Zum Inhalt springen

Verdauung MediBilbao Salud

Gastritis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Magenschmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen: Hinter solchen Beschwerden kann eine Entzündung der Magenschleimhaut stecken. Etwa 20 von 100 Menschen in Deutschland bekommen im Lauf ihres Lebens eine akute Gastritis. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de und des Bundesgesundheitsministeriums auf gesund.bund.de, wie akute und chronische Gastritis entstehen, wie sie festgestellt und behandelt werden, welche Rolle die Ernährung spielt und wann Beschwerden dringend abgeklärt werden müssen.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757
Frau sitzt am Esstisch und hält sich die Hand auf den Oberbauch
Illustration, mit KI erstellt.

Was ist eine Gastritis?

Die Magenschleimhaut schützt die Magenwand vor Magensäure und Krankheitserregern. Wird diese Schutzschicht gereizt oder geschädigt, kann sie sich entzünden. Eine solche Magenschleimhautentzündung heißt Gastritis.

Man unterscheidet zwei Formen. Eine akute Gastritis löst meist deutlich spürbare Magen-Darm-Beschwerden aus, die in der Regel nach ein paar Tagen von selbst abklingen. Eine chronische Gastritis kann dagegen unbemerkt bleiben, aber die Magenwand verletzen. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn ein Magengeschwür Beschwerden verursacht.

Magenschleimhautentzündungen sind in Deutschland häufig. Das Risiko steigt mit dem Alter: Frauen erkranken nach IQWiG und gesund.bund.de meist zwischen 45 und 64 Jahren, Männer meist nach dem 65. Lebensjahr.

Welche Symptome hat man bei Gastritis?

Eine akute Gastritis kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Magenschmerzen
  • Völlegefühl und aufgeblähter Bauch
  • Blähungen und Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit, manchmal mit Erbrechen
  • Appetitlosigkeit

Bei einer chronischen Gastritis sind oft nur leichte oder gar keine Beschwerden spürbar; sie kann aber auch dieselben Symptome hervorrufen wie die akute Form.

Nicht jeder Magenschmerz ist eine Gastritis. Einige dieser Beschwerden treten auch bei anderen Erkrankungen auf, etwa bei der Refluxkrankheit, einem Reizmagen, einem Reizdarmsyndrom oder einer Magen-Darm-Infektion mit Durchfall. Mehr zu Säurebeschwerden lesen Sie in unserem Ratgeber zu Sodbrennen.

Warum bekommt man Gastritis?

Die häufigsten Ursachen sind nach IQWiG und gesund.bund.de eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori und die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR).

Helicobacter-Bakterien stören die Produktion der Magensäure. Dadurch kommt es zu einer Übersäuerung, die Schleimhaut und Magenwand schädigen kann. In Deutschland tragen schätzungsweise 40 von 100 Menschen das Bakterium in sich, doch nur ein kleiner Teil von ihnen entwickelt eine Gastritis oder ein Geschwür. Übertragen wird es zum Beispiel über Speichel, Erbrochenes, Stuhl, Trinkwasser oder Nahrungsmittel; vermutlich steckt man sich meist schon in der Kindheit über engen Kontakt in der Familie an.

Weitere mögliche Auslöser:

  • übermäßiger Alkoholkonsum, der eine akute Gastritis auslösen kann
  • Rauchen, anhaltender Stress und sehr fett-, zuckerhaltige oder scharfe Speisen, die Magenbeschwerden hervorrufen können
  • seltener ein Galle-Reflux, bei dem Gallenflüssigkeit aus dem Dünndarm in den Magen zurückfließt und die Schleimhaut schädigt

Wie Schmerzmittel den Magen belasten

NSAR wirken entzündungshemmend. Werden sie nur kurz gegen akute Schmerzen eingenommen, sind Nebenwirkungen am Magen eher selten. Bei längerer Einnahme über Wochen oder Monate können sie jedoch die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören.

Der Grund: NSAR hemmen die Bildung von Prostaglandinen. Diese Gewebehormone fördern die Bildung von Magenschleim und von Stoffen, die die Magensäure neutralisieren. Fehlen sie, ist die Magenwand nicht mehr ausreichend vor der Säure geschützt. Werden NSAR zusammen mit Kortison eingenommen, kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken.

Sind Schmerzmittel der Auslöser, ist es nach dem IQWiG ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Medikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem säurehemmenden Medikament zu kombinieren. Wer regelmäßig NSAR einnimmt und ein erhöhtes Risiko für ein Magengeschwür hat, etwa nach einem früheren Geschwür, kann vorbeugend ein säurehemmendes Mittel einnehmen. Setzen Sie verordnete Medikamente aber nie auf eigene Faust ab.

Folgen und Warnzeichen

Eine Gastritis heilt nach gesund.bund.de für gewöhnlich gut aus. Schützt die Schleimhaut die Wand von Magen oder Zwölffingerdarm aber nicht mehr ausreichend, kann sich ein Geschwür (Ulkus) bilden. Ein solches Geschwür kann selten zu ernsthaften Komplikationen wie Blutungen führen. Eine dauerhaft entzündete Schleimhaut bei chronischer Gastritis kann zudem eine Blutarmut verursachen; ein bösartiger Tumor entsteht sehr selten.

Da die häufigste Komplikation von Geschwüren Blutungen sind, sollten nach dem IQWiG folgende Zeichen rasch ärztlich abgeklärt werden:

  • schwarz gefärbter Stuhl
  • erbrochenes Blut, also rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes
  • Anzeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Blässe oder Luftnot bei Anstrengung
  • häufiges Erbrechen nach dem Essen

Mit solchen Warnzeichen sollte man nicht abwarten, ob die Beschwerden von selbst vergehen.

Wie wird eine Gastritis festgestellt?

Nach einem Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente tastet die Ärztin oder der Arzt die Magenregion und den Oberbauch ab. Das kann erste Hinweise geben.

Je nach Beschwerden kann eine Magenspiegelung sinnvoll sein. Die Untersuchung dauert 5 bis 10 Minuten: Ein Gastroskop wird durch Mund und Speiseröhre in den Magen geführt, sodass sich Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm betrachten und Entzündungen oder Blutungen erkennen lassen. Dabei können Gewebeproben entnommen und auf Helicobacter oder Zellveränderungen untersucht werden.

Eine Helicobacter-Infektion lässt sich manchmal auch mit einem speziellen Atemtest oder durch eine Blut- oder Stuhluntersuchung nachweisen. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden ab; nicht jede Magenverstimmung erfordert eine Spiegelung.

Ärztin im Gespräch mit einem Patienten am Schreibtisch
Illustration, mit KI erstellt.

Wie kriegt man Gastritis weg?

Wie eine Gastritis behandelt wird, hängt von der Stärke der Entzündung, den Beschwerden und der Ursache ab. Halten die Beschwerden an oder sind sie sehr stark, kommen säurehemmende Medikamente zum Einsatz, bis die Symptome abklingen:

  • Antazida neutralisieren die vorhandene Magensäure.
  • Protonenpumpenhemmer hemmen die Bildung von Magensäure.
  • H2-Rezeptor-Antagonisten hemmen ebenfalls die Säurebildung.

Ist eine Helicobacter-Infektion die Ursache, werden Protonenpumpenhemmer mit zwei Antibiotika und Bismut kombiniert. Bismut hemmt das Wachstum der Bakterien und bildet einen schützenden Film über der geschädigten Schleimhaut. Die Behandlung dauert nach dem IQWiG mindestens zehn Tage und wird ärztlich festgelegt.

Wer merkt, dass Stress die Magenbeschwerden verstärkt, kann versuchen, anders damit umzugehen und für mehr Entspannung im Alltag zu sorgen.

Was soll man bei Gastritis essen und meiden?

Bei einer akuten Gastritis ist es wichtig, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Häufig wird zu Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim und zu Ruhe geraten; Kaffee sowie fetthaltige oder scharfe Speisen sollten gemieden werden. Ob diese Maßnahmen helfen, ist nach IQWiG und gesund.bund.de allerdings wissenschaftlich kaum untersucht.

Die Ernährung kann Beschwerden also beeinflussen, eine Gastritis aber nicht allein heilen: Liegt eine Helicobacter-Infektion oder eine Schmerzmittel-Ursache vor, muss diese behandelt werden. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zur Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden.

Vor dem Arzttermin hilft eine vollständige Medikamentenliste:

  • alle rezeptfreien Schmerzmittel, auch gelegentlich eingenommene
  • verordnete Medikamente, etwa Kortison
  • säurebindende Mittel aus der Apotheke und ob sie geholfen haben
  • Alkohol- und Tabakkonsum

Ändern oder beenden Sie verordnete Mittel nicht selbst, sondern besprechen Sie das in der Praxis. In unserer Praxis in Bilbao unterstützen wir Erwachsene nach ärztlicher Abklärung in der Ernährungsberatung dabei, ihre Ernährung magenfreundlich zu gestalten (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Teller mit gedünstetem Gemüse, Reis und Fisch, daneben Banane und Wasserglas
Illustration, mit KI erstellt.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Der Text auf gesund.bund.de entstand in Zusammenarbeit mit dem IQWiG; die Quellen sind daher keine unabhängigen Prüfungen und stimmen bei Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlung weitgehend überein.

Kleine Unterschiede gibt es dennoch. Gesund.bund.de betont, dass eine Gastritis gewöhnlich gut ausheilt, und nennt bei den H2-Rezeptor-Antagonisten noch einen Wirkstoff, den die aktuelle IQWiG-Fassung nicht mehr aufführt. Das IQWiG gibt dagegen eine Mindestdauer von zehn Tagen für die Helicobacter-Behandlung an und empfiehlt bei schmerzmittelbedingter Gastritis ausdrücklich, ärztlich abgestimmt auf andere Mittel auszuweichen oder einen Säureschutz hinzuzunehmen.

Beide Quellen weisen darauf hin, dass der Nutzen von Schonkost und Essenspausen kaum erforscht ist. Die Blutungszeichen stammen aus der IQWiG-Information zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Zusammenfassung

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, meist durch Helicobacter pylori oder entzündungshemmende Schmerzmittel. Die akute Form verursacht Magenschmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen oder Übelkeit und klingt meist nach wenigen Tagen ab; die chronische bleibt oft unbemerkt.

Abtasten, bei Bedarf Magenspiegelung sowie Atem-, Blut- oder Stuhltests klären die Ursache. Säurehemmende Medikamente lindern die Beschwerden, Helicobacter wird mit Antibiotika behandelt. Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Schonkost können helfen. Schwarzer Stuhl, Bluterbrechen oder Zeichen einer Blutarmut gehören rasch ärztlich abgeklärt.

Häufige Fragen zur Gastritis

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was soll man bei Gastritis nicht essen?

Bei akuter Gastritis wird geraten, Alkohol, Nikotin, Kaffee sowie fetthaltige oder scharfe Speisen zu meiden und Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim zu wählen. Wie gut das hilft, ist allerdings kaum untersucht.

Sind Magenschmerzen immer Gastritis?

Nein. Ähnliche Beschwerden treten auch bei Refluxkrankheit, Reizmagen, Reizdarmsyndrom oder Magen-Darm-Infektionen auf. Anhaltende Beschwerden sollten ärztlich eingeordnet werden.

Kann eine chronische Gastritis ohne Beschwerden verlaufen?

Ja. Bei einer chronischen Gastritis sind oft nur leichte oder gar keine Beschwerden spürbar. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn ein Magengeschwür Beschwerden verursacht.

Wann kommt eine Magenspiegelung infrage?

Je nach Art und Stärke der Beschwerden. Bei der Spiegelung lassen sich Entzündungen oder Blutungen erkennen und Gewebeproben auf Helicobacter oder Zellveränderungen untersuchen.

Sollte man Schmerzmittel selbst absetzen?

Nicht eigenmächtig. Sind Schmerzmittel der Auslöser, wird ärztlich entschieden, ob auf andere Mittel ausgewichen oder ein Säureschutz ergänzt wird. Das gilt besonders für verordnete Medikamente.

Welche Blutungszeichen sind dringend?

Schwarz gefärbter Stuhl, rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes und Anzeichen einer Blutarmut wie Schwindel, Blässe oder Luftnot bei Anstrengung. Sie sollten rasch ärztlich abgeklärt werden.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.