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Speichelstein: Symptome, Diagnose und Behandlung

Speichelsteine sind kleine kalkhaltige Verfestigungen des Speichels, die einen Ausführungsgang der Speicheldrüsen verstopfen können. Typisch ist eine schmerzhafte Schwellung, die vor allem beim Essen auftritt. Oft lassen sich die Steine mit einfachen Maßnahmen ausschwemmen, manchmal braucht es einen Eingriff. Dieser Ratgeber erklärt nach dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, geprüft von der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, und dem Universitätsklinikum Düsseldorf, wie Speichelsteine entstehen, wie sie erkannt und behandelt werden.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist ein Speichelstein?

Der Mensch hat sechs große Kopfspeicheldrüsen: eine vor jedem Ohr (Ohrspeicheldrüse), zwei unter der Zunge und zwei unterhalb des Unterkiefers. Über Ausführungsgänge leiten sie den Speichel in den Mund. Speichelsteine, medizinisch Sialolithen, sind nach gesund.bund.de kleine kalkhaltige Verfestigungen des Speichels, die sich in diesen Gängen ablagern und sie verstopfen können.

Am häufigsten ist die Speicheldrüse am Unterkiefer betroffen; nach dem Universitätsklinikum Düsseldorf in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle. Die Steine werden durchschnittlich 2 bis 10 Millimeter groß, in der Unterkieferspeicheldrüse auch größer. Speichelsteine gehören zu den häufigsten Ursachen einer einseitigen Entzündung der großen Kopfspeicheldrüsen.

Wie merkt man, dass man Speichelsteine hat?

Kleinere Speichelsteine verursachen häufig gar keine Beschwerden. Setzt sich ein Stein im Ausführungsgang fest, staut sich der Speichel zurück in die Drüse. Typisch sind dann nach den Quellen:

  • eine Schwellung der Drüse, die vor allem beim Essen auftritt, wenn die Speichelproduktion angeregt wird,
  • Schmerzen in diesem Bereich, oft als „Speichelsteinkolik“ bezeichnet,
  • Schwellungen, die wiederholt in Abständen von Tagen oder Wochen auftreten,
  • meist nur eine betroffene Seite, links so häufig wie rechts.

Manchmal ist der Stein beim Blick in den Mund als weißlich-gelbliche Vorwölbung zu sehen oder zu ertasten. Ob eine Schwellung am Hals ein Stein, ein Lymphknoten oder etwas anderes ist, lässt sich aber nicht auf einem Foto oder durch Abtasten zu Hause entscheiden.

Warum bekommt man Speichelsteine?

Was genau dazu führt, dass aus flüssigem Speichel feste Steinchen werden, weiß man nach gesund.bund.de bisher nicht. Möglicherweise sind winzige Verkalkungen oder Bakterien der Auslöser, an die sich bei zähem, langsamem Speichelfluss immer mehr Schichten anlagern. Die Unterkieferspeicheldrüse bildet zäheren, kalkhaltigeren Speichel, und ihr langer Gang muss den Speichel gegen die Schwerkraft nach oben leiten.

Diese Faktoren können die Bildung begünstigen:

  • zu wenig Trinken oder Entwässerungstabletten (Diuretika),
  • Medikamente, die den Speichelfluss verringern und einen trockenen Mund verursachen,
  • Verengungen, Aussackungen oder Verletzungen des Ausführungsgangs,
  • chronische Erkrankungen des Zahnfleisches.

Weniger als ein Prozent der Bevölkerung entwickelt im Lauf des Lebens Speichelsteine mit Beschwerden, meist im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Kinder sind nur sehr selten betroffen.

Was passiert, wenn man Speichelsteine nicht entfernt?

Zufällig entdeckte Steine, die keine Probleme machen, müssen nach gesund.bund.de nicht sofort behandelt werden; man kann erst einmal abwarten. Bleibt ein Gang aber verstopft, kann sich das Drüsengewebe durch den Speichelstau entzünden und mit Bakterien infizieren. Das zeigt sich typischerweise durch starke Schmerzen, Rötung, Schwellung und Fieber; bei einer akuten Entzündung kann Eiter aus dem Gang austreten.

Eine solche Speicheldrüsenentzündung lässt sich meist gut behandeln, selten bildet sich ein Abszess. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Speicheldrüsenentzündung.

Wie werden Speichelsteine festgestellt?

Zuerst werden Mundhöhle, Speicheldrüsen und Ausführungsgänge untersucht und der Hals von außen abgetastet. Mit einer Ultraschalluntersuchung lassen sich Speichelsteine und der aufgeweitete Gang meist gut erkennen und lokalisieren. Manchmal werden dabei speichelanregende Lutschtabletten gegeben. Eventuell sind zusätzlich Röntgenaufnahmen, eine MRT oder CT nötig.

Gelegentlich fällt ein Stein auch zufällig auf einer zahnärztlichen Röntgenaufnahme auf. Wurden schon Bilder gemacht, etwa beim Zahnarzt, sollten Sie sie nach dem Universitätsklinikum Düsseldorf zum Termin mitbringen.

Wie bekomme ich einen Speichelstein weg?

Machen Speichelsteine zum ersten Mal Beschwerden, kommen nach gesund.bund.de zunächst diese Maßnahmen infrage:

  • speichelanregende Mittel wie saure Bonbons oder Kaugummi, um den Stein durch den vermehrten Speichelfluss auszuspülen,
  • ausreichend trinken, damit genug Flüssigkeit für die Speichelproduktion vorhanden ist,
  • eine Massage der Drüse in Richtung Ausführungsgang und eine leichte Erweiterung der Gangöffnung durch die Ärztin oder den Arzt,
  • bei Hinweisen auf eine bakterielle Entzündung Antibiotika und entzündungshemmende Schmerzmittel.

Bei vielen Menschen gehen die Beschwerden danach zurück. Antibiotika sind nur bei einer bakteriellen Entzündung nötig, nicht bei jedem Stein. Hausmittel ersetzen die Untersuchung nicht, vor allem nicht bei Fieber oder starker Entzündung.

Endoskopie, Stoßwellen und Operation

Blockiert der Stein weiterhin den Gang, gibt es weitere Verfahren. Welches passt, richtet sich nach Lage, Größe, Zahl und Form des Steins sowie den Beschwerden:

  • Speichelgang-Endoskopie (Sialendoskopie): Ein sehr dünnes Endoskop wird über die Gangöffnung eingeführt. Damit lassen sich Gang und Stein direkt ansehen und kleinere, frei liegende Steine etwa mit einem Fangkörbchen bergen; Engstellen können aufgedehnt werden.
  • Stoßwellen: Kurze Druckwellen zerkleinern den Stein von außen oder über ein Endoskop; Restteile werden ausgespült oder später endoskopisch entfernt.
  • Schlitzung des Gangs: Liegt der Stein nahe der Öffnung, kann diese in örtlicher Betäubung erweitert werden.
  • Operation: von außen oder durch den Mund, bei großen Steinen auch kombiniert mit der Endoskopie.

Ziel ist immer, Drüse und Gang zu erhalten. Nur selten muss die Speicheldrüse komplett entfernt werden; die übrigen Drüsen bilden dann in der Regel genug Speichel.

Beschwerdeprotokoll für den HNO-Termin

Speichelsteine machen oft nur zeitweise Beschwerden, und zum Termin ist die Schwellung manchmal schon wieder weg. Notieren Sie deshalb:

  • Seite und Ort: links oder rechts, unter dem Kiefer, unter der Zunge oder vor dem Ohr?
  • Bezug zum Essen: Schwillt die Drüse vor allem beim Essen an?
  • Dauer und Häufigkeit: Wie lange hält die Schwellung an, und wie oft kommt sie wieder?
  • Entzündungszeichen: Gab es Fieber, Rötung, starke Schmerzen oder einen schlechten Geschmack oder Eiter im Mund?
  • Medikamente und Trinkmenge: Nehmen Sie Entwässerungstabletten oder andere Mittel, die den Mund austrocknen?

Für Erwachsene mit wiederkehrender Schwellung einer Speicheldrüse bieten wir eine Untersuchung in unserer HNO-Sprechstunde in Bilbao an (die Beratung findet auf Spanisch statt). Welche weiterführenden Verfahren nötig sind, wird nach der Untersuchung besprochen.

Wo die Quellen unterschiedlich gewichten

Beim Verlauf der Schwellung setzen die Quellen leicht unterschiedliche Zeitangaben: gesund.bund.de beschreibt Schwellungen, die wiederholt in Abständen von Tagen oder Wochen auftreten, das Universitätsklinikum Düsseldorf eine Schwellung, die meist innerhalb von Stunden oder Tagen zurückgeht und bei längerem Verlauf anhalten kann.

Auch bei der Drüsenfunktion unterscheiden sich die Akzente. gesund.bund.de schreibt, eine länger dauernde Entzündung könne die Drüse dauerhaft schwächen, sie erhole sich aber oft, wenn der Stau früh beseitigt werde. Düsseldorf betont, dass ein Steinleiden entgegen früherer Annahmen nicht zu bleibenden Funktionseinschränkungen führe und sich die Drüse nach Beseitigung des Hindernisses regenerieren könne. Erfolgsquoten etwa für Stoßwellen nennt die Klinik getrennt nach Drüse; sie hängen von Steinlage und -größe ab und lassen sich nicht auf jeden Einzelfall übertragen.

Speichelstein im Überblick

  • Speichelsteine verstopfen einen Ausführungsgang, meist der Unterkieferspeicheldrüse.
  • Typisch ist eine schmerzhafte, einseitige Schwellung beim Essen.
  • Ultraschall erkennt die meisten Steine.
  • Oft helfen saure Bonbons, Trinken und eine ärztliche Drüsenmassage.
  • Bleibt der Stein, stehen Endoskopie, Stoßwellen und Operation zur Verfügung; die Drüse wird möglichst erhalten.
  • Fieber, Rötung oder Eiter: zeitnah ärztlich abklären; nie selbst am Gang manipulieren.

Häufige Fragen zum Speichelstein

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie bekomme ich einen Speichelstein weg?

Beim ersten Auftreten helfen oft speichelanregende Mittel wie saure Bonbons oder Kaugummi und ausreichendes Trinken; die Ärztin oder der Arzt kann die Drüse zusätzlich massieren. Bleibt der Stein stecken, kann er endoskopisch, mit Stoßwellen oder operativ entfernt werden.

Wie merkt man, dass man Speichelsteine hat?

Typisch ist eine meist einseitige, schmerzhafte Schwellung einer Speicheldrüse, die vor allem beim Essen auftritt und wiederkommt. Kleine Steine machen oft keine Beschwerden. Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt, meist mit Ultraschall.

Warum bekommt man Speichelsteine?

Genau weiß man es nicht. Begünstigend wirken zäher, langsamer Speichelfluss, zu wenig Trinken, Entwässerungstabletten, Medikamente, die den Mund austrocknen, Verengungen des Gangs und chronische Zahnfleischerkrankungen.

Was passiert, wenn man Speichelsteine nicht entfernt?

Steine ohne Beschwerden können oft beobachtet werden. Blockiert ein Stein den Gang, kann sich die Drüse entzünden und infizieren, selten entsteht ein Abszess. Deshalb sollten wiederkehrende Schwellungen ärztlich abgeklärt werden.

Braucht jeder Speichelstein eine Operation?

Nein. Viele Steine lassen sich mit speichelanregenden Mitteln, Trinken und Massage ausschwemmen oder endoskopisch beziehungsweise mit Stoßwellen entfernen. Eine Operation ist nur bei einigen Menschen nötig, die Entfernung der ganzen Drüse selten.

Was ist eine Sialendoskopie?

Eine Spiegelung des Speichelgangs mit einem sehr dünnen Endoskop, das über die Gangöffnung eingeführt wird. Damit lassen sich Steine, Engstellen und Entzündungen direkt sehen und oft in derselben Sitzung behandeln, meist in örtlicher Betäubung.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Speichelsteine
  2. Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie · Speichelsteine

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.