Was ist ein Magengeschwür?
Die Magenschleimhaut kleidet die Magenwand aus und schützt sie vor Magensäure und Keimen. Lässt dieser Schutz nach, kann es zu Entzündungen und Verletzungen kommen und schließlich zu einem Geschwür (Ulkus), einer Wunde in der Magenwand. Dasselbe gilt für den Zwölffingerdarm. Von einem Ulkus spricht man, wenn die Wunde mindestens fünf Millimeter misst.
Meist geht einem Magengeschwür eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) voraus – aber nicht jede Gastritis führt zu einem Geschwür. Das Risiko steigt mit dem Alter, Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Nach gesundheitsinformation.de bekommen zwischen 18 und 29 Jahren etwa 1 bis 2 von 100 Menschen ein Geschwür, ab 45 Jahren 8 bis 10 von 100 Frauen und 9 bis 14 von 100 Männern.
Wie merkt man, dass man ein Magengeschwür hat?
Viele Geschwüre verursachen nach der Barmer keine oder kaum Beschwerden und bleiben deshalb unentdeckt – vor allem solche, die durch Schmerzmittel entstanden sind. Sie fallen manchmal erst auf, wenn sie bluten. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie oft unspezifisch:
- Druck- und Völlegefühl
- Übelkeit und Erbrechen
- Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen
- Blähungen und unregelmäßiger Stuhlgang
- saures Aufstoßen und Sodbrennen
Wo und wann schmerzt es? Beim Magengeschwür treten die Beschwerden im mittleren bis linken Oberbauch auf – direkt nach dem Essen, aber auch unabhängig von den Mahlzeiten. Beim Zwölffingerdarmgeschwür treten sie eher bei leerem Magen auf und lassen nach dem Essen nach. Diese Muster sind Hinweise, keine Diagnose; Oberbauchschmerzen können viele Ursachen haben. Mehr zu Beschwerden durch Magensäure lesen Sie im Ratgeber zu Sodbrennen.
Helicobacter und Schmerzmittel: die häufigsten Ursachen
Die meisten Geschwüre lassen sich auf zwei Ursachen zurückführen, manchmal auf beide gleichzeitig:
- Helicobacter pylori: Das Bakterium kann sich in der Schleimhaut ausbreiten, eine Entzündung auslösen und die Säurebildung verstärken. Übertragen wird es von Mensch zu Mensch, aber auch etwa über verunreinigtes Wasser. Nach der Barmer verlaufen die meisten Infektionen ohne Beschwerden; nur 10 bis 15 Prozent der Infizierten entwickeln ein Geschwür.
- Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): Bei längerer Einnahme hemmen sie die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin, das Magenschleim und säureneutralisierende Stoffe reguliert. Die Schleimhaut wird dadurch anfälliger. Zusammen mit kortisonhaltigen Medikamenten kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken.
Seltener sind andere Ursachen, etwa eine Erkrankung mit übermäßiger Säurebildung (Zollinger-Ellison-Syndrom), eine Magenoperation oder bestimmte weitere Arzneimittel. Manchmal findet sich keine Ursache. Die Barmer weist darauf hin, dass Magengeschwüre und Helicobacter-Infektionen das Risiko für Magenkrebs erhöhen.
Wer Schmerzmittel regelmäßig nimmt
Wer längere Zeit entzündungshemmende Schmerzmittel einnimmt, bespricht am besten mit der Ärztin oder dem Arzt, ob zusätzlich ein Säurehemmer (Protonenpumpenhemmer) sinnvoll ist. Diese Medikamente senken nach gesundheitsinformation.de das Risiko für Magengeschwüre. Ob sie nötig sind, hängt vom persönlichen Risiko ab. Ein erhöhtes Risiko haben unter anderem:
- Menschen über 65 Jahre
- Menschen, die schon einmal ein Magengeschwür hatten
- Menschen, die mehrere Schmerzmittel gleichzeitig einnehmen
Ist ein Schmerzmittel die Ursache eines Geschwürs, ist es nach der Barmer wichtig, es nach Möglichkeit für eine Weile abzusetzen oder auf eine magenschonendere Alternative umzusteigen. Manche dieser Mittel werden aber aus wichtigen Gründen verordnet. Setzen Sie verordnete Medikamente deshalb nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie Wechsel oder Pause mit der Ärztin oder dem Arzt, die sie verordnet haben.
Ist ein Magengeschwür gefährlich?
Ernsthafte Komplikationen sind nach gesundheitsinformation.de eher selten, kommen aber vor. Die häufigste sind Blutungen; nach der Barmer treten sie bei etwa 20 Prozent der Betroffenen auf. Rasch ärztlich abklären lassen sollte man:
- schwarz gefärbten Stuhl (Teerstuhl)
- erbrochenes Blut, rot oder schwarz gefärbt
- Anzeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Blässe oder Luftnot bei Anstrengung
Viel seltener führt ein Geschwür zu einem Durchbruch der Magen- oder Darmwand (Perforation). Er macht sich durch plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar und ist lebensbedrohlich. Bei Verdacht sofort den Notruf 112 wählen.
Wie wird ein Magengeschwür festgestellt?
Zunächst tastet die Ärztin oder der Arzt den Bauch ab. Bei Verdacht wird normalerweise eine Magenspiegelung (Gastroskopie) gemacht: Ein flexibler Schlauch mit Kamera wird durch den Mund eingeführt, um Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm zu untersuchen. Nach der Barmer dauert sie 15 bis 30 Minuten; der Rachen wird betäubt, und die Barmer beschreibt sie unter einem Beruhigungsmittel. Wie die Untersuchung im Einzelfall vorbereitet wird, bespricht man vorher.
Dabei können Gewebeproben entnommen und auf Helicobacter, eine Entzündung oder Gewebeveränderungen wie Krebs untersucht werden. Für den Nachweis von Helicobacter gibt es außerdem weniger belastende Verfahren wie einen Atem- oder Stuhltest.
Warum auf Helicobacter getestet wird: Ist das Bakterium die Ursache, reicht ein Säurehemmer allein nicht – dann wird zusätzlich die Infektion behandelt, und das Ergebnis wird später kontrolliert.
Wie bekommt man ein Magengeschwür wieder weg?
Manche Geschwüre heilen ohne Behandlung innerhalb von 2 bis 3 Monaten ab, treten danach aber häufig erneut auf. Auf eine Selbstheilung zu warten, ist deshalb keine gute Idee. Zur Behandlung gehören:
- Säurehemmer (Protonenpumpenhemmer): Sie bremsen die Säureproduktion; nach gesundheitsinformation.de werden sie 4 bis 8 Wochen eingenommen. Magengeschwüre brauchen nach der Barmer meist länger zum Abheilen als Zwölffingerdarmgeschwüre.
- Bei Helicobacter: in der Regel eine Kombination aus vier Medikamenten – ein Säurehemmer, ein Mittel, das das Bakterienwachstum hemmt und die Schleimhaut schützt, sowie zwei Antibiotika – über mindestens zehn Tage.
- Bei Schmerzmitteln als Ursache: ärztlich begleitete Pause oder Wechsel des Medikaments.
- Bei starker Blutung: ein Eingriff über ein Endoskop, um die Blutung zu stillen; selten ist eine Operation nötig. Ein Durchbruch muss sofort operiert werden.
Kontrolle: Frühestens vier Wochen nach Ende der Antibiotika wird mit einem Atemtest, einem Stuhltest oder manchmal einer Magenspiegelung geprüft, ob die Behandlung erfolgreich war. Falls nicht, wird sie mit einer anderen Antibiotika-Kombination wiederholt, oft nachdem getestet wurde, ob die Bakterien gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich sind. Dauer und Art der Behandlung legt die Ärztin oder der Arzt fest; eine feste Frist für alle gibt es nicht.
Ernährung und Vorbeugung
Eine Diät, die ein Geschwür heilt, nennen die Quellen nicht – die Behandlung erfolgt mit Medikamenten. Die Barmer beschreibt aber Einflüsse, die als Risikofaktoren gelten und möglichst gemieden werden sollten:
- reichlich Fett und Salz sowie Alkohol und Koffein, die die Säureproduktion anregen können
- Rauchen
- anhaltender Stress und psychische Belastungen, die sich auf die Schleimhaut auswirken können
- unangemessener Gebrauch entzündungshemmender Schmerzmittel
Wer bei sich bestimmte Auslöser für Magenbeschwerden bemerkt, kann versuchen, sie zu meiden, und das mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Allgemeine Hinweise zum Essen bei Magen-Darm-Beschwerden finden Sie im Ratgeber Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden.
In unserer Praxis in Bilbao bieten wir nach der ärztlichen Abklärung eine Ernährungsberatung als Unterstützung an. Magenspiegelungen oder eine gastroenterologische Behandlung bieten wir nicht an (die Beratung findet auf Spanisch statt).
Wo sich die Quellen unterscheiden
gesundheitsinformation.de (aktualisiert am 03.09.2025) und die Barmer (letzte Aktualisierung 07.08.2025) stimmen in Ursachen, Diagnose und Grundzügen der Behandlung überein. Unterschiede gibt es bei Zahlen und Schwerpunkten:
- Häufigkeit: Die Barmer nennt rund sieben Prozent der Bevölkerung, die schon einmal ein Geschwür hatten; gesundheitsinformation.de gibt Zahlen nach Altersgruppe und Geschlecht an.
- Blutungen: Die Barmer beziffert sie mit etwa 20 Prozent der Betroffenen; gesundheitsinformation.de nennt sie die häufigste Komplikation, bezeichnet ernsthafte Komplikationen insgesamt aber als eher selten.
- Kontrolle nach Helicobacter-Therapie: Die Barmer erwähnt den Atemtest; gesundheitsinformation.de nennt zusätzlich Stuhltest und Magenspiegelung und den Zeitpunkt frühestens vier Wochen nach Ende der Antibiotika.
- Vorbeugung: Nur die Barmer nennt Ernährung, Alkohol, Koffein, Rauchen und Stress als Risikofaktoren; gesundheitsinformation.de konzentriert sich auf die Säurehemmer-Vorbeugung bei Menschen mit hohem Risiko, die Schmerzmittel nehmen.
- Magenspiegelung: Die Barmer beschreibt sie unter Beruhigungsmedikation; gesundheitsinformation.de macht dazu keine Angabe.
Zusammenfassung
Magengeschwüre sind Wunden in der Magenwand, meist ausgelöst durch Helicobacter pylori oder die längere Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel. Sie verursachen oft kaum Beschwerden; typisch sind Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit oder Sodbrennen. Schwarzer Stuhl, Bluterbrechen oder Zeichen einer Blutarmut müssen rasch abgeklärt werden, plötzliche heftigste Bauchschmerzen sind ein Notfall.
Die Diagnose stellt eine Magenspiegelung. Säurehemmer lassen Geschwüre in einigen Wochen abheilen; bei Helicobacter kommen Antibiotika hinzu, deren Erfolg frühestens vier Wochen später geprüft wird. Verordnete Medikamente nie eigenmächtig absetzen. Eine Heildiät gibt es nicht, doch weniger Alkohol, kein Rauchen und ein bewusster Umgang mit Schmerzmitteln können vorbeugen.
Häufige Fragen zum Magengeschwür
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Wie merkt man, dass man ein Magengeschwür hat?
Oft gar nicht. Mögliche Zeichen sind Schmerzen im mittleren bis linken Oberbauch, Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Sodbrennen. Klarheit bringt eine Magenspiegelung.
Wie bekommt man Magengeschwüre wieder weg?
Mit säurehemmenden Medikamenten über einige Wochen; bei Helicobacter zusätzlich mit Antibiotika. Ist ein Schmerzmittel die Ursache, wird es nach ärztlicher Absprache pausiert oder gewechselt.
Kann ein Magengeschwür selbst heilen?
Manche heilen in 2 bis 3 Monaten von selbst ab, kehren aber häufig zurück. Wegen möglicher Blutungen sollte man nicht abwarten, sondern die Ursache klären und behandeln lassen.
Ist ein Magengeschwür sehr gefährlich?
Meist ist es gut behandelbar. Gefährlich sind Blutungen und, sehr selten, ein Durchbruch der Magenwand; bei plötzlichen sehr starken Bauchschmerzen sofort 112 wählen.
Warum wird auf Helicobacter pylori getestet?
Weil das Bakterium eine der häufigsten Ursachen ist und dann zusätzlich mit Antibiotika behandelt wird. Ob die Behandlung gewirkt hat, wird frühestens vier Wochen danach kontrolliert.
Darf ich verordnete Schmerzmittel selbst absetzen?
Nein. Auch wenn ein Schmerzmittel das Geschwür ausgelöst hat, sollten Pause oder Wechsel mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt besprochen werden.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · gesundheitsinformation.de (IQWiG): Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, aktualisiert am 03.09.2025
- Barmer: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Ursachen, Symptome und Behandlung, letzte Aktualisierung 07.08.2025
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
