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Läuferknie: ITBS erkennen, behandeln und vorbeugen

Nach einigen Kilometern beginnt es außen am Knie zu stechen, und sobald man stehen bleibt, lässt der Schmerz nach. So zeigt sich häufig ein Läuferknie, in der Fachsprache Tractus-iliotibialis-Syndrom oder iliotibiales Bandsyndrom (ITBS). Dieser Ratgeber erklärt nach dem AOK-Gesundheitsmagazin und dem Gesundheitsportal des Bundes, was dabei im Knie passiert, welche Faktoren ein Läuferknie begünstigen, wie man es vom vorderen Knieschmerz unterscheidet, wie die Behandlung mit Entlastung und Übungen aussieht, wie lange die Heilung ungefähr dauert und wie Sie Ihr Training so dokumentieren, dass die Rückkehr zum Laufen planbar wird.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
8 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist ein Läuferknie?

Der Tractus iliotibialis ist nach dem AOK-Gesundheitsmagazin ein Bindegewebsstrang, den man sich als breites Band auf der Außenseite des Oberschenkels vorstellen kann. Er reicht vom Becken bis unterhalb des Knies an die Außenseite des Unterschenkels. Gesund.bund.de beschreibt ihn als Sehnenplatte, die von den Sehnen mehrerer Oberschenkelmuskeln gebildet wird und kurz unterhalb des Knies am Schienbein befestigt ist.

Am Knie zieht das Band über den äußeren Gelenkknorren des Oberschenkels. Besteht beim Laufen eine zu hohe Spannung, reibt es nach der AOK beim Beugen und Strecken des Knies über diesen Knochenvorsprung und den dort liegenden Schleimbeutel. Das Band und das umliegende Gewebe entzünden sich und schmerzen.

Im ICD-10 heißt das Krankheitsbild Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom (M76.3). Gesund.bund.de fasst es knapp zusammen: Die Sehnenplatte kann überlastet werden, wenn man viel Sport wie Laufen oder Radfahren macht, und dann Schmerzen am Knie verursachen.

Wie man ein Läuferknie erkennt

Nach dem AOK-Gesundheitsmagazin können bei einem Tractus-iliotibialis-Syndrom folgende Beschwerden auftreten:

  • stechende oder ziehende Schmerzen an der Außenseite des Knies bei Bewegung
  • Besserung nach Schonung; bei länger bestehendem Läuferknie auch Schmerzen in Ruhe
  • Schmerzen beim Bergablaufen oder auf der Ebene
  • Druckschmerz an der Außenseite des Knies

Typisch ist, dass der Schmerz beim Laufen erst nach einer bestimmten Zeit auftritt und aufhört, sobald der Lauf beendet ist. Betroffen sind am häufigsten Läuferinnen und Läufer, aber auch Menschen, die bergsteigen oder Rad fahren.

Die Beschreibung der Beschwerden ersetzt keine Untersuchung. Selbsttests, bei denen man das Band zusammendrückt oder das Knie unter Schmerz belastet, sind nicht nötig; die Einordnung erfolgt in der ärztlichen oder physiotherapeutischen Untersuchung.

Läuferknie oder vorderer Knieschmerz?

Umgangssprachlich wird „Läuferknie“ manchmal auch für andere Laufbeschwerden verwendet. Die Lage des Schmerzes hilft bei der Unterscheidung:

  • Läuferknie (ITBS): Schmerz an der Außenseite des Knies, oft nach einer bestimmten Laufzeit.
  • Vorderer Knieschmerz (patellofemorales Schmerzsyndrom): Nach gesund.bund.de meist hinter oder neben der Kniescheibe, eher dumpf, vor allem bei Belastung, beim starken Beugen, Treppensteigen oder nach langem Sitzen.
  • Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe: hat eigene Ursachen, siehe Patellaspitzensyndrom.

Beide Überlastungsbeschwerden haben gemeinsam, dass das Knie zu häufig oder zu stark belastet wurde und sich nicht schnell genug anpassen konnte. Einen Überblick über weitere Ursachen gibt der Ratgeber zu Knieschmerzen.

Was ein Läuferknie begünstigt

Die Beschwerden treten nach der AOK oft aufgrund einer Überlastung auf, etwa wenn die Trainingsintensität gesteigert wird. Daneben nennt die AOK mehrere Faktoren, die eine Reizung begünstigen können:

  • anatomische Fehlstellungen wie O-Beine
  • ein ungünstiger Laufstil und unpassende Laufschuhe
  • Abrollen über die Fußinnenseite
  • ein Absinken des Beckens durch eine zu schwache Hüftmuskulatur
  • unterschiedliche Beinlängen oder eine Hüftfehlstellung
  • beim Radfahren ein falsch eingestellter Sattel

Besonders eine unterentwickelte Hüftmuskulatur, die das Bein abspreizt und das Becken im Einbeinstand gerade hält, wird nach der AOK als möglicher Auslöser „vermutet“. Das ist ein wahrscheinlicher Faktor, aber keine bewiesene alleinige Ursache. Bei vielen Betroffenen kommen mehrere Faktoren zusammen.

Behandlung: zuerst entlasten

Die erste Maßnahme bei akutem Knieschmerz lautet nach der AOK Entlastung: Bewegungen, die den Schmerz verstärken, sollten vermieden werden. Das bedeutet in der Regel, das Lauftraining zu reduzieren oder zu pausieren. Auch bei vorderem Knieschmerz empfiehlt gesund.bund.de, das Trainingspensum zu verringern oder eine Pause einzulegen.

Zur Schmerzlinderung ist nach der AOK die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) möglich, als Tabletten oder als Salbe. Ob das sinnvoll ist und welche Form passt, sollte mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprochen werden.

Bessert sich der Schmerz unter Schonung nicht, ist ärztlicher Rat sinnvoll. Wenn die Schmerzen im Knie anhalten, kann es nach der AOK ratsam sein, die Sportart zu wechseln; Schwimmen oder Aquafitness schonen die Gelenke und stärken die Muskulatur.

Übungen: Dehnen und Hüfte kräftigen

Mit Dehn- und Kräftigungsübungen kann man nach der AOK beginnen, wenn das Knie schmerzfrei gestreckt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Muskulatur, die das Becken stabilisiert, also Hüft- und Rumpfmuskeln. Besonders wichtig ist die Kräftigung des mittleren Gesäßmuskels, der den Oberschenkel zur Seite abspreizt.

Die AOK beschreibt zum Beispiel eine Dehnung im Sitzen, bei der das Bein der betroffenen Seite über das gestreckte andere Bein gestellt wird, und eine Kräftigungsübung auf einer Treppenstufe: Man steht mit gestrecktem Knie auf dem betroffenen Bein, hält sich am Geländer fest und senkt das andere Bein langsam einige Zentimeter ab und wieder an. Wiederholt wird nur so oft, wie es ohne Schmerzen möglich ist.

Für den vorderen Knieschmerz zeigen Studien nach gesund.bund.de, dass regelmäßige Übungen zur Stärkung der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur gegen die Schmerzen helfen können. Nicht jede Person braucht dieselben Übungen: Welche Übungen, wie viele Wiederholungen und wie schnell gesteigert wird, sollte individuell abgestimmt werden. In unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao planen wir mit Erwachsenen Übungen und Belastungssteigerung beim Läuferknie (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Heilungsdauer und Rückkehr zum Laufen

Bei erfolgreicher Behandlung dauert die Heilung eines Läuferknies nach der AOK zwischen drei und acht Wochen. Die Laufschuhe sollten so lange stehen bleiben, bis auch die Kraftübungen schmerzfrei ablaufen. Eine feste Frist, nach der jede Person wieder voll laufen kann, gibt es nicht.

Bei länger bestehendem Läuferknie können nach der AOK auch Schmerzen in Ruhe auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, früh zu entlasten, statt den Schmerz zu übergehen.

Für die Rückkehr hilft ein einfaches Trainingsprotokoll, das Sie zur Untersuchung mitbringen können:

  • Was hat sich geändert? Umfang, Tempo, Bergabläufe, Untergrund, Schuhe, Radsattel
  • Wann tritt der Schmerz auf? nach wie vielen Minuten oder Kilometern, und wie schnell lässt er nach
  • Was wurde vereinbart? erlaubte Laufdauer, Übungen, Kriterien für die nächste Steigerung

Das Protokoll dient der Verlaufskontrolle, nicht der Selbstdiagnose. Es macht sichtbar, welche Belastung das Knie aktuell verträgt.

Einem Läuferknie vorbeugen

Eine starke Hüft- und Rumpfmuskulatur ist nach dem AOK-Gesundheitsmagazin „das A und O“, um Knieschmerzen und Verletzungen wie dem Läuferknie vorzubeugen. Dehn- und Kräftigungsübungen sollten deshalb neben dem Laufen im Trainingsplan stehen.

Wer regelmäßig läuft, kann sich beim Schuhkauf beraten lassen; die AOK empfiehlt die Auswahl nach einer Laufanalyse auf dem Laufband. Die Lauftechnik spielt nach der AOK eine eher untergeordnete Rolle. Radfahrerinnen und Radfahrer sollten auf einen korrekt eingestellten Sattel achten.

Da Überlastung oft mit einer Steigerung der Trainingsintensität beginnt, lohnt es sich, Umfang und Tempo schrittweise zu erhöhen und Warnsignale wie wiederkehrenden Schmerz außen am Knie ernst zu nehmen.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Entstehung: Die AOK erklärt das Läuferknie mit einer Reibung des Bandes über dem äußeren Oberschenkelknorren und einer Entzündung. Gesund.bund.de beschreibt es allgemeiner als Überlastung der Sehnenplatte. Die Rolle schwacher Hüftmuskeln bezeichnet die AOK selbst als Vermutung.

Medikamente: Die AOK nennt entzündungshemmende Schmerzmittel als mögliche Ergänzung. Die Information von gesund.bund.de zum vorderen Knieschmerz setzt den Schwerpunkt auf Trainingsanpassung und Übungen und betont, dass vorderer Knieschmerz nicht ursächlich behandelt werden kann.

Lauftechnik: Die AOK zählt einen falschen Laufstil zu den möglichen Auslösern, schreibt aber bei der Vorbeugung, dass die Technik eine eher untergeordnete Rolle spielt und Muskelkraft wichtiger ist.

Zusammenfassung

  • Das Läuferknie (ITBS) ist eine Überlastung des Bandes an der Außenseite des Oberschenkels mit Schmerz außen am Knie.
  • Typisch ist ein Schmerz, der beim Laufen nach einer gewissen Zeit einsetzt und nach dem Lauf nachlässt.
  • Vorderer Knieschmerz sitzt hinter oder neben der Kniescheibe und ist ein anderes Krankheitsbild.
  • Behandlung: zuerst entlasten, dann Dehnen und Kräftigen von Hüfte und Rumpf, wenn das Knie schmerzfrei streckbar ist.
  • Bei erfolgreicher Behandlung dauert die Heilung nach der AOK drei bis acht Wochen; eine feste Frist für alle gibt es nicht.
  • Ohne Besserung unter Schonung oder bei Schwellung, Blockade oder Unfall ärztlich abklären lassen.

Häufige Fragen zum Läuferknie

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie bekomme ich ein Läuferknie weg?

Zuerst entlasten und schmerzverstärkende Bewegungen meiden. Wenn das Knie schmerzfrei gestreckt werden kann, folgen nach der AOK Dehn- und Kräftigungsübungen, vor allem für Hüfte und Rumpf. Das Laufen wird erst wieder aufgenommen, wenn auch die Kraftübungen schmerzfrei sind.

Wie erkenne ich ein Läuferknie?

Typisch sind stechende oder ziehende Schmerzen außen am Knie, die beim Laufen nach einer bestimmten Zeit beginnen und nach dem Lauf nachlassen, oft mit Druckschmerz an der Knieaußenseite. Die sichere Einordnung erfolgt in einer Untersuchung.

Was passiert, wenn man das Läuferknie ignoriert?

Bei länger bestehendem Läuferknie können nach der AOK auch Schmerzen in Ruhe auftreten. Bessert sich der Schmerz unter Schonung nicht, sollte man ärztlichen Rat einholen.

Wie lange dauert die Heilung eines Läuferknies?

Bei erfolgreicher Behandlung nach der AOK zwischen drei und acht Wochen. Wie schnell es im Einzelfall geht, hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und wie konsequent entlastet und trainiert wird.

Ist Läuferknie dasselbe wie vorderer Knieschmerz?

Nein. Das Läuferknie schmerzt außen am Knie. Der vordere Knieschmerz (patellofemorales Schmerzsyndrom) sitzt nach gesund.bund.de meist hinter oder neben der Kniescheibe und tritt vor allem beim starken Beugen, Treppensteigen oder nach langem Sitzen auf.

Muss jede Person dieselben Übungen machen?

Nein. Gemeinsam ist meist die Kräftigung von Hüft- und Rumpfmuskulatur. Welche Übungen, wie viele Wiederholungen und wie schnell gesteigert wird, sollte nach Befund, Trainingsstand und Schmerzverlauf individuell abgestimmt werden.

Quellen

  1. AOK-Gesundheitsmagazin · Läuferknie: Wie Sie es behandeln können
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code M76.3: Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Vorderer Knieschmerz

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.