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Zwerchfellbruch: Symptome, Formen und Behandlung

Bei einem Zwerchfellbruch, medizinisch meist Hiatushernie genannt, rutscht ein Teil des Magens durch eine erweiterte Lücke im Zwerchfell nach oben in den Brustraum. Viele Betroffene merken das an Sodbrennen, andere an Schluck- oder Atembeschwerden, manche gar nicht. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen von gesund.bund.de, gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), und der München Klinik, welche Formen es gibt, welche Beschwerden auftreten können, was Medikamente leisten und was nicht, wann operiert wird und wie Sie sich auf ein Arztgespräch vorbereiten.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist ein Zwerchfellbruch?

Das Zwerchfell ist eine Muskelplatte, die Brust- und Bauchraum voneinander trennt. Die Speiseröhre führt nach gesundheitsinformation.de von oben durch eine schmale Lücke im Zwerchfell und mündet direkt dahinter in den Magen. Bei einem Zwerchfellbruch weitet sich diese Lücke, und der Magen rutscht ein Stück nach oben in den Brustraum.

Zwerchfellbrüche sind nach gesund.bund.de eine Sonderform der Hernien. Anders als ein Leisten- oder Nabelbruch ist ein Zwerchfellbruch von außen nicht sichtbar und wird deshalb als „innere Hernie“ bezeichnet. Neben Teilen des Magens kann sich auch Bauchfell in den Brustraum wölben. Zwerchfellbrüche treten nach gesund.bund.de seltener auf als Leisten-, Nabel- oder Narbenbrüche.

Dieser Ratgeber behandelt Zwerchfellbrüche bei Erwachsenen. Angeborene Zwerchfelldefekte bei Neugeborenen sind ein anderes Krankheitsbild.

Welche Formen gibt es?

Die München Klinik unterscheidet verschiedene Formen:

  • Axialer Zwerchfellbruch (Gleithernie): mit etwa 90 Prozent die häufigste Form. Dabei ist die Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels nicht mehr gewährleistet, und saurer Mageninhalt kann zurückfließen (Reflux).
  • Paraösophagealer Zwerchfellbruch: Hier gelangen Magenanteile neben der Speiseröhre in den Brustraum.
  • Mischformen: Kombinationen aus beiden.

Die Form ist für die Behandlung entscheidend, weil sie bestimmt, ob vor allem die Beschwerden behandelt werden oder ob eine Operation angeraten ist. Fragen Sie deshalb nach, welche Form bei Ihnen festgestellt wurde.

Wie macht sich ein Zwerchfellbruch bemerkbar?

Die Beschwerden bei Zwerchfellbrüchen sind nach gesund.bund.de anders als bei Bauchwandbrüchen. Es kann zu Sodbrennen, Schluck- und Atembeschwerden kommen. Typisches Symptom des axialen Bruchs ist nach der München Klinik Sodbrennen.

Ein Zwerchfellbruch kann eine Ursache der Refluxkrankheit sein. Nach gesundheitsinformation.de kann das Zwerchfell den Verschluss am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr unterstützen, wenn der Magen durch die Lücke nach oben rutscht. Sodbrennen äußert sich als brennendes Gefühl, das vom Oberbauch oder hinter dem Brustbein nach oben zum Hals ausstrahlt. Weitere Reflux-Beschwerden können Aufstoßen, Schluckbeschwerden, Brennen im Rachen, ein schlechter Geschmack im Mund, Völlegefühl, Reizhusten oder Heiserkeit sein.

Umgekehrt hat nicht jedes Sodbrennen einen Zwerchfellbruch als Ursache. Häufig bleibt nach gesundheitsinformation.de unklar, warum der Verschluss nicht richtig funktioniert. Beschwerden allein beweisen keinen Zwerchfellbruch.

Wie gefährlich ist ein Zwerchfellbruch?

Wie ernst ein Zwerchfellbruch ist, hängt vor allem von der Form ab. Mischformen und der paraösophageale Zwerchfellbruch stellen nach der München Klinik wegen möglicher Komplikationen auch ohne Beschwerden eine Indikation zur Operation dar. Bei Hernien allgemein kann der Bruchsack eingeklemmt werden; eine eingeklemmte Hernie ist nach gesund.bund.de immer ein Notfall. Die ICD-Klassifikation unterscheidet entsprechend Zwerchfellhernien mit und ohne Einklemmung.

Beim axialen Bruch steht dagegen meist der Reflux im Vordergrund. Eine Refluxkrankheit schreitet nach gesundheitsinformation.de normalerweise nicht fort. Bei etwa 5 von 100 Menschen mit Reflux verändert sich im Laufe der Jahre die Schleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre (Barrett-Ösophagus); dann ist das Risiko für Speiseröhrenkrebs etwas erhöht. Eine weitere mögliche Komplikation ist eine Verengung der Speiseröhre durch Narben nach stärkerer Entzündung.

Sodbrennen führt also nicht zwangsläufig zu Krebs. Es lohnt sich aber, anhaltende Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.

Wie die Diagnose gestellt wird

Ein Zwerchfellbruch lässt sich nicht von außen ertasten. Bei Reflux-Beschwerden ist es nach gesundheitsinformation.de wichtig, der Ärztin oder dem Arzt genau zu beschreiben, wann und wie häufig die Beschwerden auftreten. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen möglich, etwa eine Magenspiegelung und die Messung des pH-Werts in der unteren Speiseröhre.

Welche Untersuchungen nötig sind, um Form und Größe eines Zwerchfellbruchs zu bestimmen, entscheidet die behandelnde Praxis oder Klinik. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, die bei Bedarf an eine gastroenterologische oder chirurgische Fachpraxis überweist.

Behandlung der Beschwerden mit Medikamenten

Die Beschwerden eines Zwerchfellbruchs können nach gesund.bund.de mit Medikamenten behandelt werden. Beim axialen Zwerchfellbruch erfolgt die Therapie nach der München Klinik bei Beschwerden medikamentös, meist mit Protonenpumpenhemmern, also Mitteln, die die Bildung von Magensäure hemmen.

Wichtig zu verstehen: Diese Medikamente verringern die Säure und damit die Beschwerden, sie schließen aber die Lücke im Zwerchfell nicht. Den Bruch selbst kann nach gesund.bund.de nur eine Operation beheben.

Nach gesundheitsinformation.de hilft es Menschen mit starkem Sodbrennen manchmal, Gewohnheiten zu verändern, etwa auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten oder weniger Alkohol zu trinken. Viele Betroffene erleben, dass Stress oder bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken, ebenso Vorbeugen oder Hinlegen. Solche Änderungen können Beschwerden lindern, bringen den Magen aber nicht an seinen Platz zurück. Verordnete Medikamente sollten nicht ohne Rücksprache abgesetzt werden.

Wann wird operiert?

Mischformen und paraösophageale Zwerchfellbrüche sind nach der München Klinik auch ohne Beschwerden ein Grund für eine Operation. Beim axialen Bruch kann eine Operation nach gesundheitsinformation.de infrage kommen, wenn Gewohnheitsänderungen und Medikamente nicht ausreichen.

Bei der Operation wird der Magen nach der München Klinik vollständig in die Bauchhöhle zurückgeführt und an der Bauchwand fixiert. Ob und wie operiert wird, entscheiden Fachleute nach Form des Bruchs, Beschwerden und persönlicher Situation. Ein allgemeingültiges Vorgehen oder eine Erfolgsgarantie gibt es nicht; auch der Ablauf nach der Operation hängt von Klinik und Eingriff ab.

Ein Vorbereitungsblatt für das Arztgespräch

Gerade wenn eine Operation im Raum steht, hilft es, Befund, Beschwerden und Fragen getrennt festzuhalten:

  • Befund: Welche Form wurde festgestellt (axial, paraösophageal, Mischform)? Wie groß ist der Bruch?
  • Beschwerden: Sodbrennen, Aufstoßen, Schluck- oder Atembeschwerden, wie oft und wann, etwa nachts oder nach dem Essen
  • Bisherige Untersuchungen: Magenspiegelung, pH-Messung, andere Befunde, mit Datum
  • Bisherige Behandlung: Medikamente, Dosis laut Verordnung, Wirkung
  • Ziel einer Operation: Geht es um Beschwerden, um die Vermeidung von Komplikationen oder um beides?
  • Fragen: Welche Alternativen gibt es? Was passiert, wenn nicht operiert wird? Wie läuft die Erholung danach ab?

Wo sich die Quellen unterscheiden

Blickwinkel: gesund.bund.de beschreibt den Zwerchfellbruch als Sonderform innerhalb eines Textes über alle Hernien. Die meisten dortigen Hinweise, etwa zum Ertasten, zu Vorbeugung oder zum Rückfallrisiko, betreffen Bauchwandbrüche und lassen sich nicht auf den Zwerchfellbruch übertragen. Die München Klinik beschreibt ihn aus Sicht eines Hernienzentrums, gesundheitsinformation.de als mögliche Ursache der Refluxkrankheit.

Operation: gesund.bund.de sagt allgemein, der Bruch lasse sich durch eine Operation beheben. Die München Klinik unterscheidet: Beim axialen Bruch werden zunächst die Beschwerden medikamentös behandelt, bei paraösophagealen Brüchen und Mischformen wird auch ohne Beschwerden operiert. gesundheitsinformation.de nennt die Operation beim Reflux als Möglichkeit, wenn andere Maßnahmen nicht reichen.

Lebensstil: gesundheitsinformation.de berichtet, dass Fachleute diskutieren, ob Übergewicht, Rauchen und Alkohol den Verschluss beeinträchtigen. Ein gesicherter Zusammenhang wird dort nicht beschrieben.

Zusammenfassung

  • Beim Zwerchfellbruch rutscht ein Teil des Magens durch eine erweiterte Lücke im Zwerchfell in den Brustraum.
  • Die häufigste Form ist die axiale Gleithernie; seltener sind paraösophageale Brüche und Mischformen.
  • Mögliche Beschwerden sind Sodbrennen, Schluck- und Atembeschwerden; Beschwerden allein beweisen keinen Bruch.
  • Medikamente lindern Säurebeschwerden, schließen aber die Lücke nicht.
  • Paraösophageale Brüche und Mischformen werden wegen möglicher Komplikationen meist operiert.
  • Brustschmerz mit Atemnot, Bluterbrechen oder starke Schmerzen mit Erbrechen sind Notfälle.

Häufige Fragen zum Zwerchfellbruch

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was darf man bei einem Zwerchfellbruch nicht machen?

Eine allgemeingültige Verbotsliste nennen die Quellen nicht. Nach gesundheitsinformation.de verstärken bei vielen Menschen mit Reflux bestimmte Lebensmittel, Stress, Vorbeugen oder Hinlegen die Beschwerden. Verordnete Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt und Warnzeichen nicht ignoriert werden.

Wie macht sich ein Zwerchfellbruch bemerkbar?

Nach gesund.bund.de durch Sodbrennen, Schluck- oder Atembeschwerden. Beim häufigen axialen Bruch steht Sodbrennen durch zurückfließende Magensäure im Vordergrund. Manche Betroffene haben kaum Beschwerden.

Kann ein Zwerchfellbruch wieder heilen?

Die Lücke im Zwerchfell schließt sich nach den Quellen nicht durch Medikamente oder Ernährung. Die Beschwerden lassen sich behandeln; den Bruch selbst kann nach gesund.bund.de nur eine Operation beheben.

Wie gefährlich ist ein Zwerchfellbruch?

Das hängt von der Form ab. Paraösophageale Brüche und Mischformen gelten nach der München Klinik wegen möglicher Komplikationen auch ohne Beschwerden als OP-Grund. Beim axialen Bruch steht der Reflux im Vordergrund, der normalerweise nicht fortschreitet, aber ärztlich begleitet werden sollte.

Heilen Säureblocker den Zwerchfellbruch selbst?

Nein. Medikamente wie Protonenpumpenhemmer verringern die Magensäure und damit Beschwerden wie Sodbrennen. Die Lücke im Zwerchfell und die Lage des Magens verändern sie nicht.

Welche Fragen sollte ich vor einer Operationsentscheidung stellen?

Welche Form des Bruchs vorliegt, was das Ziel der Operation ist, welche Alternativen es gibt, was ohne Operation zu erwarten ist, welche Risiken der Eingriff hat und wie die Erholung danach abläuft.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Hernien: Ursachen, Behandlung, Vorbeugung (Abschnitte zu Zwerchfellbrüchen)
  2. München Klinik · Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Sodbrennen und Refluxkrankheit
  4. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-Code K44: Hernia diaphragmatica

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.