Zum Inhalt springen

Ödeme MediBilbao Salud

Wassereinlagerungen: harmlos oder Warnzeichen?

Schwere, geschwollene Beine nach einem langen Flug, ein aufgedunsenes Gesicht vor der Periode oder Ringe, die plötzlich zu eng sitzen: Wassereinlagerungen, medizinisch Ödeme, sind häufig. Oft verschwinden sie von selbst, manchmal sind sie aber ein Zeichen für eine Erkrankung von Herz, Nieren, Leber oder Venen. Dieser Ratgeber erklärt nach den Gesundheitsinformationen des IQWiG und dem Portal Internisten im Netz, wie Ödeme entstehen, woran man sie erkennt, wann eine Abklärung nötig ist und wie sie behandelt werden.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was bedeutet ein Ödem?

„Ödem“ bedeutet Schwellung. Ein Körperteil schwillt an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Meist sind Arme oder Beine betroffen; dann spricht das IQWiG von einem peripheren Ödem. Nach Internisten im Netz können Ödeme auf einzelne Körperteile begrenzt sein, etwa um die Knöchel, oder sich über den ganzen Körper verteilen. Eine ältere Bezeichnung ist Wassersucht.

Grundsätzlich fällt entweder zu viel Gewebeflüssigkeit an, oder ihr Abtransport ist erschwert, sodass sie sich staut. Ein Ödem kann eine harmlose, vorübergehende Wasseransammlung sein, ein Zeichen einer ernsthaften Erkrankung, ein chronischer Zustand wie ein Lymphödem oder die Nebenwirkung eines Medikaments. Deshalb ist es nach dem IQWiG wichtig, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

Wie merke ich, dass ich zu viel Wasser im Gewebe habe?

Häufige erste Anzeichen eines peripheren Ödems sind nach dem IQWiG:

  • Arm oder Bein fühlen sich schwer und aufgedunsen an und sehen geschwollen aus.
  • Drückt man auf die Haut, bleiben Dellen.
  • Kleidung und Schmuck sitzen zu eng.
  • Die Haut ist warm und gespannt.
  • Gelenke lassen sich schlechter bewegen.
  • Es entsteht ein Spannungsgefühl oder sogar Schmerz.

Eine Delle zeigt, dass Flüssigkeit im Gewebe ist, verrät aber nicht, warum. Wo die Schwellung sitzt, gibt Hinweise: Ödeme, die der Schwerkraft folgen, entstehen nach Internisten im Netz zuerst an Füßen und Beinen, bei bettlägerigen Menschen im Kreuzbeinbereich. Eine Schwellung nur an einem Bein spricht eher für ein örtliches Problem wie eine Thrombose oder Venenschwäche; Schwellungen um die Augen können bei Nierenerkrankungen auftreten.

Wann sind Wassereinlagerungen harmlos?

Leichte Schwellungen an Händen, Füßen oder im Gesicht verschwinden nach dem IQWiG von selbst wieder. Sie entstehen etwa:

  • nach langem Stehen oder Sitzen, zum Beispiel nach einem langen Flug oder bei Arbeit im Stehen; dann sammelt sich nach Internisten im Netz Flüssigkeit vor allem an den Schienbeinen,
  • vor oder während der Regelblutung, teils im Rahmen eines prämenstruellen Syndroms, mit Schwellung von Gesicht, Händen, Brüsten oder am ganzen Körper,
  • in der Schwangerschaft, in der generell mehr Wasser im Gewebe eingelagert wird.

Auch in der Schwangerschaft ist ein Ödem nach dem IQWiG normalerweise harmlos. Es kann aber ein Zeichen für Probleme sein, etwa zu hohen Blutdruck. Ödeme ab der 20. Schwangerschaftswoche können nach Internisten im Netz Symptome einer Präeklampsie sein, die mit Bluthochdruck und vermehrter Eiweißausscheidung im Urin einhergeht. Neue Schwellungen in der Schwangerschaft sollten deshalb ärztlich beurteilt werden.

Wie entstehen Ödeme im Körper?

Internisten im Netz beschreibt vier Grundmechanismen:

  • Erhöhter Druck in den Venen: Flüssigkeit wird ins Gewebe gepresst, etwa bei Herzschwäche oder Krampfadern; örtlich begrenzt bei Thrombose oder Venenschwäche.
  • Zu wenig Eiweiß im Blut: Eiweiße binden Flüssigkeit in den Gefäßen. Fehlen sie, etwa bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen, tritt Flüssigkeit ins Gewebe aus.
  • Gestörter Lymphabfluss: Ist der Abtransport der Lymphe behindert, entsteht ein Lymphödem.
  • Durchlässigere Gefäßwände: etwa bei bestimmten Nierenerkrankungen, Allergien oder Entzündungen.

Welche Erkrankungen stecken dahinter?

Nach IQWiG und Internisten im Netz können unter anderem diese Erkrankungen Ödeme verursachen:

  • Herzschwäche: Schwellungen an Fußrücken und Schienbeinen, Wasser im Bauchraum (Aszites) und, bei Schwäche der linken Herzkammer, Flüssigkeit in der Lunge. Ein Lungenödem zeigt sich durch Atemnot, schnelles flaches Atmen oder Husten und ist lebensbedrohlich.
  • Venenschwäche und Krampfadern: Schwellungen an Füßen, Unterschenkeln und Knöcheln; anfangs gehen sie zurück, bei chronischer Venenschwäche bleiben sie.
  • Thrombose: Ein Blutgerinnsel in einer Becken- oder Beinvene staut das Blut und verursacht ein Ödem am betroffenen Bein.
  • Nierenerkrankungen: etwa ein nephrotisches Syndrom, bei dem viel Eiweiß im Urin verloren geht; Ödeme an den Beinen und um die Augen.
  • Leberzirrhose: zu wenig Eiweiß und ein Blutstau in der Leber, oft mit Wasser im Bauch.
  • Schwere Lungenerkrankungen wie ein Emphysem.
  • Eiweißmangel durch Verlust über Niere oder Darm, fehlende Bildung oder schwere Mangelernährung.
  • Allergien: etwa gegen Wespenstiche, Kosmetika oder Medikamente.

Können Medikamente beteiligt sein?

Ja. Nach Internisten im Netz können verschiedene Arzneimittelgruppen Ödeme verursachen: bestimmte Blutdruckmittel (Kalziumantagonisten), Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika, Kortisonpräparate und Antidepressiva. Wer längere Zeit harntreibende Mittel (Diuretika) nimmt und sie plötzlich weglässt oder reduziert, kann vorübergehend mehr Wasser und Salz zurückhalten. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie den Verdacht ärztlich an.

Lymphödeme betreffen meist einen Körperteil, etwa einen Arm. In Industrieländern treten sie nach dem IQWiG am häufigsten nach Krebsbehandlungen auf, bei denen Lymphknoten entfernt oder zerstört wurden. Es gibt auch angeborene Formen; sekundäre Lymphödeme entstehen nach Internisten im Netz zum Beispiel durch Tumoren, Operationen, Infektionen oder nach einer Thrombose.

Wie bekomme ich Wassereinlagerungen aus dem Körper weg?

Ödeme können nach Internisten im Netz nur abheilen, wenn die zugrunde liegende Erkrankung behandelt wird, etwa eine Herz- oder Nierenschwäche, Thrombose, Venenschwäche oder Präeklampsie. Darüber hinaus gilt:

  • Schwere Ödeme werden ärztlich mit salzarmer Ernährung in Kombination mit harntreibenden Medikamenten behandelt; dabei werden Wasser- und Mineralstoffhaushalt kontrolliert.
  • Oft wird ärztlich empfohlen, weniger zu trinken. Wie viel jemand trinken sollte, ist bei Herz- oder Nierenerkrankungen individuell und wird ärztlich festgelegt.
  • Bei Ödemen der Beine helfen oft Kompressionsstrümpfe, Bewegung und Hochlagern der Beine, sofern eine Thrombose ausgeschlossen ist.
  • Lymphödeme werden mit einer Entstauungstherapie aus manueller Lymphdrainage, Bewegung und Kompression sowie sorgfältiger Hautpflege behandelt. Diuretika werden dabei vermieden.

Wie entwässert man am schnellsten? Eine sichere Abkürzung gibt es nicht. Entwässerungstabletten auf eigene Faust sind keine gute Idee, denn sie greifen in den Wasser- und Salzhaushalt ein und gehören in ärztliche Hand. Viel Trinken, Tees oder „Entgiftung“ nennen die Quellen nicht als Behandlung.

Wenn nach der ärztlichen Abklärung eine salzarme Ernährung Teil der Behandlung ist und Sie als Erwachsene oder Erwachsener in Bilbao Unterstützung bei der Umsetzung möchten, können Sie sich an unsere Ernährungsberatung wenden (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wie wird die Ursache abgeklärt?

Weil Ödeme so viele Ursachen haben, ist die ärztliche Abklärung nach dem IQWiG der wichtigste Schritt. Erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis; bei Bedarf übernehmen Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin.

Für das Gespräch hilft es, sich vorher Folgendes zu notieren:

  • wo die Schwellung sitzt, ob ein- oder beidseitig, und seit wann,
  • ob sie im Lauf des Tages zunimmt oder über Nacht zurückgeht,
  • ob Atemnot, Husten oder ein dicker Bauch dazukommen,
  • welche Medikamente Sie nehmen, auch neue oder kürzlich abgesetzte,
  • bekannte Erkrankungen von Herz, Nieren, Leber, Venen oder Lymphsystem und frühere Operationen oder Krebsbehandlungen.

Aus diesen Angaben und der Untersuchung ergibt sich, welche weiteren Tests sinnvoll sind.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Das IQWiG richtet sich an Laien und beginnt mit Anzeichen und harmlosen Formen; Behandlungsdetails nennt es kaum, betont aber, die Ursache genau abklären zu lassen. Internisten im Netz erklärt die Mechanismen ausführlicher, etwa den Unterschied zwischen Links- und Rechtsherzschwäche, und beschreibt die Behandlung durch Internistinnen und Internisten einschließlich Diuretika und Trinkmengen.

Bei der Schwangerschaft setzen sie unterschiedliche Akzente. Das IQWiG nennt Ödeme in der Schwangerschaft normalerweise harmlos und erwähnt hohen Blutdruck als mögliches Problem. Internisten im Netz hebt die Präeklampsie ab der 20. Woche hervor. Beide stimmen darin überein, dass ein einseitiges Beinödem nach einer Thrombose und ein Lymphödem nach einer Krebsbehandlung chronisch werden können. Der Text von Internisten im Netz wurde zuletzt 2019 aktualisiert, der des IQWiG 2022.

Zusammenfassung

  • Ödeme sind Schwellungen durch Flüssigkeit im Gewebe, meist an Beinen oder Armen.
  • Leichte Ödeme nach langem Stehen, Sitzen oder vor der Periode bilden sich meist von selbst zurück.
  • Herz-, Nieren-, Leber- und Venenerkrankungen, Thrombose, Allergien, Lymphabflussstörungen und Medikamente können dahinterstecken.
  • Behandelt wird vor allem die Ursache; Diuretika und Trinkmengen legt die Ärztin oder der Arzt fest.
  • Kompression, Bewegung und Hochlagern helfen oft bei Beinödemen, nachdem eine Thrombose ausgeschlossen ist.
  • Atemnot, eine allergische Schwellung, ein plötzlich einseitig geschwollenes Bein oder neue Ödeme in der Schwangerschaft brauchen rasche Hilfe.

Häufige Fragen zu Wassereinlagerungen

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist der Grund für Wassereinlagerungen im Körper?

Entweder entsteht zu viel Gewebeflüssigkeit, oder sie fließt schlecht ab. Harmlose Gründe sind langes Stehen oder Sitzen und die Zeit vor der Periode; ernste Ursachen sind Herz-, Nieren-, Leber- oder Venenerkrankungen, Thrombose, Allergien oder Medikamente.

Wie entwässert man am schnellsten?

Es gibt keine sichere Abkürzung. Entscheidend ist die Behandlung der Ursache. Harntreibende Medikamente setzt man nur nach ärztlicher Verordnung und Kontrolle ein.

Ist eine Delle beim Drücken beweisend?

Sie zeigt, dass sich Flüssigkeit im Gewebe angesammelt hat, aber nicht, warum. Die Ursache muss ärztlich geklärt werden.

Hilft mehr Trinken immer?

Nein. Bei schweren Ödemen raten Ärztinnen und Ärzte oft sogar, weniger zu trinken. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen wird die Trinkmenge individuell festgelegt.

Können Medikamente beteiligt sein?

Ja, etwa bestimmte Blutdruckmittel, Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, Kortisonpräparate oder Antidepressiva. Setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab.

Wann ist es dringend?

Bei Atemnot, schnellem Atmen oder Husten, bei rascher Schwellung mit Atemnot nach einem Insektenstich oder Medikament, bei einem plötzlich einseitig geschwollenen Bein und bei neuen Schwellungen in der Schwangerschaft.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Ursachen und Anzeichen eines Ödems
  2. Internisten im Netz: Was sind Ödeme?
  3. Internisten im Netz: Ursachen und Risikofaktoren von Ödemen
  4. Internisten im Netz: Behandlung eines Ödems

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.