Was ist ein Peritonsillarabszess?
Ein Peritonsillarabszess ist nach gesundheitsinformation.de eine abgekapselte Eitersammlung in unmittelbarer Nähe der Gaumenmandeln (Tonsillen). Umgangssprachlich wird er auch Mandelabszess genannt. „Peri“ bedeutet „um herum“: Der Eiter sitzt also nicht in der Mandel selbst, sondern im Gewebe daneben.
Die Mandeln gehören nach gesund.bund.de zum Abwehrsystem des Körpers. Die bekanntesten liegen hinter dem Gaumen. Sie können sich durch Krankheitserreger entzünden, und kurz nach einer solchen Mandelentzündung kann ein Peritonsillarabszess entstehen.
Ein Abszess ist nicht dasselbe wie eine gewöhnliche Mandelentzündung, auch wenn beide mit Halsschmerzen beginnen. Wie eine Mandelentzündung verläuft und wann sie ansteckend ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Ist eine Mandelentzündung ansteckend?.
Wie entsteht ein Peritonsillarabszess?
Ein Peritonsillarabszess kann sich nach gesundheitsinformation.de im Rahmen einer bakteriellen Mandelentzündung bilden. Er ist die häufigste Komplikation einer Mandelentzündung, insgesamt aber selten: Schätzungen zufolge entsteht bei höchstens 1 bis 10 von 1000 Menschen, die wegen Halsschmerzen ärztlich behandelt werden, ein Abszess.
Eine akute Mandelentzündung klingt nach gesundheitsinformation.de meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Werden die Halsschmerzen dagegen auf einer Seite immer stärker, statt nachzulassen, kann das ein Hinweis auf einen Abszess sein.
Woran erkennt man einen Peritonsillarabszess?
Folgende Beschwerden können nach gesundheitsinformation.de und gesund.bund.de auf einen Peritonsillarabszess hinweisen:
- sehr starke, einseitige Halsschmerzen und zunehmende Schluckbeschwerden
- hohes Fieber, allgemeine Schwäche und Mattigkeit
- Ohrenschmerzen, vor allem auf einer Seite; der Schmerz kann bis zum Ohr ausstrahlen
- Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen (Kieferklemme)
- das Gefühl, beim Sprechen einen Kloß im Hals zu haben
- Schwellung um die Mandel und Mundgeruch durch die Eiteransammlung
Ein Kloßgefühl allein ist noch kein Abszess; viele harmlose Ursachen besprechen wir im Ratgeber Kloß im Hals. Entscheidend ist die Kombination aus starken, einseitigen Schmerzen, Fieber und eingeschränkter Mundöffnung.
Wie gefährlich ist ein Peritonsillarabszess?
Ein Peritonsillarabszess kann nach gesundheitsinformation.de von selbst abheilen. Es besteht aber das Risiko, dass sich die Entzündung in das umliegende Gewebe im Hals- und Brustbereich ausbreitet oder eine Blutvergiftung (Sepsis) entsteht. Das kann zu schweren Komplikationen führen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ein Abszess ärztlich behandelt wird.
Sofort Hilfe brauchen Sie bei Atemnot, wenn Sie den eigenen Speichel nicht mehr schlucken können oder sich Ihr Zustand rasch verschlechtert. Warten Sie in dieser Lage nicht auf einen regulären Praxistermin, sondern gehen Sie in die Notaufnahme oder rufen Sie den Notruf 112.
Was tun bei Verdacht auf Peritonsillarabszess?
Bei Verdacht sollte der Hals zeitnah ärztlich untersucht werden, am besten in einer HNO-Praxis oder HNO-Klinik. Bei Notfallzeichen gehen Sie direkt in die Notaufnahme. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Bei der Untersuchung achtet die Ärztin oder der Arzt nach HNO-Ärzte-im-Netz auch auf andere Ursachen, etwa Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber oder eine geschwächte Abwehr. Für Schmerzen und Fieber können schmerzstillende und fiebersenkende Mittel helfen. Mittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure sind nach HNO-Ärzte-im-Netz wegen ihrer blutgerinnungshemmenden Wirkung ungeeignet, wenn eine Operation an den Mandeln droht. Welches Mittel passt, klären Sie mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
Ein Übergabeblatt für die Notaufnahme
In der Notaufnahme fällt das Sprechen mit starken Halsschmerzen oft schwer. Ein vorbereiteter Zettel spart Zeit:
- Beginn: seit wann Halsschmerzen, seit wann sie einseitig stärker werden
- Schlucken: Essen, Trinken, eigener Speichel möglich oder nicht
- Mundöffnung: normal, eingeschränkt, kaum möglich
- Atmung und Stimme: Atemnot, kloßige Sprache
- Fieber: höchster gemessener Wert, mit Uhrzeit
- Medikamente und Allergien: alle aktuellen Mittel, bekannte Allergien, besonders gegen Antibiotika
- Bisherige Behandlung: Antibiotikum seit wann, frühere Mandelentzündungen oder Abszesse
Wie wird ein Peritonsillarabszess behandelt?
Stellt die Ärztin oder der Arzt einen Peritonsillarabszess fest, wird nach HNO-Ärzte-im-Netz versucht, den Abszess zu entleeren und ihn mit Antibiotika zum Abklingen zu bringen. Gelingt das nicht, muss der Abszess notfalls noch im akuten, „heißen“ Stadium gemeinsam mit den Mandeln entfernt werden (Tonsillektomie à chaud). gesundheitsinformation.de schreibt, dass ein solcher Abszess in der Regel bei einer Operation entfernt wird.
Wird ein Antibiotikum verschrieben, sollte es nach HNO-Ärzte-im-Netz so lange eingenommen werden, wie es verordnet wurde. Wie lange man danach krankgeschrieben ist und sich schonen sollte, hängt von der Behandlung ab; eine feste Dauer nennen die Quellen nicht. Fragen Sie bei der Entlassung, wann Sie wieder arbeiten oder Sport treiben dürfen und bei welchen Zeichen Sie sich erneut melden sollen.
Warum Sie den Abszess nicht selbst öffnen dürfen
Der Abszess liegt tief im Rachen, nahe an Blutgefäßen und Gewebe, über das sich eine Entzündung nach gesundheitsinformation.de bis in Hals und Brust ausbreiten kann. Ein Versuch, ihn selbst aufzustechen oder auszudrücken, kann verletzen, bluten und die Entzündung nicht sicher beseitigen. Die Entleerung gehört in ärztliche Hände, mit Untersuchung, Betäubung und anschließender Kontrolle.
Hausmittel wie warme Wickel oder Gurgeln mit Salbeitee nennt HNO-Ärzte-im-Netz zur Linderung bei einer Mandelentzündung. Bei einem Abszess ersetzen sie die ärztliche Behandlung nicht.
Wo sich die Quellen unterscheiden
Verlauf ohne Eingriff: gesundheitsinformation.de schreibt im Text zur Mandelentzündung, ein Peritonsillarabszess könne von selbst abheilen, betont aber das Risiko schwerer Komplikationen. Im eigenen Glossar heißt es, der Abszess werde in der Regel bei einer Operation entfernt.
Vorgehen: HNO-Ärzte-im-Netz beschreibt zuerst Entleerung und Antibiotika und erst bei Misserfolg die Entfernung zusammen mit der Mandel. Ob später die Mandeln entfernt werden, wird individuell entschieden; die Quellen nennen keine Regel, dass dies nach jedem Abszess nötig sei.
Detailtiefe: gesund.bund.de und das Glossar von gesundheitsinformation.de geben nur kurze Begriffserklärungen. Für Behandlungsdetails stützt sich dieser Ratgeber auf HNO-Ärzte-im-Netz, eine Seite, die die Mandelentzündung insgesamt behandelt.
Zusammenfassung
- Ein Peritonsillarabszess ist eine Eiteransammlung neben der Mandel, meist nach einer Mandelentzündung.
- Warnzeichen sind sehr starke einseitige Halsschmerzen, Fieber, Ohrenschmerzen, Kieferklemme und kloßige Sprache.
- Er ist selten, muss aber behandelt werden, weil sich die Entzündung ausbreiten kann.
- Behandelt wird mit Entleerung und Antibiotika, bei Bedarf mit Entfernung der Mandel.
- Atemnot, Unfähigkeit, Speichel zu schlucken, oder rasche Verschlechterung sind Notfälle: 112.
- Den Abszess niemals selbst öffnen.
Häufige Fragen zum Peritonsillarabszess
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Wie gefährlich ist ein Peritonsillarabszess?
Er kann sich nach gesundheitsinformation.de in das Gewebe von Hals und Brust ausbreiten oder zu einer Blutvergiftung führen. Deshalb muss er behandelt werden. Bei Atemnot oder wenn Sie Speichel nicht mehr schlucken können, ist er ein Notfall.
Was tun bei Peritonsillarabszess?
Zügig ärztlich untersuchen lassen, am besten HNO-ärztlich; bei Notfallzeichen direkt in die Notaufnahme oder 112. Nicht abwarten und den Abszess nicht selbst öffnen.
Wie lange ist man krank nach einem Peritonsillarabszess?
Eine feste Dauer nennen die Quellen nicht. Sie hängt davon ab, ob der Abszess entleert oder mit den Mandeln entfernt wurde und wie der Verlauf ist. Fragen Sie bei der Behandlung nach Krankschreibung und Schonzeit.
Wie entsteht ein Peritonsillarabszess?
Meist als Komplikation einer bakteriellen Mandelentzündung: Die Entzündung breitet sich in das Gewebe neben der Mandel aus, und dort sammelt sich Eiter.
Warum darf ich den Abszess nicht selbst öffnen?
Er liegt tief im Rachen nahe an Gefäßen. Ein Selbstversuch kann verletzen und bluten und beseitigt die Entzündung nicht sicher. Die Entleerung gehört in ärztliche Hände.
Muss nach jedem Abszess die Mandel entfernt werden?
Nicht unbedingt. Nach HNO-Ärzte-im-Netz wird zuerst versucht, den Abszess zu entleeren und mit Antibiotika zu behandeln; die Mandel wird entfernt, wenn das nicht gelingt. Ob später eine Operation sinnvoll ist, entscheidet die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt im Einzelfall.
Quellen
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Glossar: Peritonsillarabszess
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Glossar: Peritonsillarabszess
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Mandelentzündung (Komplikationen)
- HNO-Ärzte-im-Netz (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte) · Mandelentzündung: Therapie beim HNO-Arzt
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
