Trinken steht an erster Stelle
Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper Wasser, Natrium, Kalium und Zucker. Wichtig ist, diesen Verlust laufend auszugleichen. Trinken Sie häufig kleine Schlucke, besonders wenn Sie erbrechen – etwa alle paar Minuten einen Teelöffel oder Schluck. Gut geeignet sind Wasser, Kräutertee (Fenchel, Kamille, Pfefferminze), verdünnte Brühe und Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
Elektrolytlösungen
Elektrolytlösungen aus der Apotheke enthalten Salze und Zucker in einem Verhältnis, das die Aufnahme von Wasser im Darm fördert. Sie sind besonders für Kinder, ältere Menschen und bei starkem Durchfall empfehlenswert. Selbst gemischte Lösungen sind fehleranfällig. Erwachsene ohne Vorerkrankungen kommen bei leichtem Verlauf oft auch mit Tee, Wasser, Brühe und etwas Salz und Zucker aus.
Cola und Salzstangen: ein Mythos
Cola und Salzstangen gelten als klassisches Hausmittel, sind aber wenig geeignet. Cola enthält sehr viel Zucker, der Durchfall verstärken kann, kaum Natrium und Koffein, das zusätzlich entwässert. Salzstangen liefern zwar Salz, aber kein Kalium. Auch unverdünnte Säfte und Sportgetränke enthalten meist zu viel Zucker. Elektrolytlösungen oder Tee mit Brühe sind die bessere Wahl.
Wann wieder essen?
Sobald der Appetit zurückkehrt und das Erbrechen nachlässt, können Sie wieder essen – meist schon nach einigen Stunden bis einem Tag. Längeres Fasten ist nicht nötig und verzögert die Erholung des Darms. Beginnen Sie mit kleinen Portionen leicht verdaulicher Speisen und steigern Sie langsam.
Ein Fahrplan für den Kostaufbau
- Tag 1: Tee, Wasser, Brühe, Elektrolytlösung; wenn möglich Zwieback, Toast oder Reiswaffeln.
- Tag 2: Reis, Kartoffeln, Haferflocken- oder Reisschleim, geriebener Apfel, Banane, Karotten gekocht.
- Tag 3: Gekochtes Gemüse, mageres Geflügel oder Fisch, Nudeln, Joghurt in kleinen Mengen.
- Danach: Schrittweise Rückkehr zur normalen Ernährung.
Was Sie zunächst meiden sollten
- Fette, frittierte und stark gewürzte Speisen.
- Rohes Gemüse, Hülsenfrüchte und Kohl, die blähen.
- Alkohol und Kaffee.
- Sehr süße Getränke und Süßigkeiten.
- Größere Mengen Milch, wenn sie Beschwerden verursacht – nach einem Infekt ist die Laktoseverträglichkeit manchmal vorübergehend vermindert.
Ernährung bei Kindern
Kinder trocknen schneller aus als Erwachsene. Geben Sie häufig kleine Mengen Elektrolytlösung, bei Erbrechen löffelweise. Gestillte Babys werden weiter gestillt, Flaschenkinder bekommen nach der Rehydrierung wieder ihre gewohnte Nahrung. Ältere Kinder dürfen essen, worauf sie Appetit haben, sobald es ihnen besser geht – idealerweise leicht verdauliche Speisen. Spezielle Heilnahrung ist meist nicht nötig. Achten Sie auf Zeichen von Austrocknung wie trockene Windeln über viele Stunden.
Ältere Menschen
Ältere Menschen haben oft weniger Durst und nehmen Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, etwa Entwässerungstabletten oder Blutdruckmittel. Sie sollten bei Magen-Darm-Infekten besonders auf regelmäßiges Trinken achten und frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Die Einnahme mancher Medikamente muss während eines Infekts angepasst werden.
Helfen Probiotika und Heilerde?
Bestimmte Probiotika können die Dauer von Durchfall bei Kindern etwas verkürzen; die Wirkung ist aber je nach Präparat unterschiedlich und insgesamt gering. Heilerde und Kohletabletten werden traditionell eingesetzt, ihr Nutzen ist nicht gut belegt. Wichtiger als jedes Mittel bleibt der Flüssigkeitsersatz.
Andere schützen
- Hände gründlich mit Seife waschen, besonders nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
- Eigene Handtücher benutzen.
- Toilette und Kontaktflächen regelmäßig reinigen.
- Nicht für andere kochen, solange Sie Beschwerden haben und bis zwei Tage danach.
- Kinder bleiben zu Hause, bis sie mindestens 48 Stunden beschwerdefrei sind.
Nach dem Infekt
Manche Menschen haben nach einem Magen-Darm-Infekt noch wochenlang einen empfindlichen Darm mit Blähungen oder weichem Stuhl. Selten entwickelt sich daraus ein Reizdarm. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung hilft dem Darm, sich zu erholen; mehr dazu im Ratgeber ballaststoffreiche Lebensmittel. Unsere Ernährungsberatung berät bei anhaltenden Beschwerden.
Besonderheit Norovirus
Noroviren sind sehr ansteckend und verursachen plötzliches, heftiges Erbrechen und Durchfall, die meist nach ein bis zwei Tagen abklingen. Schon wenige Viruspartikel reichen für eine Ansteckung. Normale Desinfektionsmittel wirken oft nicht ausreichend; gründliches Händewaschen mit Seife ist entscheidend. Betroffene können das Virus noch bis zu zwei Wochen nach Abklingen der Beschwerden ausscheiden.
Zurück zur Arbeit
Wer in Lebensmittelbetrieben, Gemeinschaftsküchen, Kitas oder in der Pflege arbeitet, darf nach dem Infektionsschutzgesetz bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen erst wieder tätig sein, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Fragen Sie im Zweifel Ihre Hausärztin oder das Gesundheitsamt. Für andere Berufe gilt: zu Hause bleiben, bis Sie mindestens zwei Tage beschwerdefrei sind.
Helfen Probiotika?
Probiotika werden häufig empfohlen, um einen Magen-Darm-Infekt abzukürzen. Große Studien zeigen jedoch, dass sie bei Kindern mit akutem Durchfall die Dauer kaum verkürzen. Sie sind meist harmlos, aber kein Ersatz für ausreichendes Trinken. Wichtiger sind Flüssigkeit, Elektrolyte und eine schrittweise Rückkehr zum normalen Essen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei Magen-Darm-Infekt ist Flüssigkeits- und Salzersatz das Wichtigste.
- Elektrolytlösungen sind besser als Cola und Salzstangen.
- Sobald es geht, wieder leicht verdaulich essen; langes Fasten ist nicht nötig.
- Bei Zeichen von Austrocknung, Blut im Stuhl oder hohem Fieber ärztliche Hilfe holen.
Häufige Fragen zur Ernährung bei Magen-Darm-Infekt
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was soll ich bei Magen-Darm essen?
Anfangs Zwieback, Toast, Reis, Kartoffeln, Banane und geriebenen Apfel, dann langsam normal.
Ist Cola bei Durchfall gut?
Nein, sie enthält viel Zucker und Koffein; Elektrolytlösungen sind besser.
Darf ich Milchprodukte essen?
In kleinen Mengen meist ja; bei Beschwerden vorübergehend reduzieren.
Wie viel sollte ich trinken?
So viel, wie Sie verlieren, plus Ihren normalen Bedarf; häufig kleine Mengen.
Hilft Banane bei Durchfall?
Ja, sie ist leicht verdaulich und liefert Kalium.
Wann darf ich wieder normal essen?
Meist nach zwei bis drei Tagen, je nach Verträglichkeit.
Darf mein Kind Fruchtsaft trinken?
Unverdünnter Saft kann Durchfall verstärken; besser Elektrolytlösung oder stark verdünnt.
Darf ich bei Magen-Darm Joghurt essen?
Naturjoghurt wird oft gut vertragen, sobald das Erbrechen vorbei ist. Bei Unverträglichkeit einige Tage weglassen.
Quellen
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) · Übersicht über Gastroenteritis
- MSD Manual (Ausgabe für Patienten) · Gastroenteritis bei Kindern
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Magen-Darm-Infektionen vorbeugen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
