Was sind Nierensteine?
Nierensteine sind nach gesund.bund.de kleine, feste Ablagerungen, die sich im Nierenbecken bilden. Wandern sie in die Harnleiter, spricht man von Harnleitersteinen; beide zusammen heißen auch Harnsteine. Gallensteine oder Blasensteine sind andere Erkrankungen.
Nierensteine sind weit verbreitet: In Deutschland erkranken nach gesundheitsinformation.de jedes Jahr 1 bis 2 % der Bevölkerung, und nach Schätzungen aus den USA bekommen mindestens 10 % der Menschen einmal im Leben Nieren- oder Harnleitersteine. Männer haben ein höheres Risiko als Frauen. Steine können in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern; am häufigsten bilden sie sich zwischen 40 und 60 Jahren.
Wie merkt man, dass man Nierensteine hat?
Kleine Steine verursachen nicht unbedingt Beschwerden. Manche spüren nur ein leichtes Ziehen in der Nierengegend, andere bemerken nichts; oft werden Steine zufällig bei einem Ultraschall oder Röntgenbild des Bauchs entdeckt oder fallen erst auf, wenn sie mit dem Urin ausgeschieden werden.
Spürbar werden sie, wenn sie den Ausgang des Nierenbeckens blockieren oder durch den Harnleiter wandern. Je nach Lage schmerzen dann Unterleib, Bauch oder Rücken. Weitere mögliche Symptome eines Steins im Harnleiter sind:
- Blut im Urin
- Schmerzen beim Wasserlassen
- häufiger oder verstärkter Harndrang
- Schmerzen, die in die Geschlechtsorgane ausstrahlen
Die Beschwerden unterscheiden sich bei Frauen und Männern im Grundsatz nicht; ausstrahlende Schmerzen werden je nach Anatomie unterschiedlich empfunden.
Die Nierenkolik
Die Harnleiter haben natürliche Engstellen, etwa dort, wo sie in die Harnblase münden. Wandert ein Stein hindurch, sind die Schmerzen nach gesundheitsinformation.de besonders stark: Typisch sind plötzlich und anfallsartig auftretende, heftige Schmerzen in der Seite, die bis in den Unterbauch ausstrahlen können. Das nennt man Nierenkolik.
Die Schmerzen werden in Wellen stärker und schwächer, manchmal kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu. Typisch ist, dass Betroffene sich winden, um eine erträglichere Körperposition zu finden. Eine Nierenkolik kann zwischen 20 und 60 Minuten dauern. Bei einer ersten heftigen Kolik sollte man ärztliche Hilfe suchen, auch um andere Ursachen auszuschließen.
Was löst Nierensteine aus?
Nierensteine sind Kristalle, die entstehen, wenn sich bestimmte Stoffe im Urin verbinden. Nach gesundheitsinformation.de haben 80 % der Betroffenen Kalziumsteine, 5 bis 10 % Harnsäuresteine und etwa 10 % Steine aus dem Mineral Struvit; andere Steinarten sind selten. Begünstigend wirken:
- zu wenig trinken, wodurch steinbildende Stoffe im Urin konzentrierter werden
- Erkrankungen wie eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (mehr Kalzium im Urin) oder Gicht (mehr Harnsäure)
- zu wenig schützendes Citrat im Urin, etwa bei chronischem Durchfall
- ein zu saurer Urin, seltener ein alkalischer Urin bei einer Harnwegsinfektion
- Ernährung, etwa viel Oxalsäure aus Rhabarber oder Innereien, die die Harnsäure erhöhen
- bestimmte Medikamente und anatomische Besonderheiten wie Nierenzysten oder eine Hufeisenniere
Selten ist ein Überschuss genetisch bedingt, etwa bei Steinen aus der Aminosäure Zystin.
Wie werden Nierensteine festgestellt?
Die typischen Beschwerden geben erste Hinweise, reichen aber nicht immer aus. Mit einer Ultraschalluntersuchung lassen sich die meisten Nieren- und Harnleitersteine aufspüren; für Lage und Größe kann eine Computertomografie (CT) folgen. Ein Röntgenbild ist weniger genau: Kalziumsteine sind gut zu sehen, Struvitsteine schlechter und Harnsäuresteine gar nicht.
Blut- und Urintests können Hinweise auf Ursachen wie eine Infektion oder erhöhte Kalzium- oder Harnsäurewerte geben. Bei Verdacht auf Nierensteine oder bei Schmerzen beim Wasserlassen ist nach gesund.bund.de die Hausarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle.
Muss jeder Nierenstein entfernt werden?
Nein. Ob ein Stein von selbst abgeht, hängt vor allem von seiner Größe ab:
- Die meisten Steine unter 5 Millimetern wandern von selbst in die Blase und werden ausgeschieden.
- Auch etwa die Hälfte der Steine zwischen 5 und 10 Millimetern geht von selbst ab.
- Steine über 10 Millimeter müssen meist behandelt werden.
Kleine Steine werden oft nach ein bis zwei Wochen ausgeschieden. Geht ein Stein nicht innerhalb von etwa vier Wochen ab, wird er nach gesundheitsinformation.de normalerweise behandelt; bei Fieber, Harnstau oder starken Schmerzen wird nicht so lange gewartet. Unbehandelt können Steine den Harnleiter verengen oder verstopfen; dann steigt das Infektionsrisiko, und gestauter Urin belastet die Niere.
Wie bekomme ich die Nierensteine weg?
Bei kleinen Steinen reicht es nach gesundheitsinformation.de oft, bei Beschwerden eine Zeit lang Schmerzmittel zu nehmen, viel Wasser zu trinken, sich zu bewegen und abzuwarten. Gegen die Schmerzen kommen entzündungshemmende und andere Schmerzmittel infrage, bei sehr starken Schmerzen auch Opioide. Bei Harnleitersteinen zwischen 5 und 10 Millimetern können Medikamente, die die Muskulatur der Harnwege entspannen, das Ausscheiden unterstützen; sie werden ärztlich verordnet.
Größere Steine werden je nach Lage und Größe mit Schallwellen zertrümmert, endoskopisch oder mit einem kleinen Eingriff entfernt. Welche Behandlung passt, hängt von Größe, Art und Lage ab und wird urologisch entschieden. In unserer Praxis in Bilbao bieten wir eine allgemeine Erstberatung an, aber keine Steinentfernung (die Beratung findet auf Spanisch statt).
Vorbeugung: warum die Steinart zählt
Bei bis zu 50 von 100 Betroffenen bilden sich innerhalb von fünf Jahren erneut Steine. Welche Vorbeugung sinnvoll ist, hängt von Zusammensetzung und Ursache ab. Deshalb ist es wichtig, abgehende Steine aufzufangen, etwa durch ein Sieb beim Wasserlassen, und im Labor untersuchen zu lassen. Fachleute empfehlen, viel zu trinken, mindestens zwei Liter pro Tag; die passende Menge bespricht man ärztlich. Je nach Ursache kann weniger Fleisch oder Salz sinnvoll sein, manchmal auch Medikamente, die den Säuregrad des Urins oder die Kalzium- oder Harnsäurewerte beeinflussen.
Ist die Steinart bekannt, kann unsere Ernährungsberatung in Bilbao helfen, die ärztlich empfohlene Vorbeugung im Speiseplan umzusetzen. Bei Harnsäuresteinen und Gicht gibt der Ratgeber Gicht und Ernährung Hinweise. Für das Gespräch hilft eine Notiz:
- Ergebnis der Steinanalyse, falls vorhanden
- Datum und Verlauf früherer Koliken
- Trinkmenge an einem normalen Tag
- Frage: Welche Vorbeugung passt zu meiner Steinart?
Wo sich die Quellen unterscheiden
Gleiche Herkunft: Der Text von gesund.bund.de entstand in Zusammenarbeit mit dem IQWiG, das auch gesundheitsinformation.de betreibt. Die Übereinstimmung beider Quellen ist deshalb keine unabhängige Bestätigung.
Rückfälle: gesundheitsinformation.de bezieht die Zahl von bis zu 50 von 100 Rückfällen in fünf Jahren auf Menschen, die wegen eines Steins behandelt wurden; gesund.bund.de spricht allgemein von Betroffenen.
Vier Wochen: Beide nennen vier Wochen als üblichen Zeitpunkt für eine Behandlung, wenn ein Stein nicht abgeht. Das ist ein Richtwert, keine feste Regel; Komplikationen verkürzen die Wartezeit.
Zusammenfassung
- Nierensteine sind Kristallablagerungen im Nierenbecken, meist aus Kalzium.
- Wandern sie in den Harnleiter, kann eine heftige Nierenkolik entstehen.
- Steine unter 5 Millimetern gehen meist von selbst ab.
- Größere Steine werden zertrümmert oder entfernt.
- Bis zu die Hälfte bildet innerhalb von fünf Jahren neue Steine.
- Steinanalyse, viel Trinken und gezielte Vorbeugung senken das Risiko.
Häufige Fragen zu Nierensteinen
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Wie merkt man, dass man Nierensteine hat?
Oft gar nicht. Wandert ein Stein, treten plötzliche, wellenartige Schmerzen in der Seite auf, oft mit Übelkeit, Blut im Urin, Brennen beim Wasserlassen oder häufigem Harndrang.
Was sollte man bei Nierensteinen nicht trinken?
Die Quellen nennen keine einzelnen verbotenen Getränke. Wichtig ist, nicht zu wenig zu trinken. Welche Ernährung zur eigenen Steinart passt, klärt man nach der Steinanalyse ärztlich.
Wie bekomme ich die Nierensteine weg?
Kleine Steine gehen oft mit Schmerzmitteln, Trinken, Bewegung und Abwarten von selbst ab. Größere werden mit Schallwellen zertrümmert oder endoskopisch entfernt. Hausmittel ersetzen keine Abklärung.
Was löst Nierensteine aus?
Zu wenig Flüssigkeit, Stoffwechselstörungen wie Gicht oder eine Nebenschilddrüsenüberfunktion, wenig Citrat im Urin, ein zu saurer Urin, bestimmte Lebensmittel und Medikamente.
Muss jeder Nierenstein entfernt werden?
Nein. Die meisten Steine unter 5 Millimetern gehen von selbst ab, ebenso etwa die Hälfte der Steine von 5 bis 10 Millimetern. Größere Steine müssen meist behandelt werden.
Warum hängt die Vorbeugung von der Steinart ab?
Weil Kalzium-, Harnsäure- und Struvitsteine unterschiedliche Ursachen haben. Erst die Laboranalyse eines Steins zeigt, welche Ernährung oder welche Medikamente sinnvoll sind.
Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Nierensteine und Harnleitersteine
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Nierensteine und Harnleitersteine
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
