Wo das Wadenbein liegt und wo es brechen kann
Im Unterschenkel liegen zwei Knochen: das Schienbein und das Wadenbein. Das Wadenbein, auch Fibula genannt, ist nach gesund.bund.de ein schlanker Knochen. An seinem unteren Ende bildet es den Außenknöchel. Fachleute nennen diesen Abschnitt die distale Fibula.
Gebrochen sein kann das Wadenbein an unterschiedlichen Stellen: am oberen Ende nahe dem Knie, im Schaft oder am unteren Ende im Bereich des Sprunggelenks. Die ICD-10-Klassifikation unterscheidet bei isolierten Wadenbeinbrüchen (S82.4) entsprechend zwischen dem oberen Ende, dem Schaft und mehrfachen Brüchen. Brüche am Außenknöchel gehören zu den Sprunggelenkbrüchen.
Am Sprunggelenk ist der Außenknöchel der Gelenkfortsatz des Wadenbeins. Gemeinsam mit dem Innenknöchel des Schienbeins und einem stabilisierenden Bandapparat (Syndesmose) bildet er nach der Techniker Krankenkasse eine Gelenkgabel um das Sprungbein. Bei einer Sprunggelenkfraktur bricht in den meisten Fällen der Knöchel des Wadenbeins.
Warum das Wadenbein bricht
Unterschenkelknochen können nach der Techniker Krankenkasse durch heftige Gewalt wie Fouls oder Stürze brechen. Am Sprunggelenk ist meist ein Umknicken der Auslöser: Wer unglücklich stürzt oder nach einem Sprung schlecht aufsetzt, kann nach gesund.bund.de mit dem Fuß so stark umknicken, dass das Gelenk bricht. Auch Laufen auf unebenem Boden oder ein Fehltritt können dazu führen.
Besonders hoch ist das Risiko bei laufintensiven Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Fußball oder Tennis. Daneben gibt es Ermüdungsbrüche bei Überlastung, etwa bei Fußballerinnen und Fußballern. Sie sind meist keine kompletten Brüche, sondern kleinere Haar- und Faserrisse; das Bein schmerzt, weil oft auch die Knochenhaut entzündet ist.
Nicht jedes Umknicken bedeutet einen Bruch. Häufiger ist eine Verstauchung, bei der Bänder und Weichteile verletzt sind (siehe Sprunggelenk verstaucht). Unterscheiden lässt sich das sicher nur durch eine Untersuchung.
Anzeichen eines Wadenbeinbruchs
Bei einem Bruch am Sprunggelenk schwillt der Fuß nach gesund.bund.de und dem IQWiG schnell an, schmerzt, und es bilden sich Blutergüsse. Man kann nicht mehr auftreten und den Fuß kaum noch bewegen. Manchmal verschieben sich durch den Bruch die Knochen, was zu einer Fehlstellung führen kann. Die Techniker Krankenkasse beschreibt einen Knöchel, der stark anschwillt, bei kleinster Bewegung und Belastung schmerzt und sich bläulich verfärbt.
Ermüdungsbrüche verlaufen anders: Hier steht ein belastungsabhängiger Schmerz im Vordergrund, nicht ein plötzliches Ereignis.
Ob man noch etwas auftreten kann, eignet sich nicht als Test. Keine der Quellen nennt ein Kriterium, nach dem sich ein Bruch durch Gehen ausschließen ließe, und wer ausprobiert, wie viel das Bein aushält, riskiert eine weitere Verletzung. Bei Verdacht auf einen Bruch sollte der Fuß nach der Techniker Krankenkasse immer ärztlich kontrolliert werden, am besten von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Untersuchung: Röntgen, CT und MRT
Zunächst wird gefragt, wie der Unfall passiert ist; dann werden Unterschenkel, Fuß und Knöchel untersucht. Bei Verdacht auf einen Bruch wird geröntgt. Lässt das Röntgenbild keine eindeutige Diagnose zu, kommen nach dem IQWiG eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) infrage; Verletzungen von Bändern und Gelenkknorpel lassen sich mit einer MRT oft besser erkennen.
Wichtig für die Therapieplanung sind nach der Techniker Krankenkasse die Art und Form des Bruchs und seine Lage, mit oder ohne beteiligtes Gelenk. Außerdem wird geprüft, ob der Bruch geschlossen ist und die Haut sowie das umgebende Weichgewebe intakt sind. Bei offenen Brüchen liegt der Knochen frei.
Bei Brüchen am Sprunggelenk sind nach gesund.bund.de häufig auch Bänder gerissen und Knorpel beschädigt. Auch der Bandapparat zwischen Schien- und Wadenbein wird deshalb beurteilt.
Ruhigstellung oder Operation?
Bei einem Bruch des Wadenbeins reicht es nach der Techniker Krankenkasse meist aus, das Bein im Gips zu schienen und einige Wochen zu schonen. Stabile Brüche, bei denen die Sprunggelenkknochen in ihrer ursprünglichen Position bleiben, heilen in der Regel ohne Operation gut aus. Der Knöchel wird mehrere Wochen ruhiggestellt und entlastet, etwa mit einem Unterschenkelgips, einem Vakuumverband oder einem Stützverband.
Ob operiert werden muss, hängt nach dem IQWiG unter anderem davon ab:
- wie ausgeprägt der Bruch ist
- an welcher Stelle der Knochen gebrochen ist
- ob es sich um einen offenen Bruch handelt
- ob Gefäße oder Nerven verletzt sind
- ob sich die Knochenteile gegeneinander verschoben haben
Sind Knochen verschoben oder ist der Bruch offen, ist nach der Techniker Krankenkasse eine Operation notwendig. Die Knochen werden in ihre natürliche Lage gebracht und mit Schrauben oder Platten fixiert. Ist der Bandapparat zwischen Schien- und Wadenbein verletzt, wird er genäht oder mit Schrauben fixiert. Nach der Heilung können Schrauben und Platten je nach Situation wieder entfernt werden.
Ruhigstellung und Thromboserisiko
Wer ein Bein über längere Zeit nicht belasten darf, hat ein höheres Thromboserisiko. Die Ruhigstellung erhöht nach dem IQWiG das Risiko für eine Venenthrombose, deshalb können Anti-Thrombose-Spritzen sinnvoll sein. Die Techniker Krankenkasse beschreibt, dass die Ärztin oder der Arzt eine vorbeugende Medikation in Form von Tabletten oder Spritzen verordnen kann, sowohl bei Ruhigstellung ohne Operation als auch danach.
Ob und wie lange eine solche Vorbeugung nötig ist, wird ärztlich individuell entschieden. Sie ist keine Maßnahme, die man selbst beginnen oder beenden sollte.
Fragen zur Vorbeugung, etwa wie lange die Spritzen oder Tabletten nötig sind, klärt man am besten beim Kontrolltermin.
Belastung und Physiotherapie
Zu jeder Therapiemethode gehören nach der Techniker Krankenkasse intensive physiotherapeutische Maßnahmen, die so früh wie möglich beginnen und die gesamte Behandlung begleiten sollten. Ziel ist, dass das Sprunggelenk seine volle Beweglichkeit wiedergewinnt.
Wann mit leichten Bewegungsübungen oder Physiotherapie begonnen wird, hängt nach dem IQWiG vom Ausmaß der Verletzung ab: Manchmal sind leichte Übungen bereits wenige Tage nach dem Unfall oder der Operation möglich, manchmal erst, wenn Schiene oder Gips abgenommen wurden. Einige Bandagen und Schienen sind abnehmbar, sodass man schon während der Ruhigstellung leicht üben kann.
Das richtige Maß ist eine Abwägung: Wird der Fuß zu früh belastet, kann die Heilung gestört werden, und weitere Behandlungen können nötig sein. Bleibt er zu lange ruhig, verliert er Beweglichkeit und Kraft. Deshalb entscheidet das unfallchirurgische oder orthopädische Team, wann welche Belastung erlaubt ist.
Hilfreich ist ein kurzes Übergabeblatt zwischen Unfallchirurgie und Physiotherapie: welche Belastung derzeit erlaubt ist, welche Hilfsmittel (Gehstützen, Schiene, Orthese) verordnet sind und wann die Belastung neu beurteilt wird. Für Erwachsene mit ärztlich freigegebener Reha bieten wir in unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao die Nachbehandlung nach diesen Vorgaben an (die Beratung findet auf Spanisch statt).
Heilungsdauer und mögliche Folgen
Eine einheitliche Heilungsdauer gibt es nicht, weil Lage und Art des Bruchs sehr verschieden sind. Für Sprunggelenkbrüche nennen gesund.bund.de und das IQWiG einige Orientierungspunkte: Bis die Schwellung abgeklungen ist, dauert es mehrere Tage oder Wochen. Gips, Schienen, Bandagen oder Orthesen werden im Allgemeinen etwa sechs Wochen getragen. Bis sich das Sprunggelenk vollständig erholt hat, können Monate vergehen.
Die sechs Wochen beziehen sich auf die Ruhigstellung, nicht auf die volle Belastbarkeit. Wann Autofahren, Arbeiten oder Sport wieder möglich sind, nennen die Quellen nicht allgemein; das hängt von Bruch, Behandlung und Beruf ab und wird ärztlich beurteilt.
In der Regel heilt ein Sprunggelenkbruch gut aus. Mögliche Langzeitfolgen sind eine Arthrose oder ein instabil bleibendes Sprunggelenk, das das Risiko für erneutes Umknicken erhöht. Fachgerecht behandelt und intensiv krankengymnastisch nachbehandelt, sind die Chancen nach der Techniker Krankenkasse gut, die Funktion des Sprunggelenks vollständig wiederherzustellen.
Wo sich die Quellen unterscheiden
Unterschiedliche Bruchstellen: Die Information der Techniker Krankenkasse zu Schien- und Wadenbeinbrüchen nennt für das Wadenbein knapp Gips und einige Wochen Schonung; ihre ausführlicheren Zeitangaben beziehen sich auf operierte Schienbeinbrüche bei Sportlern und lassen sich nicht auf das Wadenbein übertragen. Gesund.bund.de und das IQWiG beschreiben Brüche am Sprunggelenk, also auch den Außenknöchel, aber nicht Brüche im Schaft oder am oberen Ende des Wadenbeins.
Wann operieren? Die Techniker Krankenkasse nennt verschobene Knochen und offene Brüche als Gründe, bei denen eine Operation notwendig ist. Das IQWiG listet zusätzlich die Lage des Bruchs und Verletzungen von Gefäßen oder Nerven als Entscheidungsfaktoren und betont, dass ein Sprunggelenkbruch nicht unbedingt operiert werden muss.
Beginn der Übungen: Die Techniker Krankenkasse spricht von Frühmobilisation „so früh wie möglich“. Das IQWiG beschreibt eine Spanne von wenigen Tagen nach Unfall oder Operation bis zur Abnahme des Gipses, je nach Ausmaß der Verletzung.
Zusammenfassung
- Das Wadenbein ist der schlanke äußere Unterschenkelknochen; sein unteres Ende bildet den Außenknöchel.
- Bei Sprunggelenkbrüchen ist meist der Außenknöchel betroffen; typisch sind Schwellung, Schmerz, Bluterguss und Probleme beim Auftreten.
- Ob man auftreten kann, ist kein Test: Bei Verdacht röntgen lassen.
- Stabile Brüche heilen meist mit einigen Wochen Ruhigstellung; verschobene oder offene Brüche werden operiert.
- Physiotherapie begleitet jede Behandlung; die erlaubte Belastung legt das Behandlungsteam fest.
- Ruhigstellung dauert oft etwa sechs Wochen, die vollständige Erholung kann Monate dauern.
Häufige Fragen zum Wadenbeinbruch
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Kann man mit einem Wadenbeinbruch noch laufen?
Bei einem Bruch am Sprunggelenk kann man nach gesund.bund.de in der Regel nicht mehr auftreten. Für andere Bruchstellen nennen die Quellen keine Regel. Ausprobieren sollte man es nicht: Bei Verdacht das Bein ruhig halten und ärztlich untersuchen lassen.
Wie lange braucht ein Wadenbeinbruch zum Heilen?
Das hängt von Lage und Art des Bruchs ab. Bei Brüchen am Sprunggelenk werden Gips, Schiene oder Orthese im Allgemeinen etwa sechs Wochen getragen; bis zur vollständigen Erholung können Monate vergehen. Den individuellen Zeitplan legt das Behandlungsteam fest.
Ist ein Wadenbeinbruch schlimm?
Ein Sprunggelenkbruch gilt nach gesund.bund.de als ernstzunehmende Verletzung, heilt in der Regel aber gut aus. Stabile Wadenbeinbrüche heilen meist ohne Operation. Mögliche Langzeitfolgen sind Arthrose oder ein instabiles Sprunggelenk.
Warum bricht das Wadenbein?
Meist durch Umknicken, einen Sturz, einen Fehltritt oder Gewalt von außen, etwa beim Sport. Bei Überlastung kann es auch zu Ermüdungsbrüchen kommen, die meist keine kompletten Brüche, sondern Haar- und Faserrisse sind.
Bedeutet Gehenkönnen, dass kein Bruch vorliegt?
Nein, darauf sollte man sich nicht verlassen. Die Quellen nennen kein Kriterium, mit dem sich ein Bruch durch Gehen ausschließen lässt, und Ermüdungsbrüche sind oft nur Haarrisse. Bei Schmerzen und Schwellung nach einem Unfall sollte geröntgt werden.
Wer entscheidet über die Vollbelastung?
Das unfallchirurgische oder orthopädische Behandlungsteam, anhand von Bruch, Behandlung und Verlauf. Zu frühe Belastung kann die Heilung stören, zu lange Ruhigstellung kostet Kraft und Beweglichkeit. Die Physiotherapie setzt die freigegebene Belastung um.
Quellen
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Glossar: distale Fibula
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Sprunggelenkbruch
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code S82.4: Fraktur der Fibula, isoliert
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Sprunggelenkbruch
- Techniker Krankenkasse · Schien- und Wadenbeinbruch
- Techniker Krankenkasse · Knöchelbruch – Sprunggelenksfraktur
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
