Was ist Helicobacter pylori?
H. pylori ist ein Bakterium, das aussieht wie ein kleines Stäbchen. Es überlebt trotz der Magensäure und reizt den Magen. Dadurch kann sich die Schleimhaut dauerhaft entzünden; Fachleute sprechen von einer H.-pylori-Gastritis. Sie ist die häufigste Ursache einer dauerhaft entzündeten Magenschleimhaut.
Das Bakterium ist weltweit verbreitet. Fachleute gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Menschheit es in sich trägt; in Europa ist etwa jede dritte Person infiziert. Das DZIF beschreibt die Infektion als eine der häufigsten chronischen Infektionen des Menschen.
H. pylori gilt heute als Infektionskrankheit – unabhängig davon, ob Beschwerden oder Folgeerkrankungen bestehen. Das ist der Grund, warum nach einem positiven Befund eine Behandlung angeboten werden soll.
Wie merkt man, dass man Helicobacter hat?
Häufig gar nicht: Viele Menschen mit H.-pylori-Gastritis haben keine Beschwerden, und auch das DZIF schreibt, dass die Infektion oft symptomlos verläuft. Mögliche Anzeichen einer entzündeten Magenschleimhaut sind nach der Patienteninformation:
- Völlegefühl
- Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit
- Aufstoßen und Appetitlosigkeit
- Mundgeruch
Ein bisschen Übelkeit oder Drücken in der Magengegend kennt jeder einmal. Dauern solche Beschwerden an, kann sich H. pylori dahinter verbergen – sicher klären lässt sich das nur mit einem Test. Auch bestimmte Schmerzmittel können Magenbeschwerden verursachen. Mehr zu Brennen hinter dem Brustbein lesen Sie im Ratgeber Sodbrennen.
Woher bekommt man Helicobacter-Bakterien?
Der Erreger wird von Mensch zu Mensch übertragen. Wie genau er weitergegeben wird – über Speichel, Erbrochenes oder Stuhl –, ist nach der Patienteninformation bislang unklar.
Meist wird die Infektion im Kindesalter durch engen Kontakt in der Familie erworben. Im Erwachsenenalter ist die Ansteckungsgefahr gering. Für Kinder gelten zum Teil andere Empfehlungen als für Erwachsene; dieser Ratgeber beschreibt das Vorgehen bei Erwachsenen.
Weil der Übertragungsweg nicht sicher bekannt ist, lässt sich auch keine einfache Regel ableiten, wer im Umfeld getestet werden muss. Das gehört ins ärztliche Gespräch.
Ist Helicobacter pylori schlimm?
Oft bleibt die Infektion unbemerkt. Sie kann aber Folgen haben. Bei etwa 1 bis 2 von 10 Menschen mit dem Bakterium im Magen entwickelt sich ein Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms. Dabei kann es zu Blutungen kommen, im schlimmsten Fall zu einem Magen- oder Darmdurchbruch.
H.-pylori-Bakterien gelten als hauptsächliche Auslöser von Magengeschwüren und Magenkrebs. Die Patienteninformation nennt Magenkrebs oder ein bösartiges Lymphom als sehr seltene Folge. Das DZIF gibt an, dass etwa ein Prozent der Infizierten an Magenkrebs erkrankt, und weist darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation H. pylori als krebserregend eingestuft hat.
Ziel der Behandlung ist deshalb zweierlei: bestehende Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung zu heilen und Folgeerkrankungen wie Geschwüren oder Krebs vorzubeugen.
Wie wird Helicobacter pylori nachgewiesen?
Es gibt mehrere Verfahren. Sie unterscheiden sich kaum in ihrer Genauigkeit, wohl aber in Aufwand und Risiken. Welche Methode passt, überlegt die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen.
- Magenspiegelung mit Gewebeproben: Ein biegsamer Schlauch wird über die Speiseröhre in den Magen geschoben, mit einer Zange werden Proben entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. So lässt sich auch beurteilen, wie stark das Gewebe entzündet oder verändert ist. Bei etwa 1 von 1.000 Untersuchten kommt es zu Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Blutungen.
- Atemtest: Der Nachweis gelingt mit speziellen Methoden aus der Atemluft; die Untersuchung ist risikolos.
- Stuhltest: Auch im Stuhl lässt sich H. pylori mit speziellen Methoden nachweisen, ebenfalls risikolos.
Wie bekommt man Helicobacter pylori wieder weg?
H. pylori lässt sich wirksam mit Medikamenten behandeln. Die Behandlung der ersten Wahl besteht nach der Patienteninformation aus vier Medikamenten: einem Säureblocker, zwei Antibiotika und einem bismuthaltigen Mittel. Sie werden mindestens 10 Tage eingenommen. Antibiotika und Bismut wirken gegen die Bakterien; der Säureblocker hemmt die Magensäure, damit die Antibiotika richtig wirken.
Welche Kombination im Einzelfall passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, zum Beispiel nach früheren Behandlungen. Lassen Sie sich Vor- und Nachteile erklären. Die Medikamente können vorübergehend Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall verursachen, nach der Patienteninformation bei 10 bis 25 von 100 Behandelten.
Wichtig ist die konsequente Einnahme: in regelmäßigen Abständen, in ausreichender Dosis, ohne Unterbrechung und lange genug – auch wenn es Ihnen schon besser geht. Ein Medikationsplan hilft beim Überblick. Teilen Sie dem Ärzteteam alle Medikamente mit, auch selbst gekaufte.
Warum braucht man nach der Behandlung einen Kontrolltest?
Einige Wochen nach Behandlungsende soll geprüft werden, ob die Behandlung erfolgreich war. Nach der Patienteninformation muss dafür die letzte Antibiotika-Einnahme mindestens 4 Wochen und die letzte Einnahme des Säureblockers mindestens 2 Wochen zurückliegen. Oft reicht ein Atem- oder Stuhltest. Wann Sie einen Säureblocker pausieren, planen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – nicht auf eigene Faust.
Bei mehr als 80 von 100 Behandelten ist danach kein H. pylori mehr nachweisbar. Findet sich das Bakterium noch, hat die Behandlung nicht ausreichend geholfen; möglicherweise sind die Bakterien gegen die Antibiotika unempfindlich (resistent). Dann soll ein Test auf Resistenzen angeboten und die Behandlung angepasst werden, empfohlen wird dann eine Dreifach- oder Vierfach-Behandlung über 14 Tage.
Nach einem positiven Befund hilft ein Zettel für die eigenen Unterlagen: welcher Test wann gemacht wurde, welche Antibiotika Sie früher schon einmal bekommen haben, welcher Behandlungsplan verordnet wurde und wann die Kontrolle vereinbart ist.
Können Ernährung oder Hausmittel die Bakterien beseitigen?
Nein. Die Quellen nennen als Weg, H. pylori zu entfernen, nur die Behandlung mit Medikamenten. Was die Patienteninformation empfiehlt, unterstützt die Magenschleimhaut und den Behandlungserfolg:
- Medikamente am besten mit Wasser einnehmen, denn manche Getränke wie Milch verändern die Wirkung bestimmter Antibiotika
- nicht zu heiße Speisen essen
- Kaffee und Alkohol nur in Maßen trinken
- Stress so gut wie möglich vermeiden, weil er die Bildung von Magensäure anregt
- mit dem Rauchen aufhören, weil Rauchen die Magenschleimhaut reizt; das kann den Behandlungserfolg verbessern
Wenn Sie begleitend Fragen dazu haben, welche Speisen Sie während oder nach der ärztlichen Behandlung gut vertragen, berät Sie unsere Ernährungsberatung in Bilbao (die Beratung findet auf Spanisch statt). Sie ersetzt weder Test noch Behandlung durch die Ärztin oder den Arzt.
Wo sich die Quellen unterscheiden
Art der Quelle: Die Patienteninformation von BÄK und KBV (Januar 2023) beruht auf der ärztlichen Leitlinie und beschreibt Test, Behandlung und Kontrolle. Der DZIF-Bericht von 2019 stellt eine Forschungsarbeit mit 16 Patienten vor; er ist keine Behandlungsempfehlung.
Krebsrisiko: Die Patienteninformation nennt Magenkrebs eine sehr seltene Folge. Das DZIF beziffert den Anteil der Infizierten, die an Magenkrebs erkranken, auf etwa ein Prozent und nennt die Einstufung als krebserregend durch die WHO.
Antibiotika: Das DZIF fand, dass Antibiotika die Vielfalt der Bakterien im Magen verringern und resistente Bakterien auslesen können – auch wenn sie gegen andere Infektionen gegeben wurden. Die Patienteninformation zieht daraus keine eigene Empfehlung, nennt aber Resistenzen als Grund für ein Scheitern der Behandlung. Beide halten H. pylori mit fachgerechter Kombinationstherapie in der Regel für behandelbar.
Zusammenfassung
H. pylori ist ein weit verbreitetes Magenbakterium, das oft keine Beschwerden macht, aber Magenschleimhautentzündung und Geschwüre verursachen kann und als Hauptauslöser von Magenkrebs gilt. Nachgewiesen wird es per Magenspiegelung, Atem- oder Stuhltest.
Nach einem positiven Befund soll eine Behandlung angeboten werden, in erster Wahl mit vier Medikamenten über mindestens 10 Tage, konsequent eingenommen. Einige Wochen später prüft ein Kontrolltest den Erfolg. Ernährung und Lebensstil unterstützen den Magen, ersetzen die Behandlung aber nicht. Teerstuhl, Bluterbrechen oder starke Bauchschmerzen sind ein Notfall.
Häufige Fragen zu Helicobacter pylori
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Wie merkt man, dass man Helicobacter hat?
Oft gar nicht. Möglich sind Völlegefühl, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Aufstoßen, Appetitlosigkeit und Mundgeruch. Sicher feststellen lässt sich die Infektion nur mit einem Test.
Wie bekommt man Helicobacter pylori wieder weg?
Mit Medikamenten: In erster Wahl mit einer Kombination aus Säureblocker, zwei Antibiotika und einem bismuthaltigen Mittel über mindestens 10 Tage, konsequent nach ärztlichem Plan eingenommen.
Woher bekommt man Helicobacter-Bakterien?
Sie werden von Mensch zu Mensch übertragen, meist schon im Kindesalter durch engen Kontakt in der Familie. Ob über Speichel, Erbrochenes oder Stuhl, ist noch unklar. Bei Erwachsenen ist die Ansteckungsgefahr gering.
Ist Helicobacter pylori schlimm?
Oft bleibt es unbemerkt. Bei 1 bis 2 von 10 Betroffenen entsteht aber ein Geschwür, und das Bakterium gilt als Hauptauslöser von Magenkrebs. Deshalb soll nach einem Nachweis eine Behandlung angeboten werden.
Warum braucht man nach der Behandlung einen Kontrolltest?
Weil die Behandlung nicht immer wirkt, etwa bei resistenten Bakterien. Geprüft wird frühestens 4 Wochen nach den Antibiotika und 2 Wochen nach dem Säureblocker, oft per Atem- oder Stuhltest.
Können Ernährung oder Hausmittel die Bakterien beseitigen?
Nein. Entfernt wird H. pylori mit Medikamenten. Nicht zu heiße Speisen, wenig Kaffee und Alkohol, weniger Stress und Rauchstopp tun der Magenschleimhaut gut, ersetzen die Behandlung aber nicht.
Quellen
- Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (ÄZQ): Gesundheitsinformation „Helicobacter-Infektion – Was haben Magenbeschwerden mit Bakterien zu tun?“, Januar 2023 (PDF)
- Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Bakterium Helicobacter pylori – Evolution im Magen, 23.05.2019
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
