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Zungenbrennen: Ursachen, Abklärung und Behandlung

Die Zunge brennt, kribbelt oder fühlt sich wund an, oft ohne dass man im Spiegel etwas sieht. Zungenbrennen ist häufig und kann sehr belasten. Dieser Ratgeber erklärt nach den Informationen des Deutschen Berufsverbands der HNO-Ärzte (HNO-Ärzte im Netz) und einer Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), welche Formen es gibt, welche Ursachen geprüft werden, wie die Behandlung aussieht und wie Sie sich auf den Termin vorbereiten.

Thema
HNO
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Zungenbrennen?

Zungenbrennen, auch Glossodynie, Glossalgie oder Burning-Mouth-Syndrom (BMS) genannt, ist nach HNO-Ärzte im Netz eine Störung der Empfindung im Bereich von Zunge und Mundschleimhaut. Betroffene beschreiben ein brennendes oder wundes Gefühl, Kribbeln, Jucken oder einen stechenden Schmerz.

Am häufigsten betroffen sind nach der DGZMK die Zungenspitze und die vorderen zwei Drittel der Zunge, das Brennen kann aber alle Bereiche der Mundschleimhaut und die Lippen erfassen, ein- oder beidseitig. Manchmal gehen ungewohnte Geschmackswahrnehmungen und ein Gefühl von Mundtrockenheit damit einher; die genauen Zusammenhänge sind nicht geklärt.

Die Beschwerden können im Tagesverlauf und über Wochen und Monate unterschiedlich stark sein und Monate bis Jahre anhalten. In einigen Fällen verschwinden sie auch von selbst.

Wer ist betroffen?

Vor allem Frauen im mittleren und höheren Alter. HNO-Ärzte im Netz schätzt, dass etwa jede sechste Frau in oder nach den Wechseljahren die Störung entwickelt. Männer sind deutlich seltener betroffen, bei ihnen beschränkt sich das Brennen oft auf die Lippen. Insgesamt leidet etwa jeder 30. Erwachsene unter Zungenbrennen.

Nicht selten beginnt das Brennen nach der DGZMK im Zusammenhang mit einer zahnärztlichen Behandlung. Es kann aber auch ohne erkennbaren Anlass auftreten und wieder verschwinden.

Was sind die Ursachen für Zungenbrennen?

Die DGZMK unterscheidet zwei Formen. Beim sekundären Mundschleimhautbrennen liegt eine feststellbare Ursache zugrunde. Infrage kommen:

  • Zahnmedizinische Ursachen: Erkrankungen oder Veränderungen der Mundschleimhaut sowie mechanische, funktionelle, bakterielle oder chemische Störfaktoren
  • Allgemeine Erkrankungen: Zungenbrennen tritt nach HNO-Ärzte im Netz öfter als Begleiterscheinung chronischer Erkrankungen auf, etwa beim Sjögren-Syndrom, einer Erkrankung mit gestörter Funktion der Speicheldrüsen
  • Medikamente: Geprüft werden der Zeitpunkt der Erstverordnung und mögliche Neben- und Wechselwirkungen
  • Seelische Belastungen: etwa Angstzustände oder Depressionen

Findet sich trotz intensiver Suche keine Ursache, spricht man vom Burning-Mouth-Syndrom. Ist also jedes Zungenbrennen ein BMS? Nein: Diese Diagnose wird erst gestellt, wenn alle infrage kommenden Ursachen systematisch ausgeschlossen sind. Dass keine Ursache gefunden wird, heißt auch nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind.

Welcher Mangel löst Zungenbrennen aus?

Die DGZMK nennt die Blutwerte, die von internistischer Seite empfohlen werden: ein vollständiges Blutbild und insbesondere Blutzucker, Eisen im Serum, Vitamin D und Folsäure. Das zeigt, dass ein Mangel oder eine Stoffwechselstörung zu den möglichen Ursachen gehört, die geprüft werden.

Beweist Brennen einen Vitaminmangel? Nein. Ein Brennen ist kein Beweis für einen bestimmten Mangel. Die DGZMK hält es ausdrücklich für wenig zielführend, Vitaminpräparate zu geben, wenn kein Mangel vorliegt. Welche Laborwerte im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Mehr zum Thema Eisen lesen Sie im Ratgeber Eisenmangel.

Kann die Zunge normal aussehen?

Ja. Oft lassen sich nach HNO-Ärzte im Netz keine oder keine typischen äußeren Anzeichen feststellen, was die Diagnose erschwert. Die DGZMK beschreibt, dass in vielen Fällen kein sichtbarer Grund gefunden wird und Betroffene, die stark belastet sind, verständlicherweise auf eine Behandlung drängen.

Wann muss eine Schleimhautveränderung untersucht werden? Sichtbare Veränderungen der Mundschleimhaut gehören zur zahnärztlichen Untersuchung, denn sie können selbst die Ursache sein. Bei eindeutig einseitigem Brennen sollen nach der DGZMK neurologische und tumorbedingte Ursachen ausgeschlossen werden; Letzteres ist aber eher die sehr seltene Ausnahme als die Regel. Andere Veränderungen der Zunge beschreiben wir im Ratgeber Landkartenzunge.

Ist es gefährlich, wenn die Zunge ständig brennt? Meist steckt keine gefährliche Erkrankung dahinter, doch die Belastung kann groß sein. Eine frühzeitige, umfassende Diagnostik bietet nach der DGZMK die größten Chancen.

Was sollte ich vor der Untersuchung notieren?

Genaue und ehrliche Angaben helfen bei der Ursachensuche. Die DGZMK empfiehlt, schon vor dem Termin über Dauer, Intensität, Beginn und Verlauf nachzudenken. Ein Notizblatt kann so aussehen:

  • Stärke im Tagesverlauf: morgens, mittags, abends jeweils auf einer Skala von 0 (keine Beschwerden) bis 10 (kaum auszuhalten) eintragen, über mindestens eine Woche
  • Beginn und Verlauf: seit wann, wann es schlimmer wurde, ob es gleichbleibend oder wechselnd ist
  • Medikamente: was Sie neu begonnen, gewechselt oder abgesetzt haben, jeweils mit Datum
  • Behandlungen: zahnärztliche oder ärztliche Eingriffe vor Beginn des Brennens, etwa neuer Zahnersatz
  • Lebenssituation: Erkrankungen, Veränderungen bei Arbeit oder Familie, vermehrte Belastungen
  • Alltag: worauf Sie verzichten, ob Sie sich krankmelden mussten
  • Bisherige Maßnahmen: was Sie selbst versucht haben, was Ärzte oder Therapeuten getan haben, was gelindert und was verstärkt hat

Bitten Sie frühere Praxen um ihre Befundberichte und bringen Sie diese mit. Die DGZMK regt außerdem an, aufzuschreiben, was Sie selbst für die Ursache halten.

Was kann ich gegen Zungenbrennen tun?

Eine einheitliche Therapie gibt es nicht. Behandelt wird nach HNO-Ärzte im Netz entsprechend der zugrunde liegenden Ursache. Wird eine Ursache festgestellt, muss sie nach der DGZMK in jedem Fall behandelt werden, zum Beispiel eine Schleimhauterkrankung, ein Mangel oder eine Stoffwechselstörung.

Darf ich Medikamente absetzen? Nein, nicht auf eigene Faust. Ob ein Medikament beteiligt ist, wird ärztlich geprüft, und gegebenenfalls wird gemeinsam nach einer Alternative gesucht. Ungezielte Maßnahmen und Präparate auf Verdacht schaden nach der DGZMK meist mehr, als sie nützen.

Betroffene sollten darauf vorbereitet sein, dass auch nach sinnvoller Therapie keine Garantie auf Beschwerdefreiheit besteht. Beim Burning-Mouth-Syndrom ist das Ziel, trotz der Beschwerden eine akzeptable Lebensqualität zu erhalten oder wiederherzustellen. Das schaffen viele nicht allein: Die DGZMK rät, mit der Zahnärztin, dem Zahnarzt oder der Hausarztpraxis zu besprechen, ob eine psychologische Betreuung und/oder eine medikamentöse Unterstützung helfen kann, die Belastung zu bewältigen.

In unserer Praxis in Bilbao untersucht die HNO-Abteilung Erwachsene mit Zungenbrennen und stimmt die weitere Abklärung je nach Befund mit Zahnmedizin oder Hausarztpraxis ab (die Beratung findet auf Spanisch statt). Mehr zu veränderten Geschmacksempfindungen im Ratgeber Komischer Geschmack im Mund.

Zahnarzt, HNO oder Hausarzt: wer klärt was?

Weil die Ursachen so verschieden sind, arbeiten oft mehrere Fachrichtungen zusammen. Die DGZMK beschreibt den Ablauf so: Grundlage sind genaue Angaben zur Vorgeschichte. Darauf folgt eine zahnmedizinische Untersuchung auf Schleimhautveränderungen und Störfaktoren. Von internistischer Seite werden Blutwerte bestimmt und Medikamente überprüft. Gemeinsam wird überlegt, ob Belastungen oder Stimmungsveränderungen eine Rolle spielen.

Bei eindeutig einseitigem Brennen werden zusätzlich neurologische und tumorbedingte Ursachen ausgeschlossen. Eine einheitliche Untersuchungsliste für alle gibt es nicht; welche Schritte nötig sind, hängt von Ihren Angaben und den Befunden ab.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Begriffe: HNO-Ärzte im Netz verwendet Zungenbrennen und Burning-Mouth-Syndrom weitgehend als Synonyme. Die DGZMK trennt genauer: BMS heißt bei ihr nur das Brennen, für das trotz intensiver Suche keine Ursache gefunden wird.

Sjögren-Syndrom: HNO-Ärzte im Netz bezeichnet es als angeborene Funktionsstörung der Speicheldrüsen. Diese Einordnung als angeboren übernehmen wir nicht; wir nennen es nur als Beispiel für eine Erkrankung mit gestörter Speicheldrüsenfunktion.

Häufigkeit: Zahlen nennt nur HNO-Ärzte im Netz (etwa jede sechste Frau in oder nach den Wechseljahren, insgesamt etwa jeder 30. Erwachsene). Die DGZMK beschreibt nur, dass Frauen in der Menopause deutlich häufiger betroffen sind.

Aktualität: Die DGZMK-Information stammt vom Juni 2016 und ist kein aktuelles Behandlungsprotokoll; die Seite von HNO-Ärzte im Netz trägt kein Datum.

Zusammenfassung

  • Zungenbrennen ist eine Empfindungsstörung von Zunge und Mundschleimhaut, häufig bei Frauen in und nach den Wechseljahren.
  • Es gibt ein sekundäres Brennen mit feststellbarer Ursache und das Burning-Mouth-Syndrom ohne gefundene Ursache.
  • Die Zunge kann völlig normal aussehen; das macht die Beschwerden nicht weniger real.
  • Abgeklärt werden zahnärztliche Ursachen, Blutwerte, Medikamente und Belastungen; einseitiges Brennen wird gezielt untersucht.
  • Vitamine oder andere Mittel auf Verdacht helfen nicht; behandelt wird die gefundene Ursache.
  • Ein Notizblatt zu Stärke, Verlauf, Medikamenten und Behandlungen erleichtert die Ursachensuche.

Häufige Fragen zu Zungenbrennen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was kann ich gegen Zungenbrennen tun?

Lassen Sie die Ursache zahnärztlich und ärztlich abklären, denn behandelt wird die gefundene Ursache. Präparate auf Verdacht helfen meist nicht. Findet sich keine Ursache, geht es darum, die Lebensqualität zu verbessern, eventuell mit psychologischer oder medikamentöser Unterstützung.

Ist es gefährlich, wenn die Zunge ständig brennt?

Meist nicht, aber es kann sehr belasten. Ein eindeutig einseitiges Brennen und Schleimhautveränderungen sollten gezielt untersucht werden, um seltene neurologische oder tumorbedingte Ursachen auszuschließen.

Welcher Mangel löst Zungenbrennen aus?

Geprüft werden unter anderem Blutbild, Blutzucker, Eisen, Vitamin D und Folsäure. Das Brennen allein beweist aber keinen Mangel, und Vitamine ohne nachgewiesenen Mangel sind nicht sinnvoll.

Was sind die Ursachen für Zungenbrennen?

Möglich sind Veränderungen der Mundschleimhaut, mechanische oder chemische Reize im Mund, allgemeine Erkrankungen, Medikamente und seelische Belastungen. Wird trotz gründlicher Suche keine Ursache gefunden, spricht man vom Burning-Mouth-Syndrom.

Kann die Zunge normal aussehen?

Ja, häufig sind keine äußeren Zeichen zu sehen. Das erschwert die Diagnose, bedeutet aber nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind.

Darf ich Medikamente absetzen?

Nicht eigenmächtig. Wenn Sie ein Medikament im Verdacht haben, notieren Sie, wann Sie es begonnen haben, und besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

  1. HNO-Ärzte im Netz (Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte): Was ist Zungenbrennen?
  2. DGZMK-Patienteninformation: Zungen- und Mundschleimhautbrennen (PDF, 06/2016)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.