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Diabetes Typ 2: Symptome und Behandlung

Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft über Jahre, ohne dass man etwas merkt, und wird dann bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Dieser Ratgeber erklärt nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums (gesund.bund.de) und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), was bei Typ-2-Diabetes im Körper passiert, woran man ihn erkennt, wie er festgestellt wird, warum Diagnose, Normbereich und persönlicher Zielwert nicht dasselbe sind und welche Rolle Ernährung, Bewegung und Medikamente spielen.

Thema
Ernährung
Aktualisiert
Lesezeit
8 Minuten
Geprüft von
Dr. Itziar Gotxi Erezuma · Fachärztin für HNO · Ärztekammer Bizkaia Nr. 484809757

Was ist Diabetes Typ 2?

Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, bei der sich Zucker im Blut ansammelt. Die Organe brauchen Zucker (Glukose), um Energie zu gewinnen. Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, sorgt dafür, dass Zellen etwa in Leber und Muskeln den Zucker aus dem Blut aufnehmen können.

Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse eigentlich genug Insulin her, es wirkt aber nicht mehr richtig an den Körperzellen. Fachleute sprechen von Insulinresistenz. Eine Zeit lang kann die Bauchspeicheldrüse das ausgleichen, indem sie mehr Insulin herstellt; irgendwann kommt sie an ihre Grenzen, und der Blutzucker steigt.

Typ-2-Diabetes ist wesentlich verbreiteter als Typ-1-Diabetes: Etwa 90 Prozent der Menschen mit Diabetes haben einen Typ-2-Diabetes. Weil er sich oft erst in höherem Alter bemerkbar macht, wurde er früher auch „Altersdiabetes“ genannt.

Was sind Anzeichen von Diabetes Typ 2?

Ein Typ-2-Diabetes kann sich über Jahre entwickeln, ohne dass Beschwerden auftreten. Deshalb kommt die Diagnose oft unerwartet. Ein über Monate oder Jahre erhöhter Blutzucker kann aber irgendwann zu folgenden Beschwerden führen:

  • starkes Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche
  • Konzentrationsstörungen
  • Übelkeit und Schwindel
  • Erektionsstörungen

Ist der Blutzucker sehr stark erhöht, kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen, dem diabetischen Koma. Wichtig: Fehlende Beschwerden schließen einen Diabetes nicht aus. Treten die genannten Beschwerden längere Zeit oder immer wieder auf, ist ein Arztbesuch ratsam.

Warum entsteht Typ-2-Diabetes?

Verschiedene Faktoren können das Risiko für einen Typ-2-Diabetes erhöhen:

  • Übergewicht und zu wenig körperliche Bewegung
  • Rauchen
  • eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung
  • bestimmte Medikamente, die den Zuckerstoffwechsel verschlechtern
  • eine genetische Veranlagung: In manchen Familien tritt die Erkrankung gehäuft auf

Typ-2-Diabetes ist also nicht einfach die Folge von „zu viel Zucker essen“, und er ist auch keine Frage persönlicher Schuld: Mehrere Faktoren wirken zusammen, darunter auch solche, die man nicht beeinflussen kann. Für die Vorbeugung gilt nach gesund.bund.de: Bei erhöhtem Risiko können eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung die Diagnose oft um einige Jahre aufschieben. Ob sich ein Typ-2-Diabetes dadurch völlig vermeiden lässt, ist noch unklar.

Wie wird Diabetes Typ 2 festgestellt?

Ein erhöhter Zuckerwert im Blut oder Urin wird oft erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Bei Verdacht fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst nach Beschwerden und anderen Erkrankungen. Es folgen eine körperliche Untersuchung und Blutzuckermessungen.

Um zu prüfen, wie hoch der Blutzucker vor dem Frühstück und im Tagesverlauf ist, wird mehrmals Blut abgenommen und im Labor untersucht. Außerdem wird der HbA1c-Wert bestimmt. Er zeigt, wie hoch der Blutzucker in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war. Ist der Blutzucker so hoch, dass er Beschwerden verursacht, lässt sich meist auch Zucker im Urin nachweisen; dafür gibt es in Arztpraxen und Apotheken einfache Teststreifen.

Eine einzelne Messung mit dem eigenen Gerät ist keine Diagnose. Ob ein Diabetes vorliegt, wird ärztlich anhand mehrerer Laborwerte und der gesamten Situation beurteilt.

Normbereich, Diagnose und Zielwert: drei verschiedene Dinge

Rund um den Blutzucker kursieren viele Zahlen. Hilfreich ist es, drei Fragen auseinanderzuhalten:

  • Was ist bei Gesunden normal? Je nachdem, ob man nüchtern ist oder gerade gegessen hat, schwankt der Blutzucker bei Gesunden nach dem IQWiG zwischen etwa 3,3 und 7,8 mmol/l (60 bis 140 mg/dl). Der HbA1c-Wert liegt bei Menschen ohne Diabetes in der Regel unter 6 Prozent. Die Übergänge zu einem zu hohen oder zu niedrigen Wert sind fließend.
  • Liegt ein Diabetes vor? Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand wiederholter Labormessungen, des HbA1c-Werts und der Beschwerden, nicht anhand eines einzelnen Werts aus dem Heimgerät.
  • Welcher Wert ist mein Ziel? Der Zielwert ist persönlich. Vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes wird ein HbA1c-Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent empfohlen; vor allem bei älteren Menschen mit Begleiterkrankungen können aber auch Werte bis 8,5 Prozent vertretbar sein, weil sehr niedrige Werte mehr Medikamente und häufigere Unterzuckerungen bedeuten können.

Wie stark der Blutzucker gesenkt werden sollte, lässt sich deshalb nur individuell entscheiden. Fragen Sie in der Praxis nach, welcher Zielwert für Sie gilt und warum.

Ist Typ-2-Diabetes schlimm?

Ein Typ-2-Diabetes sollte ernst genommen werden, auch wenn er keine Beschwerden macht. Besteht über viele Jahre ein nicht ausreichend behandelter Diabetes, können die Blutgefäße geschädigt werden. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für:

  • Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen der Beine und Füße (periphere arterielle Verschlusskrankheit); ein zu hoher Blutdruck verstärkt dieses Risiko zusätzlich
  • Schäden an den kleinen Blutgefäßen von Augen, Nerven und Nieren, etwa eine nachlassende Sehkraft, Empfindungsstörungen und Nierenschäden
  • einen diabetischen Fuß: Schmerzen am Fuß werden kaum noch gespürt, und aus einer Druckstelle oder kleinen Verletzung kann schnell eine schlecht heilende Wunde werden

Schäden an Augen, Nerven und Nieren treten häufiger auf, wenn die Erkrankung relativ früh beginnt, etwa mit 50 Jahren. Beginnt sie erst im höheren Alter, sind sie seltener. Für jüngere Menschen ist eine gute Blutzuckereinstellung deshalb besonders wichtig.

Was hilft: Ernährung, Bewegung, Rauchstopp

Eine Änderung des Lebensstils kann viel ausmachen. Schon eine Gewichtsabnahme und mehr Bewegung können die Wirkung des Insulins verbessern und den Blutzucker senken. Kleine Veränderungen im Alltag zählen, zum Beispiel häufiger zu Fuß zu gehen. Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt zudem sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auf die Frage, was man bei Diabetes Typ 2 nicht essen sollte, gibt es keine allgemeingültige Verbotsliste. Als Risikofaktor nennen die Quellen eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung; empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung. Wie das konkret aussieht, hängt von Gewicht, Medikamenten, anderen Erkrankungen und Vorlieben ab. Unterstützung bieten Fachleute aus der Diabetes- und Ernährungsberatung. Mehr zum Abnehmen am Bauch lesen Sie in unserem Ratgeber Bauchfett verlieren.

In unserer Praxis in Bilbao begleitet die Ernährungsberatung Erwachsene mit Typ-2-Diabetes bei der Umstellung der Ernährung, in Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt; die ärztliche Diabetesbehandlung ersetzt sie nicht (die Beratung findet auf Spanisch statt).

Wann sind Medikamente nötig?

Medikamente zur Blutzuckersenkung sind nach dem IQWiG nicht immer notwendig. Sie kommen in Frage, wenn sich der Blutzucker nicht auf andere Weise, etwa durch Ernährungsumstellung und Bewegung, ausreichend kontrollieren lässt. Ziel ist, Folgeerkrankungen an Augen, Nieren, Füßen, Herz und Gefäßen vorzubeugen.

Es gibt verschiedene Gruppen blutzuckersenkender Tabletten (Antidiabetika), zum Beispiel Sulfonylharnstoffe, Gliptine oder Flozine; reicht ein Mittel nicht, können mehrere kombiniert werden. Daneben gibt es Insulin und Inkretin-Mimetika, die gespritzt werden. Die Gruppen unterscheiden sich in Wirkweise und Nebenwirkungen, auch darin, wie häufig sie Unterzuckerungen auslösen. Welche Behandlung passt, hängt vom Behandlungsziel, dem Alter, dem Gesundheitszustand, anderen Erkrankungen, weiteren Medikamenten und der Verträglichkeit ab.

Bei vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes kann es außerdem wichtiger sein, andere Risikofaktoren wie einen erhöhten Blutdruck oder einen erhöhten Cholesterinspiegel zu behandeln. Alle Medikamente können Neben- und Wechselwirkungen haben; das gilt auch für rezeptfreie Mittel. Ändern oder beenden Sie eine Behandlung deshalb nur nach Rücksprache.

Wo sich die Quellen unterscheiden

Stand der Informationen: Die Seite von gesund.bund.de stammt von April 2022, die Medikamentenseite des IQWiG von Oktober 2023; für 2026 ist eine Aktualisierung angekündigt. Gerade bei Medikamenten ändern sich Empfehlungen; dieser Ratgeber nennt daher nur allgemeine Grundsätze und keine Behandlungsschemata.

Wie viel Lebensstil reicht: gesund.bund.de betont, dass manche Menschen nach der Diagnose nur wenig ändern müssen und mit mehr Bewegung und einer geringen Gewichtsabnahme auskommen. Das IQWiG rückt stärker in den Vordergrund, dass die Entscheidung vom Alter abhängt: Älteren Menschen bereitet ein leicht erhöhter Blutzucker oft keine Schwierigkeiten, während für Jüngere ein niedriger Blutzucker sehr wichtig ist.

Nutzen der Tabletten: Beide Quellen nennen Medikamente als Mittel gegen Folgeschäden. Das IQWiG fügt hinzu, dass ein gut eingestellter Blutzucker vor allem Schäden an den kleinen Gefäßen der Augen seltener macht, während unklar ist, wie gut Antidiabetika Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen.

Zusammenfassung

  • Bei Typ-2-Diabetes wirkt Insulin nicht mehr richtig an den Körperzellen; der Blutzucker bleibt dauerhaft erhöht.
  • Er entwickelt sich oft jahrelang ohne Beschwerden; Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit können Anzeichen sein.
  • Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand wiederholter Laborwerte und des HbA1c, nicht anhand einer Messung zu Hause.
  • Normbereich, Diagnose und persönlicher Zielwert sind verschiedene Dinge; der Zielwert wird individuell festgelegt.
  • Gewichtsabnahme, Bewegung, ausgewogene Ernährung und Rauchstopp sind die Grundlage; Medikamente kommen hinzu, wenn das nicht reicht.
  • Bewusstseinsstörungen oder Verwirrtheit sind ein Notfall (112).

Häufige Fragen zu Diabetes Typ 2

Diese Antworten sind allgemeine Informationen und ersetzen weder eine Untersuchung noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Was sind Anzeichen von Diabetes Typ 2?

Typisch sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Antriebsschwäche, manchmal auch Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Schwindel oder Erektionsstörungen. Oft fehlen Beschwerden aber jahrelang, und der Diabetes wird erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Was soll man bei Diabetes 2 nicht essen?

Eine allgemeingültige Verbotsliste gibt es nicht. Als Risikofaktor gilt eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung; empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung zusammen mit mehr Bewegung und, bei Übergewicht, einer Gewichtsabnahme. Was konkret sinnvoll ist, klären Sie am besten mit der Diabetes- oder Ernährungsberatung.

Ist Typ-2-Diabetes nur eine Folge von Zuckeressen?

Nein. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, eine ballaststoffarme, fett- und zuckerreiche Ernährung, bestimmte Medikamente und eine familiäre Veranlagung. Mehrere Faktoren wirken zusammen.

Wie hoch darf der Zucker bei Diabetes 2 sein?

Das ist individuell. Vielen wird ein HbA1c-Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent empfohlen; bei älteren Menschen mit Begleiterkrankungen können auch Werte bis 8,5 Prozent vertretbar sein. Ihren persönlichen Zielwert legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest.

Was bedeutet HbA1c?

Der HbA1c-Wert gibt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war. Bei Menschen ohne Diabetes liegt er in der Regel unter 6 Prozent. Er wird bei der Diagnose und regelmäßig zur Kontrolle der Behandlung bestimmt.

Kann man Medikamente selbst weglassen?

Nein, das sollte nur nach ärztlicher Rücksprache geschehen. Viele Menschen fühlen sich nicht krank und spüren die Wirkung der Medikamente nicht sofort; trotzdem dienen sie dazu, Folgeschäden vorzubeugen.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) · Diabetes Typ 2: Symptome und Behandlung
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Diabetes Typ 2
  3. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Welche Medikamente helfen bei Typ-2-Diabetes?
  4. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes
  5. gesundheitsinformation.de (IQWiG) · Wie wird der Blutzucker gemessen?

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose und Behandlung hängen von Ihrer Untersuchung und Vorgeschichte ab. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.