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Psoriasis-Arthritis: Symptome und Behandlung

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die sich häufig bei Menschen mit Schuppenflechte entwickelt, manchmal aber auch ohne sichtbare Hautveränderungen. Typisch sind schmerzende, steife und geschwollene Gelenke, oft auch Erschöpfung. Dieser Ratgeber erklärt nach gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), welche Beschwerden auftreten, wie die Diagnose gestellt wird, was Blutwerte aussagen und was nicht, welche Behandlungen es gibt und welche Rolle Bewegung und Physiotherapie spielen.

Thema
Physiotherapie
Aktualisiert
Lesezeit
7 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist eine Psoriasis-Arthritis?

Die Psoriasis-Arthritis ist nach gesund.bund.de eine chronische Gelenkentzündung, die sich bei Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) entwickeln kann. Sie entsteht durch eine Autoimmunreaktion: Das Immunsystem ist überaktiv, greift körpereigenes Gewebe an und setzt vermehrt Botenstoffe wie Zytokine frei, die Entzündungen auslösen. Bei der Psoriasis-Arthritis sind vor allem die Gelenke entzündet.

Die Erkrankung ist chronisch und bleibt ein Leben lang bestehen. Sie kann nach dem IQWiG sehr belastend sein, den Schlaf stören und Familie, Arbeit und Freizeit beeinflussen. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern und die Gelenke vor Schäden schützen.

Die Psoriasis-Arthritis ist etwas anderes als eine rheumatoide Arthritis, eine Arthrose oder eine Gicht, auch wenn sich die Beschwerden ähneln können. Die Abgrenzung gehört zur ärztlichen Diagnostik.

Wie äußert sich eine Psoriasis-Arthritis?

Zu den typischen Beschwerden gehören nach dem IQWiG vor allem:

  • schmerzende Gelenke
  • steife Gelenke, vor allem am Morgen; die Steifheit verschwindet durch Bewegung oft innerhalb einer halben Stunde
  • geschwollene Gelenke, die sich warm anfühlen und berührungsempfindlich sind
  • allgemeine Erschöpfung (Fatigue)
  • Rückenschmerzen, wenn die kleinen Zwischenwirbelgelenke entzündet sind

Oft betroffen sind Hände, Füße, Ellbogen, Knie, Nacken oder Wirbelsäule. Häufig entzünden sich mehr als fünf Gelenke, darunter die Endgelenke der Finger und Zehen, die sich bei fortschreitender Erkrankung verformen können. Manchmal entzünden sich auch Sehnen und Sehnenscheiden.

Die meisten Menschen mit Psoriasis-Arthritis bekommen nach dem IQWiG außerdem eine Nagelpsoriasis: Im Nagel können sich kleine Dellen bilden, er kann sich verdicken, verfärben und ablösen. Eine Nagelpsoriasis kann mit Nagelpilz verwechselt werden.

Wer ist betroffen?

Etwa 25 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte entwickeln nach gesund.bund.de und dem IQWiG irgendwann eine Psoriasis-Arthritis. Sie kann in jedem Alter auftreten, meist entsteht sie zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Die Gene spielen eine wichtige Rolle: Hat ein Elternteil, ein Bruder oder eine Schwester eine Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis, ist das eigene Risiko erhöht.

Bei etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen entsteht die Gelenkentzündung als Folge einer Schuppenflechte, oft viele Jahre danach. Die Gelenke können sich aber auch entzünden, bevor oder ohne dass Hautveränderungen sichtbar werden. Zwischen der Stärke der Schuppenflechte und der Stärke der Gelenkentzündung gibt es keinen eindeutigen Zusammenhang.

Verlauf und Schübe

Wie eine Psoriasis-Arthritis verläuft, lässt sich nach dem IQWiG kaum vorhersagen. Bei manchen entzünden sich nur einzelne Gelenke, bei anderen kommen im Laufe der Zeit weitere hinzu. Sind die Entzündungen ausgeprägt und schreitet die Erkrankung fort, können die Gelenke dauerhaft Schaden nehmen und sich verformen. Durch eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten lassen sich Gelenkschäden aber aufhalten oder hinauszögern.

Die oft unberechenbaren Beschwerden erschweren es vielen Menschen, den Alltag zu planen; auch das ständige Rechnen mit dem nächsten Schub kann emotional belasten. Nach dem IQWiG gibt es aber immer wieder bessere Phasen, und viele Betroffene lernen mit der Zeit, die Signale ihres Körpers zu deuten.

Zur Lebenserwartung nennen die ausgewerteten Quellen keine Zahlen. Sie betonen, dass die Behandlung Schäden an den Gelenken vorbeugen soll.

Diagnose: Untersuchung, Blutwerte und Bildgebung

Für die Diagnose und die Abgrenzung von anderen Gelenkentzündungen werden nach dem IQWiG mehrere Hinweise zusammengetragen:

  • Körperliche Untersuchung: Typisch kann sein, dass sich ein ganzer Finger entzündet (Daktylitis) oder Sehnen und Sehnenansätze an Händen oder Füßen, etwa an der Achillessehne (Enthesitis).
  • Familiengeschichte: Ist Psoriasis in der Familie verbreitet, deuten Gelenkbeschwerden auf eine mögliche Psoriasis-Arthritis hin.
  • Bluttests: Bei etwa 90 Prozent der Betroffenen sind keine Rheumafaktoren nachweisbar, wie sie typischerweise bei einer rheumatoiden Arthritis vorkommen. Fehlen sie, ist eine Psoriasis-Arthritis wahrscheinlicher.
  • Harnsäure: Ein hoher Harnsäurespiegel deutet eher auf eine Gicht hin.
  • Bildgebung: Röntgen und Ultraschall helfen, zwischen Psoriasis-Arthritis, rheumatoider Arthritis und Arthrose zu unterscheiden und Gelenkschäden einzuschätzen. Bei beginnender Erkrankung zeigen sie die Veränderungen aber oft noch nicht eindeutig.

Schätzungsweise 10 Prozent der Betroffenen haben keine sichtbaren Hautveränderungen, was die Abgrenzung erschwert. Einen einzelnen Blutwert, der die Psoriasis-Arthritis beweist oder ausschließt, nennen die Quellen nicht.

Behandlung mit Medikamenten

Eine Psoriasis-Arthritis ist nicht heilbar. Die Behandlung soll nach dem IQWiG Schmerzen und Schwellungen lindern, die Funktion der Gelenke erhalten und langfristigen Gelenkschäden vorbeugen. Medikamente spielen dabei eine wichtige Rolle.

Bei einer nur leicht ausgeprägten Entzündung von Knie-, Ellbogen- oder Handgelenken genügen manchmal entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, als Tablette oder als Gel oder Creme. Reicht das nicht aus oder spricht einiges für einen ungünstigen Verlauf, werden krankheitsmodifizierende Medikamente empfohlen, zu denen auch sogenannte Biologika gehören. Sie hemmen die Entzündung in den Gelenken und können Beschwerden lindern sowie Gelenkschäden vorbeugen oder hinauszögern.

Welches Medikament in welcher Dosis passt, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest, in der Regel in der Rheumatologie. Dieser Ratgeber gibt bewusst kein Behandlungsschema vor.

Physiotherapie, Bewegung und Alltag

Probleme mit Gelenken, Muskulatur oder Sehnen können nach dem IQWiG zusätzlich mit Physio- oder Ergotherapie und orthopädischen Hilfsmitteln wie Einlagen behandelt werden. Physiotherapie ergänzt die medikamentöse Behandlung, ersetzt sie aber nicht.

Selbst kann man einiges tun: sich ausreichend bewegen, nicht rauchen und bei starkem Übergewicht abnehmen. Nach dem IQWiG ist allerdings bislang kaum in Studien untersucht, wie wirksam diese Maßnahmen sind. Bestimmte Lebensmittel, die man meiden müsste, nennen die Quellen nicht.

Vielen Betroffenen hilft es, sich gut zu informieren, praktische Strategien zu entwickeln und realistische Erwartungen zu haben. In unserer Praxis für Physiotherapie in Bilbao unterstützen wir Erwachsene mit Psoriasis-Arthritis bei Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag, abgestimmt mit der rheumatologischen Behandlung (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Ein Schubprotokoll für den nächsten Termin

Weil die Beschwerden schwanken und Termine oft Wochen auseinanderliegen, hilft ein Protokoll, Schübe vollständig zu schildern. Es ersetzt keine ärztliche Beurteilung:

  • Gelenke: welche Gelenke geschwollen, warm oder schmerzhaft waren
  • Sehnen und Finger: Schwellung eines ganzen Fingers oder Zehs, Schmerzen an Sehnenansätzen wie der Ferse
  • Steifheit: wie lange die Morgensteifigkeit dauerte
  • Haut und Nägel: neue oder stärkere Hautstellen, Veränderungen an den Nägeln
  • Erschöpfung und Schlaf: Tage mit ausgeprägter Müdigkeit oder schlechtem Schlaf
  • Alltag: was nicht oder nur schwer möglich war, etwa Greifen, Treppen, Arbeit
  • Medikamente: was eingenommen wurde und ob Einnahmen ausgelassen wurden

Wo sich die Quellen unterscheiden

Was Blutwerte leisten: gesund.bund.de schreibt, mit dem Nachweis bestimmter Eiweiße im Blut lasse sich eine Psoriasis-Arthritis deutlich von einer rheumatoiden Arthritis abgrenzen. Das IQWiG formuliert vorsichtiger: Fehlen die Rheumafaktoren, ist eine Psoriasis-Arthritis wahrscheinlicher. Ein unauffälliger Blutbefund ist also ein Hinweis, kein Beweis.

Wirksamkeit der Selbsthilfe: Beide Quellen empfehlen Bewegung, Rauchverzicht und bei starkem Übergewicht Gewichtsabnahme. Nur das IQWiG ergänzt, dass die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bislang kaum in Studien untersucht ist.

Aktualität: Der IQWiG-Text stammt von 2021, eine Aktualisierung war für 2026 geplant; gesund.bund.de entstand 2022 in Zusammenarbeit mit dem IQWiG. Neuere Entwicklungen bei den Medikamenten sind in beiden Texten deshalb möglicherweise nicht abgebildet; aktuelle Empfehlungen gibt die behandelnde Rheumatologie.

Zusammenfassung

  • Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronische, autoimmune Gelenkentzündung, die meist nach einer Schuppenflechte auftritt.
  • Typisch sind schmerzende, steife und geschwollene Gelenke, oft Erschöpfung; auch Sehnen, Finger als Ganzes und Nägel können betroffen sein.
  • Fehlende Hautveränderungen oder unauffällige Blutwerte schließen die Erkrankung nicht aus.
  • Medikamente sind die Grundlage der Behandlung; krankheitsmodifizierende Mittel können Gelenkschäden aufhalten oder hinauszögern.
  • Physio- und Ergotherapie, Bewegung und Rauchverzicht ergänzen die Behandlung, ersetzen sie aber nicht.
  • Ein Schubprotokoll hilft, Beschwerden zwischen den Terminen festzuhalten.

Häufige Fragen zur Psoriasis-Arthritis

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Wie äußert sich eine Psoriasis-Arthritis?

Durch schmerzende, steife und geschwollene Gelenke, die sich warm anfühlen, oft mit Morgensteifigkeit und Erschöpfung. Häufig sind mehrere Gelenke betroffen, etwa an Händen, Füßen, Knien oder der Wirbelsäule. Auch Sehnen, ganze Finger und die Nägel können sich verändern.

Was darf man bei Psoriasis-Arthritis nicht essen?

Verbotene Lebensmittel nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Empfohlen werden ausreichend Bewegung, Rauchverzicht und bei starkem Übergewicht eine Gewichtsabnahme. Wie wirksam diese Maßnahmen sind, ist nach dem IQWiG bislang kaum untersucht.

Wie lange lebt man mit Psoriasis-Arthritis?

Die ausgewerteten Quellen nennen keine Zahlen zur Lebenserwartung. Sie beschreiben die Erkrankung als chronisch und lebenslang, mit kaum vorhersagbarem Verlauf. Ziel der Behandlung ist, Beschwerden zu lindern, die Gelenkfunktion zu erhalten und Gelenkschäden vorzubeugen.

Welche Blutwerte sind bei Psoriasis-Arthritis erhöht?

Einen typischen erhöhten Wert, der die Erkrankung beweist, nennen die Quellen nicht. Bei etwa 90 Prozent der Betroffenen fehlen die Rheumafaktoren, die bei rheumatoider Arthritis typisch sind. Ein hoher Harnsäurespiegel spricht eher für eine Gicht.

Welche Beschwerden sollte ich zwischen den Terminen notieren?

Betroffene Gelenke, Schwellungen ganzer Finger oder Zehen, Schmerzen an Sehnenansätzen, die Dauer der Morgensteifigkeit, Haut- und Nagelveränderungen, Erschöpfung, Einschränkungen im Alltag und die tatsächlich eingenommenen Medikamente.

Ersetzt Physiotherapie eine rheumatologische Behandlung?

Nein. Physio- und Ergotherapie können nach dem IQWiG bei Problemen mit Gelenken, Muskeln und Sehnen helfen und ergänzen die Behandlung. Die Entzündung selbst wird vor allem medikamentös behandelt, gesteuert durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Psoriasis-Arthritis: Symptome und Therapie
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Schuppenflechte mit Gelenkentzündung (Psoriasis Arthritis)

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.