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Knie MediBilbao Salud

Aufbau des Knies: Knochen, Bänder und Menisken

Das Knie ist das größte Gelenk des Körpers und wird für fast jede Bewegung gebraucht, ob beim Gehen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Damit es zugleich beweglich und stabil ist, arbeiten Knochen, Knorpel, Menisken, Bänder und Muskeln eng zusammen. Dieser Ratgeber erklärt nach gesundheitsinformation.de (IQWiG), Orthinform, dem Patientenportal des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie, und der Techniker Krankenkasse, wie das Kniegelenk aufgebaut ist, was seitlich am Knie liegt und welche Strukturen bei Verletzungen betroffen sein können.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757
Physiotherapeutin erklärt einem Patienten an einem Kniemodell den Aufbau des Kniegelenks
Am Knie treffen Knochen, Knorpel, Menisken, Bänder und Muskeln zusammen. Illustration, mit KI erstellt.

Wie ist das Kniegelenk aufgebaut?

Das Kniegelenk verbindet Ober- und Unterschenkel. Es ist nach dem IQWiG das größte Gelenk im Körper und recht kompliziert aufgebaut. Seine Konstruktion erlaubt es, das Knie zu beugen, zu strecken und etwas nach innen oder außen zu drehen. Deshalb spricht man von einem Dreh-Scharniergelenk.

Die Techniker Krankenkasse beschreibt die Besonderheit: Anders als bei Schulter- oder Hüftgelenk passen der rundliche Kopf des Oberschenkelknochens und die Gelenkfläche des Unterschenkelknochens nicht exakt zusammen. Vier Bänder verbinden die Knochen, zwei Menisken federn als Stoßdämpfer dazwischen. So ist das Knie sehr stabil und kann Kräfte bis zum Achtfachen des Körpergewichts abfangen. Diese Stabilität begrenzt aber den Bewegungsradius.

Ein gesundes Knie lässt sich nach dem IQWiG von 0 Grad, also komplett durchgestreckt, bis etwa 150 Grad beugen. Gebeugt kann man es etwa 10 Grad nach innen und etwa 30 Grad nach außen drehen.

Die Knochen des Knies

Zum Kniegelenk gehören nach dem IQWiG drei Knochen:

  • Oberschenkelknochen (Femur): Am unteren Ende hat er zwei walzenförmige Gelenkflächen, die Kondylen. In der Lücke zwischen ihnen verlaufen die Kreuzbänder.
  • Unterschenkelknochen (Tibia, Schienbein): Ihm liegen zwei relativ flache, leicht pfannenförmige Gelenkflächen gegenüber. Dazwischen befinden sich zwei kleine Höcker, an denen die Kreuzbänder befestigt sind.
  • Kniescheibe (Patella): Sie liegt oberhalb der Gelenkwalzen auf dem Oberschenkelknochen und ist in die Sehne des großen Oberschenkelmuskels eingelagert.

Beim Beugen und Strecken gleitet die mit Knorpel überzogene Innenseite der Kniescheibe durch eine Führungsrinne am Oberschenkelknochen. Die Kniescheibe verringert die Reibung zwischen Sehne und Knochen, verhindert, dass die Sehne seitlich wegrutscht, und verlängert den Hebel des Oberschenkelmuskels, was die Kraftübertragung verbessert.

Drei Teilgelenke und der Gelenkknorpel

Die Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkelknochen und die Rückseite der Kniescheibe bilden nach dem IQWiG drei Teilgelenke, auch Kompartimente genannt:

  • das Gelenk zwischen Ober- und Unterschenkelknochen auf der Innenseite des Knies (mediales Femorotibialgelenk),
  • das Gelenk zwischen Ober- und Unterschenkelknochen auf der Außenseite (laterales Femorotibialgelenk),
  • das Gelenk zwischen Kniescheibe und ihrer Führungsrinne am Oberschenkelknochen (Femoropatellargelenk).

Alle Gelenkflächen sind mit widerstandsfähigem Gelenkknorpel überzogen, der zwischen 1 und 6 Millimeter dick ist. Er sorgt für eine geschmeidige Gleitfläche. Der Knorpel wird nicht durchblutet, sondern über die Gelenkflüssigkeit in der Gelenkkapsel ernährt: Unter Belastung gibt er Abfallprodukte ab, bei Entlastung nimmt er neue Nährstoffe auf. Deshalb ist Bewegung für einen gesunden Knorpel entscheidend. Was bei Schäden passiert, lesen Sie im Ratgeber zum Knorpelschaden am Knie.

Die Menisken: Stoßdämpfer im Knie

Auf der Gelenkfläche des Unterschenkelknochens liegen zwei Menisken, ein Innen- und ein Außenmeniskus. Das IQWiG beschreibt sie als halbe Ringe aus faserigem Knorpel, die in der Mitte des Knies mit Bändern verankert sind. Ihre äußeren Seiten sind mit der Gelenkkapsel verwachsen, der Innenmeniskus zusätzlich mit dem Innenband. Die beweglichen Menisken ermöglichen es dem Knie, sich um einige Grad nach innen und außen zu drehen.

Nach Orthinform sind die Menisken sichelförmige Knorpelscheiben, die als Druckverteiler, Stoßdämpfer und Stabilisatoren wirken. Würde man den Meniskus entfernen, wäre die Druckbelastung für Kniegelenk und Knorpel etwa 200- bis 300-mal so stark. Der Meniskus ist nicht überall gleich gut durchblutet: Orthinform unterscheidet gut, mäßig und nicht durchblutete Zonen, was für die Behandlung eines Risses wichtig ist.

Wird das Knie etwa bei einem Sturz sehr schnell gebeugt oder verdreht, können die Menisken zwischen den Gelenkwalzen eingeklemmt werden und reißen. Verletzungen des Innenmeniskus sind nach Orthinform deutlich häufiger. Mehr dazu im Ratgeber zum Meniskusriss.

Anatomisches Modell des Kniegelenks von vorn mit den Menisken zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen
Die Menisken liegen auf der Gelenkfläche des Unterschenkelknochens. Illustration, mit KI erstellt.

Seitenbänder und Kreuzbänder

Vier Bänder geben dem Kniegelenk nach dem IQWiG Halt und schützen es vor Verrenkungen:

  • Innenband: verbindet die Innenseiten von Ober- und Unterschenkelknochen und ist mit der Gelenkkapsel verbunden.
  • Außenband: verbindet die Außenseiten der beiden Knochen und ist nicht mit der Gelenkkapsel verbunden.
  • Vorderes Kreuzband: zieht von der Rückseite der äußeren Gelenkwalze zur Vorderseite des Unterschenkelknochens.
  • Hinteres Kreuzband: zieht von der Vorderseite der inneren Gelenkwalze zur Rückseite des Unterschenkelknochens.

Innen- und Außenband stabilisieren das gestreckte Knie; durchgestreckt lässt es sich kaum drehen. Beim Beugen erschlaffen die Seitenbänder, dann geben die Kreuzbänder Halt. Dreht man das Knie nach innen, wickeln sich die Kreuzbänder umeinander und stabilisieren es so. Bei Unfällen, etwa beim Skifahren oder Fußball, können Bänder reißen; das kann heftige Schmerzen, starke Schwellungen und eine unnatürliche Beweglichkeit verursachen. Meist ist nach der Techniker Krankenkasse das vordere Kreuzband betroffen, das hintere reißt meist bei Verkehrsunfällen. Mehr im Ratgeber zum Kreuzbandriss.

Was ist seitlich am Knie?

Seitlich am Knie liegen nach dem IQWiG die beiden Seitenbänder: innen das Innenband, außen das Außenband. Außerdem befinden sich innen und außen jeweils ein Teilgelenk zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, darunter der Innen- und der Außenmeniskus. Der Innenmeniskus ist mit dem Innenband verwachsen.

Bei Schmerzen an der Innen- oder Außenseite können also unterschiedliche Strukturen beteiligt sein. Ein Hinweis bei Meniskusschäden ist nach Orthinform ein Druckschmerz über dem betroffenen Gelenkspalt. Welche Struktur tatsächlich betroffen ist, klärt eine ärztliche Untersuchung. Schmerzen an der Außenseite des Knies bei Läuferinnen und Läufern beschreibt unser Ratgeber zum Läuferknie.

Muskeln und Sehnen bewegen das Knie

Mithilfe etlicher Muskeln und der Sehnen, die sie mit den Knochen verbinden, lässt sich das Knie beugen, strecken und drehen. Die beiden größten Muskelgruppen sind nach dem IQWiG:

  • Vierköpfiger Oberschenkelmuskel (Quadriceps femoris) an der Vorderseite des Oberschenkels: der Kniestrecker.
  • Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (Biceps femoris) an der Rückseite: Zusammen mit anderen Muskeln beugt er das Knie.

Kleinere Muskeln wie der Schneidermuskel und der Kniekehlenmuskel sorgen für die Drehfähigkeit. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt, die Beinmuskulatur regelmäßig zu trainieren und öfter bewusst auf unebenem Untergrund zu gehen oder zu laufen, um Gleichgewicht und Koordination zu fördern. Bei Knieschmerzen erstellen wir in unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao nach ärztlicher Abklärung ein passendes Übungsprogramm (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Patient geht in einer Physiotherapiepraxis, eine Physiotherapeutin beobachtet den Gang
Beim Gehen arbeiten Muskeln, Bänder und Menisken des Knies zusammen. Illustration, mit KI erstellt.

Welche Strukturen werden häufig verletzt?

Die Quellen nennen vor allem Menisken und Bänder. Meniskusverletzungen treten nach Orthinform in zwei Gruppen auf: bei jüngeren, sportlichen Menschen meist durch Unfälle mit hoher Energie, oft mit Begleitverletzungen, und bei älteren Menschen meist ab 40 Jahren als Folge von Verschleiß, manchmal schon bei gewöhnlichen Kniebewegungen. Mit dem Alter und dem Ausmaß einer Arthrose steigt die Häufigkeit von Meniskusschäden.

Bei einem Meniskusriss, bei dem sich ein Teil in den Gelenkspalt verlagert, zeigen sich nach Orthinform häufig belastungsabhängige Schmerzen, ein Erguss, Blockierungen, eine eingeschränkte Beweglichkeit sowie Schmerzen und Probleme beim Strecken. Nicht jeder Meniskusschaden macht aber Beschwerden: In Studien hatten 5 bis 36 Prozent der Menschen mit einem im MRT sichtbaren Meniskusschaden keine Symptome. Einen Überblick über Ursachen von Knieschmerzen gibt unser Ratgeber zu Knieschmerzen, zum Verschleiß der Ratgeber zur Kniearthrose.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Bei der Beschreibung der Menisken setzen die Quellen unterschiedliche Begriffe: Das IQWiG spricht von halben Ringen aus faserigem Knorpel, Orthinform von sichelförmigen Knorpelscheiben, die Techniker Krankenkasse von halbrunden Stoßdämpfern. Gemeint ist dasselbe. Für die Seitenbänder verwendet das IQWiG die Begriffe Innen- und Außenband, die Techniker Krankenkasse inneres und äußeres Seitenband.

Unterschiedlich ist auch die Gelenkbezeichnung: Das IQWiG nennt das Knie ein Dreh-Scharniergelenk, die Techniker Krankenkasse vergleicht es mit einem Scharnier und betont, dass seine Stabilität den Bewegungsradius begrenzt. Zur Vorbeugung von Meniskusschäden rät Orthinform, lange statische Belastungen in tiefer Beugung und Drehung, etwa im Schneidersitz oder in tiefer Hocke, sowie abrupte Richtungswechsel zu vermeiden, während das IQWiG die Bedeutung von Bewegung und Belastung für die Ernährung des Knorpels betont.

Zusammenfassung

  • Das Knie ist das größte Gelenk des Körpers und ein Dreh-Scharniergelenk aus Oberschenkelknochen, Schienbein und Kniescheibe.
  • Es besteht aus drei Teilgelenken, deren Flächen mit 1 bis 6 Millimeter dickem Knorpel überzogen sind.
  • Innen- und Außenmeniskus verteilen Druck, dämpfen Stöße und stabilisieren das Gelenk.
  • Seitenbänder stabilisieren das gestreckte, Kreuzbänder das gebeugte Knie.
  • Seitlich am Knie liegen Innen- und Außenband sowie die inneren und äußeren Gelenkanteile mit den Menisken.
  • Bewegung ernährt den Knorpel; nach einem Knieunfall mit Schwellung oder Instabilität sofort ärztlich abklären lassen.

Häufige Fragen zum Aufbau des Knies

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist seitlich am Knie?

Innen das Innenband, außen das Außenband. Darunter liegen das innere und das äußere Teilgelenk zwischen Ober- und Unterschenkelknochen mit Innen- und Außenmeniskus.

Aus welchen Knochen besteht das Knie?

Aus Oberschenkelknochen (Femur), Unterschenkelknochen (Tibia) und Kniescheibe (Patella).

Wie äußern sich Meniskusschmerzen im Knie?

Nach Orthinform häufig mit belastungsabhängigen Schmerzen, Druckschmerz über dem Gelenkspalt, Erguss, Blockierungen und Problemen beim Strecken. Nicht jeder Meniskusschaden verursacht aber Beschwerden.

Was sind die häufigsten Knieprobleme?

Die ausgewerteten Quellen nennen vor allem Meniskusrisse, Kreuzbandrisse und Verschleiß des Gelenks (Arthrose). Eine Rangfolge geben sie nicht an.

Ist Fahrradfahren gut für die Knie?

Eine eigene Bewertung des Radfahrens enthalten die Quellen nicht. Nach dem IQWiG braucht der Knorpel aber Bewegung und Belastung, um Nährstoffe aufzunehmen; Bewegung ist für einen gesunden Knorpel entscheidend.

Wofür braucht man die Kreuzbänder?

Sie geben dem gebeugten Knie Halt, wenn die Seitenbänder erschlafft sind, und stabilisieren es bei Drehungen nach innen, indem sie sich umeinander wickeln.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Wie funktioniert das Knie? (aktualisiert 17.01.2024)
  2. Orthinform (Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie, BVOU) · Meniskusverletzungen: Ursachen, Diagnose, Therapien
  3. Techniker Krankenkasse · Kreuzbandriss: Knie ohne Halt

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.