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Tee bei Halsschmerzen: Welche Sorten helfen?

Bei Halsschmerzen greifen viele Menschen zu einer Tasse Tee. Das ist nach den Quellen ein sinnvolles Hausmittel, denn viel zu trinken hält die Schleimhaut im Rachen feucht. Dieser Ratgeber erklärt nach der AOK Sachsen-Anhalt und gesund.bund.de, dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, welche Teesorten genannt werden, wie man sie zubereitet, was man besser nicht trinkt und wann Halsschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
8 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757
Frau sitzt in eine Decke gehüllt am Küchentisch, vor ihr eine Tasse Tee, und fasst sich an den Hals
Bei Halsschmerzen hält viel Trinken die Schleimhaut im Rachen feucht. Illustration, mit KI erstellt.

Warum Tee bei Halsschmerzen guttut

Halsschmerzen kennt fast jeder. Sie kommen nach der AOK Sachsen-Anhalt oft zusammen mit Husten oder Schnupfen und sind meist so schnell wieder vorbei, wie sie aufgetreten sind. Hinter akuten Halsschmerzen steckt meist eine Virusinfektion, typische Erreger sind Rhinoviren oder Influenzaviren. Seltener sind Bakterien die Ursache. Auch Tabakrauch, Staub, trockene Heizungsluft oder Allergien wie Heuschnupfen können den Hals reizen. Mehr zu Ursachen und Verlauf im Ratgeber zu Halsschmerzen.

Tee und Wasser können Halsschmerzen nach der AOK lindern: Durch die Flüssigkeit bleibt die Schleimhaut im Rachenraum stetig feucht. Das mildert den Hustenreiz und lässt die Halsschmerzen abklingen. Auch gesund.bund.de nennt Tee neben dem Gurgeln mit Salzwasser als Hausmittel, zu dem viele Menschen greifen, um akute Beschwerden zu lindern.

Wichtig ist die richtige Erwartung: Tee ist ein wohltuendes Hausmittel, aber keine Behandlung der Ursache. Eine Mandelentzündung heilt nach gesund.bund.de in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen aus, eine bakterielle Rachenentzündung meist innerhalb einer Woche von selbst.

Welcher Tee hilft am besten bei Halsschmerzen?

Die AOK Sachsen-Anhalt nennt drei Sorten:

  • Salbeitee: Nach der AOK ideal bei Halsschmerzen. Die Inhaltsstoffe helfen, den Schleim im Hals zu lösen. Salbeitee eignet sich außerdem zum Gurgeln.
  • Kamillentee: Ebenfalls ideal nach der AOK, aus denselben Gründen wie Salbei. Er ist zudem die Sorte, die die AOK für Kinder und für Babys nennt, die schon Tee trinken.
  • Ingwertee: Frischer Ingwertee wirkt nach der AOK entzündungshemmend.

Eine Rangfolge zwischen Salbei und Kamille gibt die AOK nicht an. Entscheidend ist nach der Quelle vor allem, dass man viel trinkt.

Für Ingwertee beschreibt die AOK eine einfache Zubereitung: ein paar Stücke der frischen Knolle mit kochendem Wasser übergießen und wenige Minuten ziehen lassen. Mit ein wenig Honig schmeckt der Tee süßer, und die Schärfe wird gemildert.

Salbeitee zum Trinken und zum Gurgeln

Salbei taucht in der AOK-Übersicht gleich zweimal auf: als Tee zum Trinken und als Gurgellösung. Gurgeln wirkt nach der AOK entzündungshemmend und abschwellend, wenn man es etwa mit Salbeitee oder mit Salzwasser tut.

So beschreibt die AOK beide Varianten:

  • Salbeisud: aus Salbeiblättern einen Sud kochen und etwas abkühlen lassen, dann damit gurgeln.
  • Salzwasser: etwa einen halben Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auflösen und damit gurgeln.

Auch gesund.bund.de nennt das Gurgeln mit Salzwasser als verbreitetes Hausmittel bei einer Mandelentzündung. Gurgeln setzt allerdings voraus, dass man es kann: Babys und kleine Kinder können nach der AOK nicht gurgeln.

Salbei steckt nach der AOK außerdem oft in Lutschpastillen und Halstabletten, neben Spitzwegerich oder Isländisch Moos. Durch das Lutschen fließt mehr Speichel, und die Schleimhäute bleiben feucht.

Was darf man bei Halsschmerzen nicht trinken?

Nicht jedes warme Getränk ist bei Halsschmerzen eine gute Wahl. Die AOK Sachsen-Anhalt rät ausdrücklich ab von:

  • Heißer Zitrone: Beim Erhitzen verflüchtigt sich das Vitamin C der Zitrone, und die Säure kann zudem unangenehm sein.
  • Fruchtsäften: Sie enthalten viel Säure, die den Rachen reizt. Die AOK empfiehlt, darauf zu verzichten.
  • Milch bei Kindern: Wegen ihrer schleimbildenden Wirkung sollte sie nach der AOK, ebenso wie Fruchtsäfte, nur in Maßen oder gar nicht getrunken werden.

Zu Kaffee, Alkohol oder kohlensäurehaltigen Getränken machen die ausgewerteten Quellen keine Angaben. Geeignet sind nach der AOK vor allem Tee und Wasser.

Honig und andere Hausmittel neben dem Tee

Tee lässt sich gut mit weiteren Hausmitteln verbinden. Die AOK Sachsen-Anhalt nennt unter anderem:

  • Honig: Er legt sich nach der AOK auf die gereizte Schleimhaut und wirkt entzündungshemmend. Man kann einen Löffel Honig langsam im Mund zergehen lassen oder den Tee damit süßen. Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen.
  • Kühlende Halswickel: ein in lauwarmes Wasser getauchtes, nicht tropfnasses Tuch auf den Hals legen, darüber ein trockenes Tuch und ein Wolltuch. Nach etwa fünfzehn Minuten erneuern. Auch gesund.bund.de schreibt, dass Halswickel mitunter als wohltuend empfunden werden.
  • Lutschpastillen: Sie regen den Speichelfluss an und halten die Schleimhäute feucht.
  • Schonung: körperliche Anstrengung vermeiden, sich Ruhe und ausreichend Schlaf gönnen und möglichst wenig sprechen, um die Stimmbänder zu schonen.

Gegen starke Schmerzen oder Fieber kommen nach gesund.bund.de außerdem schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel infrage.

Tee bei Halsschmerzen für Kinder und Babys

Bei kleinen Kindern sind Halsschmerzen nicht immer leicht zu erkennen, weil sie nicht sagen können, wo es wehtut. Hinweise können nach der AOK sein, dass ein Kind kaum trinken oder essen will, dass der Rachen gerötet ist oder dass es hustet. Eine Mandelentzündung kann sich bei Kindern nach gesund.bund.de auch durch Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern.

Für Tee gilt nach der AOK:

  • Babys: Viele Hausmittel vertragen sie noch nicht oder können sie nicht anwenden. Trinkt das Baby schon Tee, kann Kamillentee dem Hals guttun. Wichtig sind ein warmer Hals, genug Flüssigkeit und warme, aber nicht zu trockene Raumluft; feuchte Handtücher oder Wasserschalen auf der Heizung helfen dabei.
  • Honig: Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, weil er eine Bakterienart enthalten kann, die das noch nicht ausgereifte Verdauungssystem nicht abwehren kann.
  • Größere Kinder: viel trinken, am besten Tee mit Kamille. Milch und Fruchtsäfte nur in Maßen oder gar nicht, dazu leichte Kost.

Kinder und Babys mit Halsschmerzen sollten nach der AOK in jedem Fall kinderärztlich untersucht werden.

Was Tee nicht kann: Viren und Bakterien

Eine häufige Frage lautet, was Viren und Bakterien im Hals abtötet. Tee tut das nicht. Die AOK schreibt zwar, die ätherischen Öle in Salbei und Kamille wirkten antibakteriell; dass ein Tee eine Infektion beseitigt, sagt keine der ausgewerteten Quellen. Tee lindert die Beschwerden, solange der Körper die Infektion überwindet.

Die meisten Rachenentzündungen werden nach gesund.bund.de durch Viren verursacht. Gegen Viren sind Antibiotika unwirksam. Werden die Halsschmerzen durch Bakterien ausgelöst, meist durch Streptokokken, können Antibiotika die Krankheitsdauer verkürzen. Sie müssen aber nicht grundsätzlich eingenommen werden: Ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand der Beschwerden und der Vorgeschichte.

Anhand der Beschwerden allein lässt sich eine bakterielle von einer viralen Rachenentzündung kaum unterscheiden. Schnupfen, Husten, Durchfall oder eine Bindehautentzündung sprechen eher für Viren. Geschwollene, belegte Mandeln, Fieber und kein Husten deuten auf eine bakterielle Mandelentzündung hin. Ein Rachenabstrich kann Klarheit schaffen.

Mann sitzt am Küchentisch und schreibt etwas in ein Notizbuch, daneben eine Tasse
Wie lange die Halsschmerzen schon dauern und welche Beschwerden dazukommen, ist für die Einschätzung wichtig. Illustration, mit KI erstellt.

Wann Halsschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

Hausmittel haben nach der AOK ihre Grenzen. Lassen die Beschwerden nicht innerhalb einiger Tage nach, werden sie schlimmer oder treten neben Halsschmerzen und Schluckbeschwerden weitere Symptome auf, sollten Sie Ihre Hausarztpraxis aufsuchen. Mit Babys und Kindern sollten Sie immer zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehen.

Diese Zeichen nennt gesund.bund.de im Zusammenhang mit Halsentzündungen:

  • Sofort Notruf 112: Atembeschwerden bis hin zur Atemnot, pfeifende oder zischende Geräusche beim Einatmen, ein Kind, das nicht liegen will und sich nach vorne beugt. Das kann auf eine Kehldeckelentzündung hinweisen. Bei Erwachsenen kommen häufig eine veränderte Stimme und eine beeinträchtigte Aussprache hinzu.
  • Ärztlich abklären lassen: sehr starke, einseitige Hals- oder Ohrenschmerzen mit Beschwerden beim Schlucken und Sprechen. Das kann auf eine Eiteransammlung um die Mandeln (Peritonsillarabszess) hindeuten, die behandelt werden muss.
  • Hinweise auf eine Mandelentzündung: Fieber über 38 Grad mit geschwollenen, stark geröteten und gelblich belegten Mandeln und schmerzenden Halslymphknoten sprechen für eine akute Mandelentzündung.

In der Praxis wird der Rachen untersucht und nach den genauen Beschwerden gefragt; bei Bedarf wird ein Streptokokken-Schnelltest gemacht. Wer die Beschwerden einordnen lassen möchte, ist in der Hausarztpraxis richtig.

Patientin schildert einem Arzt im Sprechzimmer ihre Beschwerden
In der Praxis wird der Rachen untersucht und nach den genauen Beschwerden gefragt. Illustration, mit KI erstellt.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Die AOK Sachsen-Anhalt beschreibt Hausmittel recht wohlwollend: Sie schreibt den ätherischen Ölen in Salbei und Kamille eine antibakterielle Wirkung gegen Viren und Bakterien zu und nennt Honig ein natürliches Antibiotikum. gesund.bund.de, das mit dem IQWiG zusammenarbeitet, ist zurückhaltender: Dort heißt es nur, dass viele Menschen zu Halsbonbons, Gurgeln mit Salzwasser oder Tee greifen und Halswickel als wohltuend empfunden werden. Eine Wirkung gegen die Erreger nennt gesund.bund.de nicht.

Auch beim Blick auf Antibiotika setzen die Quellen andere Schwerpunkte. Die AOK erwähnt sie nur im Vergleich mit Honig und verweist bei länger anhaltenden Beschwerden auf die Hausarztpraxis. gesund.bund.de betont, dass Antibiotika die Krankheitsdauer zwar verkürzen, aber wenig gegen die Beschwerden helfen und Nebenwirkungen haben, sodass viele darauf verzichten können. Einig sind sich beide darin, dass Hausmittel lindern und ärztlicher Rat nötig ist, wenn die Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern.

Zusammenfassung

  • Bei Halsschmerzen viel trinken: Tee und Wasser halten die Schleimhaut im Rachen feucht.
  • Salbei- und Kamillentee nennt die AOK als ideal, frischen Ingwertee als entzündungshemmend.
  • Mit Salbeisud oder Salzwasser (ein halber Teelöffel pro Glas) kann man gurgeln.
  • Heiße Zitrone und Fruchtsäfte sind wegen der Säure ungeeignet; Kindern Milch nur in Maßen.
  • Kein Honig für Babys unter einem Jahr; Kinder mit Halsschmerzen kinderärztlich untersuchen lassen.
  • Tee tötet keine Viren oder Bakterien. Bei Atemnot sofort 112, bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden in die Arztpraxis.

Häufige Fragen zu Tee bei Halsschmerzen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Welcher Tee hilft am besten bei Halsschmerzen?

Die AOK Sachsen-Anhalt nennt Tees mit Salbei oder Kamille als ideal, weil sie helfen, den Schleim zu lösen. Frischer Ingwertee wirkt nach der AOK entzündungshemmend. Eine Rangfolge gibt die Quelle nicht an; wichtig ist, viel zu trinken.

Ist Salbeitee oder Kamillentee besser?

Beide nennt die AOK als ideal. Salbei lässt sich zusätzlich als Sud zum Gurgeln verwenden. Für Kinder und für Babys, die schon Tee trinken, nennt die AOK Kamillentee.

Was darf man bei Halsschmerzen nicht trinken?

Nach der AOK eignet sich heiße Zitrone nicht, weil sich das Vitamin C beim Erhitzen verflüchtigt und die Säure unangenehm sein kann. Auf Fruchtsäfte sollte man wegen der Säure verzichten. Kinder sollten Milch nur in Maßen oder gar nicht trinken.

Was tötet Viren und Bakterien im Hals ab?

Tee tut das nicht, er lindert nur die Beschwerden. Die meisten Halsentzündungen werden durch Viren verursacht und heilen von selbst aus; gegen Viren sind Antibiotika unwirksam. Bei einer bakteriellen Entzündung entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob ein Antibiotikum sinnvoll ist.

Wie bekomme ich Halsschmerzen ganz schnell weg?

Ein Mittel, das Halsschmerzen sofort beseitigt, nennen die Quellen nicht. Eine Mandelentzündung heilt meist in ein bis zwei Wochen aus. Lindern können viel Trinken, Gurgeln, Honig, Halswickel, Ruhe und bei starken Schmerzen schmerzlindernde Mittel.

Darf man Kindern Honig in den Tee geben?

Babys unter einem Jahr dürfen nach der AOK keinen Honig bekommen, weil er eine Bakterienart enthalten kann, die ihr Verdauungssystem noch nicht abwehren kann. Kinder mit Halsschmerzen sollten in jedem Fall kinderärztlich untersucht werden.

Quellen

  1. AOK Sachsen-Anhalt · Hausmittel gegen Halsschmerzen
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Mandelentzündung: Symptome und Behandlung (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG, Stand 03.02.2023)
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Bakterielle Rachenentzündung (Pharyngitis)
  4. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.