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Trigeminusneuralgie: Gesichtsschmerz und Behandlung

Ein Schmerz wie ein Stromschlag, der beim Kauen, Sprechen, Zähneputzen oder bei einem kühlen Luftzug in Kiefer, Wange oder Stirn einer Gesichtshälfte schießt: So beschreiben Betroffene eine Trigeminusneuralgie. Die Attacken dauern nur Sekunden, können aber über Wochen immer wiederkehren und sehr belasten. Weil der Schmerz oft in die Zähne zieht, führt der erste Weg häufig zur Zahnarztpraxis. Dieser Ratgeber erklärt nach dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums und der Deutschen Hirnstiftung, wie die Trigeminusneuralgie entsteht, wie sie festgestellt wird und welche Behandlungen es gibt.

Thema
Neurophysiologie
Aktualisiert
Lesezeit
8 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Trigeminusneuralgie?

Der Trigeminusnerv, auch Drillingsnerv genannt, leitet nach gesund.bund.de Berührung und Schmerz aus großen Teilen des Gesichts weiter: Stirn und Augen, Ober- und Unterkiefer sowie Lippe und Wange. Bei einer Trigeminusneuralgie ist dieser Nerv gereizt, und es kommt zu heftigen, einseitigen Gesichtsschmerzen. Im ICD-10 hat sie den Code G50.0.

Die Erkrankung ist selten: Pro Jahr erkranken nach gesund.bund.de zwischen 4 und 27 von 100.000 Menschen, Frauen etwas häufiger als Männer. Mit dem Alter steigt das Risiko nach der Deutschen Hirnstiftung. Weil die Ursache bei den meisten Menschen unbekannt bleibt, gibt es nach der Hirnstiftung keine vorbeugenden Maßnahmen.

Nicht jeder Gesichtsschmerz ist eine Trigeminusneuralgie. Die Deutsche Hirnstiftung nennt als wichtige Verwechslungen Migräne, Erkrankungen des Kiefergelenks, Cluster-Kopfschmerzen und Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose. Auch Zähne und Nasennebenhöhlen können Schmerzen im Gesicht verursachen.

Welche Symptome treten bei einer Trigeminusneuralgie auf?

Typisch sind plötzlich einsetzende, heftige, einschießende Schmerzen, vor allem in der mittleren und unteren Gesichtshälfte, besonders häufig im Kiefer- und Wangenbereich. Die Deutsche Hirnstiftung beschreibt, dass der Schmerz in Unterkiefer, Wange oder Augenpartie einer Gesichtshälfte zieht. Nach gesund.bund.de dauern die Attacken meist nur wenige Sekunden.

Zwischen Phasen mit häufigen Attacken liegen schmerzfreie Zeiten. Die Abstände können mit der Zeit kürzer werden, und es kann sich auch ein dumpfer Dauerschmerz einstellen. Begleitend sind nach den Quellen möglich:

  • Kopfschmerzen;
  • gerötete Bindehaut, Tränenfluss, verengte Pupille, geschwollenes oder hängendes Augenlid;
  • verstopfte oder laufende Nase;
  • unwillkürliche Zuckungen der Gesichtsmuskeln und Hautrötung.

Bei länger bestehender Trigeminusneuralgie kommt es nach der Deutschen Hirnstiftung infolge der massiven Schmerzen häufig zu depressiven Verstimmungen. Auch diese gehören behandelt.

Was ist der Auslöser einer Trigeminusneuralgie?

Die Schmerzattacken können spontan auftreten oder durch bestimmte Reize ausgelöst werden, sogenannte Trigger. Nach gesund.bund.de und der Deutschen Hirnstiftung gehören dazu:

  • leichte Berührung des Gesichts;
  • Kauen, Sprechen oder Zähneputzen;
  • Niesen oder Husten;
  • ein kühler Luftzug oder kalte Luft, vor allem im Herbst und Winter.

Ein Trigger ist nach gesund.bund.de nur der Anstoß für eine Attacke, nicht die Ursache der Erkrankung. Wann genau eine Attacke beginnt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Kombination aus körperlichem Schmerz, emotionaler Belastung und sozialer Einschränkung kann nach der Deutschen Hirnstiftung zu depressiven Verstimmungen führen.

Ursachen: Gefäß, andere Erkrankungen oder unbekannt

Fachleute unterscheiden nach gesund.bund.de drei Formen:

  • Klassische (primäre) Trigeminusneuralgie: Ein benachbartes Blutgefäß drückt auf den Nerv, reizt seine schützende Hülle und macht ihn leichter erregbar.
  • Sekundäre (symptomatische) Trigeminusneuralgie: Eine andere Erkrankung reizt den Nerv, etwa Multiple Sklerose, Tumoren, die Druck ausüben, Bindegewebserkrankungen oder angeborene Gefäßfehlbildungen.
  • Idiopathische Trigeminusneuralgie: Für die typischen Schmerzen lässt sich keine Ursache erkennen.

Wie häufig ein Gefäß die Ursache ist, schätzen die Quellen unterschiedlich ein (siehe Abschnitt 9). Einig sind sie darin, dass andere Erkrankungen seltenere Auslöser sind, aber ausgeschlossen werden sollten.

Warum der Verdacht oft auf die Zähne fällt

Menschen mit einer Trigeminusneuralgie gehen nach gesund.bund.de häufig zuerst in die Zahnarztpraxis, weil sich der Schmerz anfühlt, als käme er aus dem Mund. Tatsächlich ist der Ast des Nervs, der den Kiefer versorgt, am häufigsten betroffen.

Die Deutsche Hirnstiftung betont: Auch wenn der Schmerz in die Zähne zieht, sind oft nicht die Zähne schuld. Zähne zu ziehen bringt bei einer Trigeminusneuralgie keine Linderung, und auch Eingriffe an den Nasennebenhöhlen lassen die Schmerzen unverändert. Befunde aus Zahnmedizin, Augenheilkunde und HNO-Heilkunde helfen aber, andere Ursachen auszuschließen. Bevor bleibende Eingriffe an Zähnen gemacht werden, sollte deshalb die Frage nach einer Trigeminusneuralgie geklärt sein.

Welche Untersuchungen können nötig sein?

Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt nach gesund.bund.de durch ein ausführliches Gespräch und eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der auch das Empfindungsvermögen im Gesicht getestet wird. Meist reichen diese Informationen für die Diagnose. Die Deutsche Hirnstiftung ergänzt, dass eine neurologische Untersuchung und eine MRT des Kopfes andere Krankheiten als Ursache ausschließen.

Weil die Beschreibung der Schmerzen entscheidend ist, kann man sie vor dem Termin auf einem Blatt festhalten:

  • Wo? Einfache Skizze eines Gesichts, auf der Sie die schmerzende Stelle einzeichnen: Stirn und Auge, Wange und Oberkiefer oder Unterkiefer; immer dieselbe Seite?
  • Wie lange und wie oft? Dauer einer Attacke, Anzahl pro Tag, schmerzfreie Phasen, Dauerschmerz dazwischen.
  • Wodurch? Berührung, Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Kälte, Wind; oder ohne Anlass.
  • Was noch? Taubheit im Gesicht, Tränen, laufende Nase, Augenrötung; bisherige Behandlungen beim Zahnarzt, HNO-Arzt oder Augenarzt und deren Wirkung.

Was kann man gegen eine Trigeminusneuralgie machen?

Herkömmliche Schmerzmittel wirken bei einer Trigeminusneuralgie nach gesund.bund.de nicht, weil die Attacken zu kurz sind; selbst stärkste Schmerzmittel wie Opioide haben keine Wirkung. Bei anhaltenden Phasen mit wiederholten Attacken können aber Infusionen mit speziellen Wirkstoffen die akuten Beschwerden lindern. Heftige Schmerzphasen sollten deshalb ärztlich gesehen werden.

Zur Vorbeugung der Attacken empfiehlt sich eine Dauertherapie. Mittel der Wahl sind Medikamente, die sonst bei epileptischen Anfällen eingesetzt werden (Antiepileptika); nach der Deutschen Hirnstiftung kommen auch Mittel infrage, die bei Depressionen verwendet werden. Sie beruhigen den überempfindlichen Nerv und verringern die Zahl der Schmerzepisoden. Die Dosis wird langsam gesteigert, bis die Wirkung gut und die Nebenwirkungen möglichst gering sind; manchmal werden mehrere Wirkstoffe nacheinander ausprobiert. Die Einstellung und jede Änderung gehören in ärztliche Hände.

Bei schweren Schmerzen hilft nach der Deutschen Hirnstiftung zusätzlich eine Psychotherapie, oft als Teil einer multimodalen Schmerztherapie. Für eine erste neurologische Einschätzung in Bilbao können Sie sich an unsere Sprechstunde für Neurophysiologie wenden; dort besprechen wir die weitere Abklärung und Überweisung (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Operation, Neuroablation und Bestrahlung

Wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder wegen Nebenwirkungen nicht möglich sind, gibt es nach gesund.bund.de weitere Möglichkeiten. Operiert wird erst, wenn die anderen Behandlungen ausgeschöpft sind:

  • Mikrovaskuläre Dekompression: Der Kontakt zwischen Nerv und Blutgefäß wird unterbrochen, um den Druck vom Nerv zu nehmen. Sie gilt als wirksame Wahl, wenn ein solcher Kontakt besteht.
  • Neuroablation: Nervenfasern werden mit Wärme, Druck oder einer Alkohollösung gezielt zerstört.
  • Bestrahlung: Mit einer gezielten Strahlentherapie soll verhindert werden, dass der Nerv weiter Schmerzsignale weiterleitet.

Welche Möglichkeit infrage kommt, wird in spezialisierten neurologischen und neurochirurgischen Zentren entschieden.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Bei der Ursache gehen die Angaben auseinander. gesund.bund.de schreibt, dass bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen ein benachbartes Blutgefäß auf den Nerv drückt. Die Deutsche Hirnstiftung schreibt dagegen an mehreren Stellen, die Trigeminusneuralgie trete meistens ohne erkennbare Ursache auf und ein Gefäß sei eine mögliche Ursache; an anderer Stelle derselben Seite heißt es, meist drücke ein Blutgefäß auf den Nerv. Ein fester Prozentsatz lässt sich daraus nicht ableiten. Zudem bedeutet ein in der MRT sichtbarer Kontakt zwischen Gefäß und Nerv nicht automatisch, dass er die Schmerzen verursacht; das beurteilen Fachleute.

Auch bei Diagnose und Heilungsaussichten setzen die Quellen andere Akzente. Nach gesund.bund.de reichen meist Gespräch und Untersuchung für die Diagnose; die Deutsche Hirnstiftung nennt die MRT als festen Bestandteil, um andere Ursachen auszuschließen. gesund.bund.de schreibt, die Neuralgie lasse sich gut behandeln; die Hirnstiftung, sie lasse sich nur heilen, wenn eine andere heilbare Krankheit die Ursache ist. Beide Aussagen passen zusammen: Meist lässt sich die Erkrankung nach der Hirnstiftung mit Medikamenten gegen Nervenschmerzen erfolgreich behandeln, eine Heilung im engeren Sinn ist aber nicht immer möglich. Zur Dauer der Attacken nennt gesund.bund.de wenige Sekunden, die Hirnstiftung Bruchteile einer Sekunde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Trigeminusneuralgie verursacht blitzartige, heftige, einseitige Gesichtsschmerzen, vor allem in Kiefer und Wange.
  • Die Attacken dauern Sekunden, kommen aber in Phasen über Tage, Wochen oder Monate wieder.
  • Auslöser sind Berührung, Kauen, Sprechen, Zähneputzen oder kalte Luft.
  • Häufig drückt ein Blutgefäß auf den Nerv; seltener stecken andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose dahinter.
  • Die Zähne sind oft nicht schuld: Zahnziehen hilft nicht.
  • Gespräch, Untersuchung und meist eine MRT führen zur Diagnose.
  • Gewöhnliche Schmerzmittel wirken nicht; Antiepileptika beugen Attacken vor, bei Bedarf kommen Eingriffe infrage.

Häufige Fragen zur Trigeminusneuralgie

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist der Auslöser einer Trigeminusneuralgie?

Die einzelnen Attacken werden oft durch leichte Berührung des Gesichts, Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Niesen oder kalte Luft ausgelöst. Die Ursache der Erkrankung ist häufig ein Blutgefäß, das auf den Nerv drückt, seltener eine andere Erkrankung; manchmal bleibt sie unbekannt.

Wie lange dauert eine Entzündung des Trigeminusnervs?

Die Trigeminusneuralgie ist keine Entzündung, sondern eine Reizung des Nervs. Die einzelnen Attacken dauern Sekunden oder Bruchteile davon. Phasen mit Attacken können Tage, Wochen oder Monate anhalten und sich mit schmerzfreien Zeiten abwechseln; mit der Dauer der Erkrankung nehmen die Attacken oft zu.

Was kann man gegen eine Trigeminusneuralgie machen?

Gewöhnliche Schmerzmittel helfen nicht. Ärztlich verordnete Medikamente aus der Gruppe der Antiepileptika beugen den Attacken vor; bei anhaltenden Schmerzphasen gibt es Infusionen für die akute Linderung. Reichen Medikamente nicht, kommen eine Operation, eine Neuroablation oder eine Bestrahlung infrage.

Welche Symptome treten bei einer Trigeminusneuralgie auf?

Heftige, einschießende Schmerzen auf einer Gesichtsseite, vor allem in Kiefer und Wange, manchmal mit Tränenfluss, geröteten Augen, laufender Nase oder Muskelzuckungen. Zwischen den Attacken kann ein dumpfer Dauerschmerz bestehen.

Ist jeder Gesichtsschmerz eine Trigeminusneuralgie?

Nein. Auch Zähne, Nasennebenhöhlen, das Kiefergelenk, Migräne, Cluster-Kopfschmerzen oder Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose können Schmerzen im Gesicht verursachen. Typisch für die Trigeminusneuralgie sind sehr kurze, blitzartige Attacken, die sich durch Berührung oder Kauen auslösen lassen.

Welche Untersuchungen können nötig sein?

Grundlage sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung mit Prüfung des Gefühls im Gesicht. Eine MRT des Kopfes hilft, andere Ursachen auszuschließen. Befunde aus Zahnmedizin, HNO- und Augenheilkunde ergänzen die Abklärung.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Trigeminusneuralgie: Ursachen und Therapie
  2. Deutsche Hirnstiftung · Trigeminusneuralgie
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Schlaganfall: Symptome und Behandlung

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.