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Asthma: Symptome, Ursachen und Behandlung

Pfeifender Atem, nächtlicher Husten, ein Engegefühl in der Brust: In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Menschen mit Asthma. Die meisten können ihre Erkrankung heute gut kontrollieren. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Lungeninformationsdienstes von Helmholtz Munich und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de, wie Asthma entsteht, woran man es erkennt, wie es festgestellt und behandelt wird und was im Alltag hilft.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Asthma?

Asthma bronchiale ist eine chronische Lungenkrankheit. Die unteren Atemwege sind dauerhaft entzündet, und die Bronchien reagieren überempfindlich auf verschiedene Reize; Fachleute sprechen von bronchialer Hyperreagibilität. Diese Übererregbarkeit führt nach dem Lungeninformationsdienst anfallsweise zur Verengung der Bronchien.

Bei einem Anfall verkrampft sich die Muskulatur um die Atemwege, die Schleimhaut schwillt an und bildet zähen Schleim. Besonders das Ausatmen fällt schwer. Etwa 4 Prozent der Kinder und 6 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben Asthma; bei Kindern ist es die häufigste chronische Erkrankung. Asthma kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten.

Was sind typische Symptome für Asthma?

Bei Jugendlichen und Erwachsenen äußert sich Asthma nach dem IQWiG durch:

  • Atemnot, oft anfallsartig
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • geräuschvolle Ausatmung mit Giemen, Pfeifen oder Brummen
  • Engegefühl in der Brust
  • Husten oder Hustenreiz

Die Beschwerden treten meist anfallsartig auf, häufig nachts, und bilden sich wieder zurück; Zeiten mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab. Wer nachts schlecht schläft, ist tagsüber oft müde. Bei einem Anfall kann sich eine leicht erschwerte Atmung bis zu ernsthafter Atemnot steigern.

Kann Asthma auch nur Husten verursachen?

Ja, Husten kann im Vordergrund stehen. Bei Kindern macht sich Asthma nach dem IQWiG in der Regel durch Husten und eine leicht pfeifende oder brummende Atmung bemerkbar, während andere typische Zeichen meist noch fehlen. Auch Erwachsene bemerken manchmal zuerst Husten, nächtliches Aufwachen oder Pfeifen bei bestimmten Reizen wie Pollen oder Tierkontakt.

Weil Husten viele Ursachen haben kann, lässt sich Asthma nicht an einem einzelnen Symptom erkennen. Anhaltender oder wiederkehrender Husten sollte ärztlich abgeklärt werden.

Was sind Auslöser von Asthma?

Beschwerden entstehen, wenn ein überempfindliches Immunsystem auf bestimmte Reize trifft. Nach dem Auslöser unterscheidet man:

  • allergisches Asthma: Auslöser von außen, etwa Pollen, Tiere, Hausstaubmilben, Nahrungsbestandteile, Tabakrauch, kalte Luft, Parfüms, Abgase oder Chemikalien
  • nicht allergisches Asthma: vor allem Infekte der Atemwege, bei manchen bestimmte Schmerzmittel oder körperliche und seelische Belastungen, die den Atem beschleunigen

Oft spielen beide Seiten zusammen. Der Lungeninformationsdienst beschreibt diese Einteilung als ältere Unterscheidung; heute wird zunehmend auch nach der Art der Entzündung unterschieden. Zur Entstehung tragen eine erbliche Veranlagung, Infektionen, Rauchen und Passivrauchen sowie frühe Allergien bei. Ein vermeidbarer Risikofaktor für Kinder ist das Rauchen der Eltern.

Welche Untersuchungen helfen bei Asthma?

Ob Asthma hinter Atembeschwerden steckt, kann die Ärztin oder der Arzt erst feststellen, wenn Beschwerden und Untersuchungsergebnisse zusammen betrachtet werden. Wichtig sind:

  • ein ausführliches Gespräch über Beschwerden, Krankheitsgeschichte, Familie und Lebensumfeld
  • eine körperliche Untersuchung von Lunge, Herz und Kreislauf
  • Lungenfunktionstests: Die Spirometrie misst Geschwindigkeit und Menge der ausgeatmeten Luft, das Peak-Flow-Meter die Geschwindigkeit beim Ausatmen
  • bei Bedarf Allergietests oder weitere Untersuchungen der Atemwege

Häufig wird Asthma zunächst in der hausärztlichen Praxis festgestellt; bei schwierigem Verlauf hilft eine lungenfachärztliche Praxis.

Ist Asthma heilbar?

Asthma ist bisher nicht heilbar, aber in der Regel gut behandelbar. Eine individuell abgestimmte Behandlung ermöglicht vielen Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben. Asthma verschlechtert sich nach dem IQWiG nicht automatisch: Manche Kinder haben als Erwachsene kaum noch oder keine Beschwerden, bei anderen bleiben sie bestehen.

Kontrolle ist dabei nicht dasselbe wie Heilung. Wird Asthma nicht angemessen behandelt, kann die Lunge mit der Zeit schlechter Sauerstoff aufnehmen und die Belastbarkeit nachlassen. Ein gut kontrolliertes Asthma schützt dagegen vor solchen körperlichen Folgen.

Wie wird Asthma behandelt?

Es gibt zwei Hauptgruppen von Medikamenten, meist als Sprays zum Einatmen:

  • schnell wirksame Bedarfsmedikamente (Reliever), die die Bronchien erweitern
  • lang wirksame Dauermedikamente (Controller), die die Entzündung beruhigen und Anfällen vorbeugen

Welche Medikamente und welche Stufe passen, richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und wird ärztlich festgelegt; die Behandlung folgt einem Stufenschema. Bei bestimmten schweren Asthmaformen kommen zielgerichtete Antikörper infrage. Nur eine konsequente Anwendung schützt ausreichend vor Anfällen. Die richtige Inhalationstechnik ist dabei wichtig, damit der Wirkstoff in die Atemwege gelangt; sie wird in Asthmaschulungen geübt. Auch Impfungen gegen Grippe oder Pneumokokken können sinnvoll sein.

Was darf man nicht, wenn man Asthma hat?

Wichtig ist vor allem, nicht zu rauchen und Passivrauch zu meiden, verordnete Dauermedikamente nicht eigenmächtig wegzulassen und bekannte Auslöser so gut wie möglich zu vermeiden. Ein generelles Sportverbot gibt es nicht: Sport, Bewegung und Atemtechniken können helfen, die Beschwerden unter Kontrolle zu halten, ersetzen Medikamente aber meist nicht. Asthmaschulungen vermitteln, wie man frühe Zeichen eines Anfalls erkennt und sich im Notfall verhält.

Für die Kontrolltermine hilft eine kurze Notiz mit drei Fragen:

  • Wie oft bin ich nachts wegen Atembeschwerden aufgewacht?
  • Bei welchen Aktivitäten war ich durch Atemnot eingeschränkt?
  • Wie oft habe ich mein verordnetes Bedarfsspray gebraucht?

Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt lässt sich so ein persönlicher Notfallplan erstellen, der festhält, welche Medikamente bei zunehmenden Beschwerden vorgesehen sind und ab wann der Notruf nötig ist.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Bei der Einteilung setzen die Quellen unterschiedliche Akzente. Das IQWiG unterscheidet vor allem allergisches und nicht allergisches Asthma. Der Lungeninformationsdienst beschreibt diese Unterscheidung als etwas in die Jahre gekommen und nennt zusätzlich eine Einteilung nach der Art der Entzündung. Für die Behandlung schwerer Formen ist das heute bedeutsam.

Bei der Behandlung schreibt das IQWiG in seiner Übersicht von 2022, dass bei leichtem Asthma Bedarfsmedikamente ausreichen können. Daraus folgt keine allgemeine Regel, nur bei Beschwerden zu inhalieren: Die Behandlungsempfehlungen werden regelmäßig aktualisiert, und welche Kombination passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach aktuellem Stand.

Zusammenfassung

  • Asthma ist eine chronische Entzündung mit überempfindlichen Atemwegen.
  • Typisch sind Atemnot, pfeifende Atmung, Brustenge und Husten, oft nachts.
  • Auslöser sind Allergene, Infekte, Rauch, kalte Luft oder Belastung.
  • Die Diagnose beruht auf Gespräch, Untersuchung und Lungenfunktionstests.
  • Asthma ist nicht heilbar, aber meist gut kontrollierbar.
  • Bei schwerem Anfall mit Sprechnot sofort den Notruf 112 wählen.

Häufige Fragen zu Asthma

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was sind typische Symptome für Asthma?

Anfallsartige Atemnot, Kurzatmigkeit bei Belastung, pfeifende oder brummende Ausatmung, Engegefühl in der Brust und Husten, häufig nachts.

Was darf man nicht, wenn man Asthma hat?

Nicht rauchen, Passivrauch meiden und verordnete Dauermedikamente nicht eigenmächtig absetzen. Sport ist nicht verboten, sondern meist hilfreich, sofern das Asthma gut eingestellt ist.

Ist Asthma heilbar?

Bisher nicht. Mit individuell abgestimmter Behandlung führen aber viele ein weitgehend beschwerdefreies Leben, und bei manchen Kindern verschwinden die Beschwerden später.

Was sind Auslöser von Asthma?

Häufig Pollen, Tiere, Hausstaubmilben, Tabakrauch, kalte Luft, Abgase, Infekte der Atemwege, bestimmte Schmerzmittel und Belastungen, die den Atem beschleunigen.

Warum ist die Inhalationstechnik wichtig?

Nur bei richtiger Anwendung gelangt der Wirkstoff in die Atemwege. Die Technik wird in Asthmaschulungen und in der Praxis geübt und sollte regelmäßig überprüft werden.

Wann braucht Atemnot sofort Hilfe?

Bei einem schweren Anfall mit starker Atemnot, Erschöpfung oder Mühe beim Sprechen oder wenn das Notfallmedikament nicht ausreichend hilft: sofort den Notruf 112 wählen.

Quellen

  1. Asthma bronchiale: Das Wichtigste auf einen Blick (Lungeninformationsdienst, Helmholtz Munich)
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Asthma (IQWiG)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.