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Rosazea: Symptome, Auslöser und Behandlung

Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht sind typische Anzeichen einer Rosazea, auch Rosacea oder „Kupferrose“ genannt. Die Hautentzündung verläuft meist in Schüben. Viele Betroffene wissen lange nicht, dass ihre gerötete Haut eine Erkrankung ist. Dieser Ratgeber erklärt nach den Gesundheitsportalen gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de (IQWiG), wie sich Rosazea zeigt, was Schübe auslösen kann und welche Behandlung infrage kommt.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronische Entzündung der Gesichtshaut. Sie ist nicht ansteckend. Betroffen sein können Wangen, Kinn, Stirn und Nase, seltener auch die Kopfhaut, die Haut im Nacken oder im Brustbereich.

Auch wenn sich bei einer Rosazea eitrige Pusteln bilden können, ist sie keine Form von Akne. Bei Akne produziert die Haut verstärkt Talg, bei Rosazea nicht. Die Erkrankung entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr und kommt bei Frauen und bei Menschen mit heller Haut häufiger vor.

Rosazea-Symptome: wie sich die Erkrankung zeigt

Je nach Beschwerden wird die Rosazea oft in vier Typen unterteilt:

  • Typ 1: Die Gesichtshaut ist gerötet, manchmal werden Äderchen sichtbar.
  • Typ 2: Zusätzlich zur Rötung bilden sich Hautknötchen (Papeln) und Pusteln.
  • Typ 3: Die Haut ist verdickt, manchmal entstehen entzündliche Knötchen, vor allem an der Nase.
  • Typ 4: Die Rosazea führt zu Entzündungen an den Augen und Augenlidern, manchmal auch ohne auffällige Hauterscheinungen.

Die Haut kann außerdem trockener werden, leicht anschwellen, sich etwas abschälen, brennen oder jucken. Sie ist empfindlicher und leichter reizbar als gesunde Haut. Es gibt viele Mischformen. Nach gesundheitsinformation.de gibt die Einteilung in vier Typen deshalb nur eine grobe Orientierung; für die Behandlung sind immer die individuellen Beschwerden und Hautveränderungen entscheidend.

Ursachen: was über die Entstehung bekannt ist

Warum sich eine Rosazea entwickelt, ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Rolle spielen vermutlich:

  • Entzündungs- und Immunreaktionen,
  • Veränderungen der Blutgefäße in der Haut,
  • eine gestörte Schutzfunktion der Haut,
  • eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Milben (Haarbalgmilben) oder Bakterien.

Durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten können Beschwerden auftreten, die einer Rosazea ähneln (Steroid-Rosazea). Bei angemessener Anwendung ist dieses Risiko nach beiden Quellen aber sehr gering.

Typische Auslöser von Rosazea-Schüben

Viele Menschen mit Rosazea beobachten mit der Zeit, dass bestimmte Auslöser neue Schübe verursachen. Allgemein gilt: Alles, was zu einer Rötung des Gesichts führen kann, kann auch die Rosazea verstärken. Typische Auslöser sind zum Beispiel:

  • Alkohol und heiße Getränke,
  • scharfe Gewürze und Speisen,
  • Sonnenlicht sowie extreme Hitze oder Kälte,
  • Stress,
  • Kosmetika oder hautreizende Seifen,
  • bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel.

Welche Auslöser eine Rolle spielen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Rosazea-Tagebuch kann helfen, ihnen auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, kann zumindest einige davon vermeiden. Nehmen Sie Medikamente, die Sie im Verdacht haben, nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Verlauf: Schübe, Knollennase und Augenbeteiligung

Rosazea-Beschwerden treten oft in Schüben auf: Zeiten mit stärkeren Hautveränderungen wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Entzündung nachlässt oder abklingt. Mit der Zeit kann sich die Haut verändern, und es können andere Symptome hinzukommen. Oft bleiben die Beschwerden aber über lange Zeit gleich. Die vier Typen sind also keine Stufen, die nacheinander durchlaufen werden müssen.

Vor allem bei Männern kann sich durch Hautveränderungen und -wucherungen auf Dauer eine „Knollennase“ (Rhinophym) entwickeln. Sind die Augen beteiligt, können sie gerötet sein, jucken, tränen und lichtempfindlicher werden. Verstopfen die Talgdrüsen an den Augenlidern, können die Augen austrocknen. Auch Entzündungen der Bindehaut und des Lidrands sind möglich; sie können schmerzhaft sein und sich anfühlen, als wäre ein Fremdkörper im Auge.

Wie wird Rosazea festgestellt?

Hautärztinnen und Hautärzte erkennen eine Rosazea an den typischen Hautveränderungen. Sind auch die Augen betroffen, ist eine zusätzliche augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Für den Termin kann es helfen, einige Beobachtungen gesammelt mitzubringen, weil Rosazea in Schüben verläuft:

  • Fotos der Haut aus Phasen mit stärkeren Beschwerden,
  • eine Liste der Reinigungs-, Pflege- und Kosmetikprodukte, die Sie verwenden,
  • Medikamente und Cremes, die Sie bereits angewendet haben, und wie die Haut darauf reagiert hat,
  • Ihre Notizen aus dem Rosazea-Tagebuch zu vermuteten Auslösern,
  • Beschwerden an den Augen wie Rötung, Brennen, Lichtempfindlichkeit oder Fremdkörpergefühl.

Was hilft? Hautpflege bei Rosazea

Bei leichten Beschwerden reicht oft eine gute Hautpflege. Fachleute empfehlen einen ausreichenden Sonnenschutz, seifenfreie Reinigungsprodukte mit niedrigem pH-Wert und das Vermeiden von Reizstoffen. Mögliche Reizstoffe in Pflegeprodukten sind zum Beispiel Alkohol, Kampfer, Menthol, Minze, Eukalyptus, Duftstoffe, Fruchtsäuren und Substanzen zum chemischen oder mechanischen Peeling.

Zum Waschen des Gesichts eignet sich lauwarmes bis kühles Wasser; danach die Haut sanft mit einem Handtuch abtupfen. Zu heißes oder zu kaltes Wasser kann Rötungen auslösen oder verstärken. Ist die Haut zu trocken, können feuchtigkeitsbindende Cremes und Lotionen helfen. Sie lindern auch Juckreiz und schützen vor Rissen, die sich entzünden können.

Rosazea-Therapie mit Medikamenten

Wie eine Rosazea behandelt wird, hängt vom Typ und von der Stärke der Erkrankung ab. Stärkere Hautveränderungen werden meist mit Medikamenten zum Auftragen behandelt, also mit Cremes, Gels oder Lotionen. Welcher Wirkstoff geeignet ist, richtet sich nach dem Erscheinungsbild: Gegen Rötungen gibt es ein eigenes Gel, gegen Knötchen und Pusteln Cremes oder Gels mit verschiedenen entzündungshemmenden Wirkstoffen, darunter auch ein Antibiotikum.

Reicht die äußerliche Behandlung nicht aus, kann ein entzündungshemmendes Antibiotikum als Tablette eingenommen werden. Eine stark veränderte Nase (Rhinophym) kann mit Medikamenten zum Einnehmen behandelt oder operiert werden; die Wahl hängt davon ab, ob die Nasenhaut nur entzündet ist oder ob sich Hautwucherungen gebildet haben. Welche Mittel infrage kommen, entscheidet die Hautarztpraxis.

Wo sich die Quellen unterscheiden

gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de stimmen in Ursachen, Auslösern und Behandlung weitgehend überein, gewichten aber einiges unterschiedlich:

  • Einteilung: Beide beschreiben vier Typen. gesundheitsinformation.de betont zusätzlich, dass diese Einteilung nur eine grobe Orientierung gibt und die individuellen Hautveränderungen über die Behandlung entscheiden.
  • Tabletten: gesund.bund.de nennt das Antibiotikum zum Einnehmen, wenn die Symptome stark sind oder äußerlich angewendete Mittel nicht wirken; gesundheitsinformation.de nennt es, wenn die äußerliche Behandlung von Knötchen und Pusteln nicht ausreicht.
  • Knollennase: gesund.bund.de nennt neben Medikamenten eine Operation als Möglichkeit; gesundheitsinformation.de macht die Wahl davon abhängig, ob die Haut nur entzündet ist oder bereits Wucherungen bestehen.
  • Augen: Eine augenärztliche Untersuchung ist nach gesund.bund.de „oft“, nach gesundheitsinformation.de „meist“ sinnvoll, wenn die Augen beteiligt sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rosazea ist eine häufige, chronische und nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut, die meist in Schüben verläuft.
  • Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt; Auslöser wie Sonne, Hitze, Kälte, Stress, Alkohol oder scharfe Speisen sind individuell verschieden.
  • Sanfte Hautpflege, Sonnenschutz und das Meiden von Reizstoffen beugen Schüben vor.
  • Bei stärkeren Hautveränderungen helfen meist Mittel zum Auftragen, manchmal Tabletten.
  • Augenschmerzen oder Sehprobleme gehören rasch in ärztliche Hände.

Häufige Fragen zur Rosazea

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist der Auslöser von Rosacea?

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt; vermutlich spielen Entzündungs- und Immunreaktionen, Veränderungen der Hautgefäße, eine gestörte Hautbarriere und eine Überempfindlichkeit gegenüber Haarbalgmilben oder Bakterien zusammen. Schübe können zum Beispiel durch Sonnenlicht, Hitze, Kälte oder Stress ausgelöst werden.

Wie kriegt man Rosazea weg?

Rosazea ist chronisch. Die Entzündung lässt sich aber lindern und Schüben lässt sich vorbeugen: mit guter Hautpflege, dem Meiden persönlicher Auslöser und, bei stärkeren Hautveränderungen, mit Medikamenten.

Was darf man bei Rosacea nicht essen?

Ein generelles Verbot gibt es nicht. Als typische Auslöser gelten scharfe Gewürze und Speisen, heiße Getränke und Alkohol. Ob sie bei Ihnen Schübe auslösen, kann ein Rosazea-Tagebuch zeigen.

Was empfehlen Hautärzte gegen Rosacea?

Je nach Typ und Stärke: Sonnenschutz, seifenfreie Reinigung mit niedrigem pH-Wert und keine Reizstoffe, bei stärkeren Veränderungen Mittel zum Auftragen und, wenn diese nicht ausreichen, ein Antibiotikum als Tablette.

Ist Rosazea ansteckend?

Nein. Rosazea ist eine nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut.

Wann sind Augenbeschwerden dringend?

Bei Augenschmerzen, Fremdkörpergefühl, Sehschwierigkeiten oder sichtbaren Veränderungen am Auge, denn dann kann eine Hornhautentzündung vorliegen. Sie ist selten, aber ein Notfall.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Rosazea: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Rosazea

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.