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Colitis ulcerosa: Symptome, Verlauf und Behandlung

Mehrmals täglich ein so starker Stuhldrang, dass man fürchtet, die Toilette nicht rechtzeitig zu erreichen, dazu Krämpfe und Blut im Stuhl: So erleben viele Menschen einen Schub der Colitis ulcerosa. Die chronische Darmentzündung begleitet Betroffene oft ein Leben lang, lässt sich aber wirksam behandeln. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), veröffentlicht auf gesundheitsinformation.de und gesund.bund.de, wie sich die Erkrankung zeigt, wie sie festgestellt und behandelt wird und was im Alltag hilft.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Colitis ulcerosa?

Bei einer Colitis ulcerosa ist nach dem IQWiG der Enddarm, manchmal auch der gesamte Dickdarm chronisch entzündet. In der entzündeten Schleimhaut bilden sich kleine, blutende Geschwüre. Bei manchen ist nur der Enddarm betroffen, bei anderen breitet sich die Entzündung auf den angrenzenden Dickdarm aus, bei schweren Formen auf den ganzen Dickdarm.

Fachleute schätzen, dass in Deutschland etwa 400.000 Menschen eine Colitis ulcerosa haben. Sie kann in jedem Alter auftreten, wird aber am häufigsten zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt. Männer und Frauen sind gleich oft betroffen. Dieser Ratgeber beschreibt die Erkrankung bei Erwachsenen.

Wie macht sich eine Colitis ulcerosa bemerkbar?

Während eines akuten Schubs kommt es nach dem IQWiG zu:

  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen, vor allem beim Stuhlgang
  • mehrmals täglich starkem, kaum unterdrückbarem Stuhldrang
  • Durchfall, der eher schleimig und blutig als flüssig ist
  • bei schweren Entzündungen Fieber und einem hohen Puls
  • Blässe, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, die auch nach dem Schub anhalten können

Bei etwa einem Drittel der Erkrankten treten Beschwerden außerhalb des Darms auf, etwa Gelenkschmerzen, schmerzhafte Knoten in der Haut, gerötete Augen, Sehstörungen, Husten oder Atemprobleme. Auch Ängste und eine gedrückte Stimmung können zwischen den Schüben bestehen bleiben.

Wie unterscheidet sich Colitis ulcerosa von Morbus Crohn?

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehören beide zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Sie können ähnliche Beschwerden verursachen und werden teils mit denselben Medikamenten behandelt. Der wichtigste Unterschied: Bei der Colitis ulcerosa ist nur der Dickdarm betroffen, bei Morbus Crohn können Entzündungen an allen Stellen des Magen-Darm-Trakts auftreten.

Auch ein Reizdarm kann Bauchschmerzen und Durchfall verursachen, führt aber nicht zu einer Entzündung mit Blut im Stuhl. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Reizdarm. Blutiger Durchfall gehört immer ärztlich abgeklärt.

Was ist der Auslöser für Colitis ulcerosa?

Die Ursachen sind nach dem IQWiG unklar; wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • eine erbliche Veranlagung, die die Darmschleimhaut durchlässiger für Bakterien macht
  • eine ungünstige Zusammensetzung der Darmflora, etwa durch eine Ernährung mit wenig Gemüse und vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln oder durch Antibiotika
  • Rauchen, das das Risiko für die Erkrankung und für einen schwereren Verlauf erhöht

Zwar wurde beobachtet, dass Rauchen akute Beschwerden unterdrücken kann. Als Behandlung taugt das nicht: Rauchen schadet der Gesundheit insgesamt, und das IQWiG empfiehlt ausdrücklich, darauf zu verzichten.

Schübe, Remission und Komplikationen

Die Erkrankung verläuft meist in Schüben, die sich mit weitgehend beschwerdefreien Zeiten abwechseln, der Remission. Bei etwa 5 von 100 Erkrankten halten die Beschwerden ununterbrochen an; bei ähnlich vielen kehrt die Entzündung nach dem ersten Schub nicht zurück. Ein Hinweis auf einen schweren Verlauf ist mindestens sechsmal täglich blutiger Stuhlgang.

Mögliche Folgen sind nach dem IQWiG Gewichtsverlust, Eisenmangel und Blutarmut, seltener ein Vitamin-D-, Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel. Bis zu 20 Prozent haben Gelenkentzündungen, bis zu 10 Prozent schmerzhafte Hautknoten an den Unterschenkeln oder Augenentzündungen. Bei schwerer Erkrankung kann es zu starken Darmblutungen kommen, selten zu einer gefährlichen Aufblähung des Dickdarms mit Darmdurchbruch und Blutvergiftung. Außerdem ist das Darmkrebsrisiko erhöht, abhängig von Ausmaß und Dauer der Entzündung und familiären Risiken.

Welche Untersuchungen braucht die Diagnose?

Die Diagnose stützt sich nach dem IQWiG auf mehrere Schritte:

  • ein ausführliches Gespräch über Schmerzen, Aussehen des Stuhls, Fieber, Gelenkbeschwerden, Ernährung, Rauchen, Medikamente, Auslandsreisen und Erkrankungen in der Familie
  • eine körperliche Untersuchung mit Abtasten des Bauchs und des Enddarms
  • Blutuntersuchungen, unter anderem auf Entzündungswerte und Eisenmangel
  • eine Stuhlprobe, um Krankheitserreger als Ursache auszuschließen
  • Ultraschall, bestimmte Röntgenuntersuchungen und eine Darmspiegelung mit Gewebeproben

Die Untersuchungen zeigen auch, wie weit sich die Entzündung ausgebreitet hat. Das ist wichtig für die Behandlung und für die Planung der Kontrollen. Zur Krebsfrüherkennung wird spätestens 6 bis 8 Jahre nach der Diagnose eine Darmspiegelung gemacht; wie oft danach, richtet sich nach dem persönlichen Risiko.

Wie wird Colitis ulcerosa behandelt?

Die Behandlung hat zwei Ziele: die akute Entzündung zu lindern und die Remission möglichst lange zu erhalten. Deshalb wird sie auch fortgesetzt, wenn die Beschwerden abgeklungen sind. Die wichtigsten Bausteine sind verschiedene Medikamente, etwa entzündungshemmende Zäpfchen bei einer Entzündung im Enddarm. Welche Mittel infrage kommen, hängt davon ab, wie schwer die Entzündung ist, welche Darmabschnitte betroffen sind und wie gut eine Therapie anschlägt und vertragen wird.

Ist die Entzündung sehr schwer oder helfen Medikamente nicht ausreichend, kommt eine Operation infrage. Das IQWiG bietet eine Entscheidungshilfe an, die Vor- und Nachteile der Möglichkeiten erklärt. Begleitend sind Rauchverzicht, eine an die Erkrankung angepasste Ernährung sowie für viele Sport, Entspannungstechniken und psychotherapeutische Unterstützung hilfreich. Pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungen ersetzen die ärztliche Behandlung nicht.

Ernährung und Alltag mit Colitis ulcerosa

Eine einheitliche Diät für alle Betroffenen nennen die Quellen nicht; die Ernährung sollte an die Erkrankung und an Mängel wie Eisenmangel angepasst werden. Für die Vorbeugung empfehlen Fachleute eine Ernährung mit viel Gemüse, wenigen tierischen Produkten und wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln. Mehr zu Eisen lesen Sie im Ratgeber Eisenmangel.

Viele Betroffene entwickeln Strategien für den Alltag: Atemübungen gegen Krämpfe, bewusstes Einteilen der Kräfte, Informationen über Toiletten vor Ausflügen oder ein offenes Gespräch am Arbeitsplatz. Ein Beschwerdeprotokoll hilft bei Arztterminen; notieren Sie getrennt davon die Warnzeichen, bei denen Sie sofort Hilfe holen:

  • Stuhlgänge pro Tag und pro Nacht, mit oder ohne Blut
  • Bauchschmerzen und Krämpfe von 0 bis 10
  • Fieber und Puls, Müdigkeit, Gewicht
  • aktuelle Medikamente, ob sie regelmäßig genommen wurden, und Nebenwirkungen
  • Beschwerden an Gelenken, Haut oder Augen

In unserer Praxis für Ernährungsberatung in Bilbao können Erwachsene Unterstützung erhalten, ihre Ernährung an die Erkrankung anzupassen; Diagnose und medikamentöse Behandlung gehören in die gastroenterologische Praxis (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wo sich die Quellen unterscheiden

Die Informationen von gesund.bund.de beruhen auf denen des IQWiG und sind daher keine unabhängige zweite Einschätzung; die Texte stimmen in Symptomen, Ursachen und Diagnostik weitgehend überein. Ausführlicher ist gesundheitsinformation.de bei den Komplikationen, beim Darmkrebsrisiko und bei den Abständen der Kontrolluntersuchungen, die dort nach Risikostufen unterschieden werden.

Unterschiedlich formuliert ist die Rolle der Ernährung: Beide nennen eine gemüsereiche, wenig verarbeitete Ernährung zur Vorbeugung und eine angepasste Ernährung als Begleitung der Therapie, ohne eine bestimmte Diät festzulegen. Auch zur Lebenserwartung nennen beide keine pauschale Zahl; das IQWiG beschreibt, dass weniger als 1 Prozent der Menschen mit schwerem Schub an Komplikationen sterben.

Zusammenfassung

  • Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Enddarms oder Dickdarms.
  • Typisch sind Schübe mit Krämpfen und schleimig-blutigem Durchfall.
  • Anders als bei Morbus Crohn ist nur der Dickdarm betroffen.
  • Die Diagnose umfasst Blut- und Stuhlproben sowie eine Darmspiegelung.
  • Medikamente lindern Schübe und erhalten die Remission; selten ist eine Operation nötig.
  • Hohes Fieber, starke Blutungen oder ein aufgeblähter Bauch sind ein Notfall.

Häufige Fragen zur Colitis ulcerosa

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie macht sich eine Colitis ulcerosa bemerkbar?

Durch Schübe mit Bauchschmerzen, Krämpfen, starkem Stuhldrang und schleimig-blutigem Durchfall. Bei schweren Entzündungen kommen Fieber und hoher Puls hinzu; viele sind müde und abgeschlagen.

Was ist der Auslöser für Colitis ulcerosa?

Die Ursachen sind nicht geklärt. Vermutlich wirken eine erbliche Veranlagung, eine ungünstige Darmflora und weitere Faktoren wie Rauchen zusammen.

Ist Colitis ulcerosa eine schlimme Krankheit?

Sie ist chronisch und kann den Alltag stark belasten; schwere Schübe können gefährliche Komplikationen haben. Mit wirksamer Behandlung haben viele Betroffene aber lange beschwerdefreie Phasen.

Wie lange leben Menschen mit Colitis ulcerosa?

Eine pauschale Zahl nennen die Quellen nicht. Wichtig sind eine konsequente Behandlung, das rechtzeitige Erkennen schwerer Schübe und die Darmspiegelungen zur Krebsfrüherkennung.

Welche Untersuchungen braucht die Diagnose?

Ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung, Blutwerte, eine Stuhlprobe zum Ausschluss von Erregern sowie Ultraschall und eine Darmspiegelung mit Gewebeproben.

Wie unterscheidet sich Colitis ulcerosa von Morbus Crohn?

Beide sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die Colitis ulcerosa betrifft nur den Dickdarm, Morbus Crohn kann den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Colitis ulcerosa (IQWiG)
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Colitis ulcerosa: Symptome, Verlauf, Behandlung

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.