notfallzeichen und stellen ein angepasstes Übungsprogramm für zu Hause zusammen (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wo sich die Quellen unterscheiden

Gemeinsame Grundlage: Die Texte von gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de zu Schulterschmerzen beruhen auf denselben Studien und gehen weitgehend auf das IQWiG zurück. Sie sind deshalb keine zwei unabhängigen Belege.

Operation: gesundheitsinformation.de schreibt zugespitzt, dass Operationen aussagekräftigen Studien zufolge nicht helfen können. gesund.bund.de formuliert, dass sie meist nicht besser helfen als ein Scheineingriff. Beide Aussagen beziehen sich auf Schmerzen unter dem Schulterdach, nicht auf Brüche, Verletzungen oder jede Schultererkrankung.

Reichweite: gesundheitsinformation.de beschränkt sich ausdrücklich auf Schmerzen unter dem Schulterdach und schließt Arthrose und akute Verletzungen aus. Die Warnzeichen für einen Herzinfarkt stammen aus einem eigenen Text von gesund.bund.de.

Zusammenfassung

  • Brustschmerz mit Ausstrahlung in Arm, Schulterblätter, Nacken oder Kiefer, mit Atemnot oder Schweiß: sofort 112.
  • Meist entstehen Schulterschmerzen unter dem Schulterdach, typisch beim seitlichen Armheben und nachts.
  • Bei etwa der Hälfte bessern sie sich innerhalb von sechs Monaten, manche haben länger Beschwerden.
  • Untersuchung reicht oft aus; ein auffälliges Bild erklärt die Schmerzen nicht automatisch.
  • Hilfreich sind Schonen ohne Ruhigstellen, kurzzeitig Kühlung und Schmerzmittel sowie angeleitete Übungen.
  • Operationen helfen bei Schmerzen unter dem Schulterdach meist nicht.

Häufige Fragen zu Schulterschmerzen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was kann der Grund für Schulterschmerzen sein?

Am häufigsten Reizungen unter dem Schulterdach durch verengten Raum, Kalk, Schleimbeutelentzündung oder schwache Muskeln. Auch Schultersteife, Arthrose, ausstrahlende Nackenschmerzen und selten ein Herzinfarkt kommen infrage.

Was kann man gegen Schulterschmerzen tun?

Belastende Überkopfbewegungen meiden, die Schulter aber weiter bewegen, kurzfristig kühlen und bei Bedarf ein entzündungshemmendes Schmerzmittel für höchstens ein bis zwei Wochen nehmen. Angeleitete Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen helfen, die Schulter zu stärken.

Was will mir mein Körper sagen bei Schulterschmerzen?

Schmerz zeigt an, dass eine Struktur gereizt oder überlastet sein kann, etwa durch viel Überkopfarbeit oder schwache Muskeln. Eine seelische Botschaft lässt sich daraus nicht ableiten. Wichtig ist, Warnzeichen wie Brustschmerz, Atemnot oder Lähmungen ernst zu nehmen.

Wie lange dauert es, bis Schulterschmerzen weggehen?

Bei etwa der Hälfte der Betroffenen lassen die Schmerzen innerhalb von sechs Monaten nach. Manche haben aber über viele Jahre Beschwerden. Bessert sich nichts, sollte die Ursache erneut ärztlich geprüft werden.

Welche Angaben helfen bei einer Schulteruntersuchung?

Bei welchen Tätigkeiten es wehtut, wo genau, ob Kraft fehlt, ob nachts Schmerzen auftreten, ob es einen Unfall gab, welche Arbeit oder welcher Sport die Schulter belastet und wie sich die Beschwerden seit Beginn entwickelt haben.

Erklärt ein auffälliges MRT immer die Schmerzen?

Nein. Auch Menschen ohne Schulterschmerzen haben oft Kalk, Risse oder Verschleißzeichen. Ein Befund muss zu Beschwerden und Untersuchung passen, bevor er als Ursache gilt.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Schulterschmerzen: Ursachen und Behandlung
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Schulterschmerzen
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Was hilft bei Schulterschmerzen?
  4. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Herzinfarkt: Symptome und Erste Hilfe (Warnzeichen)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.