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Pfeiffersches Drüsenfieber: Symptome, Verlauf und Ansteckung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, medizinisch infektiöse Mononukleose, wird durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst, ein Herpesvirus. Fast jeder Mensch trägt es in sich; typisch erkranken Jugendliche und junge Erwachsene mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten und entzündetem Rachen. Meist heilt die Infektion nach wenigen Wochen von selbst aus, die Müdigkeit kann aber länger anhalten. Dieser Ratgeber fasst nach gesund.bund.de (geprüft von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie) und HNO-Ärzte-im-Netz zusammen, wie die Ansteckung erfolgt, wie lange die Krankheit dauert, welche Komplikationen ernst sind und worauf man bei Sport achten muss.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine ansteckende Viruserkrankung. Auslöser ist das Epstein-Barr-Virus (EBV) aus der Gruppe der Herpesviren. Weil es oft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt und über Speichel übertragen wird, heißt es auch „Kusskrankheit“ oder „Studentenfieber“.

Weltweit tragen nach gesund.bund.de über 90 Prozent der Menschen EBV in sich, und fast jeder infiziert sich bis zum 30. Lebensjahr. Nicht jede Infektion führt aber zu Beschwerden. Am häufigsten erkranken Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Bei Kindern unter 10 Jahren verläuft die Infektion meist deutlich milder und bleibt oft unbemerkt.

Nach einer Infektion ist man lebenslang gegen eine erneute Ansteckung geschützt. Das Virus bleibt aber in einem Ruhezustand im Körper und kann bei geschwächter Abwehr wieder aktiv werden. Bei sonst Gesunden verläuft eine solche Reaktivierung meist ohne Beschwerden.

Woher bekommt man Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das Virus wird hauptsächlich über Speichel übertragen:

  • beim Küssen
  • über gemeinsam genutzte Trinkgefäße oder Besteck
  • bei kleinen Kindern meist über Küsse der Eltern

In sehr seltenen Fällen gelangt das Virus in der Schwangerschaft über den Mutterkuchen zum Kind. Menschen mit einer Reaktivierung können das Virus unbemerkt weitergeben, auch wenn sie selbst keine Beschwerden haben.

Bis zu den ersten Anzeichen vergehen nach HNO-Ärzte-im-Netz etwa 10 Tage bei Kindern und 30 bis 50 Tage bei Jugendlichen und Erwachsenen. Eine Impfung gibt es nicht. Während der Erkrankung sollte man niemanden küssen und kein Besteck und keine Getränke teilen. Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem, etwa nach einer Transplantation, sollten den Kontakt zu Erkrankten meiden.

Wie merkt man, dass man Pfeiffersches Drüsenfieber hat?

Meist beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Beschwerden: Unwohlsein, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit. Nach HNO-Ärzte-im-Netz zeigt sich bei mehr als der Hälfte der Betroffenen eine typische Dreiheit:

  • Fieber, das nach einigen Tagen auf 38 bis 39 °C steigen und schwanken kann
  • geschwollene Lymphknoten, vor allem beidseitig am Hals und im Nacken, aber auch an anderen Stellen
  • Entzündung von Rachen und Mandeln, oft mit schmutzig-grauem Belag, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Mundgeruch

Häufig ist die Milz vergrößert, manchmal auch die Leber; das kann Übelkeit und Bauchschmerzen verursachen. Gelegentlich kommen ein Hautausschlag, Lichtscheu, Luftnot oder Stimmungsschwankungen hinzu. Manchmal zeigt sich nur eine Mandel- und Rachenentzündung ohne weitere Beschwerden. Mehr zu ähnlichen Beschwerden lesen Sie in den Ratgebern zu Halsschmerzen und zur Frage, ob eine Mandelentzündung ansteckend ist.

Wie lange ist man krank?

Bei den meisten Menschen klingen die Beschwerden innerhalb weniger Wochen ab. gesund.bund.de nennt 2 bis 4 Wochen, HNO-Ärzte-im-Netz im Normalfall etwa drei Wochen. Am stärksten ist die Müdigkeit in der zweiten und dritten Krankheitswoche.

Bis die volle Leistungsfähigkeit zurück ist, können aber weitere Wochen bis Monate vergehen. Manche fühlen sich noch einige Monate nach der Infektion müde und erschöpft.

Sehr selten bleiben mehrere Beschwerden – Fieber, Erschöpfung, Rachenentzündung, Lymphknotenschwellung – länger als sechs Monate bestehen. Diese chronische Form ist nach beiden Quellen sehr selten. Länger anhaltende Müdigkeit allein bedeutet deshalb nicht, dass eine chronische Infektion vorliegt; die Einordnung gehört in ärztliche Hände.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Fieber, Schwellungen am Hals und eine Rachenentzündung, besonders bei jungen Erwachsenen, geben erste Hinweise. Die Ärztin oder der Arzt tastet Lymphknoten, Milz und Leber ab; bei Verdacht auf Veränderungen an Milz oder Leber hilft eine Ultraschalluntersuchung.

Eine eindeutige Diagnose ist nach gesund.bund.de nur über einen Laborbefund aus dem Blut möglich. Antikörper gegen EBV geben Aufschluss über eine Infektion; Veränderungen im Blutbild, vor allem bei den weißen Blutkörperchen, stützen die Diagnose.

Weil fast jeder Mensch EBV in sich trägt und danach lebenslang immun ist, bedeutet nicht jeder Antikörpernachweis eine frische Erkrankung. Welche Werte für eine aktuelle Infektion sprechen, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zusammen mit den Beschwerden.

Wie gefährlich ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Bei Menschen mit gesundem Immunsystem verläuft die Infektion meist harmlos und heilt ohne Folgen aus. Mögliche Komplikationen sind aber ernst zu nehmen:

  • Milzriss: Vergrößert sich die Milz sehr stark, kann sie reißen. Das ist sehr selten, aber lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden.
  • Atemnot: Starke Schwellungen in Rachen und Mandeln können das Atmen erschweren, vor allem bei Kindern; auch das muss schnell behandelt werden.
  • Zusätzliche bakterielle Infektion bei einigen Betroffenen.
  • Seltene Organentzündungen: Hirnhaut-, Herzmuskel-, Nieren- oder Leberentzündung.

Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem kann EBV gefährlich werden, etwa durch schwere Lymphknotenschwellungen. Bei ihnen kann eine EBV-Infektion auch zur Entstehung bestimmter Krebserkrankungen wie des Hodgkin-Lymphoms beitragen.

Wie wird es behandelt?

Eine spezielle Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Die Behandlung lindert die Beschwerden:

  • Ruhe und ausreichend trinken unterstützen die Genesung
  • entzündungshemmende Schmerzmittel gegen Fieber und Schmerzen
  • bei Atembeschwerden durch starke Schwellung im Rachen unter Umständen abschwellend wirkende kortisonhaltige Medikamente – nach ärztlicher Entscheidung, nicht routinemäßig
  • Antibiotika nur, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt

Antibiotika wirken nicht gegen das Virus. Bestimmte Antibiotika können bei einer EBV-Infektion außerdem einen Hautausschlag auslösen und dürfen dann nicht gegeben werden. Welche Mittel infrage kommen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

In unserer Praxis in Bilbao bieten wir im Rahmen unserer HNO-Sprechstunde eine nicht dringende Abklärung von Hals- und Lymphknotenbeschwerden an, sofern Termine frei sind. Bei Atemnot, starken Bauchschmerzen oder anderen Komplikationen ist das nicht der richtige Weg – dann Notruf 112 (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wann darf man wieder Sport treiben?

Weil die Milz häufig anschwillt, ist das Risiko eines Milzrisses der Hauptgrund für eine Sportpause. Nach gesund.bund.de sollte man körperliche Aktivitäten und Sport so lange pausieren, bis sich die vergrößerte Milz vollständig zurückgebildet hat. Als Richtwert nennt die Seite mindestens 4 bis 6 Wochen; bei Leistungssport ist eine längere Erholungsphase sinnvoll.

Eine feste Frist, die für alle gilt, gibt es nicht. Wann man wieder aktiv werden kann, bespricht man am besten mit der Ärztin oder dem Arzt, der die Milz untersucht hat. Ruhe bedeutet dabei nicht wochenlange strenge Bettruhe: Die Quellen empfehlen Ruhe während der akuten Krankheit und den Verzicht auf körperliche Belastung und Sport bis zur ärztlichen Freigabe.

Warnzeichen: Ein Milzriss muss nach gesund.bund.de rasch ärztlich behandelt werden, ebenso Atemnot durch Schwellungen im Rachen. Plötzliche starke Bauchschmerzen oder zunehmende Atemnot während oder nach der Erkrankung sind deshalb ein Grund für den Notruf 112.

Wo sich die Quellen unterscheiden

gesund.bund.de (Stand 22.01.2025, geprüft von der DGPI) und HNO-Ärzte-im-Netz (Berufsverband der HNO-Ärzte, ohne sichtbares Datum) beschreiben dasselbe Krankheitsbild, setzen aber andere Akzente:

  • Dauer: gesund.bund.de nennt 2 bis 4 Wochen, HNO-Ärzte-im-Netz etwa drei Wochen; beide betonen, dass die Erschöpfung länger anhalten kann.
  • Inkubationszeit: Nur HNO-Ärzte-im-Netz nennt Zahlen (etwa 10 Tage bei Kindern, 30 bis 50 Tage bei Jugendlichen und Erwachsenen).
  • Chronische Form: HNO-Ärzte-im-Netz erwähnt, dass dabei häufig sehr hohe Antikörperwerte gefunden werden; gesund.bund.de beschreibt nur die Beschwerden über sechs Monate.
  • Sport: Nur gesund.bund.de nennt eine Mindestpause von 4 bis 6 Wochen, verweist für die Rückkehr aber zugleich auf die ärztliche Beurteilung.
  • Komplikationen und Behandlung: gesund.bund.de beschreibt Milzriss, Atemnot, Organentzündungen und die Behandlung ausführlich; die verwendete Seite von HNO-Ärzte-im-Netz konzentriert sich auf Anzeichen und Verlauf.

Zusammenfassung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine meist harmlose EBV-Infektion, die vor allem über Speichel übertragen wird und typischerweise Jugendliche und junge Erwachsene betrifft. Fieber, geschwollene Halslymphknoten und eine belegte Mandel- und Rachenentzündung sind typisch; die Milz ist oft vergrößert. Die Diagnose sichert ein Bluttest zusammen mit den Beschwerden.

Eine spezielle Therapie gibt es nicht; Ruhe, Trinken und Mittel gegen Fieber und Schmerzen helfen, Antibiotika nur bei zusätzlicher bakterieller Infektion. Die akute Phase dauert meist wenige Wochen, die Erschöpfung mitunter Monate. Sport erst nach ärztlicher Freigabe – und bei plötzlichen starken Bauchschmerzen oder Atemnot sofort 112.

Häufige Fragen zum Pfeifferschen Drüsenfieber

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie merkt man, dass man Pfeiffersches Drüsenfieber hat?

Typisch sind Fieber, geschwollene Lymphknoten am Hals und eine Mandel- und Rachenentzündung, oft nach grippeähnlichem Beginn mit Müdigkeit. Sicherheit bringt nur eine ärztliche Untersuchung mit Bluttest.

Wie lange ist man beim Pfeifferschen Drüsenfieber krank?

Die akuten Beschwerden klingen meist nach 2 bis 4 Wochen ab. Bis zur vollen Leistungsfähigkeit können aber weitere Wochen bis Monate vergehen.

Wie gefährlich ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Bei gesundem Immunsystem meist harmlos. Selten, aber ernst sind ein Milzriss, Atemnot durch Schwellung im Rachen und Organentzündungen. Für stark immungeschwächte Menschen kann EBV gefährlich sein.

Woher bekommt man Pfeiffersches Drüsenfieber?

Durch das Epstein-Barr-Virus, das vor allem über Speichel übertragen wird – beim Küssen oder über geteiltes Besteck und Trinkgefäße.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Erst wenn sich die Milz zurückgebildet hat und die Ärztin oder der Arzt zustimmt. gesund.bund.de nennt mindestens 4 bis 6 Wochen, bei Leistungssport länger; eine feste Frist für alle gibt es nicht.

Wann sind Bauchschmerzen oder Atemnot ein Notfall?

Plötzliche starke Bauchschmerzen können bei vergrößerter Milz auf einen Milzriss hinweisen; zunehmende Atemnot auf eine starke Schwellung im Rachen. In beiden Fällen sofort Notruf 112.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit, geprüft von der DGPI): Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose), Stand 22.01.2025
  2. HNO-Ärzte-im-Netz (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte): Pfeiffersches Drüsenfieber – Anzeichen und Verlauf

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.