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Frozen Shoulder: Verlauf und passende Behandlung

Bei einer Frozen Shoulder, auf Deutsch Schultersteife, beginnt die Schulter ohne erkennbaren Grund zu schmerzen und wird über Monate immer unbeweglicher. Die gute Nachricht: Meist heilt sie von selbst aus. Die weniger gute: Das kann dauern. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen von gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der AOK und des Universitätsklinikums Tübingen, wie die Phasen verlaufen, was in welcher Phase hilft, warum Dehnungen nicht erzwungen werden sollten und wie Sie Fortschritte im Alltag beobachten können.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
8 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Frozen Shoulder?

Im Schultergelenk greift die Kugel des Oberarmknochens in die Pfanne des Schulterblatts. Umschlossen wird dieses Kugelgelenk von einer festen Faserschicht, der Gelenkkapsel. Bei einer Schultersteife bilden sich nach gesundheitsinformation.de narbenähnliche Verklebungen (Adhäsionen) in dieser Kapsel. Das Kapselgewebe verdickt sich und schrumpft, die Schulter wird steif.

Die medizinischen Fachbegriffe sind „adhäsive Kapsulitis“ oder „Periarthritis“. Der englische Ausdruck „frozen shoulder“, also eingefrorene Schulter, beschreibt, wie sich der Arm im Verlauf anfühlen kann: Er lässt sich kaum noch nach oben, zur Seite oder nach hinten bewegen.

Eine Schultersteife tritt nach gesundheitsinformation.de typischerweise zwischen 40 und 60 Jahren auf. Schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung haben irgendwann damit zu tun, Frauen etwas häufiger als Männer.

Was löst eine Frozen Shoulder aus?

Meist lässt sich nach gesundheitsinformation.de keine Ursache finden. Man vermutet, dass Entzündungen eine entscheidende Rolle spielen, wie es dazu kommt, ist aber nicht genau geklärt. Fachleute sprechen dann von einer primären oder idiopathischen Schultersteife.

Seltener entsteht eine Schultersteife nach Unfällen, Entzündungen oder einer Ruhigstellung der Schulter, etwa nach einer Operation. Dann spricht man von einer sekundären Schultersteife. Besonders oft sind Menschen mit Diabetes betroffen: Nach gesundheitsinformation.de erkranken etwa 10 bis 20 Prozent von ihnen. Das Universitätsklinikum Tübingen nennt außerdem Schilddrüsenerkrankungen als Risikofaktor.

Für die primäre Form gibt es nach der AOK keine bekannten vorbeugenden Maßnahmen. Bekannte Schultererkrankungen sorgfältig behandeln zu lassen, kann aber das Risiko für eine sekundäre Schultersteife senken.

Symptome und Phasen

Eine Schultersteife beginnt schleichend. Nach gesundheitsinformation.de verläuft sie in Phasen, die ineinander übergehen:

  • Schmerzphase (Einfrierphase): Die Schulter schmerzt zunehmend, auch in Ruhe und nachts, vor allem beim Liegen auf dem betroffenen Arm oder bei Bewegungen nach oben oder hinten. Die Schmerzen werden oft als dumpf und tiefliegend beschrieben und können zum Bizeps ausstrahlen.
  • Versteifungsphase: Die Beweglichkeit nimmt ab, während die Schmerzen nachlassen. Durch die Einschränkung baut die Schultermuskulatur oft etwas ab.
  • Lösungsphase (Auftauphase): Die Steife löst sich allmählich, die Beweglichkeit kommt zurück.

Im Alltag fallen dann Tätigkeiten wie Anziehen, Kochen, Putzen, der Griff zur hinteren Hosentasche oder Haare kämmen schwer. Für viele ist zusätzlich belastend, dass die Erkrankung nicht sichtbar ist und andere sie schwer nachvollziehen können.

Wie lange dauert die Heilung?

Wie eine Schultersteife verläuft, lässt sich nach gesundheitsinformation.de nicht genau vorhersagen. Oft bessern sich die Beschwerden schon innerhalb einiger Monate deutlich. Bis die Schulter wieder so beweglich oder fast so beweglich ist wie zuvor, kann es länger dauern. Viele Menschen haben nach 1 bis 2 Jahren nur noch wenige Einschränkungen. In einer Studie hatten nach gut vier Jahren noch etwa 6 Prozent der Betroffenen starke Beschwerden.

Eine Schulter versteift normalerweise nur einmal im Leben. Bei 6 bis 17 Prozent der Betroffenen erkrankt jedoch nach gesundheitsinformation.de innerhalb von fünf Jahren die andere Schulter. Nach der AOK muss in manchen Fällen trotz Behandlung mit langfristigen Bewegungseinschränkungen gerechnet werden. Eine feste Obergrenze für die Dauer oder eine Garantie auf vollständige Heilung gibt es also nicht.

Wie die Diagnose gestellt wird

Schulterbeschwerden können viele Ursachen haben. Die Diagnose „Schultersteife“ stellen Ärztinnen und Ärzte nach gesundheitsinformation.de anhand der Beschreibung der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Dabei wird die Beweglichkeit geprüft. Typisch ist nach dem Universitätsklinikum Tübingen, dass die Schulter in jede Richtung eingeschränkt ist, aktiv und passiv, also auch dann, wenn jemand anderes den Arm bewegt.

Sollen andere Probleme wie Arthrose oder Sehnenrisse ausgeschlossen werden, wird die Schulter manchmal geröntgt oder per MRT untersucht. Eine Bildgebung ist also nicht bei allen Betroffenen nötig. Andere Schulterprobleme mit eigenem Verlauf sind etwa das Impingement der Schulter oder eine Sehnenentzündung der Schulter.

Schmerzen lindern: Kortison und andere Mittel

Wie eine Schultersteife behandelt wird, hängt nach gesundheitsinformation.de von den Beschwerden und der Krankheitsphase ab. Zunächst geht es darum, die Schmerzen zu lindern. Als wirksam erwiesen haben sich Kortisontabletten oder Kortisonspritzen in das Schultergelenk.

Kortisontabletten wirken nur, solange man sie nimmt, und eignen sich nicht als Langzeittherapie, weil sie bei längerer Einnahme etwa Gewichtszunahme, Infektionen, Diabetes und Osteoporose begünstigen können. Spritzen wirken länger, können aber kurz danach vorübergehend mehr Schmerzen, Hitzegefühl mit Hautrötung und selten eine Gelenkinfektion verursachen. Nutzen und Risiken sollten deshalb vorher mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen werden.

Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) sind nach gesundheitsinformation.de weniger wirksam als Kortison. Viele Menschen empfinden Wärme- oder Kältepackungen als angenehm; die Haut sollte dabei etwa mit einem Handtuch geschützt werden.

Ist Bewegung gut bei Frozen Shoulder?

Ja, in der richtigen Dosis. Wer eine steife Schulter hat, kann den Arm nach gesundheitsinformation.de grundsätzlich weiter benutzen und muss keine Angst haben, ihn dadurch zu schädigen. Ruckartige Bewegungen sollten aber möglichst vermieden werden. Das Universitätsklinikum Tübingen betont, die Schulter nicht völlig ruhigzustellen und sich sanft im schmerzfreien Bereich zu bewegen.

In der ersten, schmerzbetonten Phase wird nach gesundheitsinformation.de empfohlen, die Schulter nur behutsam zu bewegen, zum Beispiel mit einer sanften Pendelbewegung des hängenden Arms, während man sich mit dem gesunden Arm an Tisch oder Stuhl abstützt. Intensivere Dehn- und Bewegungsübungen sowie Physiotherapie werden erst empfohlen, wenn die Schmerzen nachlassen. Studien zeigen nach gesundheitsinformation.de, dass eine Kombination aus Kortison und Bewegungsübungen oder Physiotherapie am ehesten hilft, die Versteifung zu lösen.

In unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao passen wir Bewegungsübungen nach einer Untersuchung an Schmerz und Phase an, ohne die Schulter mit Gewalt zu dehnen und ohne eine schnelle Heilung zu versprechen (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Fortschritte im Alltag beobachten

Weil sich eine Schultersteife über Monate verändert, hilft ein einfaches Protokoll, Fortschritte zu erkennen, ohne den Arm zum Testen zu überdehnen. Notieren Sie etwa alle zwei Wochen:

  • Schlaf: Wie oft wecken die Schmerzen Sie nachts? Können Sie auf der betroffenen Seite liegen?
  • Anziehen: Gelingt das Anziehen von Jacke, Pullover oder BH ohne Hilfe?
  • Bequeme Reichweite: Bis wohin kommt die Hand ohne starke Schmerzen, etwa Kinn, Kopf, oberes Regal, hintere Hosentasche?
  • Alltag: Kochen, Putzen, Haare kämmen, Autofahren, Arbeit über Kopf
  • Behandlung: Kortison, Übungen, Physiotherapie, und was danach besser oder schlechter war

Das Protokoll vergibt keine Punktwerte und ersetzt keine Untersuchung. Es macht aber sichtbar, ob Sie sich in der Schmerz-, Versteifungs- oder Lösungsphase befinden.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Dauer: Das Universitätsklinikum Tübingen spricht von einer selbstheilenden Erkrankung, die meist innerhalb von höchstens zwei Jahren ausheilt, in der Regel nach 12 bis 18 Monaten. gesundheitsinformation.de und die AOK beschreiben dagegen, dass ein kleiner Teil der Betroffenen auch nach Jahren noch Beschwerden hat.

Übungen in der Frühphase: gesundheitsinformation.de empfiehlt in der ersten Phase behutsame Bewegungen wie Pendeln und intensivere Übungen erst später. Die AOK rät, Dehnübungen in der ersten Hälfte der Erkrankung zu meiden. Tübingen betont vor allem, die Schulter nicht ruhigzustellen.

Weitere Verfahren: Die AOK nennt Elektro-, Laser- oder Stoßwellentherapie als mögliche Ergänzung. gesundheitsinformation.de hält den Nutzen von Ultraschall für nicht belegt und andere Verfahren wie Laser oder Magnetfeld für nicht gut untersucht. Eingriffe wie Gelenkspiegelung oder Narkosemobilisation halfen in den aussagekräftigsten Studien nicht besser als Kortison und Physiotherapie und werden erst nach Monaten erfolgloser konservativer Behandlung erwogen.

Zusammenfassung

  • Bei einer Frozen Shoulder verklebt und schrumpft die Gelenkkapsel; meist ohne erkennbare Ursache.
  • Der Verlauf geht von Schmerzen über Versteifung zu einer allmählichen Lösung; die Phasen überlappen.
  • Viele haben nach 1 bis 2 Jahren nur noch wenige Einschränkungen, manche länger.
  • Kortison lindert Schmerzen; Übungen und Physiotherapie verbessern die Beweglichkeit, je nach Phase dosiert.
  • Dehnungen sollten nicht erzwungen werden und keine starken Schmerzen auslösen.
  • Ein Eingriff ist in der Regel nicht nötig und hilft meist nicht besser als konservative Behandlung.

Häufige Fragen zur Frozen Shoulder

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie bekomme ich eine Frozen Shoulder weg?

Meist heilt sie von selbst aus. Nach gesundheitsinformation.de können Kortison die Schmerzen lindern und Dehnübungen oder Physiotherapie die Beweglichkeit verbessern; die Kombination hilft am ehesten. Schneller „wegmachen“ lässt sie sich nach den Quellen nicht sicher.

Was löst eine Frozen Shoulder aus?

Meist lässt sich keine Ursache finden; Entzündungen in der Gelenkkapsel spielen vermutlich eine Rolle. Seltener folgt sie auf Unfälle, Entzündungen oder eine Ruhigstellung. Menschen mit Diabetes sind besonders häufig betroffen.

Wie lange dauert die Heilung einer Frozen Shoulder?

Viele haben nach 1 bis 2 Jahren nur noch wenige Einschränkungen, die Schmerzen bessern sich oft schon nach einigen Monaten. Bei manchen dauert es deutlich länger; eine feste Obergrenze gibt es nicht.

Ist Bewegung gut bei Frozen Shoulder?

Ja, behutsam und im schmerzarmen Bereich. In der Schmerzphase eher sanft, etwa mit Pendelbewegungen, intensivere Übungen erst, wenn die Schmerzen nachlassen. Den Arm zu benutzen schadet nach gesundheitsinformation.de nicht.

Wie kann ich Fortschritte im Alltag beobachten?

Mit einem kurzen Protokoll alle paar Wochen: nächtliches Aufwachen, Liegen auf der Seite, Anziehen ohne Hilfe und bis wohin die Hand ohne starke Schmerzen reicht. So werden langsame Veränderungen sichtbar, ohne den Arm zu überdehnen.

Warum sollte ich schmerzhafte Dehnungen nicht erzwingen?

Weil sich die Schmerzen nach gesundheitsinformation.de sonst verstärken können, vor allem in den frühen Phasen. Das Universitätsklinikum Tübingen beschreibt, dass zu viel Reiz die Entzündung wieder anfachen kann. Man nähert sich einer Dehnung langsam an, bis man sie spürt, ohne dass es stark schmerzt.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Schultersteife
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Was hilft bei Schultersteife?
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Was hilft bei Schulterschmerzen? (Wann ärztlicher Rat gefragt ist)
  4. AOK · Welche Symptome hat eine Frozen Shoulder und was hilft?
  5. Universitätsklinikum Tübingen, puls · Frozen Shoulder: Wenn die Schulter einfriert

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.