Primäre und sekundäre Kopfschmerzen
Wenn Kopfschmerzen keine bestimmte Ursache wie eine Erkrankung oder einen Unfall haben, werden sie nach gesundheitsinformation.de als primäre Kopfschmerzen bezeichnet. Die häufigsten sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Sind die Kopfschmerzen die Folge einer Erkrankung oder Verletzung, spricht man von sekundären Kopfschmerzen.
Kopfschmerzen sind sehr verbreitet. Die Internisten im Netz berichten unter Berufung auf die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, dass in Deutschland 10 Millionen Menschen an Migräne und mindestens 3 Millionen an täglichen Kopfschmerzen leiden. Knapp drei Viertel der Deutschen haben irgendwann im Leben Kopfschmerzen.
Interessant: Das Gehirn selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren. Kopfschmerzen entstehen nach den Internisten im Netz außerhalb des Gehirns, etwa durch zu starken Druck auf die Hirnhäute und ihre Nervenbahnen, eine verringerte Durchblutung oder eine Entzündung der Hirnhaut.
Spannungskopfschmerz: drückend und dumpf
Spannungskopfschmerzen hat fast jeder Mensch irgendwann im Leben. Nach den Internisten im Netz leidet die Hälfte aller Menschen mit Kopfschmerzen darunter. Typisch ist nach gesundheitsinformation.de:
- Der Schmerz fühlt sich drückend, dumpf oder beengend an, aber nicht pulsierend.
- Er dauert meist zwischen einer halben Stunde und sieben Tagen.
- Alltägliche Aktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen verstärken ihn nicht.
- Man kann empfindlich auf Licht oder Geräusche reagieren.
Als Auslöser nennen die Internisten im Netz Stress, seelische Belastung und plötzliche Wetterwechsel, die zu Verspannungen führen, außerdem zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol und Nikotin, Flüssigkeitsmangel, Lärm und schlechte Luft. Bei Frauen spielen auch Hormonschwankungen eine Rolle. Mehr zu verspannter Nackenmuskulatur lesen Sie unter Nackenverspannung.
Migräne: pulsierend, oft mit Übelkeit
Viele Erwachsene, aber auch Kinder haben Migräne; Frauen sind häufiger betroffen. Migräneschmerzen sind deutlich stärker als Spannungskopfschmerzen und schränken mehr ein. Typisch ist nach gesundheitsinformation.de:
- pulsierende, hämmernde oder pochende Schmerzen
- meist halbseitig, wobei die Seite wechseln kann; der Schmerz kann auch den ganzen Kopf betreffen oder sich vom Hinterkopf ausbreiten
- Attacken von mindestens 4 Stunden bis zu 3 Tagen
- häufig Übelkeit, zum Teil Erbrechen
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und/oder Gerüchen
- Verstärkung durch körperliche Aktivität
Als Migräne eingestuft werden Kopfschmerzen, wenn mindestens fünf Attacken mit den typischen Beschwerden aufgetreten sind. Vor einer Attacke kann eine Aura auftreten, etwa Flimmersehen, Wortfindungs- und Sprachstörungen, Kribbeln an Armen oder Beinen oder Schwindel. Sie beginnt innerhalb von Minuten und klingt meist innerhalb einer Stunde ab. Bei Kindern sind die Attacken kürzer und weniger typisch. Eine Sonderform mit Schwindel beschreibt der Ratgeber vestibuläre Migräne.
Cluster-Kopfschmerz: einseitig an Schläfe und Auge
Cluster-Kopfschmerzen sind nach gesundheitsinformation.de die stärksten primären Kopfschmerzen. Sie treten phasenweise gehäuft auf; eine solche Episode hält meist einige Wochen an, mit meist täglichen Attacken. Daher der Name: Das englische „cluster“ bedeutet unter anderem Häufung.
- Es schmerzt immer nur eine Kopfseite, im Bereich der Schläfe und um das Auge; meist dieselbe Seite.
- Die Schmerzen kommen bei manchen mehrmals täglich oder immer zur gleichen Uhrzeit, meist in den frühen Morgenstunden.
- Begleitend: verstopfte oder laufende Nase, Schwitzen auf der Stirn, leicht hängendes Augenlid, rotes oder tränendes Auge.
- Bewegung macht die Schmerzen manchmal erträglicher; Betroffene sind eher unruhig und gehen auf und ab – anders als bei Migräne.
Cluster-Kopfschmerzen sind sehr viel seltener als Spannungskopfschmerz und Migräne. Es ist der einzige primäre Kopfschmerz, der Männer häufiger trifft als Frauen.
Häufige Ursachen: von verstopfter Nase bis Nacken
In vielen Fällen haben Kopfschmerzen nach den Internisten im Netz einfache Ursachen: eine verstopfte Nase, zu viel Alkohol, ein plötzlicher Wetterumschwung oder Stress. Auch überanstrengte oder fehlsichtige Augen können Kopfschmerzen auslösen. Ist die Erkältung vorbei oder hat sich der Körper erholt, verschwinden diese Beschwerden von allein.
In etwa 10 % der Fälle haben Kopfschmerzen nach den Internisten im Netz eine körperliche Ursache:
- schlechte Zähne, vereiterte Nasennebenhöhlen oder eine Mittelohrentzündung, deren Schmerzen bis in den Kopf ausstrahlen (siehe Sinusitis)
- Herz-, Schilddrüsen-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Bluthochdruck
- abgenutzte Halswirbel, die sich manchmal mit einem „Brummschädel“ bemerkbar machen (siehe Nackenschmerzen)
- besonders schwerwiegend: Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung oder bei einer Hirnhautentzündung
Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen haben nach den Internisten im Netz immer wieder Kopfschmerzen.
Welche Kopfschmerzen sind bedenklich?
Gelegentlich sind Kopfschmerzen Anzeichen schwerwiegenderer Krankheiten. Die Internisten im Netz nennen klare Schwellen:
- Ärztlich abklären: wenn die Schmerzen länger anhalten oder häufiger auftreten.
- Unumgänglich zum Arzt: wenn sie unerträglich stark werden.
- Höchste Eile: wenn hohes Fieber, Erbrechen oder Nackensteifigkeit hinzukommen oder das Bewusstsein eingetrübt ist.
Plötzlich einsetzende, extrem starke Kopfschmerzen oder neue Ausfälle wie Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen gehören sofort in ärztliche Notfallversorgung. Auch wenn eine Migräne-Aura ähnliche Zeichen haben kann, sollten Sie solche Beschwerden nicht selbst als Migräne einordnen. Welche Untersuchungen nötig sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Was hilft bei Kopfschmerzen?
Mit der Ursache verschwinden meist auch die Kopfschmerzen. Die Internisten im Netz nennen einfache Maßnahmen:
- ausreichend Wasser trinken
- an die frische Luft gehen
- Schlaf oder Bewegung
- eine Kältepackung auf der Stirn und Entspannungsübungen
- bei verstopfter Nase eine Nasenspülung
- bei Schmerzen durch abgenutzte Halswirbel ein Training der Nackenmuskulatur
Helfen diese Mittel nicht, eignen sich frei verkäufliche Schmerzmittel aus der Apotheke für eine kurzfristige Behandlung. Welches Mittel für Sie passt, besprechen Sie mit Ärztin, Arzt oder Apotheke, denn manche erhöhen zum Beispiel die Blutungsneigung oder sind bei empfindlichem Magen ungünstig. Für Migräne und Cluster-Kopfschmerzen gibt es spezielle Medikamente; zusätzlich helfen ein abgedunkelter Raum und viel Ruhe, bei Cluster-Kopfschmerzen nach den Internisten im Netz auch das Einatmen von reinem Sauerstoff unter ärztlicher Anleitung.
Schmerzmittel: warum nicht dauerhaft – und ein Gesprächsblatt
Die Internisten im Netz raten von einer dauerhaften Einnahme frei verkäuflicher Schmerzmittel ab. Kombinationspräparate aus mehreren Wirkstoffen sollten wegen einer höheren Abhängigkeitsgefahr nur kurz genommen werden. Verschiedene Schmerzmittel dürfen ohne ärztlichen Rat nicht gleichzeitig eingenommen werden, weil das die Nieren belastet und bis zum Nierenversagen führen kann. Setzen Sie verordnete Medikamente aber nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie das ärztlich.
Für das Arztgespräch hilft eine kurze Übersicht, die über ein reines Kopfschmerztagebuch hinausgeht:
- Einnahmetage pro Monat: an wie vielen Tagen Sie ein Schmerzmittel genommen haben
- Wirkstoffgruppen: einfache Schmerzmittel, Kombinationspräparate, spezielle Migränemittel – am besten die Packungen mitbringen
- Weitere Gründe für Schmerzmittel: etwa Rücken-, Zahn- oder Regelschmerzen
- Weitere Medikamente und Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Magenbeschwerden
- Eigene Fragen: Nehme ich zu oft etwas ein? Was kann ich stattdessen tun?
Bei neuen oder anhaltenden Kopfschmerzen können Sie sich in Bilbao für eine erste neurologische Einschätzung an unsere Sprechstunde für Neurophysiologie wenden; dort besprechen wir, welche weitere Abklärung sinnvoll ist (die Beratung findet auf Spanisch statt). Akute Warnzeichen gehören dagegen sofort in die Notfallversorgung.
Wo sich die Quellen unterscheiden
- Einteilung: gesundheitsinformation.de unterscheidet primäre und sekundäre Kopfschmerzen und nennt Cluster-Kopfschmerz als eigene primäre Form. Die Internisten im Netz teilen in Kopfschmerzen mit körperlichen Ursachen, Spannungskopfschmerz und Migräne ein.
- Wer bekommt Cluster-Kopfschmerz? Die Internisten im Netz ordnen ihn den Männern zu. gesundheitsinformation.de schreibt, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen – also nicht ausschließlich.
- Anteile: Nach den Internisten im Netz haben etwa 10 % der Kopfschmerzen eine körperliche Ursache und rund 40 % gehen auf Veränderungen der Kopfschlagadern zurück (Migräne und Cluster). gesundheitsinformation.de nennt keine solchen Prozentwerte.
- Persönlichkeit und Spannungskopfschmerz: Die Internisten im Netz beschreiben Betroffene als häufig sehr ehrgeizig. gesundheitsinformation.de macht keine Aussage zur Persönlichkeit.
- Stand: Die Seiten von gesundheitsinformation.de stützen sich auf Leitlinien von 2023 und 2025; die Seiten der Internisten im Netz nennen kein Datum und keine Leitlinien.
Zusammenfassung
- Primäre Kopfschmerzen haben keine bestimmte Ursache; die häufigsten sind Spannungskopfschmerz, Migräne und Cluster-Kopfschmerz.
- Spannungskopfschmerz ist drückend und dumpf, Migräne pulsierend und oft mit Übelkeit, Cluster-Kopfschmerz einseitig um Schläfe und Auge.
- Viele Kopfschmerzen haben einfache Auslöser und verschwinden mit ihnen.
- Trinken, frische Luft, Schlaf, Entspannung und Kälte auf der Stirn können lindern; Schmerzmittel nur kurzfristig.
- Länger anhaltende oder häufiger werdende Kopfschmerzen gehören ärztlich abgeklärt.
- Fieber mit Nackensteife, Erbrechen, Bewusstseinstrübung oder plötzliche extreme Schmerzen sind ein Notfall.
Häufige Fragen zu Kopfschmerzen
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was hilft ganz schnell bei Kopfschmerzen?
Oft hilft es, die Ursache zu beseitigen: Wasser trinken, an die frische Luft gehen, sich ausruhen oder eine Kältepackung auf die Stirn legen. Frei verkäufliche Schmerzmittel eignen sich für die kurzfristige Behandlung.
Welche Kopfschmerzen sind bedenklich?
Kopfschmerzen, die länger anhalten, häufiger werden oder unerträglich stark sind. Bei hohem Fieber, Erbrechen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübung oder plötzlichen extremen Schmerzen ist höchste Eile geboten.
Welche Erkrankung beginnt mit Kopfschmerzen?
Kopfschmerzen können viele Erkrankungen begleiten, etwa Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, Zahnprobleme, Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen oder eine Hirnhautentzündung. Eine sichere Zuordnung ist nur ärztlich möglich.
Wann sind Kopfschmerzen nicht mehr normal?
Wenn sie länger anhalten, immer häufiger auftreten, unerträglich stark werden oder von Fieber, Nackensteife, Erbrechen oder neurologischen Ausfällen begleitet werden.
Ist jeder Kopfschmerz eine Migräne?
Nein. Spannungskopfschmerz ist viel häufiger und fühlt sich drückend statt pulsierend an. Von Migräne spricht man erst nach mindestens fünf typischen Attacken.
Warum ist häufige Schmerzmitteleinnahme bei Kopfschmerzen problematisch?
Die Internisten im Netz raten von dauerhafter Einnahme ab: Kombinationspräparate bergen eine höhere Abhängigkeitsgefahr, und mehrere Schmerzmittel gleichzeitig belasten die Nieren. Wer häufig etwas einnimmt, sollte das ärztlich besprechen.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Wie unterscheiden sich verschiedene Arten von Kopfschmerzen?
- Internisten im Netz (Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten): Was sind Kopfschmerzen?
- Internisten im Netz: Ursachen von Kopfschmerzen
- Internisten im Netz: Behandlung von Kopfschmerzen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
