Zum Inhalt springen

Atemwege MediBilbao Salud

Grippe-Symptome: Anzeichen, Dauer und Warnsignale

Morgens noch fit, am Abend mit Fieber und Schüttelfrost im Bett: So beginnt eine echte Grippe oft. Doch längst nicht jede Influenza verläuft so typisch. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de und des Robert Koch-Instituts (RKI), welche Anzeichen typisch sind, wie lange eine Grippe dauert, worin sie sich von einer Erkältung unterscheidet und bei welchen Warnzeichen man ärztlichen Rat suchen sollte.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Grippe?

Die Grippe, medizinisch Influenza, wird durch Influenzaviren ausgelöst. Typisch ist nach dem IQWiG, dass sie nicht nur die Atemwege, sondern den ganzen Körper betrifft. Erkältungen, auch grippale Infekte genannt, sind etwas anderes: Sie sind viel häufiger, entwickeln sich meist allmählich und verlaufen meist harmlos.

Die Viren verbreiten sich über Tröpfchen und Aerosole beim Sprechen, Husten oder Niesen, in geringerem Maß auch über Hände und Oberflächen. Ab dem Beginn der ersten Symptome ist man im Mittel 4 bis 5 Tage ansteckend, manchmal länger. Nach dem RKI ist eine Virusausscheidung schon vor Symptombeginn möglich.

Wie merkt man, dass man Grippe hat?

Typisch ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn. Zu den Symptomen gehören nach dem IQWiG:

  • Fieber zwischen 38 und 40 Grad oder höher, oft mit Schüttelfrost
  • Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper
  • Kopf- und Halsschmerzen
  • trockener Husten ohne Schleim, der nach dem RKI häufig etwas später hinzukommt
  • verstopfte oder laufende Nase
  • starke Abgeschlagenheit, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, starke Müdigkeit und Appetitlosigkeit

Selten kommen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hinzu. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie in den Ratgebern Halsschmerzen und Schleim im Hals.

Kann man Grippe auch ohne Fieber haben?

Ja. Als Faustregel gilt nach dem RKI: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit den typischen Symptomen, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik wie bei einer Erkältung, und ein Drittel entwickelt gar keine Symptome. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber.

Fehlendes Fieber schließt eine Grippe also nicht aus. Umgekehrt sind hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl zu Beginn nach dem RKI Reaktionen eines aktiven Immunsystems und keine guten Hinweise darauf, ob sich die Krankheit später verschlimmert. Auch ein scheinbar milder Beginn kann vor allem bei älteren, chronisch kranken oder immungeschwächten Menschen später zu Komplikationen führen.

Wie viele Tage dauert eine Grippe?

Die Inkubationszeit ist kurz: Die ersten Symptome zeigen sich meist 1 bis 2 Tage nach der Ansteckung. Die Krankheitsdauer liegt nach dem RKI in der Regel bei fünf bis sieben Tagen. Das Schlimmste ist nach dem IQWiG meist innerhalb einer Woche überstanden.

Bis alle Beschwerden ganz verschwunden sind, kann es länger dauern. Vor allem der Husten kann hartnäckig sein und zwei bis drei Wochen anhalten. Je nach Komplikationen und Risikofaktoren kann der gesamte Verlauf auch deutlich länger sein.

Wann ist der schlimmste Tag bei Grippe?

Einen festen schlimmsten Tag, der für alle gilt, gibt es nicht. Bei typischem Verlauf setzen die Beschwerden plötzlich und mit großer Stärke ein; viele fühlen sich gleich zu Beginn richtig krank. Wie sich eine Grippe entwickelt, lässt sich nach dem IQWiG aber nicht anhand der Beschwerden zu Beginn vorhersagen: Auch leichte Symptome können später stärker werden.

Wichtig ist deshalb der Verlauf: Ein schwerer Verlauf zeigt sich nach dem IQWiG häufig nach 3 bis 10 Tagen. Wer sich nach einer Besserung wieder schlechter fühlt oder bei wem es nach einigen Tagen nicht besser wird, sollte ärztlichen Rat suchen. Gleiches gilt für die Frage nach der aktuellen Grippe: Welche Viren in einer Saison zirkulieren, beeinflusst zwar die Schwere, die Grundsymptome bleiben aber ähnlich.

Grippe oder Erkältung?

Grippe, Erkältung und Covid-19 können sich ähneln und lassen sich nach IQWiG und RKI nicht allein anhand der Symptome sicher unterscheiden. Erkältungen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern ausgelöst und machen vor allem Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen, seltener Fieber. Eine typische Grippe beginnt dagegen plötzlich mit Fieber und deutlichem Krankheitsgefühl.

Für Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe empfiehlt das RKI bei akuten Atemwegsbeschwerden eine Labordiagnostik auf Influenza und SARS-CoV-2, um gegebenenfalls gezielt behandeln zu können. Während einer Grippewelle können Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung oft auch ohne Test relativ zuverlässig erkennen. Mehr zur Erkältung lesen Sie im Ratgeber Sinusitis, einer häufigen Folge von Atemwegsinfekten.

Wann sollten Menschen mit erhöhtem Risiko ärztlichen Rat einholen?

Komplikationen wie eine Lungenentzündung sind selten, können aber schwer verlaufen. Recht häufig ist eine Nasennebenhöhlenentzündung. Weitere mögliche Komplikationen sind eine Herzmuskel- oder Gehirnentzündung. Frühzeitig und unabhängig vom Impfstatus ärztlichen Rat suchen sollten nach dem RKI:

  • Menschen über 60 Jahre
  • chronisch Kranke jeden Alters, etwa mit Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Schwangere
  • alle, deren Beschwerden sich nicht innerhalb weniger Tage bessern oder nach einer Besserung wieder verschlechtern

Die Praxis sollte vorher telefonisch informiert werden. Ein sehr schwerer Verlauf kann lebensgefährlich werden; bei Atemnot, Brustschmerzen oder starker Verschlechterung ist die Notfallversorgung der richtige Weg.

Was hilft bei Grippe?

Wichtig ist, sich zu schonen und insbesondere bei Fieber oder Husten ausreichend zu trinken. Hausmittel wie Hühnerbrühe, Kräutertee oder Inhalieren tun vielen gut; Belege für eine schnellere Genesung gibt es nach dem IQWiG nicht. Rezeptfreie Schmerzmittel können Schmerzen und Fieber lindern. Antibiotika wirken nicht gegen Viren und helfen nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion.

Für Menschen mit erhöhtem Risiko gibt es verschreibungspflichtige antivirale Grippemedikamente, die die Erkrankungsdauer verkürzen sollen und möglichst früh begonnen werden. Ob sie infrage kommen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Für das Gespräch hilft eine 48-Stunden-Verlaufsnotiz:

  • genauer Beginn der Beschwerden und Fieberwerte
  • alle Symptome und ob sie besser oder schlechter werden
  • wie viel Sie trinken und essen können
  • Vorerkrankungen und Medikamente
  • Testergebnisse und bisherige ärztliche Kontakte

In unserer Praxis in Bilbao bieten wir Erwachsenen eine allgemeine Erstberatung an; bei anhaltenden Beschwerden an Nase, Nebenhöhlen oder Ohren kann ergänzend unsere HNO-Praxis helfen (die Beratung findet auf Spanisch statt). Bei schwerem Verlauf geht die Akutversorgung vor.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Bei der Dauer formulieren die Quellen unterschiedlich. Das RKI nennt eine Krankheitsdauer von in der Regel fünf bis sieben Tagen. Das IQWiG schreibt, das Schlimmste sei meist innerhalb einer Woche überstanden. Beide betonen, dass der Husten zwei bis drei Wochen anhalten kann.

Bei der Behandlung mit antiviralen Mitteln nennt das IQWiG für eines der Medikamente eine Einnahme innerhalb von zwei Tagen nach Erkrankungsbeginn. Das RKI listet die verfügbaren Wirkstoffe und verweist für Empfehlungen auf Fachgesellschaften und Leitlinien; eine Verordnungsleitlinie ist seine Antwort nicht. Ein späterer Beginn der Beschwerden ist daher kein Grund, bei Risikofaktoren auf eine ärztliche Abklärung zu verzichten.

Zusammenfassung

  • Typisch ist ein plötzlicher Beginn mit Fieber, Gliederschmerzen und trockenem Husten.
  • Nur etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt so typisch; Fieber kann fehlen.
  • Die Krankheit dauert meist fünf bis sieben Tage, der Husten oft länger.
  • Grippe und Erkältung lassen sich an den Symptomen nicht sicher unterscheiden.
  • Risikogruppen und alle mit ausbleibender Besserung sollten ärztlichen Rat suchen.
  • Bei Atemnot oder Brustschmerzen gilt der Notruf 112.

Häufige Fragen zu Grippe-Symptomen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Welche Symptome hat die aktuelle Grippe?

Die Grundsymptome sind jedes Jahr ähnlich: plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und starkes Krankheitsgefühl. Welche Viren gerade zirkulieren, beeinflusst vor allem, wer besonders schwer erkrankt.

Wann ist der schlimmste Tag bei Grippe?

Einen festen Tag gibt es nicht. Typisch ist ein heftiger Beginn, doch auch leichte Verläufe können sich verschlechtern. Ein schwerer Verlauf zeigt sich häufig nach 3 bis 10 Tagen.

Wie viele Tage dauert Grippe?

In der Regel fünf bis sieben Tage. Der Husten kann zwei bis drei Wochen anhalten, und bei Komplikationen dauert die Erkrankung deutlich länger.

Wie merkt man, wenn man Grippe hat?

Oft an einem plötzlichen Beginn mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und später trockenem Husten. Sicher feststellen lässt sich eine Influenza aber nur mit einem Test.

Kann man Grippe auch ohne Fieber haben?

Ja. Viele Infizierte haben nur milde Beschwerden oder gar keine, und besonders ältere Menschen bekommen häufig kein Fieber.

Wann sollten Menschen mit erhöhtem Risiko ärztlichen Rat einholen?

Frühzeitig: Menschen über 60, chronisch Kranke und Schwangere sollten bei Grippe-Symptomen unabhängig vom Impfstatus eine Praxis kontaktieren, am besten vorher telefonisch.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Grippe (IQWiG)
  2. Influenza: Häufig gestellte Fragen und Antworten (Robert Koch-Institut)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.