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Golferarm: Symptome, Behandlung und Belastung

Beim Golferarm schmerzt die Innenseite des Ellenbogens, vor allem beim Beugen des Handgelenks und beim kräftigen Zugreifen. Ursache ist meist eine starke oder einseitige Belastung, und das nur selten beim Golfen. Die Beschwerden halten oft einige Monate an, verschwinden aber meist auch ohne größere Behandlung. Dieser Ratgeber erklärt nach gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wie der Golferarm entsteht, was nachweislich hilft und wie Sie die Belastung sinnvoll steuern.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist ein Golferarm?

Im Ellenbogen setzen die Sehnen der Muskeln an, die das Handgelenk strecken und beugen. Beim Golferarm, auch Golferellenbogen oder medizinisch Epicondylitis medialis genannt, schmerzt der Bereich an der Innenseite des Ellenbogens, wo die Beugemuskeln ansetzen. Fachleute gehen nach dem IQWiG davon aus, dass kleine Verletzungen und Verschleiß am Ansatz der Muskelsehnen die Schmerzen auslösen.

Der Golferarm ist seltener als der Tennisarm: Etwa 2 Prozent der Bevölkerung haben einen Tennisarm, weniger als 1 Prozent einen Golferarm. Die Beschwerden treten meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen.

Symptome: Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens

Typisch sind nach dem IQWiG:

  • Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, meist bei Bewegung oder Berührung,
  • Schmerzen beim Beugen des Handgelenks und beim kräftigen Zugreifen,
  • Ausstrahlen bis in den Ober- und Unterarm oder in die Hand,
  • manchmal eine eingeschränkte Beweglichkeit des Arms,
  • Schmerzen, die in Ruhe nachlassen, manchmal aber auch nachts auftreten und den Schlaf stören.

Im Alltag fallen oft Tätigkeiten wie das Aufschrauben einer Flasche, Schreiben oder das Heben einer Kaffeetasse schwer.

Golferarm oder Tennisarm?

Beide Beschwerdebilder sind gut zu unterscheiden: Beim Tennisarm schmerzt die Außenseite des Ellenbogens, beim Golferarm die Innenseite. Beim Tennisarm verstärkt meist das Strecken des Handgelenks die Schmerzen, beim Golferarm das Beugen.

Behandelt werden beide nach dem IQWiG grundsätzlich ähnlich. Mehr über die Beschwerden an der Außenseite lesen Sie im Ratgeber Tennisarm. Eine Schwellung an der Spitze des Ellenbogens spricht eher für eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen.

Ursachen: einseitige und ungewohnte Belastung

Der Golferarm tritt oft auf, wenn die Unterarmmuskulatur plötzlich ungewohnt stark belastet wird. Er kann sich aber auch durch regelmäßige einseitige Belastung über längere Zeit entwickeln. Mögliche Ursachen sind nach dem IQWiG:

  • Sportarten wie Golf, Wurfsportarten oder Krafttraining,
  • Handwerksarbeiten wie Malern, Schreinern oder Holzhacken,
  • das Spielen von Musikinstrumenten, zum Beispiel Klavier,
  • Arbeit am Computer oder an einer Supermarktkasse,
  • Kochen, etwa Gemüse schneiden oder schälen.

Ein Golferarm kann also tatsächlich vom Golfspielen kommen, bei den meisten Menschen haben die Beschwerden aber andere Gründe. Dass sie meist im mittleren Lebensalter auftreten, liegt wahrscheinlich daran, dass die Muskulatur dann anfälliger für Überlastungen ist.

Untersuchung: braucht man ein MRT?

Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst, bei welchen Tätigkeiten die Beschwerden auftreten und ob es Vorerkrankungen gibt. Dann wird der Arm untersucht und geprüft, welche Bewegungen die Schmerzen auslösen, etwa indem die Hand bei ausgestrecktem Arm gegen Widerstand nach unten gedrückt wird.

Meist reicht die körperliche Untersuchung aus. Röntgen, Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sind nach dem IQWiG nur sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine andere Erkrankung oder Verletzung besteht. Solche Tests gehören in die Praxis: Selbsttests zu Hause ersetzen keine Diagnose.

Was tun: Belastung anpassen

Nach dem ersten Auftreten der Beschwerden ist es sinnvoll, den Arm für einige Tage oder Wochen möglichst wenig zu belasten und vor allem die Tätigkeiten zu meiden, die die Schmerzen auslösen. Treten sie etwa bei bestimmten Kraftübungen auf, sollte man einige Wochen darauf verzichten.

Lassen sich auslösende Tätigkeiten wie Computerarbeit, Heben oder Schreiben nicht ganz vermeiden, sollte die Belastung zumindest so weit verringert werden, dass die Schmerzen nachlassen. Erst wenn die Schmerzen deutlich abgeklungen sind, kann der Arm langsam wieder stärker belastet werden. Einen festen Zeitplan für die Rückkehr zum Sport gibt es nicht.

Übungen und Physiotherapie

Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen können nach dem IQWiG den Heilungsprozess beschleunigen: Wer sie konsequent macht, wird in Studien schneller schmerzfrei, und die Beweglichkeit verbessert sich. Am besten untersucht ist das exzentrische Training, bei dem die Muskulatur zugleich gedehnt und gekräftigt wird; auch für den Golferarm gibt es solche Übungen.

Den Studien zufolge ist es am wirksamsten, die Übungen etwa dreimal täglich über etwa ein bis drei Monate zu machen. Beginnen kann man, sobald die Schmerzen es zulassen. Wichtig ist, vorsichtig anzufangen, denn eine zu starke Belastung kann die Beschwerden wieder verstärken. Auch eine manuelle Therapie durch Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten kann helfen.

Für eine funktionelle Untersuchung und einen individuellen Übungsplan können Sie sich an unsere Praxis für Physiotherapie in Bilbao wenden (die Beratung findet auf Spanisch statt). Bei unklarer Diagnose oder anhaltenden Beschwerden gehört zuerst die ärztliche Abklärung dazu.

Vorlage: Belastung und Reaktion notieren

Ob eine Tätigkeit oder Übung zu viel war, merkt man oft erst Stunden später. Ein einfaches Protokoll über ein bis zwei Wochen hilft Ihnen und Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Arzt, die Belastung gemeinsam anzupassen. Notieren Sie pro Eintrag:

  • Tätigkeit oder Übung: zum Beispiel Gartenarbeit, Tippen, Kraftübung.
  • Ungefähre Dauer: Minuten oder Wiederholungen.
  • Schmerz währenddessen: keiner, leicht, deutlich.
  • Schmerz danach und am nächsten Morgen: besser, gleich, schlechter.
  • Was Sie verändert haben: Pause, anderer Griff, weniger Gewicht.

Das Protokoll ist keine Diagnose und kein Trainingsplan, sondern eine Gesprächsgrundlage. Es zeigt, welche Belastungen der Ellenbogen gerade verträgt.

Was die Studien zeigen und wo sie lückenhaft sind

Zum Golferarm selbst gibt es nach dem IQWiG fast keine Studien. Die meisten Aussagen über Behandlungen stammen aus Untersuchungen zum Tennisarm und werden übertragen, weil beide ähnlich behandelt werden. Das sollte man bei allen Wirksamkeitsangaben im Hinterkopf behalten.

Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) lindern die Schmerzen wahrscheinlich etwas, beschleunigen die Heilung aber nicht und eignen sich nicht für die Dauereinnahme. Kortisonspritzen lindern vorübergehend, können die Heilung aber behindern: Wer anfangs Spritzen bekam, hatte nach einigen Monaten mehr Schmerzen. Für Bandagen, Stoßwellen, Laser, Elektrostimulation, Akupunktur, Massagen und Kälte fehlen Nachweise; Eigenblut- und Botulinumtoxin-Spritzen halten meist nicht, was sie versprechen. Operationen werden erst nach vielen Monaten angeboten, ihr Nutzen ist kaum untersucht. Uneinheitlich ist die Darstellung beim Dehnen: Das IQWiG empfiehlt Dehn- und Kräftigungsübungen, schreibt aber zugleich, dass die Wirkung einfacher Dehnübungen unklar ist.

Golferarm im Überblick

  • Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, vor allem beim Beugen des Handgelenks.
  • Ursache ist meist eine starke oder einseitige Belastung, oft nicht durch Golf.
  • Meist reicht eine körperliche Untersuchung; Bildgebung nur bei Verdacht auf andere Ursachen.
  • Anfangs Belastung reduzieren, dann vorsichtig mit Kräftigungsübungen beginnen.
  • Viele angebotene Behandlungen sind nicht belegt; Kortison kann die Heilung stören.
  • Geduld lohnt sich: Die meisten sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei.

Häufige Fragen zum Golferarm

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie bekomme ich einen Golferarm weg?

Zunächst die schmerzauslösenden Tätigkeiten meiden oder so weit verringern, dass die Schmerzen nachlassen. Sobald es die Schmerzen zulassen, helfen konsequente Kräftigungsübungen, besonders exzentrisches Training. Auch manuelle Therapie kann unterstützen.

Wie lange dauert die Heilung von Golferarm?

Manchmal nur wenige Wochen, oft einige Monate. Etwa 80 Prozent der Betroffenen von Tennis- und Golferarm sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei, bei den anderen dauert es länger.

Was passiert, wenn man Golferarm nicht behandelt?

Die Beschwerden verschwinden meist nach einigen Monaten auch ohne größere Behandlung. Sinnvoll ist trotzdem, schmerzauslösende Belastungen zu verringern, denn eine zu starke Belastung kann die Beschwerden wieder verstärken. Übungen können die Heilung beschleunigen.

Wie merkt man einen Golferarm?

An Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, die bei Bewegung, beim Beugen des Handgelenks oder beim Zugreifen auftreten und in den Arm ausstrahlen können. Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung.

Was unterscheidet Golferarm und Tennisarm?

Der Ort des Schmerzes: Beim Golferarm ist die Innenseite des Ellenbogens betroffen, beim Tennisarm die Außenseite. Beim Golferarm schmerzt eher das Beugen, beim Tennisarm das Strecken des Handgelenks. Behandelt werden beide ähnlich.

Brauche ich immer ein MRT?

Nein. Meist reicht die körperliche Untersuchung. Röntgen, Ultraschall oder MRT sind nach dem IQWiG nur sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine andere Erkrankung oder Verletzung besteht.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Tennisarm und Golferarm
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Wie werden Tennisarm und Golferarm behandelt?

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.