Was ist Mundtrockenheit (Xerostomie)?
Mundtrockenheit, in der Fachsprache Xerostomie, entsteht nach der AOK, wenn die Speicheldrüsen zu wenig Speichel produzieren. Speichel reinigt Mundschleimhaut und Zähne, sorgt dafür, dass sich Krankheitserreger nicht vermehren, verdünnt die Nahrung und spaltet komplexe Kohlenhydrate auf.
Vorübergehende Mundtrockenheit ist meist kein Grund zur Sorge. Häufig hat man einfach zu wenig getrunken oder ist nervös. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Wichtig zu wissen: Das Gefühl eines trockenen Mundes und die tatsächlich gebildete Speichelmenge sind nicht dasselbe. Nach dem Krebsinformationsdienst können Fachleute messen, wie viel Speichel vorhanden ist, und Betroffene empfinden einen Speichelmangel sehr unterschiedlich belastend.
Typische Beschwerden bei trockenem Mund
Ist die Speichelproduktion eingeschränkt, kann es nach der AOK zu diesen Beschwerden kommen:
- Trockenheit oder ein klebriges Gefühl im Mund,
- Brennen oder Schmerzen im Mund,
- trockene Lippen,
- ein verminderter oder veränderter Geschmackssinn,
- Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Sprechen, Essen oder Schlucken,
- Mundgeruch.
Länger anhaltende Mundtrockenheit kann auch zu Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen führen. Mehr zu verändertem Geschmack und unangenehmem Atem lesen Sie in den Ratgebern Geschmack im Mund und Mundgeruch.
Ursachen: bei welchen Krankheiten der Mund trocken wird
Besonders häufig steckt nach der AOK eine Dehydrierung dahinter, etwa durch zu wenig Trinken, starkes Schwitzen oder Fieber. Weitere mögliche Ursachen sind:
- bestimmte Medikamente, zum Beispiel Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Depressionen,
- Mundatmung, etwa bei verstopfter Nase durch Schnupfen,
- Diabetes mellitus, weil häufiges Wasserlassen zu Flüssigkeitsmangel führen kann,
- Angstzustände und Nervosität,
- ein höheres Alter, weil der Speichelfluss mit den Jahren abnimmt,
- Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom oder Sklerodermie,
- Strahlentherapien im Kopf-Hals-Bereich.
Ein bestimmter Vitamin- oder Nährstoffmangel wird in den hier genutzten Quellen nicht als Ursache genannt. Ob etwa eine Schilddrüsenerkrankung oder eine psychische Belastung eine Rolle spielt, kann nur eine Untersuchung klären.
Trockener Mund trotz viel Trinken und nachts
Wer viel trinkt und trotzdem einen trockenen Mund hat, sollte an die anderen Ursachen denken: Medikamente, Mundatmung, Diabetes, das Alter oder eine Erkrankung der Speicheldrüsen. Bei Diabetes mellitus muss man nach der AOK häufiger Wasser lassen, was zu Flüssigkeitsmangel führen kann.
Nachts fällt die Trockenheit oft besonders auf, zum Beispiel bei Mundatmung durch eine verstopfte Nase. Die AOK rät, Zahnersatz nachts nicht zu tragen. Der Krebsinformationsdienst nennt das Befeuchten der Raumluft beim Schlafen als Möglichkeit, den Mund vor dem Austrocknen zu schützen.
Folgen für Mund und Zähne
Hält die Mundtrockenheit länger an, kann es nach der AOK zu Entzündungen der Speicheldrüsen und der Mundschleimhaut kommen. Auch Infektionen wie Mundsoor, Karies oder Zahnfleischerkrankungen sind mögliche Folgen. Der Krebsinformationsdienst bestätigt, dass bei Speichelmangel Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, Karies und Infektionen im Mund vermehrt auftreten.
Manche Betroffene essen wegen der Beschwerden weniger ausgewogen oder trinken nicht genug. Mehr zu Entzündungen der Speicheldrüsen lesen Sie im Ratgeber Speicheldrüsenentzündung.
Was gegen Mundtrockenheit hilft
Die Quellen nennen diese Maßnahmen:
- Genug trinken: Die AOK nennt für Erwachsene anderthalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßte Getränke am Tag. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Trinkmenge empfohlen, etwa wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung, gilt diese.
- Den Mund feucht halten: regelmäßig kleine Schlucke trinken, den Mund mit Wasser ausspülen, Eiswürfel lutschen.
- Die Speichelbildung anregen: zuckerfreie Bonbons lutschen oder zuckerfreien Kaugummi kauen.
- Gute Mundhygiene: zweimal täglich Zähne putzen und die jährliche Vorsorge wahrnehmen.
- Meiden: Alkohol, Tabak, koffein- und kohlensäurehaltige Getränke sowie sehr scharfe, salzige, saure oder zuckerhaltige Lebensmittel.
Liegt eine Erkrankung zugrunde, kann deren Behandlung auch die Mundtrockenheit bessern, etwa eine gute Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes.
Ärztliche Behandlung und Speichelersatz
Je nach Ursache kann die Ärztin oder der Arzt nach der AOK Medikamente verschreiben, die den Speichelfluss erhöhen oder ersetzen. Bei krankheitsbedingter Mundtrockenheit, etwa bei Autoimmun- oder Krebserkrankungen, kann auch künstlicher Speichel eine Option sein.
Für Menschen mit Krebs beschreibt der Krebsinformationsdienst eigene Wege: Bei einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich versuchen Ärztinnen und Ärzte, die Speicheldrüsen zu schonen, und nach einer Bestrahlung gibt es verschiedene Behandlungen. Diese Erfahrungen lassen sich nicht einfach auf eine gewöhnliche Mundtrockenheit übertragen. Wer in Krebsbehandlung ist, bespricht Beschwerden mit dem behandelnden Team.
Bei anhaltender Mundtrockenheit ohne klare Ursache bieten wir Erwachsenen eine Untersuchung in unserer HNO-Sprechstunde in Bilbao an (die Beratung findet auf Spanisch statt). Je nach Ursache kann auch die hausärztliche oder zahnärztliche Praxis der richtige Ansprechpartner sein.
Notizzettel für den Arzttermin
Mundtrockenheit hat viele mögliche Ursachen. Mit diesen Notizen lässt sich das Gespräch gezielter führen:
- Beginn: Seit wann besteht die Trockenheit, plötzlich oder schleichend?
- Tageszeit: Tritt sie vor allem nachts, morgens oder den ganzen Tag auf?
- Medikamente: Welche Arzneimittel nehmen Sie, und wurde vor Kurzem etwas neu begonnen oder umgestellt? Bringen Sie den Medikamentenplan mit.
- Alltag: Wie wirkt sich die Trockenheit auf Essen, Sprechen und Schlaf aus?
- Andere Schleimhäute: Sind auch Augen, Nase oder andere Bereiche trocken?
- Begleitzeichen: Gibt es viel Durst, häufiges Wasserlassen, eine verstopfte Nase, Schwellungen oder Schmerzen im Mund?
Wo die Quellen unterschiedlich gewichten
Beim Essen und Lutschen setzen die Quellen unterschiedliche Akzente. Die AOK rät bei Mundtrockenheit, säurehaltige Lebensmittel zu meiden. Der Krebsinformationsdienst schlägt dagegen für Menschen, deren Speicheldrüsen noch arbeiten, zuckerfreie Lutschtabletten mit saurem Geschmack vor, um die Speichelbildung anzuregen. Was angenehmer ist, hängt auch vom Zustand der Mundschleimhaut ab.
Auch beim Speichelersatz unterscheiden sich die Empfehlungen. Die AOK nennt künstlichen Speichel als Option bei krankheitsbedingter Trockenheit, der Krebsinformationsdienst rät, Speichelersatzprodukte nur kurz zu verwenden, weil sie langfristig den Zahnschmelz angreifen können. Zudem empfehlen Fachleute dort keine bestimmten Produkte: Man solle ausprobieren, was am besten lindert. Diese Abwägung gehört ins ärztliche oder zahnärztliche Gespräch.
Mundtrockenheit im Überblick
- Mundtrockenheit bedeutet zu wenig Speichel; vorübergehend ist sie meist harmlos.
- Häufige Ursachen sind Flüssigkeitsmangel, Medikamente, Mundatmung, Diabetes, Angst und das Alter.
- Anhaltende Trockenheit kann Karies, Zahnfleischprobleme und Infektionen fördern.
- Trinken, den Mund feucht halten, Speichel anregen und Mundhygiene helfen vielen.
- Medikamente nie eigenmächtig absetzen; Trinkmengen bei Herz- oder Nierenerkrankungen ärztlich festlegen lassen.
- Hält die Trockenheit an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Fragen zur Mundtrockenheit
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Bei welchen Krankheiten hat man einen trockenen Mund?
Zum Beispiel bei Diabetes mellitus, bei Autoimmunerkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom oder Sklerodermie, bei Fieber und Flüssigkeitsmangel, bei verstopfter Nase mit Mundatmung sowie nach einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich. Auch Angst und Nervosität können den Speichelfluss drosseln.
Wie bekommt man einen trockenen Mund wieder weg?
Ausreichend trinken, regelmäßig kleine Schlucke nehmen, zuckerfreie Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen, gut für Mundhygiene sorgen und Alkohol, Tabak und Koffein meiden. Hält die Trockenheit trotzdem an, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.
Was fehlt dem Körper bei trockenem Mund?
Häufig schlicht Flüssigkeit. Einen bestimmten Vitamin- oder Nährstoffmangel nennen die genutzten Quellen nicht als Ursache. Weil auch Medikamente und Erkrankungen dahinterstecken können, ersetzt die Vermutung eines Mangels keine Untersuchung.
Warum ist mein Mund so trocken, obwohl ich viel trinke?
Dann kommen andere Ursachen infrage: Medikamente, Mundatmung, ein höheres Alter, Diabetes mit häufigem Wasserlassen oder eine Erkrankung, die die Speicheldrüsen betrifft. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Können Medikamente den Mund austrocknen?
Ja. Die AOK nennt etwa Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Depressionen. Setzen Sie ein Medikament nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über mögliche Alternativen.
Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?
Wenn die Mundtrockenheit trotz Hausmitteln anhält, wenn Sie ein Medikament als Ursache vermuten oder wenn Schmerzen, Schwellungen, Entzündungen im Mund, starker Durst mit häufigem Wasserlassen oder Schluckprobleme hinzukommen.
Quellen
- AOK-Gesundheitsmagazin · Mundtrockenheit: Ursachen, Symptome, Behandlung
- Krebsinformationsdienst (DKFZ) · Trockener Mund bei Krebs
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
