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Panikstörung: Symptome, Diagnose und Behandlung

Plötzlich rast das Herz, die Hände zittern, und die Angst ist überwältigend, ohne dass eine Gefahr zu erkennen ist. Eine einzelne Panikattacke ist noch keine Panikstörung. Von einer Panikstörung sprechen Fachleute erst, wenn nach einer Attacke die Sorge vor weiteren Attacken bleibt oder man sein Verhalten ändert, um sie zu vermeiden. Dieser Ratgeber erklärt nach den Informationen der Stiftung Gesundheitswissen, woran man eine Panikstörung erkennt, wie sie von körperlichen Ursachen abgegrenzt wird, wie sie mit der Agoraphobie zusammenhängt und welche Behandlungen helfen. Er richtet sich an Erwachsene.

Thema
Psychologie
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist der Unterschied zwischen Panikattacke und Panikstörung?

Eine Panikattacke ist ein schwerer Angstanfall. Typisch sind nach der Stiftung Gesundheitswissen heftige körperliche Reaktionen wie Herzrasen oder Zittern. Die Attacken beginnen völlig unverhofft, ohne erkennbare reale Gefahr und ohne anderen erkennbaren Auslöser, und hören nach spätestens zwei Stunden von selbst wieder auf. Mehr dazu im Ratgeber Panikattacke.

Ist jede Panikattacke eine Panikstörung? Nein. Von einer Panikstörung spricht man, wenn nach einer Panikattacke mindestens eines dieser Merkmale hinzukommt:

  • Erwartungsangst: Sie sorgen sich, weitere Attacken zu erleiden, oder fürchten deren Folgen. Typische Gedanken sind „Ich werde verrückt“ oder „Ich bekomme vor Angst einen Herzinfarkt“.
  • Verhaltensänderung: Sie ändern Ihr Verhalten, um weitere Attacken zu vermeiden, und gehen zum Beispiel nicht mehr in unbekannte Situationen.

Was ist der Unterschied zwischen Angststörungen und Panikstörungen?

„Angststörung“ ist der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen Angst krankhaft auftritt und den Alltag beeinträchtigt. Die Panikstörung ist eine dieser Formen. Andere sind etwa die Agoraphobie, spezifische Phobien wie die Angst vor Spinnen oder vor dem Fliegen und die generalisierte Angststörung.

Welche Form vorliegt, klärt ein Arzt, eine Ärztin oder eine Psychotherapeutin, ein Psychotherapeut im Gespräch. Erste Anlaufstelle kann die Hausarztpraxis sein; man kann sich aber auch direkt an eine Fachärztin oder einen Facharzt wenden.

Gehört Agoraphobie immer dazu?

Nein. Panikstörung und Agoraphobie sind zwei verschiedene Angsterkrankungen, die nach der Stiftung Gesundheitswissen aber häufig gemeinsam auftreten. Eine Agoraphobie liegt vor, wenn die Angst hauptsächlich in mindestens zwei dieser Situationen auftritt:

  • in öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa Bus oder Taxi
  • auf offenen Plätzen, etwa Park- oder Marktplätzen
  • in geschlossenen öffentlichen Räumen, etwa Geschäften oder Kino
  • in einer Menschenmenge
  • allein außerhalb der eigenen Wohnung

Typisch ist außerdem, dass Betroffene diese Situationen oder Orte meiden. Je nach Beruf, etwa mit vielen Meetings oder Reisen, kann eine Agoraphobie bis zur Arbeitsunfähigkeit führen; manche Menschen verlassen wegen schwerer Panikattacken kaum noch die Wohnung.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Herzrasen, Schwitzen und Schwindel kommen auch bei körperlichen Krankheiten vor. Bevor eine Panikstörung diagnostiziert wird, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden, zum Beispiel:

  • Lungenerkrankungen wie Asthma
  • Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen
  • neurologische Erkrankungen wie Epilepsie
  • Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa bestimmter Asthma- und COPD-Mittel

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte und eine gründliche körperliche Untersuchung. Je nach Befund ordnet die Ärztin oder der Arzt gezielt weitere Schritte an, etwa Blutuntersuchungen, ein EKG oder einen Lungenfunktionstest; CT, MRT oder EEG kommen bei Verdacht auf Erkrankungen der Nerven oder des Gehirns infrage. Welche Tests nötig sind, hängt vom Einzelfall ab.

Was Sie zum ersten Gespräch mitbringen können

Im Gespräch wird sehr genau gefragt, wie sich die Ängste äußern, in welchen Situationen sie auftreten und welche Beschwerden damit verbunden sind. Auch Lebensumstände und seelische Belastungen sind wichtig. Eine kurze Notiz kann helfen, nichts zu vergessen. Sie ist kein Selbsttest:

  • Attacken: Wann und wo traten sie auf, kamen sie unerwartet, wie lange dauerten sie, welche Beschwerden gab es?
  • Erwartungsangst: Wie oft denke ich an die nächste Attacke, was befürchte ich?
  • Veränderungen: Was mache ich nicht mehr oder nur noch in Begleitung? Was tue ich, um mich sicher zu fühlen?
  • Gesundheit: bekannte Erkrankungen und alle Medikamente, die ich einnehme
  • Ziele: Was möchte ich wieder können?

Was hilft bei Panikstörungen?

Es gibt wirksame Therapien, mit denen sich die Beschwerden in vielen Fällen lindern oder manchmal ganz in den Griff bekommen lassen. Behandelt wird vor allem mit Psychotherapie, mit Medikamenten oder einer Kombination. Eine Behandlung ist ratsam, wenn jemand sehr unter der Angst leidet oder Schwierigkeiten im Alltag hat. Ziele können sein:

  • Vermeidungsverhalten aufgeben oder mindern und sich nicht mehr zurückziehen
  • Alltagseinschränkungen abbauen und Tätigkeiten wieder aufnehmen
  • die Arbeitsfähigkeit wiedererlangen

Welche Behandlung passt, wird gemeinsam besprochen: wie schnell und wie lange sie wirkt, welche Nebenwirkungen auftreten können und wie gut sie verfügbar ist. Die persönlichen Wünsche zählen dabei.

Wie hilft Verhaltenstherapie?

Die kognitive Verhaltenstherapie soll Denkmuster erkennen und verändern, die die Angst unterstützen. Ein Beispiel der Stiftung Gesundheitswissen: Wer harmloses starkes Herzklopfen als „Zeichen einer Herzerkrankung“ bewertet, bekommt Angst. Ziel ist eine passendere Bewertung, etwa „Das Herzklopfen ist eine normale Reaktion auf Anstrengung“. Studien zeigen Verbesserungen in 10 bis 25 Therapiestunden; die Zahl der Sitzungen wird individuell geplant.

Zentral ist die Expositionstherapie: Nach guter Vorbereitung begeben sich Betroffene therapeutisch begleitet bewusst in angstauslösende Situationen. Bei einer Panikstörung werden auch die gefürchteten Körperreaktionen gezielt ausgelöst, etwa durch schnelles Treppensteigen, Drehen auf einem Stuhl oder Atmen durch einen Strohhalm. So lernt man, die Empfindungen den Übungen zuzuordnen und als ungefährlich einzuordnen. Diese Übungen gehören in therapeutische Begleitung.

Weitere Möglichkeiten sind die psychodynamische Therapie und Online-Programme. Letztere können nach der Leitlinie Wartezeiten überbrücken oder eine Behandlung ergänzen, ersetzen aber keine Psychotherapie.

Welche Medikamente kommen infrage?

Bei Panikstörung und Agoraphobie kommen vor allem bestimmte Antidepressiva infrage. Sie sollen die Häufigkeit der Attacken und die Schwere der Beschwerden mindern. Ihre Wirkung setzt oft erst nach einigen Wochen ein; deshalb eignen sie sich nach der ärztlichen Leitlinie nicht zur kurzfristigen Behandlung akuter Angst. Nach Besserung werden sie in der Regel noch eine Zeit lang weiter eingenommen, um Rückfällen vorzubeugen. Zu Beginn können sich die Beschwerden verschlimmern; Nebenwirkungen sollte man der Ärztin oder dem Arzt mitteilen.

Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine können bei akuter Angst helfen, aber abhängig machen und schwere Nebenwirkungen wie Benommenheit, Bewegungsstörungen oder Desorientiertheit verursachen. Die ärztlichen Leitlinien raten deshalb von ihrem Einsatz ab; sie kommen nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Gleicher Herausgeber: Beide Seiten stammen von der Stiftung Gesundheitswissen und tragen den Stand 04.02.2026; sie sind daher keine unabhängigen Quellen. Die eine behandelt die Diagnose, die andere die Behandlung.

Gewichtung: Die Diagnoseseite betont den Ausschluss körperlicher Ursachen und die Merkmale von Panikstörung und Agoraphobie. Die Behandlungsseite beschreibt ausführlich Verhaltenstherapie, Exposition, Online-Angebote und Medikamente.

Nicht berücksichtigt: Eingebettete Videos mit Expertenaussagen wurden hier nicht als Quelle verwendet. Andere Quellen, die Beruhigungsmittel als Standard empfehlen, widersprechen der hier zitierten Leitlinie und wurden nicht übernommen.

Zusammenfassung

  • Eine Panikstörung besteht aus wiederkehrenden Panikattacken ohne erkennbare Gefahr plus Erwartungsangst oder Vermeidung.
  • Eine einzelne Attacke ist noch keine Panikstörung.
  • Häufig kommt eine Agoraphobie hinzu, aber nicht immer.
  • Körperliche Ursachen werden vor der Diagnose gezielt ausgeschlossen.
  • Kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition ist zentral; bestimmte Antidepressiva können ergänzen.
  • Neue Beschwerden wie Brustschmerz oder Atemnot immer ärztlich abklären.

Nach einer ärztlichen Abklärung neuer Beschwerden bietet die Psychologie unserer Praxis in Bilbao Erwachsenen mit Panikstörung eine Diagnostik und Verhaltenstherapie an (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Häufige Fragen zur Panikstörung

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie äußert sich eine Panikstörung?

Durch unerwartete Panikattacken mit heftigen Körperreaktionen wie Herzrasen oder Zittern, die nach spätestens zwei Stunden abklingen, und danach durch die Sorge vor weiteren Attacken oder das Meiden von Situationen.

Was ist der Unterschied zwischen Panikattacke und Panikstörung?

Die Panikattacke ist der einzelne Angstanfall. Eine Panikstörung liegt vor, wenn danach Erwartungsangst oder eine Verhaltensänderung zur Vermeidung weiterer Attacken hinzukommt.

Was ist Erwartungsangst?

Die anhaltende Sorge, eine weitere Panikattacke zu bekommen oder ihre Folgen zu erleiden, etwa verrückt zu werden oder einen Herzinfarkt zu bekommen.

Was hilft bei Panikstörungen?

Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionsübungen, bei Bedarf ergänzt durch bestimmte Antidepressiva. Die Behandlung wird gemeinsam mit Fachleuten ausgewählt.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung, danach gezielt etwa Blutwerte, EKG oder Lungenfunktion, je nach Befund. Nicht jeder braucht alle Tests.

Wann brauchen neue Beschwerden sofort Hilfe?

Bei starken Brustschmerzen, akuter Atemnot oder anderen neuen, ungewohnten Beschwerden: ärztlich abklären lassen, im Notfall 112, auch wenn Sie schon Panikattacken kennen.

Quellen

  1. Stiftung Gesundheitswissen: Diagnose Angststörung – Agoraphobie und Panikstörung feststellen
  2. Stiftung Gesundheitswissen: Agoraphobie und Panikstörung behandeln

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.