Zum Inhalt springen

Verdauung MediBilbao Salud

Refluxösophagitis: Symptome, Befund und Behandlung

Fließt über längere Zeit Magensaft in die Speiseröhre zurück, kann sich deren Schleimhaut entzünden: Das nennt man Refluxösophagitis. Sie ist eine mögliche Folge der Refluxkrankheit, aber nicht jede Refluxkrankheit führt zu einer Entzündung. Dieser Ratgeber erklärt nach den Informationen von gesund.bund.de und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wie sich Reflux und Entzündung äußern, was die Magenspiegelung zeigt, welche Rolle Ernährung, Medikamente und Operation spielen und wann Beschwerden dringend sind. Er richtet sich an Erwachsene.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Refluxösophagitis?

Normalerweise verschließt der untere Schließmuskel der Speiseröhre den Mageneingang und öffnet sich nur, wenn Nahrung ankommt. Lockert sich der Verschluss, gelangt Mageninhalt nach oben. Die aufsteigenden Verdauungssäfte reizen nach gesund.bund.de die Schleimhaut der Speiseröhre; passiert das über längere Zeit, kann sich die Schleimhaut entzünden und schmerzen. Diese Entzündung heißt Refluxösophagitis.

Von einer Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxerkrankung, kurz GERD) spricht man, wenn der Rückfluss zu einer Entzündung der Speiseröhre führt oder die Lebensqualität beeinträchtigt. Ist jedes Sodbrennen eine Ösophagitis? Nein. Gelegentliches Aufstoßen nach üppigem Essen ist normal, und bei bis zu 2 von 3 Menschen mit Refluxkrankheit ist die Schleimhaut der Speiseröhre nicht angegriffen. Allgemeines zu Sodbrennen im Ratgeber Sodbrennen.

Wie äußert sich eine Refluxösophagitis?

Die Beschwerden entsprechen meist denen der Refluxkrankheit. Typisch ist nach gesund.bund.de:

  • Sodbrennen: ein Brennen, das vom Oberbauch oder hinter dem Brustbein zum Hals aufsteigt
  • Aufstoßen und Schluckbeschwerden
  • Brennen im Rachen, schlechter Geschmack im Mund, Magengeräusche
  • starkes Völlegefühl, teils mit Übelkeit und Brechreiz
  • Reizhusten, belegte Stimme und Heiserkeit, Asthmaanfälle oder Zahnschmerzen, wenn Verdauungssäfte die Atemwege oder Zähne erreichen

Beschwerden können nachts auftreten und den Schlaf stören; nach dem IQWiG wachen viele Betroffene mehrmals mit Schmerzen und Brennen auf. Wenn Magensaft bis in den Rachen steigt, kann der Ratgeber Stiller Reflux weiterhelfen.

Warum entsteht eine Refluxkrankheit?

Es gibt nach gesund.bund.de verschiedene Ursachen. Häufig schließt der Mageneingang nicht mehr richtig, oft ohne klare Ursache. Bei manchen ist ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) der Grund: Ein Teil des Magens rutscht durch die Lücke im Zwerchfell nach oben, sodass das Zwerchfell den Schließmuskel nicht mehr unterstützt. Möglicherweise spielt auch eine Störung der Speiseröhre selbst eine Rolle.

Viele Betroffene berichten, dass Stress die Beschwerden auslöst oder verstärkt; auch bestimmte Nahrungsmittel, körperliche Anstrengung und Haltungen wie Bücken oder Liegen können sie verstärken. Als mögliche Risikofaktoren diskutieren Fachleute Übergewicht, Rauchen und Alkohol. Einige Medikamente, darunter manche Mittel gegen Bluthochdruck und die „Pille“, können Beschwerden verstärken; setzen Sie diese nicht eigenmächtig ab.

Magenspiegelung und Befund: Was bedeuten die Grade?

Eine Refluxerkrankung lässt sich nach gesund.bund.de an den typischen Beschwerden erkennen; deshalb ist es wichtig, sie beim Arztbesuch genau zu beschreiben, auch wann und wie häufig sie auftreten. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen möglich, etwa eine Magenspiegelung und die Messung des pH-Werts in der unteren Speiseröhre. Ob die Speiseröhre entzündet ist, zeigt sich bei der Magenspiegelung.

Im Befund wird eine Entzündung meist mit einem Schweregrad beschrieben. Die verwendeten Quellen erklären die Einteilung nicht im Einzelnen; fragen Sie bei der Befundbesprechung nach, was Ihr Grad bedeutet und welche Folgen er für die Behandlung hat.

Können Symptome und Befund auseinanderliegen? Fragen zum Befund

Ja. Starke Beschwerden bedeuten nicht automatisch eine starke Entzündung, und umgekehrt: Bei vielen Menschen mit Refluxkrankheit ist die Schleimhaut unversehrt. Für das Gespräch nach der Magenspiegelung hilft eine kurze Karte:

  • Befund: Ist die Speiseröhre entzündet? Welcher Schweregrad steht im Bericht, und was bedeutet er?
  • Weitere Auffälligkeiten: Gibt es einen Zwerchfellbruch, eine Verengung oder Veränderungen der Schleimhaut, die beobachtet werden sollten?
  • Beschwerden: Wie häufig und wie stark sind sie, tags oder nachts, und was löst sie aus?
  • Plan: Welche Behandlung, wie lange, und wann soll sie überprüft werden? Ist eine Kontrolle nötig?
  • Medikamente: Was nehme ich bereits ein, auch rezeptfrei, und was soll ich ändern?

Ändern Sie Dosis oder Dauer säurehemmender Mittel nicht auf eigene Faust, sondern nach Absprache.

Was essen bei Refluxösophagitis? Muss jeder Lebensmittel dauerhaft meiden?

Ob Verhaltensänderungen helfen, ist nach dem IQWiG nicht gut untersucht, ein Versuch kann sich aber lohnen. Häufig werden einzelne Lebensmittel nicht vertragen, zum Beispiel Kaffee, Schokolade, besonders fettige oder stark gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke. Wer einen Zusammenhang vermutet, kann ausprobieren, sie wegzulassen. Es braucht oft Zeit und Geduld, und vielleicht zeigt sich auch, dass das Essen kaum Einfluss hat. Ein Verbot für alle gibt es also nicht.

Weitere Ansätze nach dem IQWiG: bei Übergewicht abnehmen, sehr große oder kalorienreiche Mahlzeiten meiden, nicht rauchen und weniger Alkohol trinken. Bei nächtlichen Beschwerden verzichten manche auf späte Mahlzeiten oder legen sich frühestens drei Stunden nach dem Essen hin, lagern den Oberkörper höher oder schlafen auf der linken Seite. Eine Garantie gibt es nicht: Auch schlanke Menschen mit fettarmer Ernährung können Reflux haben.

Welche Rolle spielen PPI? Wie kann man Refluxösophagitis heilen?

Helfen veränderte Gewohnheiten nicht, kommen Medikamente infrage. Protonenpumpenhemmer (PPI) unterdrücken die Bildung von Magensaft. Nach dem IQWiG lindern sie Beschwerden oder eine Entzündung der Speiseröhre gewöhnlich besser als H2-Rezeptorblocker. In Studien hatten nach 2 bis 8 Wochen 70 von 100 Personen mit PPI kaum noch Sodbrennen, gegenüber 25 von 100 mit einem Scheinmedikament. Die Mittel wirken oft nur, solange sie eingenommen werden, und werden durchgängig oder nach Bedarf angewendet.

Etwa 2 von 100 Personen haben Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen. Eine langfristige Einnahme kann das Risiko für Knochenbrüche erhöhen, vor allem bei hoher Dosis über mehr als ein Jahr; weitere Risiken werden diskutiert. Andere Mittel wie Antazida oder Alginate sind bei Refluxkrankheit nicht gut untersucht. Welche Behandlung und welche Dauer passen, wird ärztlich festgelegt. Bei schwerem Verlauf oder wenn Medikamente nicht helfen, kann eine Anti-Reflux-Operation erwogen werden; sie hat eigene Risiken, etwa Schluckbeschwerden.

Wie lange dauert eine Refluxösophagitis? Welche Komplikationen gibt es?

Eine Refluxkrankheit bleibt nach gesund.bund.de meist dauerhaft bestehen und verläuft überwiegend in Schüben: Beschwerdefreie Phasen wechseln sich mit stärkeren ab. Wie lange eine Entzündung braucht, um abzuheilen, ist individuell; eine feste Dauer nennen die Quellen nicht. Für gewöhnlich schreitet die Krankheit nicht fort.

Mögliche Komplikationen sind selten: Durch hohe Säurebelastung kann sich bei etwa 5 von 100 Menschen mit Reflux die Schleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre verändern (Barrett-Ösophagus); dann ist das Risiko für Speiseröhrenkrebs etwas erhöht. Eine stärkere Entzündung kann außerdem Narben hinterlassen und die Speiseröhre verengen, sodass das Schlucken deutlich erschwert ist. Deshalb gehören neue oder zunehmende Schluckbeschwerden ärztlich abgeklärt.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Gemeinsamer Ursprung: gesund.bund.de entstand in Zusammenarbeit mit dem IQWiG; beide Texte sind daher nicht unabhängig voneinander. gesund.bund.de beschreibt Krankheit, Verlauf und Komplikationen, das IQWiG die Behandlung mit Studiendaten.

Lebensstil: gesund.bund.de nennt den Verzicht auf bestimmte Lebens- und Genussmittel als hilfreich; das IQWiG betont, dass der Nutzen nicht gut untersucht ist und es keine Garantie gibt.

Schweregrade: Keine der Quellen erklärt die endoskopische Gradeinteilung; dafür ist das Befundgespräch der richtige Ort.

Aktualität: gesund.bund.de hat den Stand 04.04.2025, die IQWiG-Seite wurde am 31.07.2024 aktualisiert.

In unserer Praxis in Bilbao unterstützt die Ernährungsberatung Erwachsene mit ärztlich abgeklärter Refluxkrankheit dabei, auslösende Lebensmittel und Essgewohnheiten herauszufinden (die Beratung findet auf Spanisch statt). Magenspiegelungen führen wir nicht durch.

Zusammenfassung

  • Refluxösophagitis ist eine Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließenden Magensaft; nicht jede Refluxkrankheit führt dazu.
  • Typisch sind Sodbrennen, Aufstoßen und Schluckbeschwerden; auch Husten oder Heiserkeit sind möglich.
  • Ob die Speiseröhre entzündet ist, zeigt die Magenspiegelung; Beschwerden und Befund können auseinanderliegen.
  • Einzelne Lebensmittel können Beschwerden auslösen; ein Verbot für alle gibt es nicht.
  • Protonenpumpenhemmer lindern Beschwerden und Entzündung meist gut; Dauer und Dosis legt die Ärztin oder der Arzt fest.
  • Brustschmerz, steckengebliebene Nahrung, Blut im Erbrochenen oder schwarzer Stuhl: sofort abklären.

Häufige Fragen zur Refluxösophagitis

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie äußert sich eine Refluxösophagitis?

Meist mit Sodbrennen hinter dem Brustbein, Aufstoßen und Schluckbeschwerden, manchmal mit Brennen im Rachen, Husten oder Heiserkeit. Ob die Speiseröhre tatsächlich entzündet ist, zeigt erst die Magenspiegelung.

Wie kann man Refluxösophagitis heilen?

Mit veränderten Gewohnheiten und vor allem säurehemmenden Medikamenten, die eine Entzündung gewöhnlich gut lindern. Die Refluxkrankheit selbst bleibt aber oft bestehen und verläuft in Schüben; bei schwerem Verlauf kommt eine Operation infrage.

Was essen bei Refluxösophagitis?

Es gibt keine Einheitsdiät. Häufig werden Kaffee, Schokolade, sehr fettige oder scharfe Speisen, Zitrusfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke nicht vertragen. Ausprobieren, was einem selbst schadet, und große, späte Mahlzeiten meiden.

Wie lange dauert eine Refluxösophagitis?

Das ist individuell; eine feste Dauer nennen die Quellen nicht. Die Refluxkrankheit verläuft meist in Schüben und bleibt oft dauerhaft bestehen, schreitet aber gewöhnlich nicht fort.

Welche Rolle spielen PPI?

Protonenpumpenhemmer unterdrücken die Bildung von Magensaft und lindern Beschwerden und Entzündung gewöhnlich besser als andere Mittel. Sie wirken oft nur während der Einnahme; Dauer und Dosis sollten ärztlich festgelegt werden.

Welche Beschwerden sind dringend?

Brustschmerzen, steckengebliebene Nahrung oder die Unfähigkeit, Speichel zu schlucken, Erbrechen von Blut und schwarzer Stuhl. Dann sofort ärztliche Hilfe holen.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Sodbrennen, Refluxkrankheit: Symptome und Behandlung
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Wie wird Reflux behandelt?

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.