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Rippenprellung: Symptome, Dauer und ärztliche Abklärung

Nach einem Sturz, Stoß oder Unfall kann der Brustkorb geprellt sein. Typisch sind Schmerzen an den Rippen beim Atmen, Husten und Bewegen, die auch ohne sichtbare Verletzung wochenlang anhalten können. Weil Schmerzen im Brustkorb aber auch andere, teils ernste Ursachen haben, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Dieser Ratgeber erklärt nach dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums und dem Gesundheitswissen der BARMER, woran man eine Rippenprellung erkennt, was im Alltag hilft und wann Brustschmerz ein Notfall ist.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Rippenprellung?

Eine Prellung entsteht durch eine stumpfe Krafteinwirkung, ohne dass die Haut offen verletzt wird. Den Brustkorb kann man sich nach gesund.bund.de zum Beispiel bei einem Unfall prellen. Die betroffenen Stellen können geschwollen sein und schmerzen; manchmal bilden sich blaue Flecken. Im ICD-10, nach dem in Deutschland Diagnosen verschlüsselt werden, heißt das „Prellung des Thorax“ (S20.2).

Davon zu unterscheiden ist der Rippenbruch, für den es eigene Codes gibt: S22.3 für den Bruch einer Rippe und S22.4 für eine Rippenserienfraktur, also mehrere gebrochene Rippen. Ob eine Prellung oder ein Bruch vorliegt, klärt die ärztliche Untersuchung.

Typische Beschwerden: Schmerzen beim Atmen und Bewegen

Bei einer Rippenprellung schmerzen die Rippen nach der BARMER beim Atmen, Husten und Bewegen. Weitere typische Zeichen sind:

  • Schmerzen beim Drehen des Oberkörpers,
  • ein Druckschmerz an einer klar begrenzten Stelle,
  • Schmerzen beim tiefen Einatmen, weil sich der Brustkorb dabei bewegt,
  • eine Schwellung und manchmal blaue Flecken an der betroffenen Stelle.

Atemabhängige Schmerzen führen nach der BARMER meist zu einer flacheren Atmung. Die Prellung kann jede Stelle des Brustkorbs betreffen, auch den unteren Rand, den Rippenbogen.

Rippenprellung ohne Bluterguss

Ein fehlender blauer Fleck bedeutet nicht, dass keine Verletzung vorliegt. Nach gesund.bund.de bilden sich nur manchmal blaue Flecken, und die BARMER weist darauf hin, dass Schmerzen nach einer Rippenprellung auch ohne sichtbare Verletzung wochenlang anhalten können.

Umgekehrt beweist ein Bluterguss nicht, dass es „nur“ eine Prellung ist. Entscheidend sind die Art des Unfalls, die Stärke der Schmerzen und mögliche Begleitbeschwerden wie Atemnot. Diese Punkte gehören in die ärztliche Beurteilung.

Geprellt oder gebrochen?

Prellung und Rippenbruch können sich ähnlich anfühlen. Beide verursachen Schmerzen bei Bewegung oder Druck; die BARMER nennt Rippenprellung und Rippenbruch gleichermaßen als mögliche Ursachen solcher Brustwandschmerzen. Eine sichere Unterscheidung durch Abtasten oder Selbsttests zu Hause gibt es nicht.

Lassen Sie sich deshalb ärztlich untersuchen, besonders nach einem heftigen Sturz oder Unfall, bei sehr starken Schmerzen, bei Atemnot oder wenn die Beschwerden nicht nachlassen. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob zusätzlich eine Bildgebung nötig ist.

Wenn der Schmerz nicht von den Rippen kommt

Brustschmerzen können nach der BARMER von vielen Organen ausgehen. Schmerzen, die sich durch Druck auf eine klar begrenzte Stelle auslösen lassen, sprechen eher gegen eine Herzursache, schließen sie aber nicht aus: Gerade bei Frauen oder älteren Menschen kann sich ein Herzinfarkt auch stechend oder scharf anfühlen.

Atemabhängige Schmerzen können zudem von einer Lungen- oder Rippenfellentzündung, einer Lungenembolie oder einem Pneumothorax kommen, bei dem Luft in den Spalt zwischen Lunge und Lungenfell gelangt. Lungenembolie und Pneumothorax beginnen oft plötzlich mit Atemnot und sind Notfälle. Auch eine Reizung von Nerven kann nach der BARMER gürtelförmige Schmerzen an einer Seite des Brustkorbs verursachen, die sich beim Atmen oder Husten verstärken. Wer ohne erkennbaren Unfall Schmerzen im Brustkorb hat, sollte deshalb nicht von einer Prellung ausgehen.

Wie lange dauert eine Rippenprellung?

Die hier genutzten Quellen nennen keine feste Heilungsdauer. Die BARMER schreibt, dass die Schmerzen auch ohne sichtbare Verletzung wochenlang anhalten können.

Werden die Schmerzen stärker statt schwächer, kommen Atemnot, Fieber oder Husten hinzu oder bessern sich die Beschwerden über Wochen nicht, sollte erneut ärztlich nachgesehen werden. Feste Zeitpläne für die Rückkehr zum Sport geben die Quellen nicht vor; das bespricht man am besten in der Praxis.

Was hilft bei einer Rippenprellung?

Bei Schmerzen in der Brust, die sich durch Bewegung oder Druck verschlimmern, kann man nach der BARMER zunächst Wärme und Schonung ausprobieren, sofern ernste Ursachen ausgeschlossen sind. Die Behandlung richtet sich insgesamt nach der Ursache der Beschwerden.

Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Paracetamol können nach gesundheitsinformation.de leichte bis mittelstarke akute Schmerzen lindern. Sie sollten nur wenige Tage hintereinander und nur bis zur angegebenen Tageshöchstdosis eingenommen werden; bei Vorerkrankungen fragen Sie vorher in der Praxis oder Apotheke.

Ist eine ernste Verletzung ausgeschlossen und bleibt die Beweglichkeit des Brustkorbs eingeschränkt, kann eine ärztlich empfohlene Physiotherapie sinnvoll sein. In diesem Fall begleiten wir Sie in unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Was man bei einer Rippenprellung nicht tun sollte

  • Starke oder zunehmende Atemnot nicht abwarten, sondern sofort den Notruf 112 wählen.
  • Schmerzen im Brustkorb ohne klaren Unfall nicht selbst als Prellung abtun.
  • Keine Selbsttests durchführen, um einen Bruch auszuschließen.
  • Schmerzmittel nicht länger als wenige Tage ohne ärztliche Rücksprache und nicht über die Höchstdosis einnehmen.
  • Belastungen, die deutlich schmerzen, nicht erzwingen; das Vorgehen beim Sport ärztlich besprechen.

Diese Liste fasst die Warnhinweise der Quellen zusammen. Sie ersetzt keine Untersuchung, besonders nicht bei Kindern, älteren Menschen oder nach schweren Unfällen.

Notizblatt für den Arzttermin

Für die Beurteilung ist wichtig, wie es zur Verletzung kam und wie sich die Beschwerden entwickeln. Notieren Sie vor dem Termin:

  • Unfallhergang: Sturz, Stoß, Schlag oder Verkehrsunfall? Aus welcher Höhe oder mit welcher Wucht?
  • Ort: Welche Seite, wie weit oben oder unten am Brustkorb?
  • Schmerzverlauf: Seit wann, eher besser, gleich oder schlechter? Was verstärkt den Schmerz: Atmen, Husten, Drehen, Liegen?
  • Atmung: Ist die Atmung flacher geworden, gibt es Atemnot, Husten oder Fieber?
  • Sonstiges: blaue Flecken, Schwellung, eingenommene Schmerzmittel, Vorerkrankungen von Herz oder Lunge.

Das Blatt hilft beim Gespräch, ist aber kein Test, um einen Bruch oder eine ernste Ursache auszuschließen. Bei Warnzeichen hat der Notruf immer Vorrang.

Was die Quellen sagen und wo sie Lücken lassen

Die beiden Quellen beleuchten unterschiedliche Seiten. gesund.bund.de beschreibt die Prellung des Brustkorbs nur knapp: Ursache, Schwellung, Schmerzen, gelegentliche blaue Flecken. Die BARMER ordnet die Rippenprellung in die vielen Ursachen von Brustschmerzen ein und betont vor allem die Abgrenzung zu gefährlichen Erkrankungen.

Auffällig ist, dass keine der Quellen eine konkrete Heilungsdauer, Kälte- oder Wärmepläne oder Übungen für die Rippenprellung vorgibt. Der Hinweis der BARMER auf Wärme und Schonung bezieht sich allgemein auf Brustschmerzen, die sich bei Bewegung oder Druck verschlimmern. Zudem relativiert sie ihren eigenen Drucktest: Er spricht eher gegen eine Herzursache, schließt sie aber nicht aus. Angebote, die eine schnellere Heilung versprechen, sind durch diese Quellen nicht gedeckt.

Häufige Fragen zur Rippenprellung

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie merke ich, ob meine Rippe geprellt oder gebrochen ist?

Zu Hause lässt sich das nicht sicher unterscheiden; beide schmerzen bei Bewegung, Atmung und Druck. Die Ärztin oder der Arzt untersucht den Brustkorb und entscheidet, ob eine Bildgebung nötig ist. Bei Atemnot oder nach schweren Unfällen sofort Hilfe holen.

Wie heilt eine Rippenprellung am schnellsten?

Eine Methode, die die Heilung nachweislich beschleunigt, nennen die genutzten Quellen nicht. Schonung, gegebenenfalls Wärme und kurzfristig rezeptfreie Schmerzmittel können die Beschwerden lindern. Wichtig ist, ernste Verletzungen vorher ärztlich ausschließen zu lassen.

Was sollte man bei einer Rippenprellung nicht tun?

Atemnot oder zunehmende Schmerzen nicht abwarten, Brustschmerzen ohne Unfall nicht selbst als Prellung deuten, keine Selbsttests zum Ausschluss eines Bruchs machen und Schmerzmittel nicht dauerhaft oder über die Höchstdosis einnehmen.

Wie lange dauert eine Prellung am Rippenbogen?

Eine feste Dauer nennen die Quellen nicht. Die Schmerzen können auch ohne sichtbare Verletzung wochenlang anhalten. Werden sie stärker oder kommen Atemnot, Fieber oder Husten hinzu, sollte erneut ärztlich nachgesehen werden.

Kann eine Rippenprellung ohne Bluterguss auftreten?

Ja. Blaue Flecken bilden sich nur manchmal, und die Schmerzen können auch ohne sichtbare Verletzung wochenlang anhalten. Ein fehlender Bluterguss schließt eine Verletzung nicht aus.

Wann sollte ich ärztliche Hilfe holen?

Nach jedem stärkeren Sturz oder Unfall mit Brustkorbschmerzen, bei sehr starken oder zunehmenden Schmerzen und wenn sich die Beschwerden nicht bessern. Sofort 112 bei plötzlicher Atemnot, Druck oder Enge in der Brust, ausstrahlenden Schmerzen oder Todesangst.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code S20.2: Prellung des Thorax
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code S22.3: Rippenfraktur
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code S22.4: Rippenserienfraktur
  4. BARMER · Brustschmerzen: Ursachen, Symptome und Warnzeichen
  5. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Rezeptfreie Schmerzmittel sicher anwenden

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.