Was ist eine Herzinsuffizienz?
Bei einer Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche genannt, ist die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt. Organe wie Gehirn, Muskeln oder Nieren werden nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Es kann zu Luftnot, Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) und eingeschränkter Belastbarkeit kommen.
Nach dem DHZC leiden in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen an einer Herzinsuffizienz, und die Zahl wächst. Nach herzmedizin.de ist sie der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt; über 450.000 Menschen werden pro Jahr deswegen stationär behandelt. Personen über 40 Jahre haben ein erhöhtes Risiko, das mit dem Alter weiter steigt.
Kann eine Herzinsuffizienz bei erhaltener Auswurffraktion bestehen?
Ja. Das DHZC unterscheidet unabhängig von der Ursache zwei Formen: Bei der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) pumpt der Herzmuskel nicht mehr stark genug. Bei der Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) pumpt das Herz zwar normal, ist aber zu steif, um die Kammern ausreichend mit Blut zu füllen. Eine normale Auswurfleistung schließt eine Herzschwäche also nicht aus. Bauchfett und Diabetes erhöhen das Risiko für HFpEF deutlich.
Die Ejektionsfraktion gibt an, welcher Anteil des Blutes bei einem Herzschlag aus der Kammer ausgeworfen wird. Mehr als 55 Prozent gelten nach dem DHZC als normal, unter 35 Prozent als hochgradig eingeschränkt. herzmedizin.de unterscheidet zusätzlich nach Lage (Links-, Rechts- und globale Herzinsuffizienz) und nach Verlauf: Eine akute Herzinsuffizienz entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen und ist lebensbedrohlich, eine chronische entwickelt sich langsam und bleibt oft jahrelang unentdeckt.
Was sind Symptome von Herzinsuffizienz?
Eine Herzinsuffizienz beginnt oft schleichend. Erste Zeichen sind nach dem DHZC unspezifisch: Die Leistungsfähigkeit sinkt, man ist schneller erschöpft, bekommt Atemnot und braucht häufiger Pausen. herzmedizin.de nennt fünf Anzeichen:
- Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
- Wassereinlagerungen, etwa geschwollene Knöchel, Fußrücken und Schienbeine
- Müdigkeit
- Schwindel
- Abgeschlagenheit
Weitere mögliche Beschwerden sind niedriger Blutdruck, Herzrasen und eine gestörte Atmung im Schlaf. Im schweren Fall kann sich Wasser in der Lunge sammeln (kardiales Lungenödem) mit schwerster Luftnot. Bei extrem schlechter Luft besteht Erstickungsgefahr; dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig.
Welche Ursachen hat eine Herzschwäche?
Die häufigste Ursache ist nach dem DHZC die koronare Herzkrankheit, also die Verkalkung der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel versorgen. Nach herzmedizin.de ist oft ein überlebter Herzinfarkt der Ausgangspunkt. Weitere Ursachen sind:
- dauerhaft erhöhter Blutdruck
- Erkrankungen der Herzklappen
- dauerhafte Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) und Herzmuskelentzündungen
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion
- Strahlen- und Chemotherapien, deren Folgen manchmal erst Jahre später auftreten
Auch eine Schlafapnoe mit wiederholten Atemaussetzern im Schlaf kann nach herzmedizin.de zu einer Herzinsuffizienz beitragen. Eine Sonderform ist das Broken-Heart-Syndrom, das durch starken emotionalen oder körperlichen Stress ausgelöst wird und einem Herzinfarkt ähneln kann.
Wie wird eine Herzinsuffizienz festgestellt?
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt. Nach dem DHZC beruht sie auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Herzultraschall und Laborwerten:
- Laborwert NT-proBNP: ein Hormon, das bei steigendem Druck im Herzen freigesetzt wird; ein erhöhter Wert kann auf eine Herzinsuffizienz hindeuten
- Echokardiografie: Ultraschall von Herzmuskel, Herzklappen und großen Gefäßen
- Elektrokardiogramm (EKG): Messung der elektrischen Herzaktivität
- in Einzelfällen CT oder MRT des Herzens
- Herzkatheter, um Durchblutungsstörungen oder Störungen der Pumpkraft sichtbar zu machen
Nicht bei allen Betroffenen sind alle Untersuchungen nötig; welche sinnvoll sind, wird individuell entschieden.
Was bedeuten die NYHA-Klassen?
Die New York Heart Association (NYHA) hat die Herzinsuffizienz in vier Klassen eingeteilt. Sie beschreiben nach herzmedizin.de Grad und Fortschritt der Erkrankung und orientieren sich an der Stärke der Beschwerden und der körperlichen Belastbarkeit.
Die NYHA-Klasse hilft bei der Einordnung und Therapieplanung. Sie kann sich mit der Behandlung verbessern oder verschlechtern. Eine Aussage über die persönliche Lebenserwartung lässt sich aus ihr allein nicht ableiten; dafür spielen Ursache, Form, Begleiterkrankungen und Verlauf eine Rolle.
Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?
Die Behandlung ist nach beiden Quellen individuell und richtet sich nach Form, Ursache und Ausprägung. Wichtigster Ansatz ist nach herzmedizin.de die medikamentöse Therapie, die die Kardiologin oder der Kardiologe auf die Situation abstimmt. Ein gesundheitsfördernder Lebensstil gehört immer dazu. Bei schwerem Verlauf kommen Herzschrittmacher, katheterbasierte und chirurgische Verfahren, mechanische Kreislaufunterstützung oder eine Herztransplantation infrage.
Bei fortgeschrittener Herzschwäche kann nach dem DHZC eine telemedizinische Betreuung zu längerem Leben und weniger Krankenhausaufenthalten führen. Herzsport kann als ärztlich verordnete Rehabilitation die Leistungsfähigkeit deutlich steigern; dabei ist neben der Übungsleitung auch eine Ärztin oder ein Arzt anwesend.
Was darf man bei einer Herzinsuffizienz nicht machen?
Wichtig ist, Trinkmenge, Salz, Training und Medikamente nicht auf eigene Faust zu verändern. Die Flüssigkeitsmenge muss nach herzmedizin.de mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden, weil zu viel Trinken Wassereinlagerungen fördern kann. Sport ist grundsätzlich möglich, etwa Walken oder Radfahren, aber nach Rücksprache; bei akutem Infekt, Brustschmerzen, Luftnot oder Schwindel sollte man nach dem DHZC darauf verzichten. Rauchen sollte man ganz aufgeben.
Die tägliche Gewichtskontrolle ist besonders wichtig, weil eine schnelle Zunahme auf Wassereinlagerungen hinweisen kann. herzmedizin.de nennt als Warnzeichen mehr als 0,5 kg an einem Tag oder mehr als 2 kg in einer Woche. Ein persönlicher Kontrollplan, gemeinsam mit dem Behandlungsteam ausgefüllt, kann enthalten:
- das vereinbarte Zielgewicht und ab welcher Zunahme Sie sich melden
- Ihre üblichen Beschwerden und was als Verschlechterung gilt
- die individuell festgelegte Trinkmenge und Bewegungsregeln
- aktuelle Medikamente
- Kontakte bei Verschlechterung und den Notruf 112
Wo sich die Quellen unterscheiden
Bei der Einteilung setzen die Quellen unterschiedliche Schwerpunkte. Das DHZC stellt die aktuelle Unterscheidung nach der Auswurffraktion in den Vordergrund (reduziert oder erhalten). herzmedizin.de gliedert nach Links-, Rechts- und globaler Herzinsuffizienz, nach systolischer und diastolischer Form sowie nach akutem und chronischem Verlauf. Beide beschreiben aber eine Form, bei der das Herz zu steif ist, um sich ausreichend zu füllen.
Bei den Alltagsempfehlungen nennt herzmedizin.de feste Werte, etwa für Impfabstände und Gewichtszunahmen, die nicht in jedem Fall dem aktuellen Stand oder der persönlichen Situation entsprechen müssen. Das DHZC betont die individuelle Abstimmung. Welche Werte für Sie gelten, legt deshalb Ihr Behandlungsteam fest.
Zusammenfassung
- Bei Herzinsuffizienz pumpt das Herz nicht genug Blut durch den Körper.
- Es gibt Formen mit reduzierter und mit erhaltener Auswurffraktion.
- Typisch sind Atemnot, Wassereinlagerungen, Müdigkeit und geringe Belastbarkeit.
- Diagnose mit Untersuchung, Herzultraschall, EKG und Laborwerten.
- Früh erkannt, lässt sich der Verlauf oft bremsen.
- Trinkmenge, Training und Medikamente nur nach ärztlicher Absprache ändern.
Häufige Fragen zur Herzinsuffizienz
Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Was sind Symptome von Herzinsuffizienz?
Kurzatmigkeit, Wassereinlagerungen etwa an den Knöcheln, Müdigkeit, Schwindel und Abgeschlagenheit. Am Anfang kann sie ohne Beschwerden verlaufen.
Was darf man bei einer Herzinsuffizienz nicht machen?
Medikamente, Trinkmenge oder Training nicht eigenmächtig ändern, nicht rauchen und bei Infekt, Brustschmerzen, Luftnot oder Schwindel keinen Sport treiben.
Wie lange lebt ein Mensch mit Herzinsuffizienz?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt von Ursache, Form, Begleiterkrankungen und Behandlung ab. Früh erkannt und gezielt behandelt, lässt sich der Verlauf oft bremsen und die Lebensqualität lange erhalten.
Ist Herzinsuffizienz heilbar?
Das hängt von der Ursache ab. Beim stressbedingten Broken-Heart-Syndrom erholt sich das Herz oft vollständig. Bei chronischen Formen ist das Ziel meist, den Verlauf zu bremsen und Beschwerden zu lindern.
Kann Herzinsuffizienz bei erhaltener Auswurffraktion bestehen?
Ja. Bei dieser Form pumpt das Herz normal, ist aber zu steif, um sich ausreichend mit Blut zu füllen. Eine normale Ejektionsfraktion schließt eine Herzschwäche daher nicht aus.
Wie wird ein persönlicher Plan für den Alltag vereinbart?
Gemeinsam mit dem Behandlungsteam: Es legt Zielgewicht, Trinkmenge, Bewegung und Warnzeichen fest. Diese Werte trägt man in einen Plan ein und nimmt ihn zu jedem Termin mit.
Quellen
- Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome, Behandlung (Deutsches Herzzentrum der Charité)
- Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome, Therapie (herzmedizin.de)
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
