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Triglyceride senken: Ernährung, Bewegung und Behandlung

Erhöhte Triglyceride fallen meist zufällig bei einer Blutuntersuchung auf, denn spürbare Beschwerden machen sie zunächst nicht. Dieser Ratgeber erklärt nach den Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf gesundheitsinformation.de und einem Ernährungsmerkblatt der Lipid-Ambulanz des Universitätsklinikums Leipzig, was die Werte bedeuten, welche Ursachen infrage kommen und wie Sie mit Getränken, Kohlenhydraten, Alkohol und Bewegung ansetzen können.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was sind Triglyceride, und was bedeuten erhöhte Werte?

Triglyceride sind ein wichtiger Energiespeicher. Sie werden größtenteils mit der Nahrung aufgenommen, der Körper kann sie aber auch selbst herstellen. Sie werden im Fettgewebe gespeichert und transportieren Fettsäuren im Körper.

Als Orientierung gilt nach dem IQWiG für Erwachsene ein Wert unter 150 mg/dl; die Referenzwerte können sich je nach Labor unterscheiden. Sind zu viele Triglyceride im Blut, spricht man von einer Hypertriglyceridämie. Ein erhöhter Wert kann auf ein Risiko für arteriosklerotische Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit hinweisen. Nach dem Universitätsklinikum Leipzig gehören auch Fettleber und Bauchspeicheldrüsenentzündung zu den möglichen Folgen.

Für sich genommen ist der Wert aber wenig aussagekräftig. Das persönliche Risiko hängt auch von Alter, Geschlecht, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und den Cholesterinwerten ab. Mehr dazu im Ratgeber Cholesterin senken.

Warum reicht ein einzelner Wert nicht?

Von einem Laborwert allein lässt sich nach dem IQWiG meist nicht auf eine Krankheit schließen; auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs. Eine Mahlzeit, besonders mit viel Fett oder Zucker, kann den Wert erhöhen. Das IQWiG nennt deshalb, in den 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts zu essen und nur stilles Wasser zu trinken; maßgeblich sind die Anweisungen Ihrer Praxis oder Ihres Labors.

Bewertet wird der Triglyceridwert zusammen mit anderen Werten, Beschwerden und Untersuchungen. Gesetzlich Versicherte haben in Deutschland ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf einen Check-up, bei dem die Triglyceride bestimmt werden; zwischen 18 und 35 Jahren einmal.

Was verursacht zu hohe Triglyceride?

Die Ursachen sind vielfältig. Das IQWiG nennt:

  • Gewohnheiten: wenig Bewegung, einseitige Ernährung, viel Alkohol, Rauchen; auch starkes Übergewicht geht oft mit erhöhten Werten einher
  • Krankheiten: Diabetes, Gicht, Schilddrüsenunterfunktion, chronische Leber- und Nierenerkrankungen
  • Medikamente: etwa hormonelle Verhütungsmittel, Betablocker oder Kortisonpräparate
  • Veranlagung: Etwa 0,5 bis 2 Prozent aller Menschen haben eine familiäre Hypertriglyceridämie, bei der veränderte Gene und Umweltfaktoren zusammenwirken

Erhöhte Werte sind also nicht automatisch die Folge eines ungesunden Lebensstils. Deshalb ist es wichtig, die Ursache abklären zu lassen und eine zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Gegen Ende einer Schwangerschaft steigt der Spiegel außerdem natürlicherweise an. Zu verwandten Themen: Ernährung bei Gicht und Ernährung bei Fettleber.

Was darf man bei zu hohen Triglyceriden nicht essen und trinken?

An erster Stelle steht im Merkblatt des Universitätsklinikums Leipzig der Alkohol: Bei Menschen mit entsprechender Veranlagung führt er zu einer deutlichen Erhöhung der Triglyceride. Bei zu hohen Werten rät die Klinik, auf alkoholhaltige Getränke einschließlich Bier und Mischgetränken zu verzichten; bei vielen lassen sich die Werte allein dadurch deutlich verbessern. Das IQWiG empfiehlt allgemein, weniger Alkohol zu trinken.

Außerdem steigen die Triglyceride nach Leipzig vor allem dann, wenn besonders schnell verdauliche Kohlenhydrate getrunken oder gegessen werden. Nicht empfohlen sind dort zum Beispiel:

  • Cola, Limonaden und Säfte
  • Fast Food und Fertiggerichte
  • Weißbrot, Toast, Croissants und Nudeln aus Weißmehl
  • Cornflakes, gezuckertes Müsli, Kuchen, Kekse und Süßigkeiten
  • gesüßte Fruchtjoghurts und Quarkspeisen

Verboten ist damit nicht jedes einzelne Lebensmittel für immer; es geht um die gewohnheitsmäßige Auswahl.

Welche Lebensmittel und Getränke kann ich austauschen?

Welche 10 Lebensmittel senken die Triglyceride? Eine feste Liste von „Wunderlebensmitteln“ gibt es nicht. Das Leipziger Merkblatt empfiehlt stattdessen, schnell verdauliche gegen komplexe, ballaststoffreiche Kohlenhydrate zu tauschen:

  • Getränke: Wasser und ungesüßten Tee statt Cola, Limonade, Saft oder Alkohol
  • Brot: Vollkornbrot, -brötchen oder -knäckebrot statt Weißbrot und Toast
  • Beilagen: Vollkornnudeln, Couscous, Bulgur, Naturreis und Hülsenfrüchte statt weißer Nudeln, weißem Reis oder Kartoffelpüree
  • Frühstück: Haferflocken, Hirse, Gerste oder Porridge statt Cornflakes und gezuckertem Müsli
  • Zwischendurch: Rohkost wie Gemüsesticks oder Snacktomaten, Obst
  • Milchprodukte: Naturjoghurt und Magerquark, gern mit frischem Obst selbst gemischt, statt gesüßter Fertigprodukte

Als Orientierung für den Mittagsteller nennt die Klinik: die Hälfte mit Gemüse füllen, den Rest mit der übrigen Mahlzeit. Muss ich alle Kohlenhydrate meiden? Nein. Die Empfehlung lautet, schnell verdauliche durch komplexe Kohlenhydrate zu ersetzen, nicht Kohlenhydrate ganz wegzulassen. Die Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern, die Leipzig nennt, ist eine allgemeine Empfehlung; wer wegen einer Erkrankung weniger trinken soll, folgt der ärztlichen Vorgabe.

Bewegung und Gewicht

Das IQWiG empfiehlt, sich mehr zu bewegen, überschüssiges Gewicht zu verlieren, sich ausgewogener zu ernähren und nicht zu rauchen. Nach Leipzig kann eine Gewichtsabnahme ebenfalls zur Verbesserung beitragen.

Mehr Bewegung lässt sich in den Alltag einbauen: Treppe statt Aufzug, eine Haltestelle früher aussteigen. Das Leipziger Merkblatt nennt als Faustregel dreimal pro Woche eine Anstrengung, bei der man ins Schwitzen kommt. Wie intensiv Sie trainieren können, hängt aber von Ihrem Gesundheitszustand ab; bei Herzerkrankungen oder anderen Einschränkungen sprechen Sie das vorher ärztlich ab. Weitere Anregungen im Ratgeber Bauchfett verlieren.

Wann kommen Medikamente infrage, und was bringen Nahrungsergänzungs­mittel?

Ob und wie stark der Wert gesenkt werden sollte, hängt nach dem IQWiG vor allem vom persönlichen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab; auch um Schäden an der Bauchspeicheldrüse zu vermeiden, kann eine Senkung sinnvoll sein. Reichen Lebensstiländerungen nicht aus und besteht ein hohes Risiko, können lipidsenkende Medikamente infrage kommen. Darüber entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel immer? Die beiden genutzten Quellen empfehlen keine Nahrungsergänzungsmittel zur Senkung der Triglyceride. Sie ersetzen keine verordnete Therapie; wer welche einnimmt oder einnehmen möchte, sollte das wegen möglicher Wechselwirkungen ärztlich besprechen.

In unserer Praxis in Bilbao unterstützt die Ernährungsberatung Erwachsene mit erhöhten Triglyceriden dabei, Getränke und Kohlenhydrate im Alltag umzustellen, in Abstimmung mit der ärztlichen Kontrolle (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wie lange dauert es, und wie wird der Verlauf kontrolliert?

Wie schnell die Werte sinken, nennen die Quellen nicht. Leipzig berichtet, dass sich die Blutfettwerte in vielen Fällen deutlich verbessern, wenn man auf Alkohol verzichtet, die Ernährung umstellt und sich mehr bewegt. Wann der Wert erneut gemessen wird, legt die Ärztin oder der Arzt fest; bei sehr hohen Werten oder Beschwerden wartet man nicht einfach ab.

Eine kleine Verlaufskarte hilft, Gespräche mit Praxis und Ernährungsberatung zu strukturieren:

  • Messung: Datum, Wert, ob nüchtern, und Besonderheiten (Infekt, Feier am Vortag, neue Medikamente)
  • Vereinbarte Änderung: zum Beispiel „Limonade durch Wasser ersetzen“ oder „Alkoholverzicht“, mit Startdatum
  • Umsetzung: was gut klappt, was schwerfällt, Verträglichkeit
  • Nächster Termin: wann die nächste Kontrolle ist und wer sie veranlasst

Die Karte ersetzt keinen Ernährungsplan, sondern macht sichtbar, welche einzelne Änderung Sie mit Ihrem Behandlungsteam vereinbart haben.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Alkohol: Das IQWiG empfiehlt, weniger Alkohol zu trinken. Das Universitätsklinikum Leipzig rät Menschen mit zu hohen Werten zum vollständigen Verzicht. Der Unterschied erklärt sich aus der Zielgruppe: Das Merkblatt richtet sich an Patientinnen und Patienten einer Lipid-Ambulanz mit nachgewiesener Hypertriglyceridämie.

Bewegung: Das IQWiG empfiehlt allgemein mehr Bewegung. Leipzig nennt eine konkrete Faustregel mit intensiver Anstrengung dreimal pro Woche. Diese Intensität ist nicht für alle geeignet.

Ursachen: Nur das IQWiG beschreibt ausführlich Krankheiten, Medikamente und Veranlagung als Ursachen. Das Merkblatt konzentriert sich auf die Lebensstiländerung.

Aktualität: Die IQWiG-Seite wurde am 20.03.2025 aktualisiert; das Leipziger Merkblatt trägt kein Datum.

Zusammenfassung

  • Ein Triglyceridwert unter 150 mg/dl gilt als Orientierung; ein einzelner Wert sagt wenig.
  • Ursachen sind Gewohnheiten, Krankheiten, Medikamente oder eine Veranlagung; die Ursache gehört ärztlich abgeklärt.
  • Alkohol und schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Limonade, Saft und Weißmehl erhöhen die Werte.
  • Wasser, ungesüßter Tee, Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchte sind gute Austauschpartner.
  • Mehr Bewegung und Gewichtsabnahme helfen; Medikamente kommen bei hohem Risiko infrage.
  • Starke Bauchschmerzen bei sehr hohen Werten sind ein Grund für sofortige Hilfe.

Häufige Fragen zum Senken der Triglyceride

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Welche 10 Lebensmittel senken die Triglyceride?

Eine feste Liste gibt es nicht. Empfohlen wird, schnell verdauliche Kohlenhydrate durch komplexe zu ersetzen: Wasser und ungesüßten Tee statt Limonade, Vollkorn statt Weißmehl, dazu viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Haferflocken und Naturjoghurt.

Was darf man bei zu hohen Triglyceriden nicht essen?

Ungünstig sind vor allem Alkohol, gesüßte Getränke, Säfte, Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, gezuckerte Frühstücksflocken und Fertiggerichte. Bei zu hohen Werten rät eine Lipid-Ambulanz, ganz auf Alkohol zu verzichten.

Wie lange dauert es, bis Triglyceride sinken?

Die Quellen nennen keine feste Dauer. Bei vielen verbessern sich die Werte deutlich, wenn sie auf Alkohol verzichten, die Ernährung umstellen und sich mehr bewegen. Den Zeitpunkt der Kontrolle legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Was verursacht zu hohe Triglyceride?

Häufig wenig Bewegung, einseitige Ernährung, viel Alkohol, Rauchen und starkes Übergewicht. Auch Diabetes, Gicht, Schilddrüsenunterfunktion, Leber- und Nierenerkrankungen, bestimmte Medikamente und eine erbliche Veranlagung kommen infrage.

Muss ich alle Kohlenhydrate meiden?

Nein. Es geht darum, schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Zucker, Saft und Weißmehl durch ballaststoffreiche wie Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchte zu ersetzen.

Wann brauchen Bauchschmerzen rasche Hilfe?

Extrem hohe Triglyceride können eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Plötzliche starke Bauchschmerzen sollten Sie deshalb sofort ärztlich abklären lassen, im Zweifel über den Notruf 112.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Triglyceride
  2. Universitätsklinikum Leipzig, Interdisziplinäre Lipid-Ambulanz: Merkblatt zur Ernährung für Patienten mit Hypertriglyzeridämie (PDF)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.