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Analfissur: Symptome, Abklärung und Behandlung

Ein stechender Schmerz beim Stuhlgang, danach ein Brennen, das stundenlang anhalten kann, und etwas hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier: Das sind typische Zeichen einer Analfissur, eines Einrisses der Schleimhaut im Analkanal. Viele Betroffene scheuen den Arztbesuch, doch Blut aus dem Enddarm sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Dieser Ratgeber erklärt nach dem Gesundheitsportal des Bundes und dem AOK-Gesundheitsmagazin, wie eine Analfissur entsteht, wie sie sich von anderen Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang unterscheidet, was akute und chronische Fissuren sind, wie die Behandlung aufgebaut ist und wie Sie den Termin vorbereiten.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Analfissur?

Eine Analfissur ist nach gesund.bund.de ein Einriss an der Schleimhaut des Analkanals. Der Analkanal ist der letzte Abschnitt des Darms; oberhalb liegt der Dickdarm, unterhalb schließt sich der After an. Die AOK beschreibt die Fissur als länglichen Riss in der Schleimhaut des Analkanals.

Im unteren Bereich des Analkanals befinden sich nach der AOK Schmerzrezeptoren, und auch die Haut um den After ist sehr schmerzempfindlich. Deshalb kann schon ein kleiner Riss beim Stuhlgang starke Schmerzen verursachen.

Im ICD-10 unterscheidet man eine akute Analfissur (K60.0) und eine chronische Analfissur (K60.1), bei der die Haut am After seit längerer Zeit eingerissen ist. Umgangssprachlich wird die Analfissur auch Afterriss genannt.

Wie man eine Analfissur bemerkt

Bei einer Analfissur treten nach der AOK oft stechende Schmerzen beim Stuhlgang auf, gefolgt von einem brennenden Schmerz, der stundenlang anhalten kann. Meist kommt es auch zu Blutungen: Der Stuhl ist nicht komplett rötlich, sondern es sind eher kleine Mengen hellroten Bluts zu sehen, oder man bemerkt etwas Blut auf dem Toilettenpapier.

Gesund.bund.de nennt außerdem Schmerzen nach dem Stuhlgang, Nässen und Juckreiz am After. Auch beim Abtasten des Analkanals kann der Riss schmerzen.

Diese Zeichen sind typisch, aber nicht eindeutig. Auch vergrößerte Hämorrhoiden können bluten, und Blut im Stuhl kann andere, ernstere Ursachen haben. Ob es sich um eine Fissur handelt, klärt die Untersuchung.

Wie eine Analfissur entsteht

Typischerweise ist nach der AOK eine Verstopfung mit hartem Stuhl für die Fissur verantwortlich. Anhaltende oder regelmäßig wiederkehrende Verstopfungen mit dauerhaft hartem Stuhl, die immer wieder zu starkem Pressen zwingen, können zu Analfissuren oder Problemen mit den Hämorrhoiden führen. Nach gesund.bund.de kann die Haut am After auch durch eine Entzündung einreißen.

Andere mögliche Ursachen nennt die AOK:

  • anhaltender Durchfall
  • entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Schwangerschaft und Entbindung
  • in seltenen Fällen sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis oder Herpes

Gesund.bund.de beschreibt einen Kreislauf, der die Heilung erschweren kann: Wegen der Schmerzen versucht man meist, den Stuhlgang zu vermeiden. Das kann zu Verstopfung führen, und harter Stuhl reizt den Riss erneut.

Andere Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang

Schmerzen am After beim Stuhlgang haben nach der AOK meist eine von drei Ursachen: Verstopfung, Analfissur oder vergrößerte Hämorrhoiden. Daneben kommen weitere Erkrankungen infrage:

  • Vergrößerte Hämorrhoiden: oft mit Nässen, Jucken und Brennen; auch hier tritt beim Stuhlgang oft Blut aus.
  • Analvenenthrombose: ein Blutgerinnsel in einer Vene am After mit akuten Schmerzen, meist nicht nur beim Stuhlgang.
  • Analabszess: eine Eiteransammlung mit schmerzhafter Schwellung, eventuell Fieber und eitrig-blutigem Sekret; er muss immer behandelt werden.
  • Analfistel: ein Gang zwischen Analkanal und Haut, aus dem Flüssigkeit austritt.
  • Reizdarmsyndrom: Bauchschmerzen und Stuhlveränderungen, aber ohne Blut (siehe Reizdarm).
  • Selten Darm- oder Analkrebs: mit Stuhlveränderungen, Blut im Stuhl und manchmal Schmerzen.

Diese Liste dient der Orientierung, nicht der Selbstdiagnose. Gerade weil sich die Beschwerden überschneiden, ist eine Untersuchung wichtig.

Wann eine Untersuchung nötig ist

Blutungen aus dem Enddarm sollten nach dem AOK-Gesundheitsmagazin immer ärztlich untersucht werden, ebenso Juckreiz, Nässen und Schmerzen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Von dort erfolgt bei Bedarf eine Überweisung an eine Proktologin oder einen Proktologen, also an Fachleute für Erkrankungen des Enddarms.

Bei entfärbtem, blutig-rotem oder teerschwarzem Stuhl sowie bei starken Schmerzen sollte man nach der AOK immer umgehend eine ärztliche Praxis aufsuchen.

Auch wenn Analfissuren wie viele kleine Verletzungen von selbst heilen können, ist eine Untersuchung nach der AOK ratsam: Der Verdacht lässt sich dabei rasch bestätigen, und eine zugrunde liegende Erkrankung kann ausgeschlossen werden. Wer sich wegen der Körperregion scheut, kann das im Gespräch offen ansprechen.

Behandlung: Stuhl regulieren, Salben, selten Operation

Liegen keine weiteren Erkrankungen vor, beschränkt sich die Behandlung nach der AOK in der Regel auf:

  • Stuhlregulierung durch ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, damit der Stuhl weich bleibt
  • Salben, die ärztlich empfohlen oder verordnet werden
  • abführende Medikamente, wenn die Ernährung allein nicht reicht

Nur wenn Fissuren dadurch nicht abheilen oder beständig wiederkehren, kann nach der AOK eine Operation nötig werden. Welche Salbe, welches Abführmittel und in welcher Dosis, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest.

Ist eine entzündliche Darmerkrankung oder eine andere Erkrankung die Ursache, richtet sich die Behandlung zusätzlich nach dieser Grunderkrankung.

Ernährung und Stuhlgang im Alltag

Weil harter Stuhl und starkes Pressen die häufigsten Auslöser sind, steht die Stuhlregulierung im Mittelpunkt. Zu Verstopfung kann es nach der AOK zum Beispiel kommen, wenn zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird oder die Nahrung zu wenig Ballaststoffe enthält. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann Verstopfungen vorbeugen.

Praktisch heißt das: regelmäßig Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte essen und ausreichend trinken. Wie man den Ballaststoffanteil im Alltag erhöht, erklärt unser Ratgeber zu ballaststoffreichen Lebensmitteln.

Wichtig ist auch, den Kreislauf aus Schmerz und Zurückhalten des Stuhls zu durchbrechen: Wer den Stuhlgang aus Angst vor Schmerzen hinauszögert, riskiert nach gesund.bund.de eine Verstopfung, die den Riss erneut belastet. Gelingt die Stuhlregulierung nicht, ist das ein Grund, mit der Ärztin oder dem Arzt über weitere Maßnahmen zu sprechen.

Den Arzttermin vorbereiten

Ein kurzer Zettel macht das Gespräch leichter, gerade bei einem Thema, über das viele ungern sprechen:

  • Dauer: Seit wann bestehen die Beschwerden? Waren sie schon einmal da?
  • Bezug zum Stuhlgang: Schmerz während, nach oder auch unabhängig vom Stuhlgang? Wie lange hält er an?
  • Blut: hellrot auf dem Papier, auf dem Stuhl, mit dem Stuhl vermischt oder schwarz?
  • Stuhlgewohnheiten: Veränderungen, harter Stuhl, Durchfall, starkes Pressen
  • Bisherige Mittel: Salben, Abführmittel, Ernährungsänderungen und ihre Wirkung
  • Weitere Beschwerden: Fieber, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Schwellung am After

Diese Angaben helfen, eine Fissur von anderen Ursachen abzugrenzen, und zeigen, was bereits versucht wurde.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Wo genau reißt es? Das Glossar von gesund.bund.de und die AOK sprechen von einem Riss der Schleimhaut des Analkanals. Die ICD-Erläuterungen auf gesund.bund.de beschreiben laienverständlich einen Riss der Haut am After. Beide beschreiben einen Einriss im Bereich des Afters.

Ursachen: Die AOK nennt harten Stuhl bei Verstopfung als typische Ursache und zusätzlich Durchfall, entzündliche Darmerkrankungen, Schwangerschaft, Entbindung und selten sexuell übertragbare Infektionen. Die ICD-Erläuterungen nennen starkes Pressen und Entzündungen.

Akut oder chronisch: Die ICD-Codes unterscheiden akute und chronische Fissuren; die chronische ist eine seit längerer Zeit bestehende. Eine feste Grenze in Wochen nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Die AOK beschreibt stattdessen, dass eine Operation erst infrage kommt, wenn die Fissur trotz Behandlung nicht heilt oder immer wiederkehrt.

Zusammenfassung

  • Eine Analfissur ist ein Längsriss der Schleimhaut im Analkanal mit Schmerzen und oft hellrotem Blut beim Stuhlgang.
  • Häufigste Ursache ist harter Stuhl bei Verstopfung; Schmerz und Zurückhalten des Stuhls können einen Kreislauf bilden.
  • Blut aus dem Enddarm immer ärztlich abklären lassen; bei schwarzem oder blutig-rotem Stuhl und starken Schmerzen sofort.
  • Behandlung: Stuhlregulierung mit Ballaststoffen und Flüssigkeit, Salben, bei Bedarf Abführmittel.
  • Eine Operation kommt nur infrage, wenn die Fissur nicht heilt oder immer wiederkehrt.
  • Ein Notizzettel zu Dauer, Blut, Stuhlgewohnheiten und bisherigen Mitteln erleichtert den Termin.

Häufige Fragen zur Analfissur

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie bekomme ich eine Analfissur weg?

Liegt keine andere Erkrankung vor, besteht die Behandlung nach der AOK in der Regel aus Stuhlregulierung durch ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit sowie Salben oder abführenden Medikamenten. Welche Mittel passen, legt die Ärztin oder der Arzt fest. Eine Operation ist nur nötig, wenn die Fissur nicht heilt oder wiederkehrt.

Wie merke ich, dass ich eine Analfissur habe?

Typisch sind stechende Schmerzen beim Stuhlgang, danach ein Brennen, das stundenlang anhalten kann, und kleine Mengen hellroten Bluts auf dem Stuhl oder Toilettenpapier. Da auch andere Erkrankungen so beginnen können, sollte die Ursache ärztlich bestätigt werden.

Wie bekomme ich eine Analfissur?

Meist durch harten Stuhl bei Verstopfung und starkes Pressen. Weitere Ursachen sind nach der AOK anhaltender Durchfall, entzündliche Darmerkrankungen, Schwangerschaft und Entbindung sowie selten sexuell übertragbare Infektionen.

Kann eine Analfissur von alleine heilen?

Ja, wie viele kleine Verletzungen kann sie nach der AOK von selbst heilen. Eine Untersuchung ist trotzdem ratsam, weil sich der Verdacht so bestätigen und eine zugrunde liegende Erkrankung ausschließen lässt.

Ist Blut beim Stuhlgang immer eine Analfissur?

Nein. Auch vergrößerte Hämorrhoiden, entzündliche Darmerkrankungen und selten Darm- oder Analkrebs können Blut im Stuhl verursachen. Blutungen aus dem Enddarm sollten deshalb nach der AOK immer ärztlich untersucht werden.

Wann ist eine Untersuchung nötig?

Grundsätzlich bei jeder Blutung aus dem Enddarm sowie bei anhaltendem Juckreiz, Nässen oder Schmerzen. Sofort ärztliche Hilfe braucht es bei entfärbtem, blutig-rotem oder teerschwarzem Stuhl und bei starken Schmerzen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Glossar: Analfissur
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code K60.0: Akute Analfissur
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · ICD-10-Code K60.1: Chronische Analfissur
  4. AOK-Gesundheitsmagazin · Schmerzen beim Stuhlgang: das sind mögliche Ursachen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.