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Handgelenk MediBilbao Salud

Radiusfraktur: Behandlung und Erholung des Handgelenks

Wer bei einem Sturz die Hand nach vorn streckt, um sich abzufangen, bricht sich nicht selten die Speiche (Radius) kurz vor dem Handgelenk. Die distale Radiusfraktur ist nach dem Universitätsklinikum Heidelberg der häufigste Bruch des Menschen. Dieser Ratgeber erklärt nach dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums und dem IQWiG, woran man den Bruch erkennt, wann es eilt, wie Gips und Operation eingesetzt werden und welche Fragen man bei den Kontrollterminen stellen kann. Die Entscheidungen im Einzelfall trifft das behandelnde Team.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
9 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Radiusfraktur?

Der Unterarm hat zwei Knochen: die Speiche (Radius) auf der Daumenseite und die Elle (Ulna). Bei einer distalen Radiusfraktur bricht die Speiche an ihrem körperfernen Ende, also nahe dem Handgelenk. Umgangssprachlich spricht man von Speichenbruch oder Handgelenksbruch. Nach dem Universitätsklinikum Heidelberg ist die distale Radiusfraktur der häufigste Bruch des Menschen.

Im ICD-10, nach dem in Deutschland Diagnosen verschlüsselt werden, hat die distale Fraktur des Radius den Code S52.5. Unterschieden werden unter anderem die Extensionsfraktur (S52.51) und die Flexionsfraktur (S52.52). Diese Bezeichnungen stehen oft auf Arztbriefen.

Nicht jeder Bruch am Handgelenk betrifft die Speiche. Nach gesund.bund.de können auch die Elle, die Handwurzelknochen wie das Kahnbein oder die Mittelhandknochen brechen. Je nach Art des Bruchs können außerdem Teilgelenke, Bänder und Nerven geschädigt werden. Dieser Ratgeber behandelt den Bruch der Speiche nahe dem Handgelenk; Brüche am oberen Ende der Speiche, am Ellenbogen, sind ein anderes Thema.

Wie kommt es zu einem Speichenbruch?

Die Hauptursache sind nach dem Universitätsklinikum Heidelberg Stürze auf die Handfläche oder das Handgelenk. Um den Körper bei einem Sturz abzufangen, setzt man unwillkürlich die Hand ein; hält sie dem Druck nicht stand, bricht der Knochen. Solche Unfälle passieren nach gesund.bund.de oft beim Sport, aber gerade bei älteren Menschen auch im Alltag.

Bei älteren Menschen ist die Gefahr zusätzlich erhöht, weil oft gleichzeitig eine verminderte Knochendichte (Osteoporose) besteht. Nach gesund.bund.de brechen sich Menschen mit Osteoporose bei Stürzen leichter das Handgelenk; Frauen ab 50 Jahren haben ein höheres Risiko für Knochenbrüche als gleichaltrige Männer. Das IQWiG nennt die Handgelenke als typische Stelle für Osteoporose-Brüche. Osteoporose kann auch dadurch auffallen, dass bei einem Sturz aus normaler Stehhöhe ein Knochen bricht.

Kinder verletzen sich ebenfalls häufig das Handgelenk, weil Bänder, Gelenke und Knochen noch nicht ausgereift sind; die Verletzungen heilen bei ihnen nach gesund.bund.de meist gut ab. Brüche bei Kindern werden kindgerecht behandelt; die Angaben in diesem Ratgeber beziehen sich auf Erwachsene.

Symptome: Woran erkennt man einen Handgelenksbruch?

Anzeichen einer distalen Radiusfraktur sind nach dem Universitätsklinikum Heidelberg Schwellungen und deutliche Schmerzen im Bereich des Handgelenks oder des körperfernen Unterarms. Häufig sieht man auch eine Achsfehlstellung, das Handgelenk wirkt also verbogen.

Brüche tun nach gesund.bund.de in der Regel stärker weh als eine Verstauchung. Neben den Schmerzen kommt es typischerweise zu Schwellungen und Blutergüssen. Wenn Nerven verletzt sind, können Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln in den Fingern auftreten.

Ob es eine Verstauchung, ein Bänderriss oder ein Bruch ist, lässt sich ohne Untersuchung nicht sicher sagen. Bei Bänderverletzungen sind die Schmerzen am Anfang manchmal gar nicht so stark; ein Bänderriss fällt oft erst nach Wochen auf, weil das Handgelenk bei Belastung wegknickt oder instabil wirkt.

Warnzeichen: Wann zum Arzt oder sofort in die Klinik?

Nach einem Sturz mit Schmerzen, Schwellung oder Fehlstellung am Handgelenk sollte die Verletzung ärztlich untersucht werden, in der Hausarztpraxis, einer unfallchirurgischen Praxis oder in der Notaufnahme. Schnelle ärztliche Hilfe ist nach gesund.bund.de wichtig bei:

  • Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln in den Fingern;
  • kalten Händen: nach dem Universitätsklinikum Heidelberg ein mögliches Zeichen einer Gefäß- oder Nervenschädigung;
  • starken Schmerzen;
  • einer sichtbaren Fehlstellung.

Lässt sich die Hand gar nicht mehr bewegen, handelt es sich um einen Notfall; dann sollte man sofort in eine Klinik gehen. Bis zur Untersuchung kann man das Handgelenk ruhig halten und hochlagern, um einer Schwellung vorzubeugen. Eine Fehlstellung sollte man nicht selbst gerade ziehen: Das Einrichten gehört in ärztliche Hände.

Wie wird eine Radiusfraktur festgestellt?

Zuerst wird die Hand untersucht: Wie beweglich ist das Gelenk, wie stark ist es geschwollen und wo genau schmerzt es? Für eine genaue Diagnose wird nach dem Universitätsklinikum Heidelberg ein Röntgenbild des Handgelenks in zwei Ebenen gemacht.

Wenn ein Bruch, eine Verrenkung oder ein Bänderriss vermutet wird oder nicht ganz ausgeschlossen werden kann, kommen nach gesund.bund.de weitere bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) infrage. Aus den Bildern ergibt sich, ob die Bruchstücke verschoben sind, und davon hängt die Behandlung ab.

Behandlung im Gips

Viele Radiusfrakturen können nach dem Universitätsklinikum Heidelberg durch eine korrekte Ruhigstellung im Unterarmgips behandelt werden. Unmittelbar nach der Verletzung sollte das Handgelenk nach gesund.bund.de möglichst schnell ruhiggestellt und geschont werden; Hochlagern hilft, Schwellungen vorzubeugen oder sie zu mildern. Je nach Verletzung wird ein fester Verband, eine Schiene oder ein Gips angelegt.

Ob und wie lange ruhiggestellt wird, hängt nach gesund.bund.de von der Art der Verletzung und vom Heilungsverlauf ab und wird ärztlich festgelegt. Brüche müssen meistens über mehrere Wochen ruhiggestellt werden, damit die Heilung nicht behindert wird; die Ruhigstellung sollte aber so kurz wie möglich sein.

Schmerzen können mit Salben oder Tabletten behandelt werden, etwa mit Paracetamol oder mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Werden NSAR über längere Zeit eingenommen, kann nach gesund.bund.de zusätzlich ein Medikament sinnvoll sein, das die Bildung von Magensäure hemmt. Das bespricht man mit der Ärztin oder dem Arzt.

Wann wird eine Radiusfraktur operiert?

Bei stärkerer Verschiebung des Bruchs oder bei Komplikationen muss nach dem Universitätsklinikum Heidelberg operiert werden. Die Klinik beschreibt drei Möglichkeiten:

  • Drähte: geschlossenes Einrichten und Spicken mit Drähten bei wenig verschobenen Brüchen, die mit dem Gips allein nicht behandelt werden können;
  • Platte: Einrichten und Fixieren mit einer Platte, zum Beispiel einer winkelstabilen Platte von der Handflächenseite, bei Brüchen, die sich ohne Eröffnung nicht richten lassen;
  • äußerer Spanner (Fixateur externe): bei Trümmerbrüchen, die auch mit einer offenen Operation und Platte nicht zu versorgen sind.

Je nach Operation schließt sich nach dem Universitätsklinikum Heidelberg eine zwei- bis sechswöchige Ruhigstellung im Unterarmgips an. Welche Methode passt, entscheidet das unfallchirurgische oder handchirurgische Team anhand der Bilder und der Verletzung.

Heilung, Reha und mögliche Komplikationen

Die vollständige Heilung eines Bruchs kann nach gesund.bund.de unter Umständen bis zu 6 Monate dauern. Physiotherapie oder Ergotherapie können die Heilung unterstützen: Bewegungsübungen fördern die Beweglichkeit und stärken die Muskulatur. Bei schwereren Verletzungen des Handgelenks kann es zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen, einer Arthrose oder einer bleibenden Instabilität kommen.

Eine seltenere Komplikation nach Verletzungen an Arm oder Bein ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS, früher Morbus Sudeck). Dabei sind die Schmerzen im Vergleich zum erwarteten Heilungsverlauf unangemessen stark, dazu kommen Störungen von Gefühl, Kraft, Hauttemperatur, Hautfarbe oder Schwellung. Ein Warnzeichen nach einem Speichenbruch ist nach Orthinform, dem Patientenportal der Orthopäden und Unfallchirurgen, ein anhaltender Schmerz der Stärke 5 oder mehr auf einer Skala von 0 bis 10 eine Woche nach dem Bruch. Das sollte man beim nächsten Termin ansprechen.

Welche Bewegungen und Belastungen erlaubt sind, ändert sich im Lauf der Heilung. Es hilft, nach jedem Kontrolltermin kurz zu notieren:

  • Was ist erlaubt? Zum Beispiel Finger bewegen, leichte Alltagstätigkeiten, Schreiben, Körperpflege; mit oder ohne Schiene.
  • Was ist (noch) nicht erlaubt? Zum Beispiel Abstützen, Tragen, Sport, Autofahren; und mit welchen Einschränkungen.
  • Wann wird das überprüft? Datum des nächsten Röntgens oder der nächsten Kontrolle und ob Physiotherapie oder Ergotherapie verordnet ist.
  • Was ist neu? Zunehmende Schmerzen, Taubheit, Schwellung, Hautveränderungen oder ein drückender Gips; das gehört vor dem nächsten Termin geklärt.

Wenn die Reha von der Unfallchirurgie oder Traumatologie verordnet und freigegeben ist, begleiten wir sie in unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao nach den Vorgaben des behandelnden Teams (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wo sich die Quellen unterscheiden

Die Quellen schauen aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Handgelenk. gesund.bund.de beschreibt alle Handgelenksverletzungen zusammen, von der Verstauchung bis zum Bruch, und schreibt, dass nur selten operiert werden muss. Das Universitätsklinikum Heidelberg beschreibt dagegen speziell die distale Radiusfraktur: Viele Brüche heilen im Gips, bei stärkerer Verschiebung muss aber operiert werden, und es stellt drei Operationsverfahren vor. Die allgemeine Aussage „selten Operation“ gilt also für Handgelenksverletzungen insgesamt und lässt sich nicht direkt auf jede Radiusfraktur übertragen.

Auch bei der Ruhigstellung setzen die Quellen unterschiedliche Akzente. gesund.bund.de betont, dass sie so kurz wie möglich sein sollte und Brüche meist mehrere Wochen brauchen; Heidelberg nennt nach einer Operation zwei bis sechs Wochen Gips, abhängig vom Verfahren. Keine der Quellen nennt einen festen Zeitpunkt, ab dem man wieder Auto fahren, Sport treiben oder das Handgelenk voll belasten darf. Diese Freigaben hängen vom Bruch, von der Behandlung und vom Röntgenverlauf ab und werden beim Kontrolltermin besprochen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die distale Radiusfraktur ist ein Bruch der Speiche nahe dem Handgelenk und der häufigste Bruch des Menschen.
  • Meist entsteht sie bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand; Osteoporose erhöht das Risiko.
  • Typisch sind Schwellung, deutliche Schmerzen und oft eine sichtbare Fehlstellung.
  • Taubheit, Kribbeln, kalte Finger oder eine Hand, die sich nicht bewegen lässt, brauchen sofort ärztliche Hilfe.
  • Die Diagnose stellt man mit Untersuchung und Röntgen in zwei Ebenen, manchmal mit CT oder MRT.
  • Viele Brüche heilen im Unterarmgips; bei stärkerer Verschiebung wird mit Drähten, Platte oder äußerem Spanner operiert.
  • Die vollständige Heilung kann bis zu 6 Monate dauern; Freigaben für Belastung, Sport und Autofahren gibt das behandelnde Team.

Häufige Fragen zur Radiusfraktur

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie lange braucht eine Radiusfraktur zum Heilen?

Das hängt vom Bruch und der Behandlung ab. Brüche werden meist mehrere Wochen ruhiggestellt, nach einer Operation je nach Verfahren zwei bis sechs Wochen im Unterarmgips. Die vollständige Heilung kann nach gesund.bund.de bis zu 6 Monate dauern.

Wann wird die Radiusfraktur operiert?

Nach dem Universitätsklinikum Heidelberg bei stärkerer Verschiebung des Bruchs oder bei Komplikationen, und wenn sich ein wenig verschobener Bruch mit Gips allein nicht halten lässt. Ein operativer Eingriff kann auch nötig sein, wenn Nerven geschädigt sind.

Welche Komplikationen können nach einer Radiusfraktur auftreten?

Nach schwereren Verletzungen dauerhafte Bewegungseinschränkungen, Arthrose oder bleibende Instabilität. Beim Bruch selbst können Nerven oder Gefäße verletzt werden. Selten entwickelt sich ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS); ein Warnzeichen sind anhaltend starke Schmerzen eine Woche nach dem Bruch.

Wie lange kein Auto fahren nach Radiusfraktur?

Eine feste Frist nennen die hier verwendeten Quellen nicht. Es hängt davon ab, ob ein Gips oder eine Schiene getragen wird, wie der Bruch behandelt wurde und wie gut die Hand wieder greifen und lenken kann. Fragen Sie beim Kontrolltermin ausdrücklich danach.

Ist jeder Handgelenksbruch eine Radiusfraktur?

Nein. Am Handgelenk können auch die Elle, Handwurzelknochen wie das Kahnbein oder die Mittelhandknochen brechen. Die distale Radiusfraktur ist aber der häufigste Bruch in diesem Bereich.

Wann darf ich wieder belasten?

Das legt das behandelnde Team je nach Bruch, Behandlung und Röntgenkontrolle fest. Notieren Sie nach jedem Termin, was erlaubt ist, was noch nicht und wann die nächste Kontrolle ist. Physiotherapie oder Ergotherapie helfen danach, Beweglichkeit und Kraft wieder aufzubauen.

Quellen

  1. Universitätsklinikum Heidelberg · Distale Radiusfraktur
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Handgelenksverletzung: Arten, Symptome, Behandlung
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code S52.5: Distale Fraktur des Radius
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Osteoporose und Knochenbrüche
  5. Orthinform (Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie) · Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.