Zum Inhalt springen

Neurologische Untersuchungen MediBilbao Salud

EEG (Elektroenzephalografie): Ablauf, Dauer und Ergebnis

Ein EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns über Elektroden auf der Kopfhaut. Viele Menschen bekommen die Untersuchung nach einem ersten Krampfanfall, bei Verdacht auf Epilepsie oder im Schlaflabor verordnet und fragen sich, was dabei passiert, wie lange es dauert und was das Ergebnis aussagt. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen von gesundheitsinformation.de, dem Portal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), von gesund.bund.de und der Deutschen Hirnstiftung, wie ein EEG abläuft und wo seine Grenzen liegen.

Thema
Neurophysiologie
Aktualisiert
Lesezeit
6 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist ein EEG?

Viele Organe erzeugen elektrische Signale. Ein bekanntes Beispiel ist das EKG, das die Ströme im Herzen sichtbar macht. Auch die Nervenzellen des Gehirns erzeugen nach gesundheitsinformation.de charakteristische Ströme, die sich mit Elektroden von der Körperoberfläche „ableiten“ lassen. Diese Untersuchung heißt Elektroenzephalografie (EEG), die aufgezeichnete Kurve Elektroenzephalogramm.

gesund.bund.de beschreibt es einfach: Bei vielen Vorgängen im Gehirn fließen geringe elektrische Ströme in den Nervenzellen. Einige davon können an der Kopfhaut gemessen werden. Dafür werden mehrere Metallplättchen auf die Kopfhaut gesetzt, sodass verschiedene Bereiche des Gehirns untersucht werden. Die Hirnströme erscheinen dann als Linien oder Wellen auf einem Bildschirm oder auf Papier.

Wann wird ein EEG gemacht?

Ein Elektroenzephalogramm wird nach gesundheitsinformation.de zum Beispiel aufgezeichnet:

  • bei Verdacht auf eine Nervenerkrankung wie Epilepsie
  • bei Hirnschädigungen
  • auf Intensivstationen, um Auskunft über die Hirnfunktion zu geben
  • im Schlaflabor
  • zur Feststellung des Hirntods

Bei Epilepsie ist das EEG eine Standarduntersuchung: Nach gesund.bund.de werden meist die Hirnströme gemessen, weil bestimmte Muster auf ein erhöhtes Anfallsrisiko hindeuten. Auch die Deutsche Hirnstiftung nennt die Ableitung der Hirnströme neben dem Gespräch mit Betroffenen und Anfallszeugen, der MRT und Laboruntersuchungen als Teil der Diagnostik.

Vorbereitung: Was vor dem EEG wichtig ist

Eine Rasur ist nach gesundheitsinformation.de nicht nötig. Die Haare sollten aber gewaschen sein und keine Rückstände von Produkten wie Festiger, Gel oder Haarspray haben, weil die Elektroden mit Kontaktgel bestrichen werden.

Viele Medikamente, die auf das Gehirn wirken, verändern das EEG-Bild. Setzen Sie verordnete Medikamente trotzdem nicht eigenmächtig ab, sondern klären Sie vorher mit der Praxis, die das EEG veranlasst hat, ob Sie etwas beachten müssen. Gerade bei anfallshemmenden Medikamenten kann das Absetzen gefährlich sein.

Hilfreich ist eine kurze Liste für das Gespräch:

  • aktuelle Medikamente mit Dosis
  • Datum und Ablauf auffälliger Ereignisse, etwa eines Anfalls
  • ob eine Begleitperson den Anfall beobachtet hat und mitkommen kann

Wie läuft die Untersuchung ab?

Normalerweise werden für ein EEG 21 Elektroden verwendet. Damit das Anbringen leichter geht, sind sie nach gesundheitsinformation.de meist samt Kabeln in einer Haube befestigt, die auf den Kopf gesetzt wird. Bei diesem Routine-EEG werden die Elektroden nach einem festen Schema verteilt, das in der Abrechnung als 10-20-System bezeichnet wird.

Gemessen wird in entspannter, möglichst ruhiger Haltung im Liegen oder Sitzen. Eine medizinische Fachkraft gibt Anweisungen:

  • die Augen zu öffnen oder zu schließen
  • heftig ein- und auszuatmen
  • auf flackerndes Licht zu schauen, das die Hirnaktivität anregen soll

Wie lange dauert ein EEG?

Die Untersuchung dauert nach gesundheitsinformation.de etwa 20 bis 30 Minuten. Diese Angabe bezieht sich auf das übliche Routine-EEG in Ruhe. Dazu kommt Zeit für das Aufsetzen der Haube und das Auftragen des Kontaktgels sowie danach für das Entfernen.

Im Schlaflabor oder auf der Intensivstation, wo das EEG ebenfalls eingesetzt wird, kann die Aufzeichnung länger laufen. Wie lange Ihre Untersuchung geplant ist, erfahren Sie bei der Terminvergabe. Nach dem Routine-EEG kann das Gel aus den Haaren ausgewaschen werden.

Was zeigen die Wellen im EEG?

Anders als die Herzkurve beim EKG zeigt das Elektroenzephalogramm keine Zacken, sondern mehrere Wellen. Ihr Verlauf hängt vor allem davon ab, wie aktiv das Gehirn gerade ist. gesundheitsinformation.de unterscheidet:

  • Alpha-Wellen (8 bis 13 Hz): Ruhe mit geschlossenen Augen bei wachem Zustand, der sogenannte Grundrhythmus
  • Beta-Wellen (14 bis 30 Hz): geöffnete Augen, Sinnesreize und geistige Aktivität
  • Gamma-Wellen (über 30 Hz): erhöhte Aufmerksamkeit und Lernprozesse
  • Theta-Wellen (4 bis 7 Hz): Einschlafen oder sehr starke Müdigkeit
  • Delta-Wellen (0,5 bis 3,5 Hz): Tiefschlaf

Jede Welle gibt Auskunft über die Aktivität der Nervenzellen in einer bestimmten Hirnregion.

Was bedeutet ein auffälliges EEG?

Jeder Mensch hat ein für ihn typisches normales EEG-Bild; „normale“ EEGs können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aussehen. Bei Kindern ist die Spannbreite noch größer, und die Wellen verlaufen langsamer und unregelmäßiger als bei Erwachsenen.

Bei der Auswertung wird nach gesundheitsinformation.de darauf geachtet, wie häufig die Wellen auftreten (Frequenz) und wie hoch sie sind (Amplitude). Abweichungen können auf eine Erkrankung oder Störung hinweisen. Epileptische Krampfanfälle fallen zum Beispiel durch besonders hohe und steile Wellen auf, sogenannte Spikewellen.

Wichtig: Ein EEG allein reicht nach gesund.bund.de nicht aus, um eine Epilepsie festzustellen. Für die Diagnose ist vor allem die Vorgeschichte entscheidend, also wann, in welcher Situation und wie ein Anfall verlaufen ist.

EEG, MRT und Schlaganfall: was welche Untersuchung kann

EEG und MRT beantworten unterschiedliche Fragen. Das EEG misst die elektrische Aktivität, die MRT zeigt den Aufbau des Gehirns. Bei Epilepsie kommt nach gesund.bund.de in der Regel eine MRT hinzu, weil sie hilft herauszufinden, ob es im Gehirn Veränderungen gibt, die die Anfälle auslösen könnten.

Früher spielte das EEG auch bei der Diagnose von Schlaganfällen oder Hirntumoren eine wichtige Rolle. Heute werden dazu nach gesundheitsinformation.de eher bildgebende Untersuchungen wie CT oder MRT eingesetzt. Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall zählt jede Minute: Dann gilt der Notruf 112, nicht die Suche nach einem EEG-Termin.

In unserer Praxis in Bilbao bieten wir Erwachsenen eine allgemeine Erstberatung zu neurophysiologischen Fragen an (die Beratung findet auf Spanisch statt); mehr über den Bereich Neurophysiologie finden Sie auf der Leistungsseite. Ob und welche Untersuchung sinnvoll ist, wird im Einzelfall ärztlich entschieden.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Detailtiefe: gesundheitsinformation.de beschreibt Ablauf, Dauer und Wellentypen ausführlich. gesund.bund.de erklärt das Routine-EEG nur kurz und spricht von „Metallplättchen“, die auf die Kopfhaut gesetzt werden, statt von einer Elektrodenhaube.

Diagnostik bei Epilepsie: gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de nennen Gespräch, körperliche und neurologische Untersuchung, Blutprobe, EEG und meist MRT. Die Deutsche Hirnstiftung betont zusätzlich die Befragung von Anfallszeugen und empfiehlt bei Unsicherheiten eine Untersuchung in einem Epilepsie-Zentrum.

Kosten und Medikamente: Keine der Quellen nennt Kosten oder gibt konkrete Regeln zum Pausieren von Medikamenten vor einem EEG. Diese Fragen klärt die Praxis, die die Untersuchung veranlasst.

Zusammenfassung

  • Ein EEG misst die Hirnströme über Elektroden auf der Kopfhaut.
  • Das Routine-EEG dauert etwa 20 bis 30 Minuten; eine Rasur ist nicht nötig.
  • Augen öffnen und schließen, kräftiges Atmen und Lichtreize gehören zum Ablauf.
  • Hohe, steile Spikewellen können auf epileptische Anfälle hinweisen.
  • Ein EEG allein reicht nicht für die Diagnose einer Epilepsie.
  • Bei Schlaganfallverdacht gilt sofort der Notruf 112.

Häufige Fragen zum EEG

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was ist besser, MRT oder EEG?

Keine der beiden ist „besser“: Das EEG misst die elektrische Hirnaktivität, die MRT zeigt Veränderungen im Aufbau des Gehirns. Bei Verdacht auf Epilepsie werden meist beide Untersuchungen genutzt.

Wie lange dauert ein EEG?

Ein Routine-EEG dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dazu kommt Zeit für das Anlegen und Abnehmen der Elektrodenhaube. Messungen im Schlaflabor oder auf der Intensivstation können länger dauern.

Kann man mit einem EEG einen Schlaganfall erkennen?

Früher spielte das EEG dabei eine größere Rolle. Heute werden für die Diagnose eines Schlaganfalls eher CT oder MRT eingesetzt. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Notruf 112 wählen.

Was kostet ein EEG?

Die hier genutzten Quellen nennen keine Kosten. Wird das EEG ärztlich veranlasst, klären Sie Kostenübernahme und Abrechnung vorab mit der Praxis und Ihrer Krankenversicherung.

Tut ein EEG weh?

Die Quellen beschreiben das EEG als reine Messung: Elektroden mit Kontaktgel werden über eine Haube auf die Kopfhaut gesetzt, eine Rasur ist nicht nötig. Schmerzen werden in den Beschreibungen des Ablaufs nicht erwähnt.

Muss ich Medikamente vor einem EEG absetzen?

Nicht eigenmächtig. Viele Medikamente, die auf das Gehirn wirken, verändern zwar das EEG-Bild, doch ob etwas pausiert wird, entscheidet die Praxis, die das EEG veranlasst. Anfallshemmende Medikamente nie selbst absetzen.

Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Was passiert bei einer Elektroenzephalografie (EEG)?
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · OPS-Code 1-207.0: Routine-EEG (10-20-System)
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Epilepsie: Ursachen, Diagnose und Behandlung
  4. Deutsche Hirnstiftung · Epilepsie

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.